Reiche werden reicher, der Staat wird ärmer

Reichtum ist ungleich verteilt: Zehn Prozent der deutschen Haushalte besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Privatvermögens. Die untere Hälfte dagegen nur etwa ein Prozent. So steht es im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung.

Sollten die Reichen mehr Geld in die Staatskasse zahlen?

12 Kommentare | 28. Oktober 2012 | 07:30 Uhr | Twittern | Facebook

12 Kommentare

  1. Man sollte nicht Zurückverteilen sondern eher mal die Umverteilung stoppen. Reichtum aus Leistung ist ja in Ordnung. Reichtum aus leistungslosen Erträgen zu lasten der arbeitenden Bevölkerung sollte man stoppen. Nicht zurückverteilen, sondern nicht mehr umverteilen.

    lg

    JennyGER | 28. Oktober 2012 | 10:19 | Antworten
  2. “Reiche werden reicher, der Staat wird ärmer”

    Das kann ja auch nicht anders sein, denn Geld = Schulden. Würden alle Schulden getilgt sein, dann gäbe es ja gar kein Geld mehr! Die Schulden der Welt (ca. 30 Billionen Euro) stellen immer auch Guthaben von einzelnen Leuten dar. Und schon ein altes Sprichwort sagt: Da wo der Teufel seinen Haufel macht, dort wird der Haufen immer größer.

    Man kann nun auf die Reichen neidisch sein und eine Zurückverteilung verlangen; diese verhindet aber die Umverteilung durch das verzinste Schuldgeldsystem nicht. Durch neue Zurückverteilung verlängert man nur noch mal die lebensdauer dieses Systems und wäre daher sogar kontraproduktiv.

    lg

    JennyGER | 28. Oktober 2012 | 10:24 | Antworten
    • Liebe JennyGER, das Schuldgeldsystem ist keine Umverteilung von Arm zu Reich.

      mister-ede | 28. Oktober 2012 | 13:37 | Antworten
      • “Liebe JennyGER, das Schuldgeldsystem ist keine Umverteilung von Arm zu Reich.”

        Das ist keine Meinung sondern eine mathematische Gewissheit. Entweder man versteht sie, oder man versteht sie nicht.

        lg

        JennyGER | 28. Oktober 2012 | 18:20 | Antworten
        • “Das ist keine Meinung sondern eine mathematische Gewissheit”

          Dann wäre es ja ein leichtes, es zu erklären. So bleibt dies eine Behauptung. Dass dem nicht so ist, zeigt die Realität.

          mister-ede | 28. Oktober 2012 | 19:33 | Antworten
    • Liebe Jenny,

      Dein Blog Eintrag gefällt mir sehr gut und entspricht weitgehend auch meiner Ansicht.

      Deiner Aussage “Geld = Schulden” kann ich aber nicht zustimmen.
      Dazu ein Beispiel:

      Nehmen wir mal eine einfache Volkswirtschaft mit 3 Beteiligten an:

      -Einem Bankier, der anfangs 1,- Euro Geld besitzt
      -Einem Bäcker, der anfangs kein Geld besitzt
      -Einem Ofenbauer, der anfangs 3650,- Euro besitzt

      Der Ofenbauer bringt 3640,- Euro zum Bankier und legt sie als Festgeld für ein Jahr dort an. Dafür bekommt er pro Tag 1,- Euro Zinsen ausbezahlt.
      Die restlichen 10,- Euro behält er im Geldbeutel.
      In dieser Mini-Volkswirtschaft gibt es also am Anfang 3651,- Euro Geld.
      Nehmen wir mal an, die Gleichung “Geld = Schulden” würde stimmen, dann gäbe es in dieser Volkswirtschaft jetzt also auch 3651,- Euro Schulden.
      So weit, so gut.

      Eines Tages geht dem Bäcker der Ofen kaputt und er kann kein Brot mehr backen.
      Um einen neuen Ofen kaufen zu können, geht er zum Bankier, um sich 3640,- Euro zu leihen.
      Der Bankier nimmt die 3640,- Euro des Ofenbauers und gibt sie dem Bäcker als Darlehen mit der Auflage, jeden Tag 10,- Euro davon zurückzuzahlen. Zusätzlich muss der Bäcker jeden Tag 1,- Euro Zinsen an den Bankier zahlen.

      Schauen wir jetzt noch mal auf unsere vermeintliche Gleichung “Geld = Schulden”. Wir haben nach wie vor 3651,- Euro Geld in unserer Volkswirtschaft.
      Aber was ist mit den Schulden? Wir haben immer noch die 3651,- Euro Schulden vom Anfang. Aber zwischenzeitlich hat der Bäcker ja beim Bankier auch noch mal 3640,- Euro Schulden gemacht, um den neuen Ofen kaufen zu können. Wir haben jetzt also insgesamt 7291,- Euro Schulden in unserer Volkswirtschaft.

      Und schon stimmt die Gleichung “Geld = Schulden” nicht mehr.

      Man kann mit dieser Geschichte übrigens einen anderen populären Irrtum widerlegen – nämlich die Aussage, dass Zinsen nur durch das Erzeugen zusätzlicher Schulden getilgt werden können. Und dass deshalb die Gesamt-Schulden in einem Schuldgeldsystem immer weiter anstiegen müssen.

