Was hälst du von der Ökoumlage?
Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber haben mitgeteilt, dass die Ökoumlage (EEG) auf 5,3 Cent je Kilowattstunde steigt. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt demnach für die Förderung der regenerativen Energien circa 60 Euro mehr im Jahr als bisher. Der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die Ökoumlage von den Strom-Verbrauchern bezahlt. Wie findest du das?
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Ohne Zwangsbeitreibungen funktioniert diese esoterische Energiereligion ja überhaupt nicht. Hat sie nicht, wird sie nicht und …soll sie auch nicht. Warum soll sie das nicht? Neben dem Verlust an Phantasieabgaben auf alles Grüne würde dazu auch der ganze Parteienapparat zusammenfallen weil er seiner inhaltlichen „Kämpfe“ beraubt wurde. Traurig säßen sie dann, die Parteien, und suchten nach neuen „Werten“. Öko ist alles und Grün die Farbe der Koalition der Willigen.
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susi
Grundsätzlich ist die Förderung regenerativer Energien gut!
Jedoch sollten die besonders schmutzigen Energieanbieter (Atomstrom, Braunkohle usw.) höher besteuert werden, um die Öko-Förderung zu bezahlen, nicht direkt die Verbraucher.
Bei den deutschen Lebensmitteldiscountern z.B. herrscht ein knallharter Wettbewerb, dort sind die Preise im internationalen Vergleich niedrig.
Beim Strom ist es umgekehrt, das Oligopol der 4 Großen diktiert die Preise und macht dadurch sehr hohe Gewinne für sich, durch überhöhte Preise für die Verbraucher.
Gruß
Hugo
Ps:
Liebe Redaktion,
ich glaube es wäre sehr informativ für die User, wenn Ihr hier mal die Unternehmensgewinne die großen 4 in den letzten 10-15 Jahren neben die Endverbraucherpreisentwicklung in diesem Zeitraum stellt.
Dann könnte man sehr einfach erkennen, woher die überteuerten Strompreise kommen und wohin sie gehen. Danke.
…schön zu sehen, dass bei RWE z.B. Frank Bsirske im Aufsichtsrat sitzt. Bei “den großen 4″ findet man in den Gremien viele solcher Namen. Leute, die eigentlich für “die Verbraucher” kämpfen sollten holen sich dort ihr Stückchen vom Kuchen.
Das sehen wir nicht nur beim Strom. Überall gibt es Oligopole; wir leben nicht in einer vielfältigen Marktwirtschaft. Jedes siebte Produkt in einem Supermarkt kommt vom Nestle-Konzern, der Rest kommt von Unilever oder P & G. Würde es alle drei Konzerne nicht geben, wäre ein durchscnittlicher Supermarkt zu ca. 85% leer. Das ist Kapitalismus und hat nichts mehr mit vielfältiger sozialer Marktwirtschaft zu tun. Bei Benzin ist es ja das gleiche und bei sogar bei den Parteien: Man hat die Wahl zwischen 5 Parteien, die aber am Ende alle das selbe machen; mehr Schulden.
lg
Der Bsirske sitzt im Aufsichtsrat, nicht im Vorstand, was ja nochmal ein großer Unterschied ist.
Aber grundsätzlich stimme ich Dir zu, daß es mehr Funktionäre geben sollte, die den Monopolisten (oder Oligopolisten) auf die Finger schauen, als sich von ihnen kaufen zu lassen.
Wie war das noch mit Mappus und RWE?
lg
“Wie war das noch mit Mappus und RWE?”
Das sagt mir jetzt nichts. Ich kenn nur Mappus und EnBW. Aber da hat ja auch nicht EnBW sich ‘nen Politiker gekauft, sondern umgekehrt ein Politiker ‘nen Energieversorger.
Mappus hat also nicht zu einem überhöhten Preis Anteile an einem Energieanbieter (wie auch immer der heißen mag
) für das Land gekauft?
Schon mal “Mappus enbw” in eine Suchmaschine eingegeben?
Doch doch! Ich wollte nur neben gekauften Politikern auch mal die gekauften Energiekonzerne erwähnen. Stelle mir das ähnlich wie bei der Leuna-Affäre vor.
Im Übrigen hatte ich schon vor dem Verkauf der Anteile gehört, dass EDF mit den EnBW-Anteilen ziemlich unglücklich war. Anscheinend hatten sich die Erwartung von Synergien zwischen EnBW und EDF so nicht umsetzen lassen, zumal in Deutschland der 1. Atomausstieg beschlossen wurde. Gerade für ein Unternehmen (EDF), welches seine Kernproduktion in Atomstrom hat, ist das natürlich von Nachteil.
Man könnte sagen, dass Mappus beim Rückkauf selbiges ein zweites mal passierte. Er hatte die Anteile für BW nur wenige Monate vor Fukushima und damit dem 2. Atomausstieg gekauft.
