“Ja, ich habe den Koran gelesen”

Wie beurteilen Sie als Experte die Christenverfolgung weltweit? – Glauben Sie wirklich, dass die Islamkritik an der Radikalisierung schuld ist? Diese und andere Frage beantwortete der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen im log in-Chat nach der Livesendung.

Hier gibt es den Chat zum Nachlesen.

Elmar Theveßen: Liebe Chatter, bin da.

Elmar Theveßen: Guten Abend!

Gast5263 (Gast): @Elmar Thevessen: Wieso gerade diese beiden Menschen?

Elmar Theveßen: Meinen Herrmann und Kizilkaya als Gäste?

Elmar Theveßen: Herr Herrmann ist ja Parteifreund uns Amtskollege von BMI Friedrich, der ja die Plakatkampagne verantwortet.

Elmar Theveßen: Und Herr Kizilkaya spricht ja für den Zentralrat der Muslime

Apocasparica: Herr Theveßen: Das Problem an der Diskussion ist, dass durch diese marginalen Kleinigkeiten Bundestrojaner, INDECT, Vorratsdatenspeicherung, Funkzellenabfragen, Verfassungsschutz und so weiter… gerechtfertigt werden. Immerhin gab es nach allen Warnungen immer noch keinen islamistischen Terror seit über 10 Jahren. Und selbst wenn es wen gibt, der einen Anschlag plant, würde er sich nicht erwischen lassen! Auch ohne Überwachung.

Elmar Theveßen: Siehe Indect und viele andere Überwachungsmaßnahmen auch als eher problematisch, zumal sie den fruchtbaren Boden nicht abgraben.

Andreas Galster: Hallo Herr Theveßen, wie beurteilen Sie als Experte die Christenverfolgung weltweit und insbesondere in Nigeria durch Boko Haram?

Elmar Theveßen: Die Christenverfolgung ist genauso verwerflich wie der Islamhass. Die Boko Haram schickt sich an in das Netzwerk der Al-Qaida einzutreten. Sie wird auch daher mit Waffen unterstützt.

Gast3281 (Gast): Sehr geehrter Herr: Theveßen. Haben Sie den Koran jemals gelesen?

Elmar Theveßen: Ja, habe den Koran gelesen. Und auch die wahabbitische Ausgabe mit den Fußnoten von IbnTammiyah und anderen.

Gast5125 (Gast): Guten Tag Herr Theveßen, wie würden sie das Vorgehen der Bundesregierung bewerten gegen den Extremismus?

Elmar Theveßen: Die Extremismus-Bekämpfung konzentriert sich sehr auf die Gefahrenabwehr. Und Deradikalisierungs-Programme setzen zwar früher an, aber werden immer noch von den Sicherheitsbehörden gesteuert. In anderen Ländern zum Beispiel Dänemark bindet man Sozial, Jugend und Wirtschafsbehörden, Verbände und Unternehmen mit ein.

Gast1195 (Gast): Herr Theveßen, die Diskussion ist ja nicht neu. Was ist eigentlich aus dem Konzept des Euroislam geworden, die uns vor 20 Jahren als Allzweckwaffe gegen religiös motivierten Terrorismus verkauft wurde?

Elmar Theveßen: Das Konzept des Euroislam ist geplatzt, weil wie bei vielen anderen Maßnahmen eher von der muslimischen Gemeinde erwartet wurde, sie solle dies oder das tun. Das ist auch jetzt das Problem. Das gemeinsame Nachdenken über die Methoden, die Argumentationskette der Extremisten zu durchbrechen, wäre sinnvoller.

Gast3238 (Gast): Herr Theveßen, was wird geschehen wenn in Deutschland die Muslime in der Mehrzahl sind, was ja abzusehen ist das dies passiert. Werden die auch so tolerant sein? Wie ist ihre Meinung dazu? Vielen Dank.

Elmar Theveßen: Das kommt auf uns alle. Wenn wir gemeinsam mal organisieren, wie man zusammenlebt, wäre das extrem wichtig. Ausprobieren könnte man das in den Großstädten, in denen es jetzt schon eine Multiminoritäten-Gesellschaft gibt inklusive der Deutschen. Wer hat Wahlrecht, wer bestimmt etwas? Wie werden Konflikte gelöst? Wird Zeit, das mal anzugehen.

Gast4174 (Gast): Herr Theveßen, empfinden Sie die Position von Herrn Kizilkaya als Enttäuschung? Meinen Sie nicht es ist ein grober Fehler, wenn die Bundesregierung ohne Mitwirkung der Religionsgemeinschaft aktiv gegen Extremismus vorgeht?

Elmar Theveßen: Ja, ich halte das für einen Fehler. Das klare Signal: Die Form ist falsch, aber in der Sache sind wir uns einig und hier sind unsere drei Gegenvorschläge. Das wäre der bessere Weg.

m.d.: Herr Theveßen, warum werden nicht bekannte Prediger, um die es ja letzten Endes geht nicht selbst zu Wort gerufen. Sie sollte man mehr in den Medien zu sehen bekommen und deren Standpunkte öffentlich hören. So werden die Jugendlichen erreicht.

