“Der Kommerz macht den Fußball fürs Herz kaputt”
Herz oder Kommerz? Darüber diskutiert der ehemalige Profi-Fußballer Thomas Strunz, mit Comedian Hans Werner Olm (Foto: privat), Fußballvermarkter Hendrik Schiphorst, Christian Bieberstein vom HSV Supporters Club und natürlich mit Euch am Mittwoch, dem 6. Juni ab 21 Uhr bei log in.
Thomas Strunz sagt: “Der Fußball
spiegelt die Gesellschaft wider. Und die Kommerzialisierung in der Gesellschaft spiegelt sich eben auch im Fußball wider.” Aber guter Fußball sei “ohne Herz und Leidenschaft nicht möglich”. Strunz versteht es nicht, wenn Fans sich darüber aufregen, dass Stadien die Namen von Werbepartnern tragen. Die Fans sollten bedenken, dass wirtschaftlicher Aufwand nötig ist, um die Arenen aufrecht zu erhalten und jedes Wochenende ein attraktives Programm zu bieten. Für den Ärger über steigende Ticketpreisen hat er Verständnis: “Zwanzig Euro finde ich für einen Stehplatz ein bisschen übertrieben.” Doch Angebote und Nachfrage regelten eben den Preis – das gelte auch für die hohen Profi-Fußballer-Gehälter. Mit Fußball werde viel Geld verdient, da sei es nur legitim, dass die Sportler an den Gewinnen beteiligt werden.
“Die Spielergehälter sind nicht gerechtfertigt. Das System ist mittlerweile pervertiert”, findet dagegen Hans Werner Olm: “Vaterland hin oder her – die Vollprofis sagen. Was krieg ich? Wie viel Kohle ist da?” Die Europameisterschaft ist für ihn nur noch ein Event, “Selbst diese EM: Geld, Geld, Geld!” Etwa, wenn Bäcker keine EM-Brötchen backen dürften, weil alles reglementiert ist. “Das sind ja mittlerweile mafiöse Zustände, wo Leute als Sittenwächter drauf achten, wer eine Lizenz zum Geld drucken kriegt.” Olms Statement: “Der Kommerz macht den Fußball fürs Herz kaputt.”
Auch Christian Bieberstein sagt: “Leider regiert Geld den
Fußball, aber ohne die Leidenschaft der Zuschauer könnte der Fußball nicht den monetären Ansatz haben, den er aktuell hat.” Für Bieberstein (Foto: Kein Zwanni) geht der Kommerz dann zu weit, wenn man gewisse Grenzen nicht akzeptiere. Wie etwa in Salzburg, wo ein Getränkehersteller einen “Verein gekauft hat und den Namen, die Vereinsfarben geändert und die Geschichte des Vereins ausgelöscht hat”. Er ist zudem Sprecher der Kampagne “kein Zwanni für’n Steher”, denn Fußball dürfe kein Sport der Besserverdienenden werden: “Ein normaler Schüler muss sich die Karten leisten können.”
“Die Preisschraube bei den Stehplatzkarten hat sich in Deutschland nicht groß nach oben gedreht”, setzt Hendrik Schiphorst entgegen und es gelte immer noch: “Der Fußball gehört den Fans und den Vereinen.” Er verantwortet die Vermarktung von 13 Fußball-Clubs. Schiphorst (Foto: Sportfive) findet nicht, dass Fußball zu einer teuren Eilteveranstaltung geworden ist: “Einen VIP-Bereich gab es früher auch schon beim HSV. Der hieß Kuchenblock und war zwar deutlich kleiner, aber grundsätzlich ist das nichts, was Sportfive oder der moderne Fußball erfunden hätte.” Er sagt: “Ich glaube, das Herz ist weiterhin das Wichtigste im Fußball, aber der Kommerz gehört mittlerweile auch dazu.”
Ihr habt Fragen an die Gäste? Stellt sie hier! log in braucht Eure Fragen für die log in-Livesendung! Was sagt Ihr zu den Profi-Fußballer-Gehältern? Wem stimmt Ihr zu und warum?
