Finale Chance: Oder haben wir den Euro schon verspielt?

Europa in “Final-Stimmung”. Doch statt Vorfreude, spürt man die Angst vor der Niederlage. Der Ausgang der  Griechenland-Wahl kann alles entscheiden. Politik und Notenbanken bereiten sich auf ein Beben vor. Sollten die Reformgegner nach vorne stürmen, ist der Euro in Griechenland möglicherweise Geschichte. Auch Spanien steht im “Abseits”  und in Italien hat “dolce vita” selbst in Urlaubszeiten wenig Konjunktur. Die Politik als Spielball der Märkte. Oder ist alles doch noch zu retten?

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7 Kommentare | 15. Juni 2012 | 15:40 Uhr | Twittern | Facebook

7 Kommentare

  1. Ein wesentlicher Fehelr war der Schuldenschnitt für Griechenland. Hierdurch sind die Märkte dermaßen verunsichert, dass selbst Frankreich Zinsaufschläge zahlen muss. Insgesamt kostet uns die Pleite Griechenlands aktuell in der Eurozone jährlich einen 2-stelligen Milliardenbetrag.

    Betrachtet man die Zinszahlungen aller Euro-Staaten, dann sind diese insgesamt angestiegen. Zwar sind in Deutschland die Zinszahlungen deutlich niedriger, diese Aufschläge müssen aber andere Länder tragen. Z.B. Beligen und selbst die Niederlande. Aber natürlich stärker noch Italien, Spanien oder Portugal.

    Daher kann ich der Regierung nur noch Versagen vorwerfen. Neben diesem Fehler, hat die Regierung aber noch weiter versagt. Statt Investitionen zu tätigen, wurde das Problem in Griechenland verschleppt.

    Wachstum braucht positive Perspektiven. Wenn ein Gefühl vorherrscht “Jetzt wird etwas neues geschaffen”, dann ist das eine Perspektive die Wachstum schafft.
    Wenn der Ausblick aber 50% Arbeistlosigkeit, Sparkurs und Rezession ist, dann wird sich wohl kein Wachstum einstellen, seien die Zinsen noch so niedrig.

    Daher boomt die deutsche Wirtschaft, während es in Spanien bergab geht. Und solange keine individuellen Lösungen (Unterschiedliche Steuer, Direktinvestitionen, Wachstumsimpulse) gesetzt werden, sondern nur das einheitliche Zinsniveau niedrig gehalten wird, werden wir diese Ungleichverteilung auch nicht lösen.

    Hier ist es nochmal detailiert beschrieben und mit kleinem Bild:

    http://www.mister-ede.de/wirtschaft/das-einheitliche-zinsniveau/727

    mister-ede | 15. Juni 2012 | 16:33 | Antworten
  2. “Die Politik als Spielball der Märkte. Oder ist alles doch noch zu retten?”

    Die Wirtschaft für Laien!

    1. Ein Land produziert Güter (Waren und Dienstleistungen), die Gesamte Produktion nennt sich BIP.

    2. Diese Produktion kann verwendet werden, um Importe ergänzt oder exporte reduziert werden.

    a) Import / Export: Waren die ins Ausland gehen, aus dem Ausland kommen
    b) Konsum: Waren die wir verbrauchen (Bezin, Nahrung, Strom, Papier)
    c) Sparen: Investitionen (Infrastruktur, Bildung,…)

    3. Der Nutzen daraus kann noch Verteilt werden, also wem gehört das, wer darf Konsumieren oder Sparen. Hier kann zwischen Arbeitnehmerentgelten oder ähnlichem unterschieden werden.

    FAZIT:
    Alle Investitionen sind völlig unabhängig von der Währung vorhanden. Die meisten Konsumgüter werden täglich produziert und konsumiert. Die Währung ist für ein Land ein wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftslebens, aber es ist nicht das Wirtschaftsleben.

