Die Gäste bei log in!

Klicken wir uns das Gehirn weg? Darüber diskutieren am 29. August 2012, ab 22:20 Uhr bei log in mit euch:

- Jimmy Schulz (FDP), Mitglied der Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft, sagt: “Der Umgang mit dem Netz gehört zu den Kulturfertigkeiten, die wir unseren Kindern vermitteln müssen.” Neben dem reinen Zugang zum Internet müssten allerdings “Lehrer Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern auch die nötige Medienkompetenz erlernen.” Schulz war es übrigens, der die erste “iPad-Rede” im Bundestag hielt. Fragen an Schulz, dann diskutiert hier mit! (Foto: Christine Olma)

- Manfred Spitzer, Hirnforscher und Bestseller-Autor: “Ich bin kein Medienhasser oder Computerverteufler.” Spitzer will vor den Gefahren der digitalen Medien warnen. Die seien schädlich, “weil sie Stress verursachen. Das wiederum zerstört Nervenzellen im Gehirn.” Computer hätten deshalb in der Schule nichts zu suchen, denn das sei “anfixen” der Schüler. Den Umgang mit digitalen Medien würden sie so nicht lernen: “Den Umgang mit Alkohol lernt man auch nicht, indem man jeden Tag Bier trinkt.”

Politikern wirft Spitzer vor, sie seien in Bezug auf neue Medien absolut unkritisch und würden zu “Marktschreiern der Medienindustriemachern”. In seinem Buch Digitale Demenz schreibt Spitzer etwa über den Bericht der Enquete-Kommission, in der Jimmy Schulz Mitglied ist, es sei eine seitenlange und unerträglich gedankenlose Lobhudelei auf digitale Medien. Spitzer (Foto: privat) selbst versucht eine “digitale Diät” zu halten, weil es sonst eben zur “digitalen Demenz kommt”. Computerspiele sind für ihn Zeitverschwendung.

- Johnny Haeusler, Blogger und Mitbegründer der re:publica: Während Spitzer den Computer aus dem Schulunterricht verbannen würde, hält Haeusler es für verwerflich, “wenn man Kindern den Zugang zu den neuen Medien völlig verkürzt oder sogar verbietet, weil sie dann nicht für die Welt vorbereitet sind, die da draußen auf sie wartet.”

Er findet, nur der Umgang mit diesen Medien helfe, “nicht die Feststellung, wir werden jetzt alle hohl”. Haeusler glaubt nicht, dass wir durch den Computer dümmer werden: “Es kann sein, dass wir uns Telefonnummern nicht mehr so gut merken können, aber ich weiß auch nicht, wie man ein Pferd sattelt.” Er sei einfach ein Kultur- und Menschheitsoptimist, sagt Haeusler (Foto: Jim Rakete) über sich selbst. Das Medium Netz verbinde uns miteinander und würde deshalb mehr nützen als schaden. Haeusler ist Co-Autor des Buches Netzgemüse, das Eltern beim Umgang mit den “Online-Welten” ihrer Kinder helfen soll.

Außerdem zu Gast ist Ibrahim Mazari von der Electronic Sports League.

Was sagt ihr zur Meinung von Hauesler, Spitzer und Schulz? Diskutiert hier mit!

32 Kommentare

  • Cyrus McDugan
    28.08.2012, 12:42 Uhr.

    “Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, ‘delirium furiosum’ genannt, hervorzurufen.”
    Diese Beurteilung einer neuen Technologie wurde 1835 vom Königlich Bayrischen Medizinalkollegium gefällt, und zwar über die Eisenbahn.

    Der Fortschritt hat tatsächlich Einfluss auf unser Verhalten genommen, aber das tat er schon immer. Sicher, wir merken uns keine Telefonnummern mehr. Wir merken uns aber auch keine Bauernregeln mehr, weil die Wettervorhersagen wesentlich genauer geworden sind. Wir lernen auch keine Texte mehr auswendig, weil Lesen – zumindest in unserer Kultur – zur Selbstverständlichkeit geworden ist (das war nämlich einer der Hauptgründe Texte auswendig zu lernen).

    Herr Spitzer möchte sich Telefonnummern merken? Gerne. Ich als Softwareentwickler muss mir seitenweise Sourcecodes, Programmiersprachen und Techniken merken. Selbst zwei oder gar fünf Jahre, nachdem ich aus einem Projekt ausschied, werde ich noch nach verwendeten Algorithmen gefragt, und ich kann darauf antworten ohne nachzuschauen. Meines Erachtens dient der Begriff “digitale Verblödung” nur dazu, den Leuten Angst zu machen. Stress habe ich auch ohne Computer, dazu brauche ich nur Manager. Oder Leute wie Herrn Spitzer.

    Ich kann mir auch nicht alles merken, und meine Kinder fragen einem manchmal Löcher in den Bauch. Besonders auf Reisen finde ich es praktisch, wenn ich gleich nachschauen und die Fragen akkurat beantworten kann, anstatt mir etwas auszudenken oder die Standardphrasen zu dreschen: “Das schauen wir nachher nach”, “Das weiß ich nicht” oder “Kind, frag’ doch nicht immer so viel”. Außerdem lerne ich auch etwas dabei, ein spannender Nebeneffekt.