19 Kommentare | 05. Juni 2012 | 13:20 Uhr |
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“Der Fußball spiegelt die Gesellschaft wider”? – na gute Nacht! Ist unsere Gesellschaft wirklich schon so verroht und intolerant, wie der Fußball bzw. viele seiner Fans? In einer Gesellschaft, die so homophob und dumpf ist, wie viele von denen, die diesen “Sport” betreiben und unterstützen, möchte ich nicht leben! Ich möchte auch nicht in einer leben, in der das Prinzip Leistung so übersteigert wird, dass Menschen ausbrennen, depressiv werden und sich irgendwann vor den zug werfen.
Und wenn hier schon das Argument “Geld” gebracht wird: Ich als Steuerzahler bezahle auch all die Polizeieinsätze mit, die mittlerweile vonnöten sind, um Mord und Totschlag vor, während und nach Spielen zu verhindern. Ja, da hat dieser “Sport” eine gesellschaftliche Relevanz, alles andere ist freier Markt und den akzeptieren wir ja auch in anderen Bereichen. Was soll die Aufregung?
Hier in Dresden habe ich auch die Bau eines Stadions für einen Verein finanzieren müssen, der statt mit sportlichen Leistungen, eher mit der Gewalt seiner “Fans” Schlagzeilen macht. Das wird dann akzeptiert, weil das fast schon gesellschaftlich und politisch akzeptiert ist. Äußere ich dann meine Kritik an dieser Art der “Fan”-”Kultur”, so wird die Schuld in einer Art Pawlovschem Reflex den Medien zugeschoben, anstatt die inakzeptablen Zustände zu erkennen. Fußball war schon immer ein Tummelplatz für allerlei dumpfes Volk, oft aus der rechten Ecke und das ist ein Faktum und nicht medial falsch behauptet.
Nicht die Geldmacherei ist das primäre Problem des Fußballs, sondern die genannten Missstände! Darüber kann auch nicht ein aller vier Jahre gefeiertes, tolerantes und fröhliches Fest hinwegtäuschen.
@Heinz
Hallo Herr Heinz,
Fußball muß nicht jeden ins Herz treffen und Leidenschaft auslösen. Das unsere Gesellschaft auf eine andere Art verkommt und es vielen schlechter geht, ist nicht zu übersehen. Leider wird dies zu wenig medial ausgetragen. Und auch da könnte man eine Diskussionsrunde einführen die weder eine Lösung hervorbringt, noch Verbesserungen. Auch im Fußball werden keine wirklichen Lösungen gefunden. Schön ist aber immer wieder das man der breiten Masse immer nur das auftischt, was Sie hören wollen und damit Meinungen und Ansichten in die richtige Richtung lenken läßt. Das ist für mich Kommerz. Wußten Sie, das Dynamo Dresden in dieser Saison 4 mal weniger Bengalos abgebrannt hat wie Aue? Das in der 1. Liga genauso gewaltbereite Fans gibt und haben Sie überhaupt schon mal hinter solch Kulissen geschaut. Nein sicher nicht. Rivalitäten sind bei jungen Menschen sicher nicht nur das Problem beim Fußball, auch in der Liebe. Mord und Totschlag gibt selbst in Ihrem Haus, vor der eigenen Haustür. Schauen Sie darauf auch wenn darüber nicht berichtet wird.Es ist erstaunlich das Dynamo eigentlich immer nur in Medien steht wenn sie das gemacht haben,auf was jeder wartet. Wußten Sie, das es Länder wie die Schweiz gibt und mehr, in denen das abbrennen von Pyrotechnik gestattet ist. Diese müßen angemeldet sein und von Fachkundigen ausgeführt werden. Kein Thema, solche Schulungen kosten in Deutschland 120€.Es gibt für mich viele Möglichkeiten den Fußball zur Herzensangelegenheit zu erklären, auch für Sie, indem man einfach mal seine eigene Meinung sich bildet und mehr Toleranz auf die Bühne ruft. Das beginnt leider auch beim DFB, der in meinen Augen nur Kontrolle schafft. Es wäre sehr zu wünschen wenn sich alle Beteiligten finden. Nur Verbieten und Bestrafen wirkt sich selbst in der Kindererziehung negativ aus…
PS: Ich finde es sehr Schade das Sie eine so schlechte Meinung über Dynamo Dresden haben, da Sie sehr viel für ein gutes Image tun und für Ihre Fans. Und die Fans geben dies in jedem Spiel mit Ihrer Stimme wieder
Ich wollte das wiedergeben, was ich objektiv beurteilen kann und eben nicht der Presse entnehme, die von Fußballfans viel zu oft zum Sündenbock gemacht wird. Mir ist es wurscht, wieviele Bengalos irgendwer im Vergleich zu Dynamo abgebrannt hat, zumal ich das nicht nachprüfen kann.
