log in: Die Gäste am 19. September 2012

Journalist und Nahost-Experte Ulrich Kienzle ist gegen ein Aufführungsverbot: “Mit Krieg können wir gegen den Terror nichts erreichen.” Unsere Gesellschaft sei stark genug, das auszuhalten. Außerdem helfe es nicht, das Video könne man sich sowieso im Internet jederzeit ansehen. “Das Internet bietet Radikalen ein Weltpublikum. Wenn man überhaupt etwas verändern will, muss man die Plattformbetreiber angehen.”

Markus Dröge, Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, sieht das anders. Er sagt: “Alle rechtlichen Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden, um provokative Vorführungen, die als politische Hassaktion geplant sind, zu verhindern.” Meinungs- und Kunstfreiheit seien hohe Werte und dazu da, eine Diskussion in der Gesellschaft anzuregen – eine gezielte Hassaktion unterlaufe diesen Zweck. Die geplante Vorführung des Schmäh-Videos funktionalisiere die Meinungs- und Kunstfreiheit und Religion. Dagegen müssten wir uns, nach Ansicht von Dröge, wehren.

Ralf Schuler, Chefkorrespondent Bild Hauptstadtbüro, sieht in einem Verbot der Aufführung des Films das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt. Er hat für die Ausschreitungen im Ausland kein Verständnis, da das Video keine Gewalt rechtfertige. Darüber hinaus sollten Videoplattformbetreiber wie Youtube mehr Verantwortung tragen: “Als Zeitungsmacher bin ich auch dafür verantwortlich, was im Blatt steht.”

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, plädierte für ein Verbot der Mohammed-Films: “Wir laufen (…) Gefahr, dass der öffentliche Frieden hier empfindlich gestört wird“. Ferner fordert Mazyek, dass “alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden sollten, um ein Verbot der Vorführung zu erreichen.”

Stellt eure Fragen an Aiman Mazyek (Foto: Yunay), Ralf Schuler (Foto: BILD), Markus Dröge (Foto: EKBO) und Ulrich Kienzle (Foto: ZDF) hier im Blog!

22 Kommentare | 18. September 2012 | 16:17 Uhr | Twittern | Facebook

22 Kommentare

  1. Es haut mich jedes Mal so was aus den Socken wenn „berufene“ Geistliche christlicher Glaubensgrundlage beider Konfessionen die Worte ihres Herrn so derart wissentlich umschiffen, und das nur um „die ganze Welt zu gewinnen“ aber dennoch nicht mehr damit rechnen Schaden an ihrer Seele zu nehmen. Heutig theologische Absolventen entmystifizieren die Evangelien und interpretieren diese rein psychologisch, nur zu profan im inneren Erleben erfahrbare Ereignisse, um sich damit den leichten bekenntnisfreien und für alle Richtung hin offenen Weg zu dem von ihnen propagierten Abbau religiöser Ungleichheiten offen zu halten. So hat die Handreichung zum Islam (übrigens nach den Worten Jesus „Ich bin der Weg und die Wahrheit“ kann kein bekennender Christ mehreren Herren dienen) nicht nur symbolischen Wert zur inneren Leere betreffender Persönlichkeiten mit dem Drang zu islamischen Versöhnungsbegehren, sie, die Handreichung zum Islam, zeigt vor allem aber auch die persönliche Scham jener sich offen und unmissverständlich seiner christlichen Bindung zu bekennen und wenn erforderlich, diese ganz nach dem gelebten Vorbild der Evangelien dann eben auch unter Konsequenzen zu bekunden. Das.. wäre christliches bekennen! So, wie es täglich tausende und abertausende unserer Brüder und Schwestern in islamischen Hoheitsgebieten erdulden müssen und zwar – ohne – das je auch nur eine der Sondersendungen- journalistischer Bericht oder Regierungsgrößen Worte des Einwandes darüber verlieren!
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    Unser geistlich christlicher Repräsentant sollte daher dann auch den evangelikalen Unterschied zwischen Liebe zum Nächsten und Liebe zu dem was ihn umhertreibt kennen. Darüber würde ich ihm gern mal ganze Predigten halten.
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    Und ja, … seit 2005 den Karikaturen, ist jene Schere im Kopf, jene westlich unheilvolle Inanspruchnahme der Rücksicht zu ausrastenden Seelen, tiefer Bestandteil des Bewusstsein westlich aufgeklärter Hemisphäre geworden. Die Liste der Aufzählungen einer sich automatisierten Unterwerfung zu jeder auch noch so weit hergeholten islamischen Befindlichkeit ist seit 2005 mit Sicherheit länger als die Bibel Seiten hat.
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    Daher meine Frage an den Landesbischof der Ev. Kirche: Abrahamitische Ökumene um jeden Preis? (Wobei unsere jüdischen Wurzeln selbstverständlich sind, islamische jedoch nie gewesen sind)
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    susi