    Problematisch wird es erst, wenn die Kinder die Technik ohne ihre Eltern kennenlernen müssen. Dann nämlich erobern sie kritiklos das gesamte Umfeld. Das gleiche gilt zwar auch fürs Fernsehen, aber dort sind die Erwachsenen längst nicht so technikfeindlich oder -phob eingestellt wie ausgerechnet beim Computer. Und wenn Kinder anderen Kindern etwas empfehlen, kann der Nachwuchs auf Seiten kommen, die peinlich sind. Oder teuer. Oder illegal. Oder gefährlich.

  • Jimmy Incredible
    28.08.2012, 20:06 Uhr.

    Wenn es etwas gibt, was sicher mehr verblödet als der Computer, und was noch passiver verwendet wird so ist es das Fernsehen.
    Das ZDF kann also unmöglich objektiv sein, denn beim zu Ende denken der eigentlichen Fragestellung muss man feststellen, das es immernoch besser sein würde den Fernseher sofort auszuschalten und für die gleiche Zeit den PC zu benutzen…

  • JennyGER
    28.08.2012, 23:21 Uhr.

    Ich muss mal eine kleine Lanze für die Kritiker brechen. Es gibt tatsächlich Leute, die sitzen zu fünft an einem Tisch, schlüfen ihre Getränke und mampfen dabei Pommes. Dabei wird gequatscht? Nein! Alle fünft starren wie hypnotisiert in ihre Smartphones, denn in McDoof gibt´s ja WLAN für lau! Es gibt auch Situationen, da wünscht man sich, dass es keine “mobilen Endgeräte” gäbe. Manche schauen auf die Dinger, wie wenn sie im Sterben lägen und vom Display lebenswichtige Daten ablesen müssten. Ich war mal so frech und habe solche Leute gefragt, was sie eigentlich machen….. die meisten “zocken” Spielchen oder ergötzen sich an Facebookbildern, von Leuten, mit denen sie im realen Leben nie reden würden.

    Internet ist was tolles zum Informationsaustausch und zur Kommunikation. Die Verblödung kommt daher, dass manche sogar in der Mittagspause nur auf ihren Dingern rumdrücken. Dabei machen sie aber nichts wichtiges, sondern oftmals nur Quatsch. Ich weiß noch, wo ich klein war, … also kleiner wie jetzt halt. Da gab´s diese Tamagotchieier. Ich glaube das war in den 90er Jahren. Auch die hatte man immer dabei und lies sie nie aus den Augen. Es war damals ein Ei und heute ist es auch noch ein Ei, aber ein Ei-Phone eben. Man hütet es und beobachtet es, denn es könnte ja was neues geben. Wenn man es mal zu Hause vergisst und den ganzen Tag nicht knuddln kann dann merkt man, dass man eigentlich nichts verpasst hat.

    lg

  • Kiddo
    28.08.2012, 23:28 Uhr.

    Ich, 1991 geboren, hatte meinen ersten Computer mit 7 oder 8 Jahren und bin damit aufgewachsen… Und ich leide ganz sicher nich unter Demenz … ganz im Gegenteil… ich war immer Super in der Schule und auch weiß ich häufig viel mehr Sachen die andere nicht wissen. Mit hilfe des Computers konnte und kann ich schon immer einfach und schnell mein Wissen erweitern. Ob Wikipedia, Google oder Fachforen, es gibt für alles etwas. Neuerdings benutze ich auch ein sogenanntes “Tablet” mit dem ich Digitale Bücher immer und überall lesen kann. Das ist viel Komfortabler und macht viel mehr spaß als normale Bücher zu lesen. Außerdem habe ich Vokabeln und andere Sprachen nur mit hilfe des Computers gelernt.

  • mister-ede
    29.08.2012, 00:24 Uhr.

    Das Internet ist, wie ich geschrieben habe, für mich ein Werkzeug oder Instrument mit Helfe dessen wir arbeiten. Es ersetzt unsere bisherigen Kommunikations und Informationswege.

    Aus meiner Sicht hat fast jede Entwicklung Vor- und Nachteile. Sofern die Vorteile überwiegen (oder die Menschen das glauben) setzt sich die Technik durch. Sofern das nicht der Fall ist (oder Menschen das glauben), wird sich die Technik nicht dauerhaft durchsetzen.

    Zurzeit ist die Atomtechnik das beste Beispiel, wie dieser Glaube an eine Technik, deren Vorhandensein prägt.

    Wie sieht das mit den Vor- und Nachteilen des Internets aus? Was für konkrete Vor- oder auch Nachteile fallen Euch ein?

    • mister-ede
      29.08.2012, 00:31 Uhr.

      Z.B.

      Vorteil:
      Informationen sind rund um die Uhr (24/7) erhältlich. Man muss niemanden stören um an die Information zu kommen.

      Nachteil:
      Da viele Dinge in einem Gerät vorhanden sind (Kommunikation, Information, Rechner, Schreibmaschine) muss man sich kaum noch bewegen. Das Lexikon liegt nicht im anderen Zimmer, ebenso wenig wie der Taschenrechner. Auch der Briefkasten ist nur einen Mausklick entfernt. Und selbst zum Einkaufen muss man sich nicht aus dem Haus begeben.

  • Siegfried Jacholke
    29.08.2012, 02:37 Uhr.

    Als das Rad erfunden wurde,hat sich auch niemand träumen lassen,dass dieses einmal zur Perfektionierung von Tötungsmaschinen verwendet wird und ist sicher ähnlich argwöhnisch betrachtet geworden,als ein Copmuter von Teufelszeugablehnern,der nichts anderes zu machen im Stande ist,als vom Menschen eingegebenes,in schneller Zeit abzuarbeiten.