@ alle
Strompreise, Strompreiserhöhung, bald unbezahlbarer Strom …
Information der Verbraucher und Aufklärung über die Praktiken der »Großen Vier« ist wichtig. Die öffentlich-rechtlichen Medien (und nicht nur die) leisten diese Aufklärungsarbeit.
Gestern habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen. Es ging um die Stromabschaltung für säumige Zahler. Die Darstellung der Betroffenen war sehr anrührend. Als Zuschauer leide ich mit.
Aber, während eine Frau und Mutter über die drohende Stromabschaltung berichtet, schiebt sie ein Backblech mit darauf gelegten Pommes frites in den Backofen. Nun gut, Kinder essen gerne Pommes frites.
An dieser Stelle des Beitrags (ARD oder ZDF – ich habe nicht darauf geachtet) wäre eine kritische Anmerkung in Richtung Stromeinsparung angebracht gewesen. Da wird der Backofen etwa 15 Minuten auf 200 Grad aufgeheizt. Dann werden diese bereits vorgegarten Kartoffelstifte innerhalb von 10 Minuten »zur Reife« gebracht.
Ein sinnloser Stromverbrauch!
Ich wünsche Ihnen allen einen angenehmen Sonntag.
Gruß aus Eisenach
Politik gerät bei solchen Themen viel zu leicht in populistische Gefilde. Energiewende muss passieren, daran führt kein Weg vorbei und es ist sicher nicht schlecht, dass das nicht erst dann passiert, wenn fossile Energieträger zur Neige gehen und “der Markt” selber darauf reagieren würde.
Allerdings gab und gibt es einige dinge, die einfach nicht optimal gelaufen sind und laufen:
1.) Solarenergie in Form von Photovoltaik ist im Moment in Deutschland ziemlich Schwachsinn um es deutlich auszudrücken. Der Wirkungsgrad ist bei vllt 10%. Die Flächennutzung entsprechend enorm. Die Kosten auch (auch wenn es natürlich immer besser wird). Zudem gibt es in Deutschland einfach klimatologisch und geographisch bedingt nicht die guten Bedingungen für Solarnutzung als woanders. Würde man z.B. die Umlage für Solarstrom senken, dafür aber nur zahlen, wenn man sie in z.B. Griechenland baut, gewinnt das ganze nicht nur an ökologischem Sinn, sondern auch an europäischem Zusammenhalt und der europ. Vernetzung (ideell, wirtschaftlich und Stromleitungstechnisch). Man darf nämlich nicht vergessen, dass das Herstellen dieser schönen Module viel Schadstoffe produziert und ich bin mir nicht sicher, ob sich diese immer auch durch die Nutzung einsparen lassen! Photovoltaik ist aber trotzdem so erfolgreich, weil es gewissermaßen das grüne Ideal ist: Dezentral – jeder kann etwas davon auf’s Dach schrauben, komplett emissionsfrei im Betrieb, nutz die Sonne. Dabei sind Wirkungsgrade solarthermischer Anlagen deutlich größer, aber die zur Stromnutzung einzusetzen gibt wieder zentrale Großkraftwerke, was nicht unbedingt dem grünen Ideal entspricht. Hier muss also die Förderung auf jeden Fall angepasst werden, auch unter den Umständen, dass der dadurch künstlich aufgeblähte Markt deutlich kleiner wird und das eine oder andere Unternehmen schließen muss.
2.) Windenergie ist heute schon sinnvoll. Hier macht die Förderung durchaus Sinn und ohne Solar müsste die Umlage nur mit Wind auch nicht so teuer sein. Auch die Offshoreförderung macht Sinn, da dort durch deutlich konstanteren Wind mehr Strom gewonnen werden kann. Allerdings muss dafür noch Entwicklungsarbeit geleistet werden, diese gibt es aber nicht umsonst. Hier ist das Entwicklungspotenzial aber deutlich größer als bei Photovoltaik.
3.) Man müsste deutlich mehr Geld in (Grundlagen-)forschung
stecken damit Wege gefunden werden, Strom sinnvoll zu speichern, weil kurzfristige Überschüsse ebenso wenig bringen, wie Unterkapazitäten in der Nacht o.ä., wenn diese nicht gespeichert und z.B. in der Nacht genutzt werden können. Aber diese Speichertechnologien sind bei weitem noch nicht so weit, dass sie wirtschaftlich betrieben werden können. Um die Entwicklung hier zu fördern, könnten also wieder Mittel, die man bei der Solarförderung streichen könnte, verwendet werden, um diese viel wichtigeren Technologien voran zu bringen.