Elmar Theveßen: Wenn Sie Pierre Vogel meinen. Der ist ja in Ägypten. Ich bin aber auch der Meinung, wie brauchen den öffentlichen Streit zwischen den Ansichten der Salafisten und der Mehrheitsgesellschaft – Cuspert redet in dem Videomaterial, was wir haben, sehr viel über seine Argumente. Ich hätte sehr gute Gegenargumente, aber bisher entzieht er sich einem kritischen Interview.

Gast3281 (Gast): Sehr geehrter Herr Theveßen, in der Ankündigung zu Doku haben Sie geschrieben: “Wie der Islamhass islamistischen Terroristen immer mehr Zulauf beschert” – Glauben Sie wirklich, dass die Islamkritik an der Radikalisierung schuld ist?

Elmar Theveßen: Nein, die Islamhasser sind nicht schuld daran, aber sie tragen dazu bei, dass mehr junge Muslime bereit sind, mitzumachen. Der Islamhass – mag er dumpf oder intellektuell daherkommen – ist verfassungsfeindlich und extremistisch, weil er eben nicht unterscheidet zwischen Islamismus und Islam. Und im Exzesse könnte das auch auf dieser Seite zu Gewalt führen, wie der Fall Breivik zeigt. Stephen Lennon meint ja, dass wir im Krieg sind und kämpfen müssen. Kommentar von mir: So ein Blödsinn. Osama bin Laden würde sich ins Fäustchen lachen.

Elmar Theveßen: Liebe Chatter, ganz herzlichen Dank und einen guten Abend noch!!!!!

10 Kommentare | 06. September 2012 | 16:45 Uhr | Twittern | Facebook

10 Kommentare

  1. Hass oder besser gesagt Abneigung gegen eine erwartet unreflektierte Unterwürfigkeit in Richtung Islam ist nicht verwerflich, nicht durch Vorurteile bedingt sondern er ist Gesund…ist Normal und schützt vor der selbstverleumderischen Aufgabe der eigenen Persönlichkeit.
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    Fragt sich überhaupt nochmal ein studierter gebildeter Mitmensch des heutigen Jahrtausends der westlichen Hemisphäre was das eigentliche Ziel, dass erwünschte begehren islamischer Sittenwächter hinter Begrifflichkeiten wie Islamhasser oder Islamphobie ist? Werden Begriffe wie Hasser- Gegner- Feinde- mit dem richtigen Vorzeichen in Richtung islamkritischer Personen geworfenen so sollen die stets eines suggerieren: das verächtlichmachen des Kritikers!
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    So soll dem Islam, dem Koran als Quelle, der sich als Gegenstück zur biblischen Offenbarung des Schöpfers das Ziel gesetzt hat die Bibel zu berichtigen, jene Unantastbarkeit zugedacht werden, die gezeichnet durch äusserliche und innerliche Unterwürfigkeit ist um die freie Entscheidung der in der Bibel vorkommenden Liebe zum Schöpfer durch die Niederwerfung in den Dreck zu ersetzen.
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    Daher ist es auch das Bestreben hinter verschlossenen Türen eine neue kommende Ethik, eine allen religiösitäten entsprechende gemeinsame Grundcharta, auszuarbeiten um im kommenden jeden zu bestrafen der es wagt sich ihrer zu widersetzen.
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    susi

    susi bibelmaus | 6. September 2012 | 17:45 | Antworten
  2. Susi,

    “Hass….gegen den Islam” ist selbstverständlich verwerflich!
    Christus hat uns gelehrt dass wir niemanden zu hassen haben! Hass ist der Türöffner für das Verderben…..

    jämmerlich an der Diskussion finde ich dass in der Einleitung die Christenverfolgung genannte wird, im Chat wird sie aber lässig als “nicht gut” bezeichnet und fertig.
    Der Realität stellen, ja. Und auch wenn ich “Hass” als “unzulässig” beurteile….
    Es ist ein Witz wenn “nur Hass” von Herrn Theveßen bereits mit Verfolgung, Vergewaltigung und Mord an Christen gleichgesetzt wird. Hass, so schlimm er ist, kann sich immer noch “passiv” darstellen. Die Christenverfolgung ist “aktiv”! Wie hat sich die Christenzahl im Irak seid Saddam entwickelt? in einem “befreiten Land”?
    Bei Muslimen wird es fast hingenommen dass Judenhass mit der Situation in Palästina gerechtfertigt wird (das allgemeine Beleidigt worden und betroffen sein)….so eine Logik, dann wären wir auch nicht mehr weit weg davon dass “Islamhass” wohl über die Christenverfolgung zu rechtfertigen sei?
    Ich schäme mich dafür, dass die “westliche Welt” die verfolgten Christen so alleine läßt!

    leser | 7. September 2012 | 07:20 | Antworten
    • Eines sollten Sie wirklich einmal: Lesen, und zwar die Bibel.
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      susi

      susi bibelmaus | 7. September 2012 | 07:52 | Antworten
      • das passiert regelmäßig.