    Dass alles missbraucht werden kann,liegt in der Natur der Sache (Besser des Menschen!!!),richtig eingesetzt,kann aber alles zum Wohlsein verwendet werden,da nichts so schlecht ist,dass es nicht doch zu etwas gut ist,sei es nur,um als Vergleich zu schlecht und gut zu dienen,denn wie kann jemand einen Schatten erkennen,wenn das Licht nicht bekannt ist,was mich jedoch schon wieder in Alarmstimmung versetzt,ist der Umstand,dass sich gerade eine Hirnwäscherorganisation wie die FDP,dafür stark machen will,Menschen den Umgang mit neuen Medien anzutrainieren,da sie erkannt hat (Durch massenhafte schlechte Erfahrung,indem ihre Machenschaften bekannt und verbreitet wurden,wie auch die Hirnwäscherparolen,mit denen Volksverdummung betrieben wird,als der Schwachsinn und dreiste Lügen enttarnt wurden!!!),denn wenn eine Technik,als monopolistische Errungenschaft vereinnahmt wird,hat schon IBM,in den Anfängen des Computers bewiesen,auch als zu Marktbeherrschungszwecken,ein ANGEBLICHER 1 Megabyte Chip,in betrügerischem Ausmass,an die Anwender gebracht wurde,obwohl bekannt war,dass dieser Chip von Intel DEFEKT war und nur 640 Kilobyte angesprochen werden konnten,was IBM,mit dem Schwachsinn abtat,dass “die Menschheit,niemals fähig sein würde,diese 640 Kilobyte,einmal völlig auszunutzen” (???) und so wurde auf Teufel komm raus,dieser DEFEKTE Chip,im Grossbetrug,an die Leute gebracht,da Motorola,erst 14 Tage später,einen INTAKTEN 1 Megabyte Chip liefern konnte,was Mc Intosch,Comodore und einige andere SUPERHERSTELLER,ins Hintertreffen brachte,dies nur mal zur Information,wie der Computer schon vorher,für EIGENE Zwecke MISSBRAUCHT wurde und nachdem die US Wahl gezeigt hat,wie der Obama,mit der Hilfe von Computer und Internet,eine Wahl GEWINNEN kann und die Piraten es hier auch salonfähig gemacht haben,geht das Tauziehen der sogenannten Etablierten (?) los,sich auch mit dieser Hilfe,auf die MISSRATENEN Posten zu halten und die Nutzungsrechte,auf eine Weise zu verbiegen,dass Konkurrenten,aus dem Weg geräumt werden,ganz nach dem Vorbild,anderer “lupenreiner Demokratien”,welche Machenschaften ich schon länger im Auge habe und auch vielfach und ausführlich darauf hingewiesen habe!

    Dies mal zum Computer allgemein.

    Dass ein COMPUTER dumm macht (???),ist mir sehr neu,denn dies ist genauso dämlich,als ob behauptet wird,WASSER macht dumm,da ja diesem ALKOHOL zugesetzt werden kann und so eine schädliche Wirkung,zumindest haben kann?!

    Somit sind es doch eindeutig die STRIPPENZIEHER,welche Marionetten tanzen lassen und auf dem Computer angewandt,schwachsinnige oder Schadprogramme,welche auf OPFERFANG sind,um diese auszubeuten,wie schon die “Stopschildwedlerin von der Leyen” gezeigt hat,als diese missbrauchte Kinder,statt PFLICHTGEMÄSS zu schützen,für ihre eigenen Zwecke,NOCHEINMAL missbrauchte,um in Hirnwäschermarnier,sogenannten Wahlkampf (???) zu betreiben und dazu noch solche dreisten Lügen vom Stapel gelassen hat,dass “eine Webseite zu schliessen,nicht möglich wäre” (???),wo doch jeder Webseitenbetreiber weiss,weil vom Anbieter darauf hingewiesen,dass der Anbieter BERECHTIGT ist,diese bezahlte (!) Webseite zu SCHLIESSEN,sollten anstössige oder kriminelle Verbreitungen,betrieben werden!!!

    Wer immernoch,das Märchen von “nicht aus dem Netz zu nehmende Webseiten glaubt,braucht nur mal nach Christian Wulff (Gottseidank ehemaliger,scmarotzender Bundespräsident) und Fremdgehen googeln,dann wird gezeigt,wie auch die Heimat der Stopschild von der Leyen CDU,schon vom SCHLIESSEN von Webseiten Kenntnist hatte”,um nur einen Widerspruch,in den verbreiteten Lügen,ENTGEGEN besserem WISSEN,anzusprechen!!!