Die Medien, die hier einmal mehr für die Negativ-Schlagzeilen verantwortlich gemacht werden, haben übrigens sehr wohlwollend über den Aufstieg Dynamos berichtet; es gibt also nicht nur die schlechte Presse, auch wenn das von Anhängern des Vereins rein subjektiv sicher so wahrgenommen wird.
Was nicht geht ist, dass bei jedem Spiel die halbe Stadt abgesperrt wird, Züge geordnet abfahren müssen und es wieder und wieder zu teils massiven Ausschreitungen kommt. Punkt!
Wenn der SGD etwas dagegen tut, wird sich mein Bild vom Verein ganz sicher verbessern. Ich wünsche es mir jedenfalls.
@Heinz:
Erstmal vorne weg: In Dresden bist du nun mitten im Brennpunkt was Intoleranz (beim Fußball) angeht- leider! Und man sollte dieses Problem auf keinen Fall unterschätzen, dennoch ist Fußball ein Sport gedacht für das Volk! Mit der Kommerzialisierung entfernt er sich jedoch immer mehr davon, weg von der Arbeiterklasse, hin zu den wohlhabenden Familien und VIPs, aber auch zum Tod der eigentlichen Fankultur.
” Ich als Steuerzahler bezahle auch all die Polizeieinsätze mit, die mittlerweile vonnöten sind, um Mord und Totschlag vor, während und nach Spielen zu verhindern.”
Als Dresdner solltest du aber auch wissen, dass die Situation heutzutage wesentlich besser ist als noch vor 10 Jahren oder gar in der DDR.
Ja, das “leider” empfinde ich ganz genau so! Mir wäre es auch lieb, wenn nicht nur der Sport, sondern auch die Fans die nötige Fairness an den Tag legen und “leben und leben lassen” als Maxime annehmen würden.
@Heinz:
Du weißt schon, dass die Kosten Polizeieinsätze WESENTLICH geringer sind als die Steuereinnahmen aus dem Profifussball, oder?
Du warst innerhalb der letzten zehn Jahre mal bei einem Bundesligaspiel in Dortmund, München, Hamburg, Schalke,…? Oder nimmst Du Deine Informationen nur aus der Boulevardpresse?
Schonmal die Verletzenzahlen aus der Bundesliga mit denen des Münchner Oktoberfestes verglichen? Und woher kommt Dein “Wissen”, dass ein Fussballfan homophober ist als ein Opernbesucher?
Ja, es gibt sicherlich in einigen Vereinen ein Gewaltproblem, Dresden ist da ganz vorn dabei. Aber das hat mit Fussball nichts zu tun. Mancher wird seine Agressionen freidlich! im Stadion los, andere überschreiten hier Grenzen und wieder andere leben das woanders aus. Aber ist das dem Fussball zuzuordnen? Oder gibt es da ggf. eher ein gesellschaftliches Problem?
Ich gehe regelmäsig ins Stadion. Mal Stehplatz, oft Sitzplatz. Mal auswärts, mal im “eigenen” (bei uns übrigens OHNE Staat finanzierten) Stadion. Ich habe mich aber noch nie unsicher gefühlt.
Hallo Christoph,
du hast sicher eine richtige Meinung, was mir aber auffällt, ist das du da einen Verein nennst mit Probleme,der ganz oben mit mischt.
