Schule geht auch anders!

Zwei Schüler schreiben bei log in über ihre ganz besondere “Schule”:

methodos, eine sich jedes Jahr neu formende Lerngruppe mit den Zielen Abitur und persönliche Entwicklung, komplett von uns “Schülern” geleitet. Wir haben die Fäden in der Hand, stellen unsere Lehrer ein, entscheiden, wann wir welches Thema durchnehmen und stellen die Vorstände des gemeinnützigen Vereines methodos e.V..

Die Finanzierung läuft über Spenden und Beiträge, für die wir selber aufkommen.

Wir sind aus dem System Schule ausgebrochen, da wir mit dem Schulsystem und dem autoritären Lehrer-Schülerverhältnis nicht klar kamen. Das Abitur, eine Schleuder zurück ins System, machen wir als Externe an einem Gymnasium in der Region, dem wir zugewiesen werden.

methodos erfordert Selbstdisziplin, die nicht jeder hat, denn wir haben nicht den Schuldruck und die Lehrer über uns, sondern sind für unsere Leistung und Entwicklung selbst verantwortlich.

In der Regel treffen wir uns morgens um 9 Uhr, damit sich jeder auf den Unterricht, der immer um 10 Uhr, nach unserem selbst gestalteten Stundenplan, stattfindet, einstimmen kann. Danach ist Wiederholung und freies Lernen bis circa 17 Uhr angesetzt. Wobei man die Zeit für sich auch frei gestalten kann. Wir erarbeiten den ganzen Abiturstoff selbst und der Lehrer ist dabei unser Unterstützer, Freund und Begleiter.

Mehr über uns erfährst Du auf unserer Website, dort wird unser Projekt näher erläutert und wir berichten regelmäßig über Neuigkeiten.

Theresia Tausendpfund und Jordan Heidinger (Abitur 2013, Vorstand methodos e.V.)

Kannst du dir das auch vorstellen? Hättest du die Selbstdisziplin? Wie würde Schule aussehen, wenn du sie gestalten würdest? Schreib hier deine Meinung und stell deine Fragen!

[Das ZDF ist für externe Links nicht verantwortlich]

15 Kommentare | 16. Oktober 2012 | 15:47 Uhr | Twittern | Facebook

15 Kommentare

  1. Nein wirklich… je mehr die Welt ins taumeln gerät umso absurder, umso autonomer, werden die Wünsche. Jetzt müssen sich Erwachsene schon den unreifen Befindlichkeiten von heranwachsenden Schülern beugen und sich wie Troddel am Nasenring durch die Manege führen lassen. Wo soll es hinführen? Bestimmen nun Kinder wann und was und wie lange sie lernen? Na dann… die Arbeitgeber der Region freuen sich bestimmt schon auf neunmalkluge Facharbeiteranwärter und der Fahrkartenkontrolleur im ICE ist ohne Batterien im Taschenrechner aufgeschmissen wenn einer nicht passend bezahlen kann. Schöne neue Welt…
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    susi

    susi bibelmaus | 16. Oktober 2012 | 16:06 | Antworten
  2. Eigentlich will ich warten, was man in der Sendung davon hört. Aber eine Frage drängt sich mir auf:

    Das Abitur besteht ja aus 2 Schuljahren, in denen verschiedene Lehrinhalte gelehrt werden. Am Ende wird aber nur ein kleiner Teil abgeprüft, und die Einschränkungen sind auch vorher bekannt. So kann man sich in einigen Fächern auf 25% des Stoffes beschränken. Der andere Teil, der in den Abiturprüfungen gar nicht abgefragt wird, macht aber mehr als die Hälfte des Lehrplanes und auch der Abi-Note aus. Wie funktioniert das aber in einem solchen System?

    Üblicherweise bewertet hier ja ein Lehrer, aber die Schüler eines solchen Projektes können sich ja nicht selbst bewerten.
    Und wenn die “verpflichteten Lehrer” die Bewertungen abgeben, dann empfinde ich das auch nicht sonderlich “hoheitlich”. Zeugnisse sollten ja schon eine staatlich gesicherte Basis haben.

    Lasse mich aber auch gerne von dem Gegenteil überzeugen, weil es ja “nur” das System Uni ist. Dort wird der Lernstoff auch meistens nur in einer Prüfung bewertet.

    mister-ede | 16. Oktober 2012 | 16:56 | Antworten
  3. Ich finde das klasse. Die Schule “engt mich ein”, ich muss so lernen, dass ich es in der Klausur gut kann, aber nicht so dass ich es mir merken kann.
    Meine Frage: Wie ist das bei euch mit den Hausaufgaben? Ich kann mir gut vorstellen, dass man alleine effektiver lernt und so mehr Freizeit hat. Oder müsst ihr nach 17 Uhr noch weiter lernen?