    Auch meine ich,zumindest noch nicht bemerkt zu haben,dass “ein Computer mich geschädigt hätte”,allenfalls sind es diese,von einer “Scheinregierung”,mit als “Verbraucherschutz ausgegebenen Zugeständnisse,übelste ABZOCKEREI betreiben” (!!!) und die sowas immerwieder versuchen,dabei beschäftige ich mich schon mit “Computer”,als man noch als Besitzer eines Microchips,wie ein Aktienbesitzer,beim Amtsgericht eingetragen wurde,weil sich niemand,eine Vorstellung davon machen konnte,”was mit diesem Teufelszeug,alles anzustellen sein könnte”,auch gab es zu meiner Anfangszeit,noch niemanden,der eine “EINWEISUNG hätte abliefern KÖNNEN”,da es weder Programme noch sonstwelche selbstablaufende Zeichenketten gegeben hat und alles,selber erarbeitet werden musste und dann untereinander KOSTENLOS getauscht wurde oder nur aus HILFSBEREITSCHAFT,weitergegeben wurde,OHNE der heutigen PROFITGIER,was eben gerade,wegen der SELBER gemachten Erfahrungen,zu SKEPSIS und LOGIK geführt hat,OHNE die massenhaft verabreichte Gehirnwäsche,wie ein Schwamm das Nass aufsaugt,hereinzuziehen und als EIGENE ERKENNTNIS (???),wie ein Papagei nachzuplappern und auf diese Weise,noch LEICHTGLÄUBIGE Bekannte,mitzuschädigen!!!

    Deshalb sollte es jedem SELBER überlassen bleiben,”mit was,ein Zeitvertreib (oder auch mehr) stattfindet,solange niemand geschädigt wird” und nicht mit VERLOGENER Scheinheiligkeit,von BESCHÜTZEN und ähnlicher Unverfrorenheit zu labern,obwohl doch einzig,eine VEREINNAHMUNG stattfinden soll (!!!),wie doch deutlich,in der sogenannten “Beschneidungsdebatte” zu sehen ist,in welcher über KÖRPERVERLETZUNG,an HILFSLOSE und Schutzbefohlene gelabert wird und RELIGIONSFREIHEIT gesagt wird (???),obwohl ganz eindeutig ZWANGSRELIGIONISIERUNG (!!!) abgeliefert wird,welche UNUMKEHRBAR ist (!!!),soviel,wenn von einem angeblichem “Fürsorge Vorhaben” geredet wird,was bei SELBERDENKENDEN,zumindest sämmtliche Alarmglocken zum Schrillen bringen muss!!!

  • Patrick
    29.08.2012, 14:54 Uhr.

    Wir lagern unser Gedächtnis aus, um Platz für das Wesentliche zu haben. Das, was wir im Netz suchen können, müssen wir nicht zwangsläufig wissen. Stattdessen können wir auf der Treppe der kognitiven Entwicklung eine Stufe höher steigen und uns neues, komplexeres Wissen aneignen, das im Netz nicht allgegenwärtig ist – und lernen, dieses Wissen anzuwenden.

  • Patrick
    29.08.2012, 14:58 Uhr.

    Zu Herrn Spitzers Statement (“Den Umgang mit Alkohol lernt man auch nicht, indem man jeden Tag Bier trinkt.”) kann ich nur sagen:

    Den Umgang mit dem Auto lernt man nur, wenn man auch Auto fährt.

    • mister-ede
      29.08.2012, 18:19 Uhr.

      Sie merken aber schon, dass Sie gerade die Aussage von Spitzer be- und nicht widerlegen.

      Denn gerade das Autofahren ist ein Beispiel, bei dem z.B. durch Führerschein oder durch eine Versicherungspflicht, gewisse Regeln für die Verkehrsteilnehmer festgelegt sind.

    • Skeptiker
      29.08.2012, 18:54 Uhr.

      Ja, aber wenn man Autofahren ohne Anleitung lernt, richtet man einiges an Schaden an, bevor man richtig Auto fahren kann – wenn man dann noch lebt.

      Wenn man schon Vergleiche aufstellt, dann bitte richtig.

      • Patrick
        29.08.2012, 19:19 Uhr.

        Wer redet denn vom Autofahren ohne Anleitung?
        Und wer redet davon den Umgang mit Medien ohne Anleitung zu erlernen?

        Aus dem Text zu Herrn Spitzers Position entnehme ich: Digitale Medien = Stress = nicht gut = hat in der Schule nichts zu suchen

        Oder ist das nur meine Fehlinterpretation?

        • Skeptiker
          29.08.2012, 20:06 Uhr.

          Die These “Computer haben in der Schule nichts zu suchen!”, wie sie von Herrn Spitzers kommt, unterstütze ich nicht. Im Gegenteil. Wichtig ist, dass den Kindern beigebracht wird, vernünftig mit Verstand mit den Geräten umzugehen. Wenn man einfach Computer hinstellt und sagt: “Jetzt recherchiert mal dies und das”, dann bringt das so gut wie gar nichts und führt u.U. dazu, dass in den Computerräumen mehr gespielt als gelernt wird. Im Übrigen wird anstelle des Wortes “recherchieren” oft “googlen” benutzt, was insbesondere an Schulen nicht vorkommen sollte.

          Insofern unterscheiden sich Computer, Autos und Alkohol nicht. Bei allen muss man zuerst ein wenig theoretische Aufklärung leisten, was Gefahren, korrekten Umgang usw. betrifft. Erst dann kann man Schritt für Schritt an den Praxisteil herangeführt werden.

  • JennyGER
    29.08.2012, 16:19 Uhr.

    soeben gefunden: “Drogenbeauftragte warnt: Rund 20 Millionen Deutsche leiden unter “Offlinesucht” ”

    http://www.der-postillon.com/2012/08/drogenbeauftragte-warnt-rund-20.html

    *lach*

    [Anmerkung der Redaktion: Das ZDF ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich!]

  • Skeptiker
    29.08.2012, 19:14 Uhr.

