THEMEN-UPDATE: Deutschland einig Fußball-Land – regiert das Herz oder der Kommerz?

Kein Fußball-Hasser traut sich so kurz vor der Europameisterschaft in eine Talkshow. Deswegen gibt es log in am Mittwoch mit einem um Nuancen geänderten Thema: “Deutschland einig Fußball-Land – regiert das Herz oder der Kommerz?” EM 2012 – das Ding kommt langsam ins Rollen. Fanmeilen, Public Viewing und Deutschlandfähnchen, wohin man schaut. Fußball total. Eine riesige Begeisterungswelle. Deutschland einig Fußball-Land? Von wegen. Sagen zumindest die Hardcore Fans. Der Fußball gehört uns und nicht den Vermarktern von UEFA und DFB. Wir wollen keine weichgespülte Familienfeier mit VIP-Lounges und Champagner-Cocktail. Ehrlicher Fußball für die Fans, nicht für die Geschäftemacher.

Was sagt Ihr dazu? Diskutiert mit! Hier im Blog, bei Facebook, StudiVZ und Twitter. Eure bisherigen Beiträge gehen natürlich nicht verloren!

log in braucht Euch: Ihr plant die log in-Sendung mit Euren Beiträgen inhaltlich mit! Alle Eure Postings haben die Chance von Moderatorin Jeannine Michaelsen in die Sendung gebracht zu werden!

10 Kommentare | 04. Juni 2012 | 12:00 Uhr | Twittern | Facebook

10 Kommentare

  1. Wenn es um allherrschender Missstände in Politik oder sonst wo zu diesem oder jenem geht, dann wird sich mit Händen und Füssen gegen plumpe Pauschalitäten wie „Deutschland ist…“ gewehrt. Sagt man „die Politiker“ und schert alle über einen Kamm, weht einem ein heftiger Wind entgegen. Dass aber ganz „Deutschland …“ dies oder jenes ist, trifft eben so wenig zu. Im Gegenteil, die Gladiatoren jener Scheinsportart Fussball mögen zwar die Hosentaschen voller Banknoten haben, im Hirn aber, dass beweist die aktuelle Ausschwitzt Debatte um den leidigen Begriff jener „Kamingespräche“, im Hirn… nützt denen der pralle Geldbeutel herzlich wenig!.
    .
    Ich will von solchen Leuten nicht in einem Satz als Bürger von „Deutschland“ für ihren Hype um Stadionprominenz vereinnahmt werden. Ich stelle mich deutlich gegen solche Verallgemeinerungen und stelle mich noch deutlicher gegen jene billigen schwemmenden werbeseuchen TV-Reiseportal-Scheingladiatoren wie sie uns täglich aus der Mattscheibe entgegen grinsen. Ihre Tätigkeit hat weder was mit Sport gemein, noch rechtfertigt sie die astronomisch völlig asozial fliessenden Geldsummen für die Akteure und zualler erst ist ihre Tätigkeit eines eben nicht: Beispielgebend und Vorbild!
    .
    .
    susi

    susi bibelmaus | 4. Juni 2012 | 14:24 | Antworten
  2. Ganz klar ist der Kommerz die Hauptgefahr im Profifußball. Während Vereine und Verbände Unmengen an Geld umsetzen, werden Fan-Artikel wie Trikots immer teurer und man bedient sich ehrenamtlicher Ordner und freiwilliger Helfer, nutzt deren Liebe zum Sport aus um kostenlose Arbeitskräfte für unliebsame Tätigkeiten zu rekrutieren. Nebenbei machen UEFA und FIFA immer größere Gewinne bei solchen Turnieren.

    Turniere werden aufgeblasen und man wird in der Bundesliga über kurz oder lang wieder über die Abschaffung von Auf- und Abstieg und Whitecards für den Europacup debattieren, wie in England, damit die Unternehmen genannt Vereine Planungssicherheit haben.