      Schauen wir, wie die Geschichte weitergeht:
      Am ersten Tag geht der Ofenbauer zum Bankier und holt sich 1,- Euro an Zinsen ab. Er hat jetzt also 11,- Euro im Geldbeutel (die 10,- Euro vom Anfang + den einen Euro Zinsen). Anschliessend geht er zum Bäcker und kauft für 11,- Euro Brot ein. Der Bäcker geht zum Bankier und tilgt mit den Tageseinnahmen 10,- Euro von seinem Darlehen und zahlt zusätzlich 1,- Euro Zinsen.

      Die Geldmenge in dieser Volkswirtschaft beträgt nach wie vor 3651,- Euro. Die Gesamt-Schulden im System haben aber nach dem ersten Tag wieder um 10,- Euro abgenommen.

      Da der Ofenbauer jeden Tag beim Bäcker einkaufen geht, hat er nach einem Jahr 364 * 11,- Euro = 4004,- Euro an den Bäcker bezahlt.
      Diese Einnahmen genügen dem Bäcker, um sowohl sein Darlehen zu tilgen, als auch die täglichen Zinsen zu bezahlen.

      Und zwar ohne dass die Geldmenge in der Volkswirtschaft erhöht werden musste!

      Liebe Grüße,
      Victor

      Victor | 31. Oktober 2012 | 14:20 | Antworten
      • Danke Victor. Auch die Bezeichnung als “populärer Irrtum” gefällt mir. Ich bezeichne das gerne als “modernen Mythos”.

        mister-ede | 31. Oktober 2012 | 14:32 | Antworten
        • Danke.

          Ich möchte aber nochmal betonen, dass ich die weitaus meisten Ansichten von Jenny teile. Insbesondere die Umverteilung von der arbeitenden Bevölkerung zu den Wohlhabenden kann man meiner Ansicht nach nicht wegdiskutieren!

          Übrigens kann man aus der Bäckergeschichte noch ein paar interessante Ableitungen treffen – z.B.: wenn der Ofenbauer beim Bäcker für weniger als 11,- Euro pro Tag eingekauft hätte, hätte der Bäcker seine Schulden und Zinsen nichte bezahlen können.

          Allgemein formuliert: solange in einer Volkswirtschaft die Darlehensgeber (die “Reichen”) bei den Darlehensnehmern (den “Arbeitenden”) zum selben Betrag Produkte und Dienstleistungen einkaufen, wie sie von ihnen Zinsen und Tilgung einnehmen, ist alles gut :-)

          Victor | 31. Oktober 2012 | 14:54 | Antworten
  3. Jenny hat recht. Durch Zins und Zinseszinseffekt erfolgt eine Umverteilung von der arbeitenden Bevölkerung zu den Wohlhabenden. Niemand, der eine durchschnittliche Geldmenge auf seinem Konto hat, profitiert von Bankzinsen. Damit das Geld wirklich für einen arbeitet bzw. sich von selbst vermehrt (nach Abzug des Kaufkraftverlustes) muss man schon eine beträchtliche Geldmenge besitzen.

    MartinGreenDolphin | 29. Oktober 2012 | 09:11 | Antworten
    • Da soll es Leute geben, die kein Geld haben, aber dafür jede Menge Wohnungen vermieten. Sie verwechseln schlicht, Vermögen und “Geld”.

      mister-ede | 29. Oktober 2012 | 15:19 | Antworten
  4. Casino paßt extrem gut.
    Investment-Banker gehen ins Casino – und gewinnen.
    Sie kommen raus sagen: Das ist MEIN GELD. Habe ICH gewonnen.
    Das geht euch nix an. Laßt mich und den Markt in Ruhe.
    Keiner widerspricht.

    Investment-Banker gehen ins Casino – und verlieren.
    Sie kommen raus und sagen. Ich bin pleite. Ich brauche wieder Geld. Ihr müßt mir helfen.
    Und wir tun es.

    Das ist verrückt.

    Zum Thema Steuersatz. 42% wären abolut okay, wenn die Reichen sie bezahlen würden. Sie zahlen aber praktisch nichts. Das ist das Problem.

    UHU | 31. Oktober 2012 | 22:59 | Antworten
  5. Hallo

    Das Thema Ofenbauer ! Bäcker und Bänker ist gut nur , wenn die Bank damit spekuliert und verliert kann Sie nicht mehr Zahlen und der Plan geht nicht mehr auf.

    Das sieht man doch in letzter Zeit wie sich die Banken verzogt haben. Warum soll eine Bank nicht Pleite gehen ? Weil sonst der Betrug das die Bank in Wirklichkeit nur 10 % der Einlagen ( die der Ofensetzter einbezahlt hat ) im Safe tatsächlich hat. Der andere Rest wurde verliehen oder es wird spekuliert mit dem Geld.
    In Nahrungsmittel, Firmen .
    Das Geld geht aus diesem Kreislauf raus ( in die Börse ) wo nicht mit einer tatsächlichen Ware gehandelt wird. Dies Beträge gehen weit über das tatsächlich ( mit Hand erarbeitete Wertschöpfung hinaus ) am Schluss ist eine Blase was mit der realen Herstellungskraft der Menschen nichts mehr zu tun hat.
    Die Armen werden immer ärmer die Reichen immer reicher.
    Ohne Bildungs Möglichkeiten haben Harzer keine Chance da dies mit einem Einkommen verbunden sein muss. Ohne MOS nichts Los.
    Andreas

    Andreas | 22. Dezember 2012 | 03:33 | Antworten

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