Frage ich mich, nimmst du dein Wissen über diesen Verein auch aus der Presse. Schade das du mit dieser Aussage deine Unwissen ebenso kund tust…
Irgendwie hat das schon etwas mit Fußball, denn in kaum einer anderen Sportart kommt es zu solchen Gewaltausbrüchen. An irgendwas muss das doch liegen…
Das zu Grunde liegende Problem ist doch viel mehr, dass die Fans vernachlässigt werden, weil sich alles nur noch um das große Geld dreht. Zuschauereinnahmen sind für viele Clubs mittlerweile völlig vernachlässigbar. Durch die Modernisierung der Stadien, eine gesteigerte Medienpräsenz und attraktivere Spielweise und Vermarktung hat sich der Fußball neue Gesellschaftsschichten erschlossen, die nun am Event teilhaben wollen.
Das führt dazu, das auch die Hysterie rund um den Fußball zu genommen hat. Während die deutschen Medien über eine neue Welle der Gewalt schwadronieren, fragen sich ältere Stadiongänger, was mit den Geschichten aus den Achtzigern und Anfängen der Neunziger geworden ist? Dinge die damals Usus waren und für die Leidenschaft standen, sind nun kriminelle Handlungen – bsp. Platzsturm. Bigott wird die ganze Geschichte dann, wenn eben genau damit geworben wird. Der BVB verkauft Poster von den Platzsturm 1995, die Werbepartner werben mit dem Platzsturm von 2011 – gleichzeitig verurteilt man diese Fans und versucht sie als böse Fans darzustellen. Solch ein Verhalten stößt dann die aktiven Fans sauer auf, weil sie sich für blöd verkauft halten.
Zu Heinz möchte ich noch einmal einwenden, dass es schon richtig so ist, dass der Steuerzahler die Polizei bezahlt, erstens zahlen die Vereine Steuern, es wird über Mw.-St. etc. dann noch zusätzlich von Staatsseite abgegriffen. Zweitens sind Polizisten keine Söldner und dürfen niemals! von Privatpersonen oder -instutionen bezahlt werden. Insgesamt gibt es bei Fußballspielen soviele registrierte Gewalttaten wie an einem Wochenende des Oktoberfestes, dennoch kommt niemand auf die Idee eine Datei “Gewalttäter Volksfest” zuschaffen, kein Einsatzleiter lässt Festzelte umstellen und mit Pfefferspray im Anschlag stürmen und die Personalien aller Gäste aufnehmen. Kein Betreiber würde über sogenannte Besucher sprechen, die nur Krawall machen wollen. Genauso würden keine Innenminister über ein Alkoholverbot diskutieren oder die Medien einen Brennpunkt im Abendprogramm machen.
Zusätzlich sollte sich die deutsche Polizei mal hinterfragen, ob die Einsatzkonzeption immer richtig ist. Die 11Freunde hatten da in der Vergangenheit ein entsprechenden Schwerpunkt. Auch das aktuelle Buch “Ultras im Abseits” beleuchtet das Agieren der Polizei kritisch. In London habe ich erleben dürfen, wie ein Bruchteil an englischen Polizisten (ohne Kampfausrüstung) rund 3000 BVB Fans ohne Probleme im Griff hatte.
Desweiteren ignorieren sie Tendenzen der letzten Jahre in den Fanszenen Deutschlands. Durch das aufkommen der Ultras wurden die Hools und Neonazis massiv aus den Stadien gedrängt. Ultras von Bayern München veranstalten alljährlich ein Fußballturnier, um an den jüdischen Vereinspräsidenten Kurt Landauer zu erinnern. Andere Gruppen organisieren KZ Besuche und Aufklärungsabende. Dies sind alles Tätigkeiten, die von den meisten Bundesliga-Clubs sträflich vernachlässigt werden, gerade da man als Fußballverein einen unglaublich guten Zugang zu heranwachsenden hat.
Diese Aufgaben werden Fanprojekten und völlig überarbeiteten Fanbeauftragten überlassen oder direkt in die Ehrenämter von Supporter Clubs oder Fanabteilungen/gemeinschaften. In diesem Zusammenhang kann ich die Verbitterungen der Polizeigewerkschaften verstehen, die sehen, dass Millionen für Spielergehälter und Ablösesummen da sind, aber kaum 1000 € für Fanarbeit.
Insgesamt würde die Erdung einer ganzen Reihe von Akteuren rund um Vereine und Verbände dem ganzen Spektakel ganz gut tun.
