Beschneidung: Religionsfreiheit? Körperverletzung?
Beschneidung meint Verschiedenes: Während sie bei Frauen eine Genitalverstümmelung ist, ist sie bei manchen Männern medizinisch geboten, bei vielen wird sie aus religiösen Gründen durchgeführt. Seit ein Gericht auch die Beschneidung bei Jungen als Körperverletzung gewertet hat, ist sie in der Kritik. Muslimische und jüdische Verbände sehen in ihr aber einen Teil ihrer Religionsausübung.
Was haltet ihr von der Beschneidung? Ritual oder Verstümmelung?
21 Kommentare | 18. August 2012 | 10:26 Uhr |
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*Beschneidung bei Frauen
Über die weibliche Genitalverstümmelung herrscht, wie der Name anklingen lässt, breite Einigkeit, dass es sich um eine Körperverletzung handelt. Es ist in Deutschland verboten und strafbar Mädchen zu beschneiden. Das Problem hieran ist, dass diese Genitalverstümmelung normalerweise gar nicht in Deutschland stattfindet.
Diskutieren kann man über Wege, wie Deutschland das entsprechende Ausland überzeugen kann, ähnlich konsequent gegen solche Rituale vorzugehen, aber über die Strafbarkeit der Beschneidung bei Frauen an und für sich brauchen wir nicht zu diskutieren.
*Beschneidung bei Männern
Während bislang von einem Konsens auszugehen war, dass dieses religiöse Ritual eine übliche und erlaubte Handlung ist, wurde durch das Urteil des Kölner Landgerichts nun anscheinend eine gewisse Rechtsunsicherheit geschaffen.
*Selbstbestimmung
Dass es sich hierbei eigentlich um ein Problem der Selbstbestimmung zwischen Mündel und Vormund handelt, kommt mir viel zu kurz.
Es gäbe hier ja gar keine Diskussion um die Beschneidung, wenn der Junge schon 14 jahre alt gewesen wäre und sich selbst dazu entschieden hätte!
Zitat:
“Ein Kind, das nicht beschnitten worden ist, wird stigmatisiert, wird ausgeschlossen aus der Gemeinschaft.”
Sorry, aber das klingt nach einer ziemlich intoleranten Gesellschaft, in der man lieber nicht aufwachsen möchte.
Wieso oder? Es ist eine rituelle Verstümmlung des männlichen Geschlechts. Die Beweggründe sind dabei vollkommen egal. Schlimm genug dass es aus medizinisch notwendigen Gründen praktiziert wird und unter diesem Deckmantel auch Eltern meinen so die Sexualität des Kindes völlig Legal einschränken zu können (Masturbation). Es ist zurzeit ja nicht so als ob die Eltern groß erklären müssten warum sie dies wollen. Auch sehr bezeichnend dass das Kind zu keinem Zeitpunkt befragt wird, obwohl es seinen Körper betrifft. Es muss eine Regelung her die ganz klar all dies ausschließt, seien es religiöse oder andere Motive, wenn diese nicht zu 100%, medizinisch Begründet, notwendig sind.
Es geht eigenlich um folgendes:
Wenn die Beschneidung bei Kindern verboten wird, könnte es passieren, dass der Mensch später sich gegen eine Beschneidung entscheidet und so die Familie vor der Gemeinde blamiert.
Es hat also nichts mit ReligionsFREIHEIT zu tun. Ganz im Gegenteil. Es ist der gleich Zwang wie bei afrikanischen Mädchen!
Haben jüdische Junges nicht das gleiche Recht auf körperliche und seeliche Unversehrtheit wie Mädchen bzw. Kinder anderer Kulturen in Deutschland?
Wenn man mit Antidiskriminierung argumentiert, sollte man auch das berücksichtigen!
(NHC II,2,53) Seine Jünger sagten zu ihm: “Nützt die Beschneidung oder nicht?” Er sagte zu ihnen: “Wenn sie nützlich wäre, würde ihr Vater sie aus ihrer Mutter beschnitten zeugen. Aber die wahre Beschneidung im Geiste hat vollen Nutzen gefunden.”