    susi bibelmaus | 18. September 2012 | 17:36 | Antworten
  2. Er könnte Verterter von irgendwas sein, aber als Bild-Korrespondent, muss ich doch schmunzeln.

    Die Bildzeitung ist das Kaugummi unter den Schuhen, und man bekommt es nicht ab. Was dort schon geschrieben wurde, war teilweise unverantwortlich!

    Also erst vor der eigenen Türe kehren bitte! Aber als Gag schon gut ;D

    mister-ede | 18. September 2012 | 19:36 | Antworten
  3. Sehr geehrter Herr Schuler,

    aus meiner Sicht ist das Verbot der falsche Weg, der richtige Weg der Dialog. Auch wenn der “politische Dialog” über Demonstration und Gegendemonstration, vielleicht nicht mehr ganz dem christlichen Gedanken des “Darüber sprechens” entspricht, halte ich es für richtig, mit einer gewissen Dialogbereitschaft im Vorfeld zu agieren.

    Ich halte es für sinnvoll, wenn die Veranstaltung in einem Kino oder ähnlichem genehmigt wird, allerdings gewisse Auflagen damit verbunden werden. So sollte sich das Konfliktpotential in Deutschland mindern.

    Ich halte wenig von Verboten, die dann im Zweifel vor dem BVerfG landen, zumal hier bis zu 16 unterschiedliche Landesbehörden mit dem ganzen betraut werden könnten (mehrfach Anmeldung).

    mister-ede | 18. September 2012 | 19:58 | Antworten
  4. Herr Kienzle,

    handelt sich die deutsche Diskussion nicht um einen Nebenschauplatz, sollte nicht eigentlich verstärkt die Situation im Sudan, bzw. in der arabischen Welt im Vordergrund stehen.

    Welche Probleme gibt es im Sudan, durch die Teilung von 2011, welche Deutschland unterstützte? Nach meinen Informationen hat sich die wirtschaftliche Lage im Norden verschlechtet, es gab Streit ums Öl, und kürzlich wurden neue Abkommen geschlossen.

    (Ein Informationsprojekt der UN:
    reliefweb.int/report/south-sudan-republic/sudan-and-south-sudan-ends-talks-over-four-freedoms )

    Wie verhalten sich die Islamisten im Sudan, nach Abspaltung des Südsudan? Welchen Stand hat die islamische Regierung dort, gegen die Islamisten?

    [Anmerkung der Redaktion: Das ZDF ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich!]

    mister-ede | 18. September 2012 | 20:06 | Antworten
    • Handelt es sich bei der deutschen Diskussion nicht um einen Nebenschauplatz?

      ;D

      mister-ede | 18. September 2012 | 20:07 | Antworten
  5. Mir macht der immer stärker werdende Fundamentalismus der abrahamischen Religionen große Sorge und ich habe auch Angst vor diesen selbsternannten Vollstrecker des göttlichen Willens hier auf Erden! Diese Moralapostel sind ständig beleidigt und hasserfüllt. Würden Sie wirklich glauben, könnten egal ob Christ, Muslim oder Jude doch einfach alle zurücklehen und den Allmächtigen richten lassen, anstatt selbst ständig Leben zu nehmen oder friedfertigen, liberalen, demokratischen und freien Menschen das Leben zur Hölle zu machen!

    Dass das die Rechtsradikalen am Ende ausnutzen und eine dumme kleine Splitterpartei ständig Medienpräsenz bekommt, merkt wieder keiner und alle machen PR für diese Chaoten.