    Ziel ist es dem Fan eine Operettenliga wie die NBA, NFL oder MLB in den USA als hochwertige sportliche Unterhaltung zu präsentieren. Beim Eishockey und der DEL hat man eine Sportart und Vereinstraditionen schon zerstört. Spätestens wenn RED BULL Leipzig gegen VW Wolfsburg um die Deutsche Meisterschaft spielen, hat man das beim Fußball auch geschafft. Der Protest der Ultras wird dabei als rein krimineller Akt verunglimpft, dabei ist es auch eine Art Protest, auch wenn ich ihn persönlich für die verkehrte Art halte!

    Markus Meister | 4. Juni 2012 | 17:20 | Antworten
  3. Ja, der Kommerz im Fussball wird zuviel, wie in allen Lebensbereichen der Menschen, von kommerzialisierter Partnervermittlung bis zur kommerzialisierten Kinderkrippe von Ministerin Schröder.

    Kommerz ist überall überpräsent, auch im Fussball, von über ein ganzes Wochenende verteilten Anstoßzeiten wegen Sky, bis zur Vergabe von Weltmeisterschaften in Diktaturen. Alles um Profit zu machen.

    Wieso sollte gerade der Fussball bei der vollständigen Ökonomisierung der Gesellschaft eine Ausnahme sein?

    Wie M.Meister schon schrieb, von ehrenamtlichen Ordnern und kostenlosen Arbeitskräften, zu Millionären in Fussballschuhen.
    Fussball ist sehr prominent, aber eben nur ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft.

    Gegen das hohe Gehalt eines Fussballprofis spricht meines Erachtens aber nicht viel in einer Marktwirtschaft.
    Gegen eine völlig unzureichende Besteuerung dieses Gehalts in einer “Sozialen Marktwirtschaft” aber dagegen sehr viel.

    Gruß
    Hugo

    ————————-

    Fussball ist immer noch wichtig – Lyrics
    (Fettes Brot, Bela B & Co., 2006)

    “Manchmal kommst du noch vorbei an diesem Klotz aus Beton.
    Dein Club hat wieder mal bloß an Erfahrung gewonnen.
    Kein Bock auf eine weitere verkorkste Saison.
    Und Fußball ist gar nicht so wichtig.

    Jetzt stehst du da allein vor’m Stadion,
    bist fest entschlossen, nicht mehr wieder zu kommen.
    Die zweite Halbzeit hat gerade begonnen,
    das Flutlicht geht an, nur für dich nicht.

    Ich hör sie alle schreien: „Macht es noch mal!
    Für unseren Verein, holt den Pokal,
    Mensch mach das Ding jetzt rein, wie ist egal!“
    Doch Fußball ist gar nicht so wichtig.

    Mittlerweile denkst du nicht mehr allzu häufig daran,
    weißt immer irgendwas mit deiner Zeit anzufangen.
    Dein Lieblingstrikot vergammelt hinten im Schrank.
    Und Fußball ist nicht mehr so wichtig.

    Jetzt standen da heut auf einmal deine Freunde vor der Tür
    – alle Mann, erst wolltest du nicht so recht, dann bist du doch mitgegangen.
    Und nun stehst du in der Kurve, wo alles begann.
    Und weißt wieder, hier bist du richtig.

    Und Fußball ist immer noch wichtig.
    Ich hör sie alle schreien: „Macht es noch mal!
    Für unseren Verein, holt den Pokal,
    Mensch mach das Ding jetzt rein, wie ist egal!“

    Und Fußball ist immer noch wichtig.
    So soll’s für immer sein, unser Schicksal,
    kann regnen oder schnei’n, König Fußball,
    „Du gehst niemals allein“ steht auf unserem Schal.

    Und Fußball ist immer noch wichtig.
    Fußball, mein alter Kumpel Fußball,
    Ich glaube nicht an Zufall,
    Ich glaube an dich, Fußball, Fußball.

    Dies ist nicht für RTL, ZDF und Premiere,
    ist nicht für die Sponsoren oder die Funktionäre,
    nicht für Medienmogule und Öl-Milliardäre,
    das hier ist für uns, für euch, für alle!

    Für Fußball, du wunderschöner Fußball,
    wir glauben nicht an Zufall,
    wir glauben an dich Fußball, Fußball!”

