“Die Schule ist offen für alle”
Margret Rasfeld, Leiterin der Evangelischen Gemeinschaftsschule in Berlin-Zentrum, stellte sich gestern Abend im Chat euren Fragen und gab Antwort darauf, welche Potenziale sie im Bereich des E-Learnings sieht und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ihr Konzept bundesweit umgesetzt wird. Hier gibt’s das Chatprotokoll zum Nachlesen:
Margret Rasfeld: Hallo liebe Chatgemeinde, ihr könnt eure Fragen jetzt stellen!
Regina1234: Tolles Konzept, Frau Rasfeld!
Michael P. Klotz: Wo finde ich Literatur zum Thema, wo finde ich ihre Fortbildungen?
Margret Rasfeld: Ich habe ein Buch mit dem Titel “Edu-Action” geschrieben, die Fortbildungstermine sind auf der Website www.ev-zentrum.de unter dem Link “Schüler schulen Lehrer” zu finden.
Gast4162 (Gast): Frau Rasfeld, was empfehlen Sie Eltern als ersten Schritt, wenn sie ein Bündnis an ihrer Schule initiieren möchten?
Margret Rasfeld: Schauen Sie auf die Website der Initiative www.schule-im-aufbruch.de unter “Kompass”. Suchen Sie sich weitere Verbündete unter den Eltern, sprechen Sie mit der Schulleitung, mit Lehrern und Kindern – und entwickeln Sie eine gemeinsame Vision.
Gast4440 (Gast): Frau Rasfeld wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Konzept Bundesweit umgesetzt wird, wenigstens teilweise?
Margret Rasfeld: Es gibt schon kleine Bündnisse in einigen Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin). “Schule im Aufbruch” hat eine erste Kooperation mit einem Kultusministerium (Brandenburg). Das Gelingen hängt davon ab, wie mutig die Zivilgesellschaft ist.
Gast6470 (Gast): Frau Rasfeld, welche Potentiale sehen Sie im Bereich des E-Learnings?
Margret Rasfeld: Große Potenziale in der individuellen Wissensaneignung und bei Projekten (Interviews, Filme, Buchdokumentationen usw.), große Potenziale auch in der Verbreitung und der Vernetzung von Schulen mit neuer Lernkultur.
Gast4442 (Gast): An Frau Rasfeld: An wen muss man sich wenden, damit man etwas bewegen kann und endlich die Kinder als echtes Individuum gesehen und wahrgenommen werden und Lehrerinnen, wie Frau Sarrazin nicht mehr nur den Stoff in 45 Minuten durchpuschen, sondern die Kinder da abholen, wo sie sind. Alle Kinder haben viel zu geben, selbst ein langsam lernendes Kind!
Margret Rasfeld: Als Unterstützung haben wir “Schule im Aufbruch” gegründet. Dort kann man sich mit anderen vernetzen, Hinweise für den Prozess der Transformation bekommen und mit anderen gemeinsam eine große Kraft und Bewegung entwickeln.
Gast5332 (Gast): Sie haben erzählt, dass an ihrer Schule zwei neue Schulfächer eingeführt haben. Stehen die Schüler da allein oder bekommen sie von ihren Lehrern Hilfestellung? Wie nehmen das die Eltern auf?
Margret Rasfeld: Die Projekte werden von Lehrern gecoacht, “Herausforderung” wird von Studierenden und Mitarbeitern aus Unternehmen gecoacht und reflektiert. Unsere Schule hat genau wegen dieser Projekte eine riesige Nachfrage.
Gast6408 (Gast): @Rasfeld. Noten abschaffen? Wie kann dies mit unserer Leistungsgesellschaft in Einklang gebracht werden?
Margret Rasfeld: Individuelle Rückmeldungen und Portfolios geben eine weitaus differenziertere Rückmeldung über den Leistungsstand wie eine Ziffer. Dazu kommt, dass über Zertifikate die Lernenden sehen, was sie schon können und wo sie sich noch verbessern müssen. Dies ist wegen des Wertschätzungscharakters in der Regel sehr viel motivierender und leistungsfördernder als eine Ziffer.
Gast6418 (Gast): Frau Rasfeld, teilen Sie uns doch mal ihre Empfindung zur Diskussion mit.
Margret Rasfeld: Ich glaube, der Kern, warum wir eine Neuausrichtung brauchen, ist noch nicht wirklich angekommen. Es geht nicht um eine Reform des Alten, sondern um eine neue Denke, damit die Schule junge Menschen nicht länger auf reines Wissen reduziert. Das bemängeln auch die Unternehmen: Einstellung und Haltung, Unternehmensgeist und Handlungsmut, Querdenken und Verantwortungsbereitschaft zu wenig gefördert werden.
