Schule ohne Lehrer

Schüler machen Schule: Schweizer Gymnasiasten gestalten ein halbes Jahr lang ihren Lehrplan selbst. Das selbstständige Arbeiten soll die Schüler auf die Uni vorbereiten. Was haltet ihr von dem Modell? Hättet ihr da auch Lust drauf (gehabt)?

5 Kommentare | 14. Oktober 2012 | 07:09 Uhr | Twittern | Facebook

5 Kommentare

  1. Die Idee halte ich für beachtenswert, anstatt die Universitäten weiter zu verschulen (BA/Master), wie das im Moment geschieht und was ich als völlige Fehlentwicklung betrachte.

    mister-ede | 15. Oktober 2012 | 13:00 | Antworten
  2. Die dachten, wir schaffen das nicht…

    Weil die Lehrer sich über Änderungen des Kultusministeriums geärgert haben, sollte unsere komplette Stufe deshalb nicht, wie die Jahre zuvor, zu einer mehrtägigen Exkursion.

    Nachdem wir aber nicht locker gelassen haben, sagte unsere Klassenlehrerin leichtfertig, ja dann organisiert ihr das doch einfach selbst. – Und genau das haben wir dann gemacht.

    Ein Klassenkamerad hat mit mir zusammen Reiseziele ausgesucht, wir haben Jugendherbergen angefragt und den inhaltlichen Wert der Exkursion dargestellt. Damit hatte unsere Klassenlehrerin nicht gerechnet. Als nächste Hürde hat sie uns dann mitgeteilt, dass sie nicht mitkommt, und wir ja nicht alleine fahren können.

    “Jetzt fehlen euch nur noch zwei Lehrer!”

    Aber auch dies hat uns nur kurz gestoppt, denn unser Rektor hatte nichts dagegen, dass wir einfach anderer Lehrer suchen – und die haben wir auch gefunden (Vielen dank an die beiden).

    Nachdem aber dann unsere Klasse eine Exkursion zusammengebastelt hatte, sind die anderen Klassen auch auf den Trichter gekommen, zumal wir ja Unterlagen zu mehreren Zielen hatten. Am Ende waren glaube ich alle Klassen auf Exkursion.

    mister-ede | 15. Oktober 2012 | 17:43 | Antworten
    • In der Rückschau würde ich sagen, dass mir das Ganze sogar mehr Spaß gemacht hat, als es wohl bei einer Exkursion gewesen wäre, die einem einfach vorgesetzt wird.

      Wir hatten die Möglichkeit uns die Ziele rauszusuchen, auf die wir Lust hatten (haben in der Klasse gewählt) und konnten ein eigenes Programm gestalten. Außerdem haben wir natürlich, als es um die Begleitung ging, die Lehrer gefragt mit denen wir am besten ausgekommen sind.

      Daher finde ich auch das im Beitrag dargestellte Konzept wirklich interessant.

      mister-ede | 15. Oktober 2012 | 17:56 | Antworten
  3. “Bildung ist ein interpersoneller Akt!” Dies “trichterte” mir mein Pädagogikdozent in der ersten Begegnung ein. Wie war, der Qualitätssprung in den Niederungen und Höhen der Bildungslandschaft muß von der veränderten Haltung der Verantwortlichen für das System kommen. Mit Freude höre ich Worte wie “Loslassen”, “Ausprobieren”, “Scheitern dürfen”,”Abgeben” u.s.w.
    Der nächste Satz einer meiner “LehrerLehrer” war: “Bildung ist ein ergebnisoffener Austausch zwischen zwei gleichwürdigen aber ungleicherfahrenen Partnern!”
    Hier erlebe ich ein erfolgreiche “Lehr-Lern-Synergie”, warum nicht einfach einen “Flächenbrand” in dieser Haltung entfachen. Ich “zündel” bereits mit Vielen gleichgesindten vor Ort, denn die Alternative des “weiter so, nur noch mehr vom Falschen” hinterläßt “Kälte in den Seelen” und “Dunkelheit in den Herzen” aller Beteiligter!

    Torsten Finger | 16. Oktober 2012 | 10:17 | Antworten
  4. Ich halte sowas für die Oberstufe eines Gymnasiums durchaus interessant. Aber wohlgemerkt erstmal nur da. Dort können reifere Schüler m.E. besser lernen und sie werden lernen müssen sich die Zeit einzuteilen, dazu könnte man sich vielleicht gewissen Übergangskonzepte mit anfänglichen Übungsblättern die abgegeben werden müssen überlegen, um dem etwas Rechnung zu tragen.
    Problematisch könnte aber sein, dass der soziale Faktor bei manchen zu kurz kommen könnte, da man nicht mehr darauf angewiesen sein muss, sich mit anderen auszutauschen. Lerngruppen könnten sowas aber recht einfach verhindern (vorrausgesetzt die Themen sind auch schwer genug für echten Austausch).
    In niedrigeren Stufen sehe ich sowas sehr kritisch, weil kleineren Kindern nur deutlich schwerer wird beizubringen sein, dass man sich die Zeit zwar einteilen kann, aber eben auch Unangenehmes machen muss.
    Auch das Übertragen auf andere Schulformen seh ich erstmal kritisch, weil dort 1.der Abschluss früher kommt, und 2tens meistens kein Studium das Ziel ist. Dort muss auf anderen Wegen die loslösung erfolgen, Praktika in Betrieben könnten ein Weg sein, der ja auch sicher schon z.T. gegangen wird.

    D.h. Freiheit für Schüler ist nur dann gut, wenn diese vorher gelernt haben wirklich damit umzugehen. Deshalb denke ich, dass man die gymnaisale Oberstufe so z.T. sicher umbauen könnte, aber man immer auch aufpassen sollte, dass nix zu kurz kommt.

    Gast | 17. Oktober 2012 | 16:09 | Antworten

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