    Mir sagen immer viele, ihnen wäre das Durcheinander in der Politik zu viel und sie hätten davon genug. Mir geht es langsam mit Religion so und den ganzen irdischen Vertretern von denen jeder glaubt es am Besten zu wissen! Armut, Krieg, Umweltzerstörung man könnte wegen vielen Dingen Revolution machen und über was reden wir hier!? Ich kann nur hoffen, ein Gott lacht sich kaputt über uns, obwohl er wahrscheinlich eher weinen würde!

    Markus Meister | 18. September 2012 | 21:33 | Antworten
    • Es ist erstaunlich,wie viele Erwachsene Menschen,sich immer noch verhalten,wie die Kleinkinder im Kindergarten.
      Wer den Film nicht sehen will,soll nicht hinsehen.
      Haben denn Atheisten keine Rechte ?
      Das ist ja wie, in Arabien,wo die Frauen keine Rechte haben.
      Ich als Atheist meine,wen es nicht gibt kann man nicht durch Filme und Karikaturen verunglimpfen und beleidigen.
      In der DDR war diese Art von Atmosphäre besser,da keine Religion gefördert wurde.

      M.G. | 19. September 2012 | 10:20 | Antworten
  6. Ich finde es erschreckend, mit welcher Unterwürfigkeit westliche Politiker auf die Gewaltausbrüche in islamischen Ländern reagieren. Der Kern des Problems ist doch nicht, dass Menschen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit ausüben, sondern die vollkommen inakzeptable Reaktion islamischer Fundmentalisten überall auf der Welt. Das ist eine unfassbare Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips! Abgesehen davon ist der Begriff “öffentliche Friede” weit interpretierbar. Und es würde bedeuten, dass ein Grundrecht umso eher eingeschränkt wird, je eher eine politische oder religiöse Gruppe eine Drohkulisse aufbauen kann. Über Buddha lustig machen wäre dann noch erlaubt, über Mohammed aber nicht. Dies kann ja wohl nicht das Ziel sein! Was die Vereinbarkeit von Islam und westlichen Werten betrifft, haben mich die Geschehnisse der letzten Tage mal wieder in meiner Skepsis sehr bestätigt!

    Frederik | 19. September 2012 | 17:20 | Antworten
    • Wenn die Fundamentalisten nicht die Mohammed-Videos und Mohammed-Karikaturen als Tobsuchtsgrund gefunden hätten,würden sie sich einen anderen Grund suchen und sei es die Nötigung der Andersreligiösen und ganz besonders die Atheisten zu Radikal-Islamisten rekrutieren zu wollen,andernfalls würden die Fundamentalisten am liebsten die Andersreligiösen und Atheisten töten.
      Fundamentalisten ist doch nur mit dem Betreuungsgericht,Gutachtenerstellung und entsprechender Beschlussfassung zu begegnen,wegen Fanatismus.

      M.G. | 19. September 2012 | 18:01 | Antworten
  7. Wer Politik und Religion vermischt und den Sinn unseres Staates, nämlich Trennung von Staat und Kirche , und damit auch das Grundgesetz nicht akzeptieren kann der hat eigentlich bei uns nichts zu suchen.
    Wir dürfen uns nicht zu Handlangern der radikalen Fundamentalisten machen lassen. Das gilt eigentlich für alle Religionen, solange sie sich nicht friedlich verhalten. Unser Grundgesetz muss geschützt werden und darf nicht von radikalen Kräften missbraucht werden.
    Dazu ist die freie Meinungsäusserung ein zu hohes Gut als das wir es solchen geistig verwirrten opfern. Wer in unserem Staat leben will soll sich auch seinen Gesetzen unterordnen und nicht das wir die Gesetze beugen zuGunsten einer Religionsgemeinschaft.

    Klaus S. | 19. September 2012 | 21:40 | Antworten
  8. ja sagen zum Aufführungsverbot? Heute ist es ein Film.
    Und was kommt morgen für ein Verbot?