4.) Wäre ein System der gestaffelten EEG-Umlage m.E. deutlich gerechter und besser als die reine Befreiung ab einer bestimmten Schwelle. Dies sollte so sein, damit der Strom bei den wirklich energieintensiven Unternehmen nicht (absolut gesehen) deutlich teurer wird, als für Unternehmen, die weniger brauchen. Die komplette Befreiung setzt so nämlich für manche auch weniger Anreize zur Innovation in Sachen Energieeffizienz. Dies kann allerdings entscheidend sein für ein wirkliches gelingen der Energiewenden.
D.h.:Insgesamt weniger Ideale, dafür mehr denken, was sich wirklich lohnt!
“Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt demnach für die Förderung der regenerativen Energien circa 60 Euro mehr im Jahr als bisher.”
Selbst wenn man die Gesamtsumme von 5,3 ct. je KWh auf einen 3.500 KWh Haushalt umrechnet, liegen 185 Euro jährlich unter der GEZ Gebühr von 216 Euro.
Auf was kann man leichter verzichten, Strom oder ARD/ZDF?
Was ist teurer, Umweltschutz oder ARD/ZDF?
Wenn Ihr 100 Euro abgeben müsst, aber sagen dürftet ob der “Umweltschutz” oder die “öffentlich-rechtliche Medien” gefördert werden, wofür würdet Ihr euch entscheiden?
Ich hoffe die Umlagenhöhe können wir damit getrost als Vernachlässigbar abtun. Die Ausgestaltung halte ich jedoch trotzdem für fragwürdig, dies aber aus ganz anderen Gründen
(Siehe Beitrag Konsumgüter/Investitionsgüter).
Strom kann man einsparen; GEZ nicht, weil das MUSS man in voller Höhe bezahlen.
^^
Wollen Sie wirklich damit sagen, man müsse jegliche Umverteilung vom Bürger auf Bereiche der Wirtschaft akzeptieren, so lang diese Umverteilung nur unter der jährlich GEZ-Gebühr liegt?
Nein! Daher schrieb ich ja auch:
“Die Ausgestaltung halte ich jedoch trotzdem für fragwürdig, dies aber aus ganz anderen Gründen”
Z.B. eben wegen einer falschen Umverteilungsfunktion.
Nur wenn hier jemand mit Stromabschaltung oder ähnlichem argumentiert, dann ist das der völlig falsche Ansatz. Die Probleme liegen hier im sozialen Bereich, aber nicht bei der EEG-Umlage.
Ich halte diese Argumentation für äußerst fragwürdig. Es bestimmt das Jahreseinkommen m.E. was vernachlässigbar ist und was nicht. Und da wird es sicher einige geben, die ~200€ nicht für vernachlässigbar halten.
Ist auch relativ egal, wer wieviel verdient. Was zählt sind unnötige Beträge. X Euro, die man zuviel bezahlt sind für jeden doof; für “reiche” und für “arme”.
natürlich ist jeder Euro der nicht gebraucht wird zu viel. Aber bei ungerechter Verteilung wie hier, machen die Sinnvollen Euros bei den einen kaum etwas aus, bei anderen hingegen mehr. Das verdeutlicht nur die Soziale Komponente der Ungerechtigkeit.
Dann stellt sich die Frage, wieso der Aufschrei nicht wegen der GEZ-Pflicht kommt. Wenn dort jemand zum sparen auf das Ö-Rechtliche verzichten will, dann geht das nicht.
Und wenn sich jemand die 200 Euro im Jahr nicht leisten kann, stellt sich noch mehr die Frage, was macht man gegen Arbeitslosigkeit, Arbeitsarmut oder Altersarmut.
Hier den Umweltschutz in Konfrontation zu Einkommensschwachen zu bringen, ist m.E. nur billige Meinungsmache.
Umweltschutz als solcher und EEG umlage sind auch nicht einfach so gleichzusetzen, denn mit der EEGUmlage werden auch sachen gefördert, deren ökologischen Nutzen man zumindest anzweifeln darf.
Und billige Meinungsmache ist das sicher auch nicht. Natürlich wäre das nicht das Problem, wenn alle mehr verdienen würden. Das ist aber deutlich schwerer zu erreichen, als die Umlage gerechter zu gestalten. Dass so nämlich die Belastungen prozentual gesehen stark variieren darf man nicht einfach unter den Teppich kehren.
Auch dann wenn die Umlage von allen (Unternehmen und privaten) zu zahlen ist würde die Umlage Geld kosten. Vielleicht statt 200 Euro nur 50 Euro. Aber auch 50 Euro sind viel Geld.
Die Wertung also dass 200 Euro zu viel sind, aber z.b. 50 Euro in Ordnung sind, halte ich für ziemlich willkürlich.
Ich bin immernoch der Meinung, dass ein hoher Strompreis wünschenswert ist, um den Verbrauch zu begrenzen. Das Geld was damit eingenommen wird, sollte aber – hier bin ich wieder bei Ihnen – dann effizient eingesetzt werden.