Solange das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, um das Geld an den Menschen anzupassen, musste der Kulturmensch durch eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten (geistige Beschneidung von Untertanen) an ein darum bis heute fehlerhaftes Geld angepasst werden. Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte und uns – unabhängig von “Glaube” (Cargo-Kult) oder “Unglaube” (Ignoranz) – alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich “Auferstehung”.
(NHC II,3,109) Wie Jesus das Wasser der Taufe vollendet hat, so goss er den Tod weg. Deswegen steigen wir zwar hinunter in das Wasser, wir gehen aber nicht hinunter in den Tod, damit wir nicht ausgegossen werden in den Geist der Welt. Wenn er weht, läßt er den Winter entstehen; wenn der Heilige Geist weht, wird es Sommer.
Die Schönheit und Weisheit der originalen Heiligen Schrift des Urchristentums, deren Verfasser durch Jesus aus dem geistigen Tod der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe) auferstanden waren, und die darum die wirkliche Bedeutung der in Genesis_3 mit archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschriebenen Erbsünde noch kannten, ist bewundernswert, wenn man auch ihre exakte Metaphorik verstanden hat.
Das “Wasser” steht allgemein für “liquides Geld”; die Taufe war ein Initiationsritus zur Aufnahme in eine auferstandene Gemeinschaft, die freiwillig auf Zinsen verzichtete, wodurch die ersten Urchristen-Gemeinden einen entscheidenden wirtschaftlichen Vorteil gegenüber der sie umgebenden, ausbeuterischen Welt (das damalige Römische Reich) erlangten; der “Geist” bedeutet allgemein Geldbewegung oder Geldumlauf, der in der umgebenden Welt tributpflichtig war (und bis heute ist) und darum den “Winter” (Rezession) entstehen lies, während in der Gemeinschaft der Urchristen der “Sommer” (Konjunktur) vorherrschte.
Nur dass der Heilige Geist nicht durch freiwilligen Verzicht (christliche Nächstenliebe) aufrechterhalten werden kann, hatten die Urchristen noch nicht verstanden, und deshalb mussten sie scheitern. Die halbwegs zivilisierte Menschheit fiel mit dem Cargo-Kult des Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute noch “christlich” nennt) in die wohl primitivste Form menschlicher Existenz zurück, über die man sich als (wieder-)auferstandener Mensch überhaupt erheben kann.
(NHC II,2,108) Jesus sagte: Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren.
http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html
Unsere Demokratie ist gut beraten, wenn sie religiösen (unabhängig der Konfession)Forderungen auf Ausübung von jahrtausendalter Ritualen, die im Widerpruch zu unseren Gesetzen stehen, konsequent und in aller Deutlichkeit Einhalt gebietet.
Es kann kein Recht geben, dass über die Unversehrtheit von Körper und Seele steht.
Mich macht es betroffen , dass religiöse Aspekte als Legitimation für die Beschneidung herangezogen werden, wo es doch tatsächlich um die Abgrenzung gegenüber der Gesellschaft geht. Zum Glück liegt das Mittelalter hinter uns.
Daher hat unser demokratischer Staat als Souverän das Grundgesetz und daraus folgende Gesetze und Rechtsnormen auch gegenüber Reliogionsgemeinschaften durchsetzen.
Vorallem wenn es um unsere minderjährigen Kinder geht, die über die Unversehrtheit ihres Körpers nicht selbst entscheiden.
Anders verhält es sich, wenn sich ein volljähriger Mensch aus freier Entscheidung zu rituellen Eingriffen entschließt.
Wenn dieser medizinsch nicht notwendig ist, gibt es auch keinen Grund warum die Gemeinschaft (Krankenkassen) dafür aufkommen soll.
Wer zunächst beinahe seinem Sohn das Leben nimmt und sich anschließend SELBST beschneidet, wäre in einem Rechtsstaat: “…eine Gefährdung für die Allgemeinheit und sich selbst ”
Ebenso, wer Stimmen Gottes & Satans zu vernehmen vermag…
Die Intoleranz der Gesellschaft
Religionsgemeinschaften leben nach eigenen Vorstellungen, Geboten bis hin zu Kirchengesetzen. Die hierbei vorgenommenen Wertungen können durch die Gesellschaft nicht widerlegt werden, weil das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Gott oder Göttern wissenschaftlich nich zu be- oder widerlegen ist.