    Hugo | 4. Juni 2012 | 18:45 | Antworten
  4. Als Anhänger eines Bundesligisten, dem man Woche für Woche nachfährt und all sein Zeit,Geld und Emotionen investiert, ist das Großevent EM,WM ein Schlag ins Gesicht. Man sieht überall möchtegern Fans, die feiern egal ob Sieg oder Niederlage und unsere Nationalflagge ausschließlich als Fanutensilie sehen und leider auch so mit ihr umgehen! Man kann das Klientel mit wenigen Worten beschreiben, dass diese Turniere feiern: Pseudo Fußballfans, die glauben alles über den Sport zu wissen und jeden als mutmaßlichen ” Nazi” beschimpfen der es wagt außerhalb eines Fußballturniers zu den Farben Schwarz,Rot und Gold zu stehen. Leider sind diese Wettbewerbe nicht mehr so wie sie mal waren. Es lebe der wahre Fußball!
    Liebe Grüße, Tim

    Tim | 4. Juni 2012 | 20:35 | Antworten
    • Ich gehe nur (noch) ganz selten ins Stadion, aber sogenannte “Fans”, die fröhlich auf Fanmeilen in eine Kamera winken, weil sie jetzt “in Fernsehn kommn”, obwohl “ihre” Mannschaft gerade verloren hat, verstört mich auch jedes Mal.
      Hab mal ne englische Boulevard-Zeitung gesehen, die solche “Fans”, in dem Fall Engländer, sogar explizit abgebildet und angeprangert haben.

      Die Farben Schwarz,Rot und Gold haben wohl eher mit den Befreiungskriegen, dem Hambacher Fest, mit Freiheit und Demokratie zu tun, als mit den Nazis.

      Aber vielleicht sehen auch einige die Farben als Symbol für Nationalismus oder z.B. für die Verbrechen, die heute im Namen dieses Landes gemacht werden, wie z.B. Waffenverkäufe an Diktatoren in Krisengebieten usw.

      Wenns denn unbedingt ne Flagge sein muß, bin ich für meinen Teil schon eher für die Flagge meiner Stadt, was aber bei Turnieren für Nationalmannschaften von Staaten, auch wieder wenig Sinn machen würde.

      Also, Schwarz,Rot und Gold hat nichts mit Nazis zu tun, im Gegenteil.

      Hugo | 4. Juni 2012 | 21:27 | Antworten
  5. Schwarz-Rot-Gold steht selbstverständlich für Nationalismus. Die Farben stehen für die freiheitliche Befreiung aus der deutschen Kleinstaaterei und später Monarchie. Schwarz-Rot-Gold sind die Farben der Nation. Nationalismus hatr allerdings in diesem Zusammenhang nichts mit Nationalsozialismus zu tun. Dessen Farbe war eben nichtSchwarz-Rot-Gold sondern ein hässliches Kreuz auf rotem Grund.

    lg

    JennyGER | 4. Juni 2012 | 22:38 | Antworten
  6. Interessante Doku ist gerade im ZDF gelaufen, über den Retortenclub Hoffenheim mit seinen Geldern vom Millardär und ekelhaften Verkäufertypen die den Aufstieg managten.

    Passt gut zu dem Thema Kommerz hier.
    Kunden statt Fans, Produkte statt Fussballspielen, Geldretorte statt Tradition mit Seele.

    Meiner Meinung nach ist aber nicht der Millardär Schuld, daß er sich gern sein eigenes großes Spielzeug bau, sondern ein DFB und eine DFL die solche Möglichkeiten zulassen.

    Gruß
    Hugo

    Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1646674/Hoffenheim

    Hugo | 5. Juni 2012 | 01:21 | Antworten
  7. Deutschland einig Fußball-Land – der Kommerz regiert und das Herz gibt den Takt an!

    martin | 5. Juni 2012 | 12:31 | Antworten
  8. Link: “Der Kommerz macht den Fußball fürs Herz kaputt”

    [...] Herz oder Kommerz? Darüber diskutiert der ehemalige Profi-Fußballer Thomas Strunz, mit Comedian Hans Werner Olm (Foto: privat), Fußballvermarkter Hendrik Schiphorst, Christian Bieberstein vom HSV Supporters Club und natürlich mit Euch am Mittwoch, dem 6. Juni ab 21 Uhr bei log in. [...]

Was sagst du dazu?