    Was wir brauchen, ist Medienkunde-Unterricht an Schulen. Die allermeisten Kinder und Jugendliche können zwar heute einen Computer und ihr Smartphone bedienen, grundsätzliche Regeln und ein Mindestmaß an technischem Hintergrund sind ihnen dagegen nicht bekannt.

    Meines Erachtens sollte jeder Internetnutzer folgende Dinge beantworten können:
    - Was ist ein Programm, eine Datei, eine Webseite?
    - Was ist ein Browser, was ist ein Cookie, was ist eine IP-Adresse?
    - Was sind HTML, Javascript und Flash?
    - Was bedeuten Datenschutz und Datensparsamkeit und warum ist es wichtig?
    - Was ist eine Suchmaschine und welche gibt es?
    - Wie finanzieren sich (kostenlose) Angebote im Netz?
    - Was sind die AGB?
    - Wie surft man wirklich anonym?
    - Was ist ein gutes Passwort?
    - Was ist Verschlüsselung und warum sollte man verschlüsseln und wie geht das?
    - Woran erkenne ich, ob eine Seite / eine Verbindung verschlüsselt ist?
    - Was ist das Internet überhaupt (kleiner Tipp: Nein, das sind nicht nur Facebook, E-Mail und Google. Und Nein, es ist auch nicht nur das, was man im Browser sieht.)

    Wer mindestens eine dieser Fragen nicht beantworten konnte, ist m.E. nicht medienkompetent. Und das sind sehr viele, auch Erwachsene, auch Eltern, Lehrer und Politiker. Das muss sich ändern.

    Ich finde, bevor hier jemand kommt und behauptet, das Internet sei schlecht, gefährlich, mache süchtig, müsse stärker kontrolliert werden und was sonst häufig an unqualifizierten Äußerungen kommt, sollte sich derjenige erst einmal ernsthaft damit außeinandersetzen.

    • mister-ede
      29.08.2012, 21:14 Uhr.

      1. Javascript und Flash könnte ich nur als Programme bezeichnen die auf meinem Rechner installiert sind, und so meinen Browser (z.B. eine Anzeige) steuern können.

      2. “Wie surft man wirklich anonym?”
      Wie?

      3. “Was ist Verschlüsselung und warum sollte man verschlüsseln und wie geht das?”
      Macht das mein Rechner nicht automatisch, wenn die andere Seite das vorschlägt (z.B. Bank)?

      Also alles kann ich damit dann auch nicht beantworten.

      • Skeptiker
        29.08.2012, 22:54 Uhr.

        Okay, jetzt wird es etwas technisch.

        1. Javascript ist kein Programm, sondern eine Skriptsprache (im Prinzip eine Programmiersprache) – also eine Sprache, in der man interaktive Webseiten programmieren kann, inkl. Animationen (Werbung!) automatische Vervollständigung von Suchbegriffen oder sogar ganze Spiele. In Javascript geschriebene Programme laufen im Browser, sofern dieser Javascript unterstützt und erlaubt. D.h. Javascript-Programme haben keinen Zugriff auf Dateien, die auf dem lokalen Computer herumliegen. Javascript-Programme können nicht eigenständig laufen, sondern benötigen den Browser, der das Skript während der Laufzeit in für den Computer verständlichen Code übersetzt.

        Im Gegensatz dazu ist HTML übrigens _keine_ Programmiersprache, sondern bloß ein Format, mit dem man das Aussehen einer Webseite beschreiben kann. Der Teil im Browser, der Javascript übersetzt und ausführt ist viel komplexer, als der, der reines HTML darstellt. Deswegen passiert es auch deutlich häufiger, dass dort Fehler passieren. Diese Fehler können von (bösartigen) Javascript-Programmen gezielt ausgenutzt werden, um aus dem Browser “auszubrechen” und Schaden auf dem Computer anrichten. Javascript zu aktivieren ist also mit einem erhöhtem Sicherheitsrisiko verbunden, ohne JS funktionieren aber viele Dinge nicht.

        Flash ist sowohl ein Programm, als auch eine Programmiersprache von Adobe. Im Prinzip so ähnlich wie JS, nur dass man noch mehr damit machen kann – Gutes wie Böses. Es handelt sich um keinen offenen Standard, deshalb kann auch kein Browser von sich aus damit umgehen. Dafür ist der Flashplayer erforderlich, der sich als eigenständiges Programm in den Browser einklinkt.

        2. Wie surft man anonym? Zur Beantwortung muss man sich eigentlich nur fragen, woran kann man identifiziert werden? Die Identifikationsmerkmale sind:
        - IP-Adresse
        - Cookie
        - Benutzereingaben
        - Browser und Betriebssystem