Deshalb greift der Staat in die Selbstregelung der Religionsgemeinschaften nur zurückhaltend ein, z.B. dann wenn die Schutzrechte Dritter verletzt werden.
Wenn nun also die Frauen in der katholischen Kirche mehr oder weniger unterdrückt werden dann ist dies eine solche Rechteverletzung, die im Rahmen der Religionsfreiheit geduldet werden muss. Würden sich also diejenigen die hier so vehement gegen die Beschneidung von Kinder eintreten, sich dafür einsetzen, dass die katholische Kirche auch Homoehen verheiraten muss, wäre es verständlich.
So aber vermute ich dahinter andere Motive, die mehr als unehrenwert sind. Diese Intoleranz ist aus meiner Sicht eine große Schande für Deutschland.
Dass Frauen in der katholische Kirche nicht gleichberechtigt sind, ist tatsächlich schade. Jedoch, wenn sich eine katholische Frau dadurch diskriminiert fühlt, kann sie jederzeit aus der Kirche austreten und eienr anderen Glaubensgruppe beitreten, in der sie nicht unter Diskriminierung leiden muss.
Bei Beschneidung ist das anders. Wer einmal beschnitten wurde, der kann das nicht wieder rückgängig machen und leidet sein Leben lang darunter. Auch wenn ein beschnittener jüdischer Junge oder Mann in eine andere Religion konvertiert oder Atheist wird, beendet das sein Leiden nicht.
Sie sprechen von Leid, aber das teilt nicht jeder. Diejenigen die bei einer Impfung versterben erfahren ebenfalls Leid.
Dennoch sind Impfungen objektiv geboten. Eltern können Schönheitsoperation wie Zahnspangen anordnen, und hier ist einfach den Eltern zu überlassen, ob diese unwideruflichen Eingriffe richtig sind oder nicht.
Solange es keine objektiven Anhaltspunkte gibt, und die sehe ich hier nicht. Ihre Einschätzung ist schön und gut, und es soll Ihnen auch unbelassen bleiben Ihre Meinung zu behalten, aber ich bin sehr froh, dass sich hier der Gesetzgeber und damit die gewählten Abgeordneten anders verhalten.
Vielleicht müssen Sie dann einen anderen Abgeordneten wählen. Z.B. denjenigen der Linkspartei. Ich glaube dass sich die Mehrheit für Toleranz und relgiöse Freiheiten auf Basis des Grundgesetzes aussprechen wird.
Das heißt bis zu einem gewissen Punkt hat die Religion Ihre eigenen Verhaltensregeln, nämlich dort wo es nicht dem Grundgesetz widerspricht.
Das Argument mit den Impfungen können Sie vergessen. Die Anzahl der Fälle, in denen die üblichen Impfungen Leben retten sind um ein vielfaches höher, als die Anzahl der Todesfälle durch missglückte Impfungen. Es wird ja nicht gegen irgendwas geimpft, sondern nur mit den Impfstoffen, die aus gesundheitlichen Gründen allgemein empfohlen werden. Es ist hier eindeutig, dass die Impfung zum Wohle des Kindes geschieht.
Bei Zahnspangen musste ich jetzt zugegebenermaßen erst einmal nachschlagen, wofür die gut sind. Scheinbar stecken aber tatsächlich medizinische (nicht nur optische) Gründe dahinter:
http://www.dr-schulte.ch/zahnspangen/zahnspangen-warum-zahnspangen.html
Das Zahnziehen beim Zahnarzt o.ä. ist definitv eine Körperverletzung. Allerdings zieht (hoffentlich) kein Zahnarzt aus willkürlichen / religiösen Gründen einem Kind einen Zahn. Nur wenn dies medizinisch begründet geschieht und die Erziehungsberechtigten eingewilligt haben, ist es legitim (und das muss ein Arzt natürlich erst feststellen).
Insofern unterscheidet sich das Zahnziehen nicht von einer Genitalbeschneidung. Beides ist nur dann in Ordnung, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.