    Daher bleiben die Probleme in Griechenland, egal mit welcher Währung, und genauso hat Deutschland eine gute Zukunft, egal mit welcher Währung. Auch unterschiedliche Währungen bringen nicht automatisch einen Ausgleich. Ansonsten wäre ja auf der ganzen Welt kein Problem vorhanden, denn die Währungen würden ja alles lösen.

    mister-ede | 15. Juni 2012 | 16:58 | Antworten
    • Die Frage lautet eigentlich nur, wollen wir ein gemeinsames Europa?

      Nein?
      Dann können wir den Euro behalten, weil ja nicht wir unter dem Euro leiden. Wir können aber auch aus dem Euro aussteigen, weil uns das auch nicht schadet.

      Ja?
      Dann können wir den Euro aufgeben und mit Finanztransfers den angeschlagenen Staaten helfen. Entweder wir übernehmen dann mit unserer DM ein paar Drachme-Schulden oder schnüren ein Hilfspaket für Investitionen in diesen Ländern.
      Wir können aber auch im Euro bleiben und mit Finanztransfers oder einer Steuergestaltung den Ländern helfen.

      Die Frage ist also nicht wollen wir den Euro, sondern wollen wir Europa. Der Euro ist nachrangig.

      mister-ede | 15. Juni 2012 | 17:04 | Antworten
      • Was aber ganz klar für den Euro spricht, ist die stärke der Währung im allgemeinen. Durch den großen Währungsraum, ergeben sich deutlich verbesserte Handelsmöglichkeiten.

        Der Wegfall von Wechselkursrisiken bringt enorme Vorteile, aber auch für Deutschland hat sich mit der Euro-Einführung die Wirtschaftssituation verbessert. Durch die größe des Marktes, ist der Euro zu einer Anlage-Währung geworden. Alleine die Zinskostenersparnis dürfte für alle Eurozonen-Mitglieder zusammen in zweistellligem Milliardenbereich gelegen haben.

        mister-ede | 15. Juni 2012 | 17:16 | Antworten
  3. der euro war schon verspielt,bevor er überhaupt gekommen ist. schließlich wurde das volk nicht einmal danach gefragt, -ob der euro eingeführt werden soll.demnach fehlt es also schon an rechtsgrundlage zu dessen einführung.
    hinzu kommt,-dass griechenland zur euroeinführung lediglich (genauso wie das volk aller eurostaaten ) dazu überrumpelt wurde.übrigens : was hat das mit einer zinskostenersparnis zu tun ? gläubiger,-die zinsen von schuldnern zu bekommen haben,-werden mit sicherheit wegen der währungsnennung “euro ” keineswegs auf zinsen verzichten ! dazu ein beispiel: was also wäre ein schuldtitel zudem ich z.b. 1000 dm mit 10 % zinsen zahlen muß ,in euro zu ersparen ? wenn ich rund 500 euro zurück zahlen muß,verbleiben immer noch die 10 % an zinsen in höhe von rund 50 euro !

    erwin goetsch | 15. Juni 2012 | 17:52 | Antworten
    • Weil Unsicherheit und Risiko immer zu Zinsaufschlägen führen. Der Wegfall von Währungsrisiken ist ein großer Vorteil des Euros. Für viele Anleger aus dem Ausland ist eine Anlage in Spanien oder Griechenland erst durch den Euro attraktiv geworden.

      Sie haben also, das hat ja in Spanien und Griechenland auch mit zur Verschuldung beigetragen, Anbieter die statt 10% nun für 8% verleihen, weil das Währungsrisiko entfällt.

      mister-ede | 15. Juni 2012 | 19:27 | Antworten
      • de.wikipedia.org/wiki/Reservew%C3%A4hrung

        Hier ist es grafisch auch nochmal dargestellt, wie stark die jeweiligen Währungen genutzt wurden. Man sieht, dass der Euro deutlich Geld aus dem Ausland gezogen hat.

        [Anm.d.Red.: Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich].

        mister-ede | 15. Juni 2012 | 20:04 | Antworten

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