Kampf der Kulturen

Nur sonntags wird noch manchmal die transatlantische Wertegemeinschaft beschworen. Montags haut man vor allem jenseits des großen Teichs mächtig drauf: Faul, feige und gottlos seien die Europäer. So ähnlich lassen uns das die republikanischen Präsidentschaftsbewerber wissen und das schlimmste, was sie Obama vorwerfen, ist, dass er ihr Land in einen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Vorbild verwandeln will.

Aber fast genau so breit wie der Atlantik ist mittlerweile der Ärmelkanal: Aus Angst, die EU könnte die Londoner Banker beim Spekulieren stören, verabschiedete sich David Cameron aus Europa, und seine Parteifreunde in den britischen Rathäusern kündigen deutschen und französischen Gemeinden die jahrzehntelangen  Städtepartnerschaften. Die Anglo-Amerikaner gegen Europa – etwas boshaft könnte man sagen, hier tobt ein echter Kampf der Kulturen.

Mittlerweile reicht es hierzulande offensichtlich auch Politikern, die sich bisher nicht durch antiamerikanische Ausfälle profiliert haben: „Das angelsächsische Wirtschaftsmodell hat keine Zukunft. Wir müssen deshalb eine kontinentaleuropäische Finanzphilosophie dagegen stellen”, sagt Bayerns neuer Finanzminister Markus Söder, und aus der Sicht des CDU-Europaparlamentariers Elmar Brok fehlt nicht mehr viel, bis aus dem Krieg der Worte ein „Währungskrieg“ wird.

Vordergründig geht es nur um strengere Finanzmarktregeln und eine Transaktionssteuer. Dabei wird aber eben auch deutlich, dass britische Konservative und amerikanische Republikaner eine andere „Philosophie“ haben. Was die Kontinentaleuropäer soziale Marktwirtschaft nennen, ist für sie schon Sozialismus und Staatsdirigismus.

Und so ist es hier wie mit allen Kulturkämpfen: Sie sind nicht zu gewinnen. Vermutlich werden Amerikaner und Briten auch in Zukunft daran glauben, dass der Wohlstand dort am größten ist, wo es am wenigsten Regeln gibt. Und umgekehrt werden die Festlands-Europäer nicht einsehen, dass strengere Regeln für Banken der erste Schritt in Richtung Nordkorea sind. Um zu verhindern, dass aus diesem „Kampf“ ein echter Wirtschafts- und Währungskrieg und eine dauerhafte Entfremdung zwischen dem Kontinent und den Anglo- Amerikanern wird, ist vor allem eines wichtig: Verbale Abrüstung! Da könnten zunächst einmal die amerikanischen Republikaner mit gutem Beispiel vorangehen.

68 Kommentare | 19. Januar 2012 | 15:51 Uhr | Twittern | Facebook

68 Kommentare

  1. Nach Einschätzung des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung könnte die Euro-Zone infolge der jüngsten Herabstufungen von neun Euro-Ländern auseinanderbrechen. Aufgrund der Verzweigung der europäischen Volkswirtschaften mit den amerikanischen funktioniert das aber wie mit den Dominosteinen. Die Europäer reißen die Amis mit.

    Und so wird der “Kulturkampf” auch nicht lange dauern. Sobald gemerkt wird, man braucht sich gegenseitig, reichen sich die Mächtige wieder die Hand. Also braucht man sich eigentlich keine Sorgen zu machen.

    Bestünde da nicht die Möglichkeit, daß die Situation so eskaliert, daß die Bürger aufstehen, alles niederreißen und wieder neu aufbauen. Ein neuer Anfang mit einem großen Knall…

    Das wäre was…

    Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 15:58 | Antworten
    • Warum wäre das was? Sie denken sicher, dass die heute sozial frustrierten dann besser da stünden? Warum sollte das der Fall sein?

      horst | 19. Januar 2012 | 16:28 | Antworten
      • So wie es jetzt ist, geht es nicht weiter. Neue Politiker und eine neue Gesellschaft für eine bessere Welt.

        Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 17:27 | Antworten
        • meine Rede.

          Und die hirnlosen, erkenntnissresistenten und völlig ignoranten amerikanischen Republikaner geben uns bestimmt den Rest….

          Staatsfeind No.1 | 19. Januar 2012 | 18:56 | Antworten
          • Kommt auf unsere Regierung an. Konservative (Reps und CDU) fallen bestimmt nicht übereinander her…. ;-)

            Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 19:01 | Antworten
        • @ user Michael Egler
          Neue Politiker können Sie schon heute unter den liebenswürdigen Spinnern der Piratenpartei finden.

          Lisbeth aus dem Kohlenpott | 20. Januar 2012 | 15:21 | Antworten
    • @ user Michael Egler
      Es gibt so viele verschiedene Meinungen unter den Bürgern wie es Menschen gibt. Einige davon könnten tatsächlich eine Revolte anzetteln und einen neuen Anfang mit großem Knall erwirken. Nach entstandener Anarchie bleibt jedoch die Frage des Neuanfangs in welche Richtung und für welche Ziele?