[Anmerkung der Redaktion: Das ZDF ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich!]
Ähnlich wie bei einer Zahnspange oder der musikalischen Erziehung, obliegt den Eltern “zuvörderst” die Entscheidung. Nur dann wenn objektiv etwas dagegen spricht, kann und darf der Staat überhaupt einschreiten.
Willst du damit behaupten, bei einer Beschneidung spreche nichts dagegen?
Nein. Wollen Sie mir das unterstellen?
Lieber Mister Ede,
bei der rituellen Beschneidung handelt es sich um die ausschließlich religiös motivierte Verstümmelung von wehrlosen Kleinkindern. Ihre Sexualität wird für ihr weiteres Leben mindestens beinträchtigt wenn nicht gestört. Wenn das nicht gegen das Grungesetz verstösst! Eigentlich sollte man Eltern, die Ihre Kinder aus religösen Gründen bewusst verstümmeln, das Sorgerecht entziehen (wie es z.B, auch bei Zeugen Jehovas geschieht, deren Kinder eine Bluttransfusion benötigen)
Herr Beck,
vielleicht entgeht Ihnen, dass unser Grundgesetz die Eltern als natürliche Erzieher eines Kindes anerkannt.
Es schützt diesen Bund Vielfältig und stellt die Familie unter einen besonderen Schutz. Hier sind staatliche Eingriffe mit größter Zurückhaltung vorzunehmen. Dies geschieht aus zwei wesentlichen Gründen.
1. Keiner kann objektiv eine richtige oder falsche Erziehung proklamieren. Eine noch so große Menge an subjektiven Einschätzung, macht eine andere subjektive Einschätzung deshalb nicht wahrer oder falscher.
2. Gerade die Entfremdung der Kinder von den Eltern ist eine Gefahr, die zu einem Missbrauch ganzer Generationen führen kann. Je uniformierter die Erziehung ist, desto stärker leidet der Individualismus. Gerade aber eine uniformierte Gesellschaft birgt große Gefahren des Missbrauchs.
Die Artikel des Grundgesetzes geben die Rangfolge wider.
Religionsfreiheit ist die Ausübung der Religion, wenn sich die juristische Person freiwillig für eine Glaubensrichtung entschieden hat.
Beschnittene werden für eine Glaubensrichtung festgelegt.
Beschneidung ist nicht rückgängig zu machen.
Das heißt, die Person kann sich nie voll und ganz für Ihre eigene gewählte Glaubensrichtung entscheiden; sie wird immer daran erinnert werden, dass sie eigentlich falsch gewählt hat und immerwährenden
gewissenkonflikten ausgesetzt sein. Wollen die Beschneider den Aufbau der eigenverantwortlichen Persönlichkeit verhindern???
Ich will nicht polemisch werden: Traditionen haben ihren Sinn, doch die Zeiten und Gegebenheiten ändern sich.
Ich jedenfalls werde bis vors Bundesverfassungsgericht gehen, sollte die Beschneidung aus religiösen Gründen erlaubt werden.
Die, die die Beschneidung befürworten und auf Gedeih und Verderben durchsetzen wollen, sollen doch die 2,3 oder 4 tausend Jahre alten Schritstellen aufzeigen, die die Beschneidung am 8. Tag befehlen und dann die Gründe aufzählen, die sie am dortigen Ort und in der damaligen
Zeit wünschenswert machten.
Jeremias
Vor das BVerfG. Mit welcher Begründung denn?
P.S.
Ich beantrage dann auch Schadensersatz für deine Unfälle.
Wieso werden einem Kleinkind nicht die Ohren abgeschnitten um nacher zu behaupten es sei religiös wichtig und sinnvoll. So ein schwachsinn !!!!!! Das gehört einfach verboten und unter Strafe gestellt. Wer 18 ist und das machen möchte ….bitte
Es gibt tausende andere Probleme die viel wichtiger sind worüber man diskutieren sollte. Verstehe nicht warum man sich in die Religion so einmischen tut.Vorallem auch wenn es verboten wird eines Tages,hätte es keinen Sinn,weil wir es trotzdem heimlich machen würden!