    Michaela R | 19. September 2012 | 21:47 | Antworten
  9. Ist es nicht so das der Muslimische Glauben seit Monaten die Presse Platformen belegen dass es immer wieder so ist das von Muslimen verangt wird das der Staat sich beugt ?
    Es ist jedem menschen eigene Sache was er Glaubt und wie er mit der Kritik an seinem Glauben umgeht.
    Soll es nun jetzt zum punkt kommen dass in Angst vor Auschreitungen,sich immer gebeugt werden muss ?
    Ein Gesetz regelt so etwas nicht,in Frankreich gibt es mit und bei so etwas nicht so viel Ärger vielleicht sollte die Deutsche politik ihre Schuld Gefühle aufgeben sollte.

    Maria | 19. September 2012 | 22:50 | Antworten
    • gefällt mir wasd du sagst,bist du single…

      nerd nerderson | 20. September 2012 | 00:20 | Antworten
  10. Ich bin Katholikin…Schreite ich durch Berlin und beschmeisse die Polizei weil “mein Heilliger Benedikt” beleidigt wurde ??? Jetzt ist mal gut.
    ich war diesem Glauben sehr offen aber ich kann es nicht mehr hôren und wemsnicht passt der soll zum Psychiater.
    Mit heillig kann nicht bei allen das selbe gemeint sein und das darf man von keinem erwarten.
    Respekt von der Presse muss gefordert werden, aber das Internet ist das was es ist und in 3 Monaten wird es wieder ein Grund geben,für Allah auf die Strasse su gehen. Schade…Das hat dem Islam leider zu gesetzt!

    Maria | 19. September 2012 | 22:50 | Antworten
  11. Tja…jetzt werden ZDF Info zum Islamsender.Leider habe ich schon die Lust verloren mir fast immer Islam Mist anzusehen.
    Wo leben wir hier????

    Peter | 19. September 2012 | 22:51 | Antworten
    • sehr Konstruktiv… wie wâre es mit schlafen gehen ???

      Maria | 19. September 2012 | 23:13 | Antworten
  12. Was sagte der Islambeauftragte da gerade? Kritik an Religion ist Rassismus?
    Ich bekomme Pickel, wenn ich den bornierten Unsinn höre, ich habe inzwischen den Fernseher ausmachen müssen, um nicht sauer zu werden.
    Außerdem interessiert es niemanden, was er will, sondern wir wollen wissen, was die Islamisten wollen. Mach das bitte mal jemand dem Mann begreiflich, dass er NICHT das Maß aller islamistischen Dinge oder Anhänger ist.
    Danke.

    HaJo Pei | 19. September 2012 | 22:53 | Antworten
  13. Für Deutschland gibt es eine einfache lösung aller Islamprobleme…Tauscht das BGB gegen den Kuran..was ja bald zwangsläufig von den Islam eingeführt wird

    Peter | 19. September 2012 | 22:54 | Antworten
  14. Und immer wieder freut sich der Nazi… Schade dass man rechts Extremen Ihnen wieder so viel feuer zum Kochen gibt…

    Maria | 19. September 2012 | 22:56 | Antworten
  15. Mazyek spielt der Christof Maria Herbst gut,. Aber, als Stromberg gefällt er mir viel besser!

    Commander | 19. September 2012 | 23:10 | Antworten
  16. erstmal,getroffene hunde bellen,sowie die islamisten…der glaube hat seit tausenden von jahren nur krieg und elend über die welt gebracht…intelligente menschen,vorallem heute wissen das wir durch urknall und evolution enstanden sind!!!wir bauen moshen in unserem land und troz ihres glaubens werden frauen verbrannt in deutschland,im namen des glaubens!das verurteilt mohamed nicht!!!warum verbrennt keiner fahnen oder zeigt flagge,wenn kinder pornos im internt sind?vor allem keine islamisten,salafisten,moslems,muslime und wie sie sich alle nennen,aber alle lieben mohamed oder allha…in der bibel und im koran steht DU SOLLST NICH TÖTEN aber niemanden interessiert es,dass die götter das prediegen…

    nerd nerderson | 20. September 2012 | 00:07 | Antworten
    • Die religiösen Bürger benehmen sich selbst als Erwachsene noch wie Kindergartenkinder,weshalb man alle Religionen verbieten sollte,da von ihnen der meiste Krieg ausgeht.
      Als Atheistin meine ich:” Was nicht existiert z.B. Gott und Mohammed,kann man nicht beleidigen.”

      M.G. | 23. September 2012 | 12:37 | Antworten

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