So viele wahre Worte auf einmal…Kompliment!!
Ich habe Ergänzungen:
Vorratsdatenspeicherung, Gesichtsscanner, wirre Beschränkungen der persönlichen Freiheit z.B. bei An/Abreisen, unwürdigste Bedingungen beim Transport oder bei Personen-/Einlasskontrollen, Sippenhaft, Polizeiwillkür…ach ich bekomme noch ne Seite voll…all dies sind Probleme, mit denen sich jeder aktive Stadiongänger und Auswärtsfahrer rumschlagen muss…es sind aber auch, und da sind wir auch beim Spiegel der Gesellschaft (eher Brennglas), Probleme, die in absehbarer Zukunft auf jeden einzeln Bürger zukommen!! “Den gläsernen Fussballfan” gibt es doch schon, den “gläsernen Bürger” will jeder verhindern!!
Aber wer lehnt sich denn dagegen auf??
DIE KURVE!!!!
Woche für Woche finden in unseren Stadien politische Demonstrationen statt…mit Choreos, Bannern, Tapeten, Gesängen, Sammelaktionen, Petitionen… was weiß ich noch allem, versuchen junge, gebildete, organisierte Menschen aus der Mitte der Gesellschaft für ihre Rechte zu kämpfen!!
Als Chaoten, Unbelehrbare, Sogenannte oder einfach STÖRER werden wir abgetitelt!!! Aber wen stören wir denn wirklich??? Die Haupt- oder Gegentribüne kann’s nicht sein, da werden die Kameras gezückt und im Schrebergarten über das ‘geile’ Spiel geplauscht!!
Aber die Innenminister, Meinungsmacher, die Profiteure von Angst und Hysterie, die werden massiv dabei gestört das dumme Herdentier ‘Mensch’ gleichzuschalten, zu kontrollieren, zu kastrieren!!!
Ich empfehle die Doku “Die Fussballrevolution”!! Hier wird auf die Rolle der Ultras in Kairo während der ägyptischen Revolution eingegangen!! Soweit weg…aber soviele Gemeinsamkeiten!!
Abschliessend empfehle ich jedem Schreiberling, jeder TV-Nase oder Gewerkschaftsheini einfach mal wieder ein Spielchen im Stehblock anzuschauen, vielleicht sogar auswärts!! Wenn sie dann wieder wissen, wie schön unser Fussball eigentlich ist, bzw. sein könnte, dann haben sie evtl. die Berechtigung sich in TV-Sows oder Artikeln über UNSEREN Sport zu äußern!!
“Strunz versteht es nicht, wenn Fans sich darüber aufregen, dass Stadien die Namen von Werbepartnern tragen. Die Fans sollten bedenken, dass wirtschaftlicher Aufwand nötig ist, um die Arenen aufrecht zu erhalten und jedes Wochenende ein attraktives Programm zu bieten.”
Dem was der Herr Strunz hier sagt kann ich leider nicht zustimmen, denn ich finde das gerade der Stadionname zur Seele eines jeden Vereins gehört und deshalb sollte es dann auch nicht “XY-Arena” heißen.
Zumal es auch irgendwann nervt, wenn ein Stadionname, aufgrund oft wechselnder Sponsoren, in kurzer Zeit öfter gewechselt wird. Ich glaube, der Herr Bieberstein weiss davon ein Lied zusingen.
Zudem finde ich, das hier auch wieder deutlich wird, dass es immer mehr nur noch um das drumherum geht und nicht mehr um das wesentliche. Nämlich das eigentliche Spiel.
Weil ich für mich brauche kein “attraktives Programm” um das Spiel herum, ich möchte das Spiel meiner Mannschaft sehen, sie lautstark und so gut es geht unterstützen und mit ihr jubeln und auch die ein oder andere Träne vergießen. Und wenn man sich dessen wieder bewusst wird, worum es eigentlich geht, das Fussball kein Event ist, dann muss man auch nicht zwingend den Stadionnamen verkaufen, da man dann dieses “attraktive Programm” nicht mehr benötigt, weil die Fans auch ohne das zufrieden sind.
Und warum sollte man nicht einfach prägende Spieler oder Persönlichkeiten eines Vereins durch den Stadionnamen würdigen?