Gast3482 (Gast): Hallo Frau Rasfeld, ich habe mir gerade die Seite Ihrer Schule angeschaut. Wie sieht es denn mit Schülern aus, die atheistisch erzogen werden, haben die bei Ihnen überhaupt eine Chance?
Margret Rasfeld: Die Schule ist offen für alle, Diversity ist gewünscht. Wir haben viele Schüler ohne Religionszugehörigkeit an unserer Schule!
Gast4472 (Gast): Ihre Arbeit ist toll machen Sie weiter so, auch das was Gerald Hüther macht. Ihre Kooperation mit ihm finde ich auch total klasse.
Margret Rasfeld: Ich bedanke mich recht herzlich für die interessanten Fragen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht!
[Das ZDF ist für externe Links nicht verantworlich]
6 Kommentare | 18. Oktober 2012 | 12:51 Uhr |
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In der Ukraine stehen am 28.10.2012, also 10 Tagen, die Parlamentswahlen an.
Zur Fußball EM war der Blick auf die Ukraine sehr breit. Wäre es nicht wichtig, jetzt vor der Wahl in das Land zu blicken?
Nachdem das Thema auch in den Medien insgesamt nicht wirklich behandelt wird, seitdem die EM vorbei ist, wäre es gut, wenn z.B. log-in den Blick hierauf erneut richtet.
Gibt es noch mehr Leute im Forum, die das Theme “Wahl in der Ukraine” – nicht als Streit, sondern Informationsthema, begrüßen würden?
“Gibt es noch mehr Leute im Forum, die das Theme “Wahl in der Ukraine” – nicht als Streit, sondern Informationsthema, begrüßen würden?”
Klar,
aber es geht um Quote, um die große Show.
Es geht darum ob Merkel oder Steinbrück heute besser in Form war und wer die besten Sprüche hatte.
Inhaltliches ist längst zur Nebensache geworden.
Am besten sind extreme Positionen die aufeinander prallen.
Da der Medienhype um Menschenrechte in der Ukraine spät. seit dem Endspiel vorhersehbar erloschen ist, interessiert das Thema Ukraine hier leider kein Schwein mehr.
Man bräuchte jetzt auf die Schnelle schon einen Gast der die Ukraine bombardieren will; und einen anderen der alle unzufriedenen Ukrainer mit 5000€ Begrüßungsgeld hier willkommen heißen will.
Die Show ist wichtig, nicht die Information.
Aber Sie wollten sich doch bei der EM mit deutschen Handzetteln in den Ukrainischen Wahlkampf einmischen.
Für mich ist diese Position extrem genug; also Ede als Gast in der Sendung, dann klappts bestimmt auch mit der Quote
@ Hugo
Sie sind nicht allein!
“Inhaltliches ist längst zur Nebensache geworden”.
(Zitat aus Ihrem Beitrag)
Ich kann Ihnen weitgehend zustimmen. Aber in diesem Blog geht es um Schule – nicht um die Ukraine. So wie ich das sehe, würden Sie lieber über die Ukraine diskutieren.
Wenn ich ausgewiesene Vegetarier zum Essen einlade, dann werde ich ihnen keine Lammkeule servieren.
Ansonsten: Ihre Verärgerung kann ich durchaus verstehen.
Gruß aus Eisenach
“So wie ich das sehe, würden Sie lieber über die Ukraine diskutieren.”
Nun, ich habe lediglich auf eine Themenanfrage von mister-ede (18. Oktober 2012 19:59) reagiert und dies ist auch klar zu erkennen, nicht zuletzt durch das Eingangszitat.
“Aber in diesem Blog geht es um Schule – nicht um die Ukraine.”
In diesem Blog ging es auch schon um die Ukraine, letzte Woche um Schule und nun wird es wieder ein neues Thema geben. Rechts unter Schlagwörter sehen Sie eine Auswahl an Themen, die in diesem Blog schon diskutiert wurden.
Also:
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil !!!
Ansonsten, nix für ungut.
Gruß
Hugo
Und nun ist alles wieder gut.
Gruß aus Eisenach
immerhin sind morgen 2/3 des Oktobers abgelaufen!
Ich hoffe doch, dass die angekündigte Kommentierungsfunktion auf heute.de fristgerechter eröffnet als der Berliner Flughafen