        Den letzten Punkt kann man im Prinzip ignorieren, denn wenn man nichts komplett exotisches einsetzt, gibt es tausende, die die gleiche Kombination von Browser und BS einsetzen.
        Dass man nicht seinen Namen oder irgendetwas anderes zur eigenen Person eingibt, sollte klar sein. Man sollte allerdings darauf achten, nicht durch Beziehungen verraten zu werden. Facebook z.B. kann man gar nicht anonym nutzen, denn auch wenn man einen Falschnamen verwendet, einer deiner Freunde wird sicherlich den richtigen Namen verwenden oder dich mit echtem Namen ansprechen, oder oder oder.
        Ob Cookies erlaubt sind oder nicht, kann man im Browser einstellen. Auch kann man einstellen, dass nur bestimmte Cookies erlaubt sind, oder dass sie beim Schließen des Browsers gelöscht werden.
        Die IP-Adresse kann man verbergen, indem man alle Verbindungen über einen anderen Computer (einen sog. Proxy) umleitet, der eine andere IP-Adresse hat. Natürlich sollte man die IP-Adresse regelmäßig wechseln. Wenn von einer IP-Adresse aus Strafbares getrieben wurde, muss der Internetprovider zu dieser IP-Adresse allerdings den Namen der Person rausrücken, der dieser Anschluss gehört – wenn er das noch gespeichert hat. Ein relativ einfacher Weg, seine IP-Adresse zu verbergen ist, Tor zu benutzen:
        https://www.torproject.org/
        Aber Achtung: Nur weil man einen Proxy im Browser eingestellt hat, heißt das nicht, dass sich andere Programme (u.a. Plug-ins wie Flashplayer) auch über diesen verbinden! Am besten sollte man Flash daher ausschalten, wenn man sein IP-Adresse verbergen möchte.

        3. Bank-Webseiten sollten so konfiguriert sein, dass sie nur verschlüsselte Verbindungen zulassen. Man erkennt verschlüsselt übertragende Webseiten daran, dass in der Adresszeile nicht “http://” steht, sondern “https://”. Bei vielen Seiten kann man auch explizit die verschlüsselte Variante anfordern, indem man das “https” selbst eintippt. Auch hier gilt: Die Verschlüsselung gilt nur für den vom Browser übertragenen Inhalt, nicht jedoch für Plug-ins und andere Programme. So kann man zwar die YouTube-Seite per https übertragen, das eigentlich Video lädt jedoch der Flashplayer herunter und zwar vollkommen unverschlüsselt.
        Verschlüsseln kann man jedoch nicht nur Internetseiten, sonder auch E-Mails (PGP), Dateien (diverse Programme, z.B. 7-zip) oder gar die ganze Festplatte (z.B. mit TrueCrypt). Manche Messenger verschlüsseln auch die Chats und Telefongespräche – z.B. Skype. Allerdings bietet Skype Behörden eine Schnittstelle, mit der man die Verschlüsselung umgehen kann, weshalb der BKA-Trojaner auch sinnlos war/ist.

        [Anmerkung der Redaktion: Das ZDF ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich!]

        • mister-ede
          29.08.2012, 23:44 Uhr.

          Entschuldigung, dass ich nicht so ausführlich antworte. So detailiert hätte ich es nicht beantworten können, aber nun kann ich zumindest sagen, dass ich eine Mischung aus Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit anwende.

  • mister-ede
    29.08.2012, 21:02 Uhr.

    Als Informations- und Kommunikationswissenschaftler (ungeschützte Begriffe sind schön), messe ich dem Erlernen eines Umgangs mit Information eine große Bedeutung zu.

    Auf der einen Seite muss der formale Umgang mit der Information erlernt werden. Zum anderen der inhaltliche Umgang.

    Wer Informationen aus Büchern aufnehmen will muss lesen können (formal). Genauso bedarf es z.B. für den Rundfunkempfang technischer Hilfsmittel oder beim Computer müssen diese komplexen Hilfsmittel dann auch wieder bedient werden können.

    Inhaltlich muss z.B. aus einer Vielzahl von Informationen, diejenige gefunden werden, welche für einen wichtige ist. Informationen von anderen Menschen oder Institutionen (Erzählungen, Zeitungen, Rundfunk) müssen kritisch hinterfragt werden.

    Wer schon an den Formalien scheitert oder sich die Hilfsmittel (Zeitungsabo, Internetzugang) nicht leisten kann, droht abgehängt zu werden. Wer mit den Inhalten von Information nicht umgehen kann, der kann leicht manipuliert werden. Auch eine falsche Auswahl der Informationen kann problematisch werden. (“Klick hier”, “Schau dort”, “Das könnte Sie auch interessieren”).

    Zusätzlich kann durch eine solche Überinformation eine Reizüberflutung entstehen, umgekehrt wird bei der technischen Unfähigkeit wahrscheinlich eher Frust, Scham und Abkopplung von der Kommunikation entstehen (Analphabeten).

    Betrachtet man den inhaltlichen Umgang mit Information, so sind hier die Probleme ziemlich medienunabhängig. Hetzschriften sind hier genauso Beispiele, wie der Volksempfänger oder die Bild-Zeitung. Wer nicht gelernt hat Inhalte kritisch zu hinterfragen, der wird über jedes Medium leicht manipulierbar sein. Medienabhängig sind aber die Menge der vorhandenen Informationen sowie die Verfügbarkeit. Während in Nachrichtensendungen eine fest vorgegebene Auswahl an wenigen Beiträgen linear abgespielt wird, hat eine Zeitung viele Artikel parallel. Ferner kann ein Radio oder Videobeitrag ein anderes Bild vermitteln als eben ein Foto in der Zeitung. Das muss man bei der Auswahl der Information und der Bewertung des Informations- und Wahrheitsgehaltes berücksichtigen.

    Auf der formellen Seite, lässt sich feststellen, dass ein Verständnis für die wesentlichen Informationstechniken nur rudimentär vorhanden sein muss. Man muss kein Schriftsteller sein um Bücher zu lesen und man braucht auch kein Computer-Crack zu sein um mit dem Internet umgehen zu können. Wer aber die Techniken gar nicht erlernt, der wird einen Großteil der vorhandenen Informationen nicht nutzen können. Ein Beispiel hierfür ist z.B. die Bibel in lateinischer Sprache. Ein anderes sind heutige Fremdsprachenkenntnisse. Wer einer fremden Sprache mächtig ist, kann so z.B. auch bei ausländischen Zeitungen das Geschehen im Heimatland verfolgen.