Wie z.B. in Kaiserslautern, das hoffentlich für immer Fritz-Walter-Stadion heissen wird.
Zum Thema XY-Arena:
Ich wohne in einer Stadt, inder der eine Verein seinen Stadionnamen ganz bewusst nicht verkauft hat und der andere Verein den Namen so oft wechselt, daß die Bürger und Fans jetzt wieder vermehrt den alten Namen benutzen, obwohl es jetzt eine Arena ist.
Die Sponsoren machen sich selbst lächerlich mit ständig neuen Namen für Stadien. Sie geben Geld und die Fans benutzen einfach weiter den ursprünglichen Namen.
Ist in Kaiserslautern nicht der Betzebersch mit dem Stadion, das Betze genannt wird?
Der Kommerz ist in Deutschland viel zu weit voran geschritten. Vereinspräsidenten, die die Abschaffung von Stehplätzen fordern, ein Fußballverband, der Fans mit Lügen hinter’s Licht führte, Stadien, die statt Niedersachsenstadion AWD Arena heißen. Alles negative Beispiele. Choreographien für den traditionellen Namen des Stadions, immer wieder sind sie zu sehen. Stehplätze, immer Kern der Stimmung im Stadion. Nur leider Vereinspräsidenten und der Verband mit Eurozeichen in den Augen. Dauerkartenpreiserhöhungen als Belohnung für die Unterstützung?Herzlichen Dank! Strafen für das Abrennen von Pyrotechnik, obwohl man den Fans vor einem Jahr signalisierte, das eine Einigung möglich wäre? Noch besser! Keine Stehplätze mehr? Noch besser! Keine Stimmung? Sauber, wozu auch, das sind doch eh alles Schläger!
Jetzt mal im Ernst, der DFB versteht seit vielen Jahren nicht, wie man mit Fans umgehen soll. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass sobald die Argumente fehlen, ein verbot dabei herauskommt.
Lieber DFB, fangt an mit den Fans zu reden anstatt aus ihnen Kriminelle zu machen und den Letzten und Allerletzten Euro aus ihnen raus zu quetschen!
Fußball widert mich schon seit langem an, vor allem Profifussball. In meiner Jugendzeit spielte ich auch Fussball und nur in meiner kleinen Heimatgemeinde schaue ich noch hin und wieder einSpiel an. Der Geldrausch der Fussballprofis wie auch der Funktionären ist so abstossend, dass ich diesen Idioten keinen Cent freiwillig abtrete. Es ist ja übel genug, dass über das öffentlich rechtliche Fernsehen der deutsche Fussball gesponsert wird, wobei das Geld den Rundfunkteilnehmern ungefragt abgebucht wird, unabhängig davon, ob das “Produkt” bestellt wurde oder nicht. Schon das alleine ist ein Skandal!
Die Fernsehanstalten sollten nicht Milliarden in den Profifussball pumpen sondern mal den Spiess umdrehen und sagen “was bezahlt ihr, damit wir das Spiel übertragen” ! Vielleicht wäre dann endlich Schluss mit den unverhältnismäßig hohen Zahlungen an Profifussballer. Mit einem Fussballlclub kann sich heute eh keiner mehr identifizieren, so oft wechselt die Mannschaft. Heute bei einem Verein, morgen für ein paar Millionen mehr bei einem anderen -welche Leidenschaft- ?
Es gibt viele andere Sportveranstaltungen über die viel billiger berichtet werden könnte. Aber so lange die Fussballkosten auf die Rundfunkteilehmer umgelegt werden können, gehen die Programmverantwortlichen den bequemsten Weg.
Gruß
Bernward
Vor zirka einem Jahr habe ich die folgende Satire geschrieben, denke die passt jetzt, zur EM, ganz gut…
[future-fun-news Meldung] Heute am 29.06.2023 erreicht uns die Nachricht, dass die Fußball-Europameisterschaft 2024 des kommenden Jahres ausfallen wird. Dies betätigte der Europa-Präsident Cem Özdemir von der grünliberalen Einheitspartei Europas (GEE) heute in Brüssel vor auserwählten Pressevertretern der Bildzeitung.
