“Angebot und Nachfrage sollte Markt regeln”

Jan-Marco LuczakEin gesetzlich garantiertes Recht auf eine Wohnung in der Innenstadt? Das kann es nicht geben, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Jan-Marco Luczak. Steigen die Preise, müsse man eben an den Stadtrand ziehen. Zwar sieht Luczak, der morgen der Hauptgast bei log in ist, dass es eine Aufgabe der Politik ist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Doch diese habe Grenzen: “Darf der Staat Eigentumsrechte beschneiden?” Luczak glaubt nein und will daher eher an die Ursachen der so genannten Gentrifizierung: Woher kommt der Verdrängungseffekt in den Großstädten? Warum steigen die Mieten? Ein Grund für ihn: Die energetische Sanierung der Häuser. Es sei ein Recht des Vermieters, diese Kosten auf die Mieter umzulegen. Zwar sollte der Staat durch Förderprogramme Anreize schaffen. Allerdings müsse auch dafür letztlich der Steuerzahler gerade stehen. Luczak sagt: “Angebot und Nachfrage sollte eigentlich der Markt regeln.”

Twickel: Luxus hier, Brache da

Luszak ist seit dieser Legislaturperiode CDU-Bundestagsabgeordneter für Berlin. Der 36-Jährige Jurist sitzt im Rechtsausschuss des Bundestages. Mit dem Thema Mieten beschäftigt er sich schon lange: Seit seinem Studium betreibt Jan-Marco Luczak eine kleine Hausverwaltungsfirma.

Neben Luczak ist auch der Journalist Christoph Twickel zu Gast. Er hat das Buch “Gentrifidingsbums oder Eine Stadt für alle” geschrieben. Er sagt: “Leider hat es die Immobilienwirtschaft in den vergangenen zehn bis 15 Jahren erfolgreich geschafft, unsere Städte in Portfolios lukrativer Immobilienanlagen zu verwandeln. Während der öffentlich geförderte Wohnungsbau brachliegt und die zum Teil privatisierten Großsiedlungen der 60er und 70er Jahre vernachlässigt werden.” Mit Luczak und Twickel diskutiert bei log in auch Ira von Cölln vom Bundesverband freier Immobilien und Wohnungsunternehmen.

3 Kommentare | 23. August 2011 | 11:58 Uhr | Twittern | Facebook

3 Kommentare

  1. Wie auch in anderen Bereichen hat sich der Staat bzw der Gesetzgeber strikt aus der Preisgestaltung des Marktes herauszuhalten. Nicht noch mehr Regulierung im ehe schon überregulierten Deutschland!

    Pascal Kopp | 24. August 2011 | 19:09 | Antworten
  2. Wie in fast allen Bereichen der sozialen Komponente ihrer Verantwortung verweigert die Politik ihre Arbeit. Wofür brauchen wir eigentlich noch Politiker? Mein Tipp: Schaffen wir die Poltik doch einfach ab und bezuschussen wir mit dem Ersparten die Mieten der teuren Wohnungen. So könnte man gewährleisten, dass die Besserverdienenden nicht so ganz alleine sind und auch noch mal einem ehrlich arbeitenden Menschen begegnen.

    Stephan Boßle | 25. August 2011 | 06:28 | Antworten
  3. 15% (in Hamburg sogar 21%) Mietsteigerung der Nettokaltmieten in der Zeit des Jahres 2000 bis 2010 ist ein Fakt.

    Dies in der Sendung mit einem “allgemeinen sehr sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung zu rechtfertigen da sich ja der Arbeitsmarkt und die Lohnentwicklung auch entsprechend verbessert hat ist angesichts der Lohnentwicklung der letzten 10 Jahre eine Verhöhnung eines großen Teils der Bevölkerung?

    Das Argument von Herrn Luczak ist mehr als fragwürdig und höchst ignorant.

    Jürgen Breiter | 25. August 2011 | 09:46 | Antworten

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