Die Weltretter 3.0
Über drei Milliarden Jugendliche unter 25 leben auf der Erde – mehr als vierzig Prozent der Weltbevölkerung. Sie sind groß geworden in einer Zeit, in der zwar ‚Nachhaltigkeit’ auf alle möglichen Fahnen geschrieben wurde, in Wahrheit aber eine ökologische Katastrophe nach der anderen hervorbrachte. Deswegen werden einige von ihnen weltweit aktiv: sie skypen, posten, twittern und organisieren online die erste wirklich globale Jugendbewegung. Ihr Ziel ist ambitioniert: Sie wollen nichts weniger als die Welt retten.
Das wollten rund 180 Regierungschefs und Staatspräsidenten auch schon mal, vor 20 Jahren, auf der legendären UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Zwanzig Jahre später hat sich Ernüchterung gemacht. Diese Jugendlichen misstrauen der etablierten Politik und sie sind enttäuscht von 20 Jahren UN-Konferenzen, die am Ende so gut wie nichts brachten. Ihnen geht es vor allem um die für ihre Zukunft entscheidende Frage, wie viele der weltweiten Ressourcen noch übrig bleiben werden für diejenigen, die heute jung sind.
So besetzt die Generation 3.0 (Foto: Jana Lemme) Flughäfen, blockiert Kohlezüge, putzt die Luft sauber und wohnt auf Bäumen, um sie vor der Abholzung zu schützen. Sie macht Politik von unten. Es sind junge Leute, die mit dem Bus von New York bis Rio de Janeiro fahren, um auf dem für sie fragwürdigen UN-Jubiläumsgipfel (vom 20. bis 22. Juni) zu zeigen, dass sie um ihren Planeten kämpfen werden.
Die Generation 3.0 kämpft für nachhaltige Entwicklung, einen schonenden Umgang mit den Rohstoffen dieser Welt, für die Erhaltung der Arten und für den Klimaschutz. Sie stellt sich an die Spitze der Umweltbewegung: in Deutschland und Großbritannien genauso wie in den USA, Indien, China oder Nigeria. Wie groß die Bewegung ist, sieht man auch an dieser Zahl: In den letzten drei Jahren organisierten die “Weltretter” ca. 15.000 Aktionen in fast allen Ländern der Erde.
Ihren Protest zeigt die ZDF planet e.-Reportage “Die Weltretter 3.0″ von Jana Lemme, am 24. Juni um 13:25 Uhr im ZDF.
3 Kommentare | 09. Juni 2012 | 06:59 Uhr |
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Eine scheinbar tolle Initiative der Jugendlichen.
Nach 20 Jahren Weltklimagipfeln ist die Frage berechtigt, ob wir DIE GRÜNEN 3.0 brauchen…eine neue Protestbewegung, die aus der “unetablierten” Opposition heraus kompromisslose Forderungen stellt.
Vielleicht brauchen die internationalen Politiker wirklich den Druck “von unten”, um endlich die Welt WIRKLICH zu retten.
Mit diesem System und der Wachstums-, Gewinnmaximierungs-, Wirtschafts- und Wettbewerbsgeilheit dieser Welt ist da nicht viel zu machen. Da gibt es zuviele, die es sich immer noch leisten möchten, dümmer und ignoranter vor den tatsächlichen Problemen dieser Welt zu sein als sie sein dürften. Die Krönung dieser im Kern total unpolitischen egoistisch-narzistischen Gesellschaft ist das Phänomen der Piraten oder Bürgerbewegungen wie S21. Engagement nur, wenn der eigene Mikrokosmos in Gefahr gerät und das zuckersüße Konsumenten-Leben bedroht zu werden scheint. Dann gehen die selben Wutbürger die gestern noch bei der Anti-AKW Demo aktiv waren, heute gegen den Bau neuer Stromleitungen auf die Strasse. So wird das nix mit der Weltrettung! Ich schwimme da nur noch mit, der Einzelne kann sowieso nichts machen, auch wenn die Märchenerzähler auch bei den Grünen es immer anders erzählen!!!
Solange wir immer mehr werden, werden diese Probleme immer schlimmer. Für uns ist Hopfen und Malz verloren, nur ein Narr glaubt an Wunder.