    Schüler aus der J1 | 16. Oktober 2012 | 20:48 | Antworten
    • Hallo Schüler,
      wenn Du nicht nur für Klausuren lernen willst, solltest Du Dich vielleicht mit dem Gedanken vertraut machen, dass man niemals aufhört zu lernen, auch nicht nach 17 Uhr ;)

      Viele lernen in Lerngruppen besser, wenn Du selbst aber alleine effektiver lernst, dann solltest Du dies tun.

      Gruß
      Hugo

      Hugo | 16. Oktober 2012 | 23:16 | Antworten
  4. Super – so ein Modell bietet die Chance wirklich mal effektiv und mit Spaß zu lernen.
    Ich hätte das für mich persönlich klasse gefunden.
    Doch wie sieht es mit Prüfungen unter dem Jahr aus? Inwiefern schafft man sonst Vergleichbarkeit mit den Leistungen/Wissensstand eines “normalen” Schülers?

    Blume | 17. Oktober 2012 | 00:00 | Antworten
    • Ich finde das Model auf dem ersten Blick auch klasse.
      Aber wo ist das Problem mit der Vergleichbarkeit?

      Man kann doch die Ergebnisse der Abiturprüfungen mit denen anderer aus dem selben Bundesland vergleichen.

      Sämtliche Studien und Berichte über solche Schulformen, die ich bisher gelesen habe, ergaben bessere Ergebnisse als bei den “normalen” (schlechteren) Schulen.

      Hugo | 17. Oktober 2012 | 00:26 | Antworten
      • Ich frage da immer: wird hier nicht vergessen, dass an so einer Schule eher (!) “bessere” Schüler teilnehmen, weil jemand dem die Schule egal ist, sich nicht dafür interessiert? (Ich will damit nicht sagen, dass es nciht auch Ausnahmen geben kann) Ergibt sich so nicht zwangsläufig ein besserer Schnitt?

        Und Vergleichbarkeit ist wirklich ein Problem…wobei es das ja auch schon quer durch Deutschland gibt!

        Gast | 17. Oktober 2012 | 16:16 | Antworten
  5. @ alle
    Lernen heißt verstehen!
    Also: Nicht sich etwas merken und in einer Prüfung korrekt das Gemerkte artig aufsagen.
    Einen freundlichen Gruß aus Eisenach

    Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 17. Oktober 2012 | 15:58 | Antworten
    • Das kommt manchmal ganz auf das Fach an xD. Wobei vieles vor allem in höheren Klassen mit Verstehen deutlich besser zu erledigen ist: Ein Problem hierbei ist aber, dass man in der Schule öfters nicht das Prinzip sondern einen Sonderfall erklärt bekommt, was das obige umzusetzen nicht einfacher macht.
      Hier könnte diese Art “Schulsystem” Abhilfe schaffen, weil man sich dann über den Abiturstoff hinaus etwas aneignen könnte um Zusammenhänge besser zu verstehen.
      Ein kleines Bsp: bei uns war das Kreuzprodukt von Vektoren nicht mehr Abiturstoff. Unser Lehrer (an einem normalen Gymnasium) brachte es uns trotzdem bei, weil man damit, solang man verstanden hatte was es bedeutet einige Abituraufgaben deutlich leichter hat lösen können.

      Gast | 17. Oktober 2012 | 16:20 | Antworten
    • Hallo Herr Sahl,

      ich freue mich jetzt echt, dass wir uns hier wieder treffen und über die “die Macht des Schicksals und das können des (der) Menschen“ diskutieren können.

      Leider muss ich Ihnen gleich einen Wehrmutstropfen auf die zentrale Aussage Ihres Textes schütten!
      So kann man z. B., wenn man sich in den höheren Ebenen des Lernens und Denkens bewegt, sehr vieles nicht mehr verstehen. In der Quantenmechanik (Theoretische Physik) kann man das meiste nicht mehr verstehen, obwohl man stets mathematisch konsistent und auf streng axiomatischer Basis operiert.

      Der berühmte Quantenphysiker und Nobelpreisträger “Richard Feynman“ sagte einmal folgendes dazu:

      _“Diejenigen, die behaupten, sie hätten die Quantenmechanik ganz und gar begriffen, haben überhaupt nichts verstanden – denn jene, die sie wirklich verstanden haben, wissen, dass man sie überhaupt nicht und auch nie verstehen kann“_.

      Dazu abschließend noch ein Zitat von “Schiller“:
      _“Nur der Irrtum ist das Leben und das wissen ist der Tod“_ (kommt Ihnen bestimmt sofort bekannt vor!)