In einem vereinigten europäischen Staat könne es keine Meisterschaft geben, die den Nationalstolz der ehemals selbstständigen Länder fördere, so Christian Lindner, die rechte Hand von Özdemir. Ziel sei es nun vielmehr eine neue gesamteuropäische Nationalelf für die im Jahr 2026 in China stattfindende WM zu formieren. Seit dem die ehemals nationalen Flaggen keine repräsentativen Funktionen mehr haben müsse man auch darüber, nachdenken diese zu verbieten. Ein entsprechendes Gesetz sähe die Europäische Verfassung sogar vor, so EuGH-Richterin Silvana Koch-Mehrin. “Das Hakenkreuz ist ja auch verboten”, ergänzt Günther Jauch, parlamentarischer Geschäftsführer der kontinentalsozialistischen Millionärspartei.
Nun liegt es am neu ernannten Trainer der sogenannten Euro-Elf die Mannschaft für 2026 fit zu machen. Ersten Meldungen zur Folge stehen 12 Frauen und 15 Männer in der engeren Auswahl. Die Fifa schreibt vor, dass immer mindestens 5 Damen auf dem Rasen sein müssen. Über die Zusammensetzung nach ehemaligen Einzelstaaten, wie es die Rechtspopulisten und Eurogegner fordern lächelt man in Brüssel. Zeitweilen formt sich mancherorts erster Widerstand. “Wir wollen eine innereuropäische Meisterschaft der Einzelstaaten”, sagt der Vorsitzende der Vereinigung für nationalen Fußball.
Die Mehrheit der Deutschen hingegen ist gegen eine EM: Man hat klar erkannt, dass wir uns vom Nationalismus der Einzelstaaten hin zu einem zentralen Europa lösen müssen. Das Europäische Zentralreich hat die Aufgabe die Völker zu integrieren. Dieser wichtigen Aufgabe könne sich der Sport nicht verschließen, sagte uns Dirk Niebel, der amtierende Eurominister für Kultur und sportliche Betätigung. “Wir haben uns damals in 2011 nicht nur aus wirtschaftlichen Interessen für den Euro stark gemacht”, ergänzt der grünliberale EU-Außenminister Guttenberg.
Brüssel, 29.06.2023
Da hat Olmen vor wenigen Tagen bei “Lanz” erklärt, die Eurokrise sei zu kompliziert. Demonstratives Desinteresse an solch einem Thema, und nun gibt es seine Meinung zum Thema “Fußball”.
Warum darf der große Philosoph Waldi Hartmann nicht mitreden?
Wer Fußball mag, der geht Fußball spielen – nicht schauen. In der Bundesliga geht es nur um Unterhaltung.
“Ein normaler Schüler muss sich die Karten leisten können.”
Die Kartenpreise auf Kosten der Sicherheit niedrig zu halten, ist eine Schande für diese Unterhaltungsunternehmen.
“13-jähriger an beiden Beinen durch Bengalos verletzt”, so stand es in einem Onlineartikel, über die Auswirkung von Bengalos.
Die Vereine, sind durch den Persilschein des Sportgerichts, wieder frei von Schuld.
http://www.mister-ede.de/sport/persilschein-fur-vereine/971
Ehrenamtliche Ordner, zu wenige Ordner, keine Videoüberwachung. Die Fußballer mit horrenden Gehältern sind die Nutznießer. Würden die Vereine, die 100 Millionen Euro an Kosten für Polizeieinsätze und vieles andere selbst tragen, dann bekämen die Spieler natürlich weniger Gehalt.
Die Innenminister haben richtig reagiert, aber ohne die Einsicht der Vereine, nützen nur starke Gesetze.