        worauf willst du hinaus?

        leser | 7. September 2012 | 08:47 | Antworten
        • Für bibelkundige Christen normalerweise selbstverständlich: der Unterscheid zwischen Feindesliebe und der vehementen Abwehr falscher Lehren.
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          Übrigens Stichwort Vergebung: Der stete Verweis zu Christen „liebe alles und jeden“ widerspricht nicht nur den Verkündungen Jesus der ja gerade diesen falsch verstandenen Freibrief in Richtung alles durchgehen lassen nicht gab und stattdessen sagte: „Verzeih… mehrmals… wenn er kommt und sagt: Es tut mir Leid! (Lukas 17)“
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          Was ist, wenn nun jemand eben nicht kommt und dir sagt es täte ihm leid? Wenn Uneinsichtigkeit die Tat weiter leben lässt? Übrigens ist die Einsicht in die Tat oder das Vergehen an meinem Nächsten auch heut noch eine der entscheidenden Beurteilungsinhalte in der Rechtsprechung! Dieser Vermerk Jesus „…wenn er kommt und sagt: es tut ihm Leid“ bricht für uns die entscheidende Frage auf: Was wenn er nicht kommt und bereut? Wenn er weiterhin Uneinsichtig bleibt? Vergebung ist kein einseitiger Automatismus und verbietet schon gar keine Kritik!
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          Von daher, ist Kritik am Islam für einen bibeltreuen Christen strikt zu trennen vom fallen lassen meines nächsten.
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          susi

          susi bibelmaus | 7. September 2012 | 09:23 | Antworten
  3. o.k. der von dir geschrieben “hass” bezieht sich eher auf die “unterwürfigkeit” als auf den islam selbst. insoweit korrigiere ich mich.

    und du hast dich selbst im letzten absatz ja auch korrigiert, wenn du von dem begriff “hass” auf “kritik” wechselst.

    in bezug auf “vergebung” ist mt5, das beten für die anderen, ein konkreter hinweis darauf sich dem hass eben nicht zu öfnnen. auch dann nicht wenn keine entschuldigung kommt.

    leser | 7. September 2012 | 10:14 | Antworten
    • Mein Hass bezieht sich sowohl auf die unfreie Unterwürfigkeit – als auch auf die Quelle selbst: den Islam
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      Hoffentlich
      Man kann nur einem Herrn dienen! Hoffentlich sind Sie in der Lage dazu den Islam von dem Mitmenschen zu trennen? Darum ging es ja.
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      Und berichtigt habe ich mich überhaupt nicht. Hass am Islam und Kritik am Islam setzt beides eine gehörige Portion Abneigung voraus!
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      susi

      susi bibelmaus | 7. September 2012 | 11:09 | Antworten
      • wenn es jetzt so ins detail geht sollte ich mir eigentlich mehr zeit nehmen……..egal;
        kritik zu üben setzt keinen hass voraus! (dein letzter absatz) da liegst du falsch!
        noch nicht mal abneigung ist eine voraussetzung für kritik.
        selbst jemanden den man liebt kann man kritisieren….

        leser | 7. September 2012 | 12:11 | Antworten
        • Nach den nun auch dritten Einwand von Ihnen, denke ich dass wir aneinander vorbei reden. Sie ziehen stets die Kritikparallele zum Gebot der Nächstenliebe, die ich Ihnen gegenüber ja auch mehrfach als christliches Gebot bestätigt habe, und ich will aus meinem Eingangskommentar verständlich wissen: dass das Böse hassen doch das Gute lieben (Römer 12) eben mal ein christliche Tugend ist.
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          Jesus liebt nicht die Sünde sondern den busfertigen Sünder.
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          Nicht der Muslim oder selbst der religiös motivierte Attentäter ist dem Hass eines bibeltreuen Christen ausgesetzt – sondern das, was ihn dazu Antrieb und zum Vergehen an seinem Nächsten verleitete: Die Sünde.
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          Ja und diese Ur-christliche für andere Mitmenschen völlig naive alles vergebende und stets zum Verzeihen bereitwillige alles erduldende gewaltfreie derart unverständliche kleinkindliche Einstellung von Kritik und Hass und Abneigung ist es eben auch, die uns Christen von rechtsradikalem Gedankengut aber so was von unterscheidet!
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          Aber solche biblischen Themen, die oftmals auch mal wegen den Begrifflichkeiten falsch aufgefasst werden können, hier in einem öffentlichen Blog im ZDF auszudiskutieren ist der falsche Ort.
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          susi

          susi bibelmaus | 7. September 2012 | 12:27 | Antworten
  4. Herr Theveßen: können sie uns bitte noch erklären, wo sie Islam vom “Isamismus” abgrenzen, sonst ergiebt Ihre Antwort keinen Sinn. Insbes. wenden die Islamvertreter häufig Taqiyya an, ist das nicht auch Islamismus?

    Serapio | 7. September 2012 | 18:20 | Antworten

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