      Einen herzlichen Gruß aus dem sonnigen Süden nach Eisenach
      Dieter Ackermann

      Dieter Ackermann | 17. Oktober 2012 | 19:29 | Antworten
      • aber eben auch dieses “Prinzip” kann man verstehen…und auf schulebene spielt quantenphysik noch keine große rolle nebenbei bemerkt ;)

        Gast | 17. Oktober 2012 | 19:37 | Antworten
        • Hallo @Gast,

          was ich hier eingestreut habe, war natürlich etwas ironisch gemeint.

          Und jetzt gleich noch einmal – ein Intermezzo zur “Existezialphilosophie“:

          _“Dass dein Weg der richtige ist, erkennst Du daran, dass dein Ziel immer weiter in die Ferne rückt“_!

          Versuchen Sie nun mal, diese “fernöstliche Weisheit“ voll und ganz zu verstehen!

          Mit den besten Grüßen
          Dieter Ackermann

          Dieter Ackermann | 17. Oktober 2012 | 20:02 | Antworten
          • was heißt voll und ganz zu verstehen?
            ich denke mal, dass wir den richtigen Weg erreicht haben, denn das thema der Diskussion ist in weiter Ferne ;)

            Gast | 17. Oktober 2012 | 20:10 | Antworten
      • @ Dieter Ackermann | 17. Oktober 2012 | 19:29

        Entdeckendes Lernen
        In der Praxis hat sich gezeigt, dass nur bestimmte Schüler von der Methode des entdeckenden Lernens profitieren. Als optimale Methode, selbstständiges Lernen zu fördern, hat sich gelenktes, d. h. angeleitetes Entdecken herausgestellt.
        (© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2007 – Auszug)

        Ja, Herr Ackermann, was soll ich davon halten?
        Natürlich brauchen Schüler Vorgaben und Anleitung. Ich meine damit: Grundvorgaben und Wegweiser. Wenn Lehrer zulassen, dass Schüler sich kritisch (auch gegen die herrschende Lehrmeinung) mit Sachverhalten auseinandersetzen, dann merken sie sich den Stoff nicht, sondern sie verstehen ihn – auch ihre Irrtümer. Das gilt nicht für das Fach Mathematik, Physik und Chemie.

        Einen freundlichen Gruß aus Eisenach

        Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 18. Oktober 2012 | 09:19 | Antworten
  6. Das Prinzip klingt schon recht interessant, dass Schüler ihren gesamten Lehrplan selbst gestalten und dann einfach ihr Abitur an einer “normalen” Schule absolvieren. Etwas ähnliches sieht man ja auch mit den Waldorff-Schulen.
    Interessant wird es für diejenigen, die kein Abitur anstreben wollen / können. Werden sie nun “gezwungen” die “normalen, schlechten” Schulen zu besuchen?

    Ich für meinen Teil war sehr gern in der Schule und hatte auch nichts gegen das “autoritäre” Verhalten der Lehrer. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es gut ist, ein solches Konzept zu erarbeiten unter der Prämisse “…da wir mit dem Schulsystem un dem autoritären Lehrer-Schülerverhältnis nicht mehr klar kamen.”

    Die Schule ist nicht nur ein Ort, um stur auf Klausuren und Prüfungen hin zu lernen und am Ende einen Abschluss zu bekommen. Sie bereitet uns auf das Leben vor. Und da wird es immer vorkommen, dass man sich jemandem unterordnen muss, dass man sich in einem System arbeiten muss und, dass es feste Regelungen für den Tagesablauf gibt. Da kann man auch nicht einfach sagen, “So, ich komme hiermit nicht klar, ich mach es einfach anders.” Es sei denn, man ist Freiberufler. Aber selbst dann gibt es bestimmte Regeln, die man einhalten muss.

    Eine Kombination aus dem jetzigen Schulsystem und eine höhere Beteiligung der Schüler wäre hier vielleicht sinnvoller. Wenn man den Schülern bewusst macht, dass sie nicht nur für eine Klausur lernen sondern, in welchen Situationen ihres späteren Lebens sie das anwenden können, halte ich für eine gute Idee. Die Lehrer können ja auch am Anfang des Schuljahres ein bestimmtes Lernziel vorgeben und dann kann man gemeinsam nach Wegen suchen, dieses zu erreichen.

    Aber einfach alles selbst zu organisieren, weil man mit der Autprität nicht klar kommt, halte ich für den falschen Weg. Dann sollten sie auch konsequent sein und nicht mehr auf die Vorgaben ihrer Eltern hören. Das ist nämlich schon von ihrer Geburt an ein sehr autoritäres Verhältnis, in dem sie stehen.

    Gast | 19. Oktober 2012 | 11:34 | Antworten

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