    • mister-ede
      31.08.2012, 13:01 Uhr.

      Man sollte für das Internet zustäzlich erwähnen, dass es mehrer Wege der Kommunikation und damit sogar früher unterschiedliche Medien vereint.

      Einer zu einem (Telefon, Brief)
      Einer zu vielen (Radio, Fernsehen)

      Viele zu einem (Leserbriefe)?
      Viele zu vielen (Demo und Gegendemo)?

      Inwiefern Kommunikation überhaupt von “vielen” ausgehen kann, weiß ich nicht. (Information braucht ja auch immer einen konkreten Ursprung)

      Allerdings das Internet mit seinen Foren, Chatprogrammen, oder Nachrichtenseiten vereint alles.

  • Thomas Müller
    29.08.2012, 22:43 Uhr.

    Mittlerweile halten sich SchülerInnen mehr an apps, denn an den eigenen verstand.

    Der große Irrtum ist, daß das Internet Informationen bieten würde.

    Das Internet bietet aber nur Daten, und Daten ohne Strukturierung sind keine Information. Dementsprechend hat Herr Spitzer recht: Der einzige taugliche Filter ist das eigene, gut geschulte, Gehirn.

    Jetzt die Frage: Wie kann jemand, der nie gelernt hat Daten zu strukturieren, Information generieren?

  • Andreas
    29.08.2012, 23:22 Uhr.

    Wenn man gerade von Teamfähigkeit der Computerspieler spricht..im stillen Kämmerlein vor dem Bildschirm können das wohl viele..aber schon mal auf die Straße geschaut?..in die Firmen?..die Gesellschaft?..da ist mittlerweile auch Egoshoting angesagt!..

  • mike jolich
    29.08.2012, 23:23 Uhr.

    Herr Spitzer,

    welche Zwecke vermuten Sie hinter den politischen Sanktionen (Preisverleihung, “Medienkompetenz”..) ?

    Greifen Militärs nicht auf ausrangierte Playstations, um fähige Cybersoldaten zu rekrutieren?

  • Siegfried Jacholke
    29.08.2012, 23:33 Uhr.

    Medienkompetenz ???

    Wenn sogenannte Volksvertreter,das Wort Medienkompetenz verbreiten,dann hat dies die gleiche Absicht,als dieser Schwachsinn,der als Verbraucherschutz ausgegeben wird und anständige Menschen,massenhaft in die Fänge gewissenloser Abzocker treibt (!!!),sowie auch ein neuer Wirtschaftszweig kreiert wurde,welcher unter der Rubrik Abmahnbetrüger,von dieser Scheinregierung,durch “Verbraucherschutzgesetze” ins Leben gerufen wurde und dazu dient,die Menschen auszubeuten und dadurch erpressbar und gefügig zu machen (!!!),was als “Wachstumsmotor”,von den Verantwortlichen noch hochgejubelt wird,aber einzig ein BEDIENEN,der Gönner und Förderer darstellt,wofür die Verantwortlichen,mit Bestechungsgelder oder Schmiergelder gekauft oder bei Laune gehalten werden,die als sogenannte Spenden (???),beim Erwischt werden,eingeräumt werden,ein Zusammenhang,zur erbrachten Gegenleistung (!!!),wird allenfalls als Zufall (???) hingestellt,Dasselbe soll mit sogenannter Medienkompetenz,am Volk angerichtet werden,wobei die ABZOCKERMAFFIA,wiedereinmal bedient werden soll!

    Dass es Abschreiber in der Schule schon immer gegeben hat,die zu faul zum Lernen waren,ist unbestritten und genauso,gibt es Wesen,die sich “Informationen (???)” zusammengoogeln,was aber definitiv nicht die Regel ist,denn wer ernsthaft am Lernen interessiert ist,kann wohl kaum genug Wissen zusammenraffen???

    Übrigens wird NEUES Wissen,auf keinem Fall,durch DIKTATUR erreicht (Wozu auch diktierte Medienkompetenz gehört!),sondern durch FREIE Kreativität,welche noch am Besten durch ein ungetrübtes Sozialverhalten (!!!) gefördert wird und gerade durch die Gegenseitige Beeinflussung,Früchte trägt!!!

    Als Beispiel,könnte die sogenannte “Sexualaufklärung” (???) herhalten,welche auch nie zuvor,eine “Medienkompetenz” erfahren hat und die Menschheit ist trotzdem NICHT ausgestorben!!!

  • Tony
    29.08.2012, 23:38 Uhr.

    Ich finde das Internet super,ja es ist sogar eine maechtige Waffe,denn nur da kann man objektiven,investigativen Journalismus finden.Ich denke,die Zeiten der Volksverdummung der Printmedien und Tv sind bald vorbei.Zitat Jay Rockefeller: “Es lässt einen fast die Frage stellen, wäre es nicht besser gewesen, wenn wir das Internet gar nie erfunden hätten?” Tja,liebe Eliten…ein aufgeklaertes Volk…vor nichts habt ihr mehr Angst,Spitzenkino !

    • mike jolich
      29.08.2012, 23:50 Uhr.