Eine Tatsache, die nach langem endlich einmal Beachtung findet. Nicht nur, dass mittlerweile Scheichs oder Mäzen wie Dietmar Hopp einfach einen Verein “aufkaufen” (ob nun mit 49% oder 51% ist auch egal), auch die Verschuldung der Vereine macht mich immer mehr unruhig. Denn außer in der deutschen Liga gibt es keine Lizenzierungsverfahren. Das sind Verfahren, die eine Verschuldung der Vereine verhindert, indem sie bei Verstößen bestraft werden (s.Lok Leipzig vor einigen Jahren: Zwangsabstieg bis in Kreisliga). Es gibt nicht immer so harte Strafen. Dennoch ist es ein gutes System. Aber, wie gesagt, dieses System ist nur in Dtl. aktiv. Das heißt während sich die deutschen Profiklubs abrackern um keine Schulden zu machen, können sich ausländische Klubs einfach weiter Geld “leihen” und kaufen sich für siebenstelligen Zahlen neue Spieler heran. Zum Teil zahlen sie dann ihren Spielern kein Gehalt mehr usw. Das kann doch einfach nicht angehen….
Ich finde das Thema passt sehr gut zur beginnenden EM.
Ich hab mal einen lustigen Kommentar vom Public Viewing während der letzten WM, Zitat:
“Ist das hier ein Deutschland-Spiel oder ein Lady Gaga oder Deichkind Konzert?”
Das hab ich mir mal überlegt und konnte ganz klar sagen: “Ja, man könnte das Event austauschen und fast die gleichen Leute hinstellen, sie werden genauso feiern, trinken und geldausgeben. Solange das “Event” stimmt.”
Ich werde mich sicher in ein paar Tage wieder innerlich über die Horden von “Fans” wundern(und auch ärgern), die von oben bis unten “Deutschlandsachen” anhaben, aber nicht mal wissen, wer “die weißen” oder “die grünen” sind.
Da gehts oft nur um Party machen für die Zuschauer und für die Veranstalter geht es ums Geld(und davon möglist viel). Um Fussball geht es da nur als Nebenereignis. Sprich astreiner Kommerz…
Das ganze “Event” Fussball ist seit Jahren noch noch Kommerz und wird als Party verkauft. Als ich vor 15-20 Jahren im Stadion stand bei Wind und Wetter, da gabs noch keine XY-Arena und vor allem war nicht der ganze Anfahrtsweg + Stadioninnenraum systematisch mit Werbung gepflastert. Heute bekommt man beim Getränkehändler nen XY-Schald oder ein Trikot mit großer Werbung dazu. Sowas gabs früher nicht, da ist man in den Fanshop gefahern und hat sich seinen Schal und Trikot gekauft vielleicht noch nen Flaschenöffner, heute kann man sogar schon das Fan-Salatset oder Duschhaube kaufen. Fehlt nur noch das Fan-Parfüm mit Rasengeruch!
Die Spieler haben früher zwar auch schon unverschämt hohe Gehälter bekommen und für alles mögliche WErbung gemacht, aber das waren noch Typen, keine aalglatten Fussballspezialisten. Wenn da mal einer aus der Reihe getanzt ist, wurde er auch mal schnell ausgemustert. Und was nutzt das gane Geld, die machen bei riesigen Wettskandalen mit, betrügen ihre Versicherungen oder sind in andere illegale Geschäfte verwickelt. Da reichen die 20Mio. im Jahr wohl nicht aus?!? Für viele Spieler ist der Verein doch egal solang die Kasse stimmt. Aber bei nem Tor küssen sie dann das Vereinslogo um dann nahc der Saison zu nem Verein zu wechseln der mehr bezahlt. Ist auch ein bisschen verlogen die ganze Sache.
Ganz klar, am Geld liegt es nicht. Das ist ein Gesellschaftliches Phänomen und absehbat auch ein Problem.
Wie in der großen Politik und Wirtschaft, haben wir im Fussball das Problem, denke ich, das zu viele Leute davon Profitieren wollen. Da gibt es ganze Marketingabteilungen und große Firmen, die nur darauf aus sind möglichst viel zu verkaufen und noch mehr Geld einzunehmen. Die Vereine können nicht anders als mitzumachen. Siehe Hoffenheim oder die ganzen Red-Bull Vereine wie Leipzig. Die könnten gar nicht überleben und hochklassig spielen ohne diese Sponsoren. Kommerz und Kapitalismus. Noch…Schaden sie dem Fussball nicht, aber ich denke es wird eine Zeit kommen, da platzt diese Traumblase vom Kommerzfussball. Spätestens dann, wenn viele diesem ganzen überdrüssig werden und nicht mehr Fussball schauen gehen.