      @Tony:

      ….tja Eliten …aufgeklaertes Volk ….na und?
      Dann googel doch mal nach: silent sherrif oder indect.
      Der Aufgeklärte kann Recht ohne Macht haben. weil die Mächtigen ihm das Recht einräumen aber an der Macht bleiben…..

    • Skeptiker
      30.08.2012, 00:19 Uhr.

      Das Volk wird aber nicht durch das Internet aufgeklärt. Denn um sich dort objektive Informationen zu holen, bedarf es erst einmal einer ordentlichen Schulbildung – und dazu gehört auch Schulbildung.

      Es ist schade, wie das Internet heute genutzt wird – u.a. wegen mangelnder Bildung in Sachen Medienkompetenz. Die Leute hängen doch nur noch bei Facebook, YouTube und Google ab – okay ein bisschen Wikipedia ist zum Glück auch dabei.

      In seiner ursprünglichen Form hätte das Internet tatsächlich zu einem Machtinstrument des Volkes werden können. Leider ist es darauf hinausgelaufen, dass wenige Großkonzerne über 90% des Webs ausmachen und alles kontrollieren.

      Dass in den vergangenen zehn bis 15 Jahren keine Medienkompetenz an Schulen unterrichtet wurde, hat bereits große Schäden angerichtet. Wenn man bedenkt, dass Leute, die heute 20 Jahre alt sind und vollkommen unkritisch mit dem Internet umgehen, in ein paar Jahren vielleicht Kinder erziehen, dann wird einem bewusst, wie dringend das Thema ist.

  • Tony
    30.08.2012, 00:16 Uhr.

    @mike jolich

    Stimmt schon,aber was ist,wenn es dann doch später viel mehr sind,weil die sogenannten Eliten den Zeitgeist verpennt haben?

    Im alten Rom hat ein Senator vorgeschlagen, man sollte alle Sklaven mit einem weißen Armband versehen, um sie besser erkennen zu können. “Nein”, sagte ein weiser Senator, “Wenn sie sehen wie viele sie sind, dann gibt es einen Aufstand gegen uns.”

    Das wird die Zeit zeigen.

  • Tony
    30.08.2012, 00:29 Uhr.

    @Skeptiker

    Man kann aber auch im/durch das Netz eine Menge lernen,dafür bedarf es nicht unbedingt die Indoktrination des Schulsystems,speziell das Fach Geschichte,vorhin in der Sendung wurde das auch kurz angeschnitten.Man übernimmt das,was dem Lehrer eingebleut wurde um es mal krass zu sagen.Andererseits was zum Beispiel das Thema Porns angeht finde ich es erschreckend,wie sich 12 jährige auf dem Schulhof per Smartphone diese Filmchen tauschen,sowas gab es damals nicht.Da sollte man was machen.

    • zdflogin
      30.08.2012, 15:42 Uhr.

      Hallo Tony,

      schau mal, über das von Dir angesprochene Thema wurde bei log in schon mal diskutiert, in der “Enthemmt oder verklemmt – sind wir oversexed?”-Sendung: http://blog.zdf.de/zdflogin/4-juli-2012/.

      Beste Grüße aus der log in-Redaktion!

  • Tony
    30.08.2012, 03:17 Uhr.

    Ach ja,zu https://www.torproject.org/

    Das wird doch zu grossen Teilen vom CIA finanziert,ist doch schon lange bekannt? Diese ganzen Anonymisierungsdienste a la http://www.hidemyass.com naja…solltet euch fragen: wer profitiert davon? Falls ihr mal Lust habt auf alternative Medien http://www.infokrieg.tv ist schonmal eine gute Einsteigerquelle,wird der ein oder andere hier sicherlich kennen.

    [Anm.d.Red.: Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich].

  • Martin G
    30.08.2012, 14:57 Uhr.

    Ich bin auf Spitzers Seite, wenn es darum geht, dass technikverliebte Bildungspolitiker bereits unsere Vorschulkinder mit Whiteboards, PC und Tablet vom “begreifen” vom “zuhören können” und vom “staunen” ablenken wollen. Wie Spitzer sagte, lernt das Gehirn in dieser Entwicklungsphase enorm viel, aber nicht nur im kognitiven, sondern v. a. im motorischen Bereich (Bewegung!)

    Medienkompetenz, im Sinne von Anwenden diverser Medien lernen die Jugendlichen sehr schnell – ohne Schule im Freundeskreis – wie anders konnten sich Foren, Blogs etc. so schnell außerhalb der Schule v. a. in der Welt der Jugendlichen etablieren?

    Medienkomepetenz im Sinne von Beurteilen, kritischer Stellungnahme etc. ist Aufgabe des Deutschunterrichtes (z. B. Textanalyse)

    Aber eins ist sicher: Die Bildungspolitiker werden in den nächsten Jahren viel Steuergeld (!) investieren, um beim Thema “Medienkompetenz” solide aufgestellt zu sein. Kritiker werden dann als Verantwortliche für die “Bildungsmisere” abgestempelt.

    Als EDV-Betreuer einer Schule sehe ich, wie viel Geld in die Ausstattung fliest, wie Schüler mit eigenen Smartphones auf die EDV-Ausstattung der Schule verzichten können und ich sehe das Missverhältnis von privater und schulischer Anwendung. Das sind Phänomene, auf die man erst wieder eingeht, wenn ein Richtungswechsel notwendig ist.

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