      Lisbeth aus dem Kohlenpott | 20. Januar 2012 | 15:15 | Antworten
  2. In den USA ist Wahlkampf. Populistische Reden sind an der Tagesordnung. Diese sollte man nicht ernst nehmen.
    Leider blendet der Kommentar die Nachkrigsgeschichte des Verhältnisses zwischen USA und Festlandeuropa vollkommen aus.
    Die transatlantische Wertegemeinschaft war doch wohl in erster Linie militätisch begründet. Europa war auf Grund von Bedrohungen aus der UDSSR stark abhängig von den USA.
    Wirtschaftlich war der US Dollar die Leitwährung, ohne Konkurrrenz. Wir älteren erinnern uns sehr wohl, wie die Spekulanten, mehrheitlich aus USA, gegen die europäischen Währungen spekuliert haben.
    Mit dem EURO ist dem Dollar ein starker Konkurrent auf dem Weltmarkt gewachsen. Dies ist bestimmt nicht im Sinne der Amerikaner. Die amerikanischen Ratingsagenturen beweisen dies tagtäglich.
    Die Amerikaner leben nach dem “Darwin Prinzip”, der Starke wird sitz alleine durchsetzen, die Schwachen bleiben auf der Strecke. Diese Gesellschaftform wollen wir nicht. Es geht nur um Wirtschaftsinteressen.

    EugenO | 19. Januar 2012 | 16:38 | Antworten
    • @user EugenO
      Bei Darwin heisst es: “survival of the fittest.” Wenn to fit mit anpassen übersetzt wird, verschieben sich Begriffe wie stark und schwach. Der Schwächere passt sich an indem er sich wie ein Schilfrohr dem Wind beugt und durch diese Taktik sein Überleben gewährleistet. Es bleibt also abzuwarten, wer sich in Zukunft vor wem beugen wird – bzw. beugen muss – um den Fortbestand seiner Wirtschafts-interessen zu garantieren.

      Lisbeth aus dem Kohlenpott | 20. Januar 2012 | 14:40 | Antworten
    • .. in den USA ist Wahl-Kampf ..

      Ganz richtig..!
      Und außer President Obama, ist kein “Anderer” President in sicht. Die Republikaner haben den Wahl-Kampf begonnen, ohne Ihre Rechnung, mit dem “Rest der Welt” gemacht zu haben..!

      Als EUROPA um Hilfe .. gerufen hatte, haben Russland und China, “großzügige Hilfe” angeboten und EUROPA hat “dankend” diese Hilfe angenommen.

      “.. Gemeinsam macht das Leben, viel mehr Sinn, als nur alleine ..”

      Die USA-(Rep) haben jetzt festgestellt, das Macht und Geld, keine “Arbeit und Wohlstand” erzeugt, sondern nur Neid und Haß (9/11).

      Obama war der “Erste President” der nach FREUNDEN gesucht hat..!
      Wärend die CIA .. immer .. auf der Suche war, nch dem nächsten FEIND..!

      Ohne President OBAMA .. ist die USA am Ar… .

      Gruß
      bcstony

      P: Degoulange | 20. Januar 2012 | 15:07 | Antworten
      • .. Rückblick ..

        President OBAMA sucht FREUNDE in der Welt..!

        http://www.youtube.com/watch?v=6BlqLwCKkeY

        Lohnt sich anzusehen..!
        Da hatte President OBAMA noch keine “grauen Harre” wegen den Republikaner. Sonder hatte den MUT zur VERÄNDERUNG.

        Gruß
        bcstony

        P: Degoulange | 20. Januar 2012 | 15:15 | Antworten
        • .. die Antwort ..

          .. Faul, feige und gottlos ..

          1. .. faul ..

          Faule Menschen .. denken mehr als Andere .. weil faul..!

          Ein “fauler Mensch” hat meist die Kontrolle über etwas Wichtiges oder über “andere Menschen”.
          Die Faulheit ermöglicht Zeit .. für Kontrolle.

          2. .. feige ..

          Feige Menschen .. holen Hilfe . im richtigen Moment..!

          Ein “feiger Mensch” sieht zwar zu, kann aber alles bezeugen und dient durch seine Aussage und durch sein Schuldgefühl. Feige sein, heißt seine “Schwäche” erkannt zu haben und sich “selbst zu schützen” in einer “kalten Welt”.

          3. .. gottlos ..

          Gottlose Menschen .. haben erkannt .. das Gott Ihnen nicht helfen wird..! Hilfe ist keine zu erwarten.

          Wenn man “Töten muß um zu Leben” ist das eine Sache..!
          Aber wenn man Tötet um das Leben zu spüren (US-Rep) oder gar Waffen testet, stößt man in EUROPA auf “Moral und Ehtik” ..!!! (Kanzler Schröder)
          Fremdwörter für US-Rep .. RUHM und EHRE.

          “.. Geld, Macht, Kok`s und Frauen ..”

          Gruß
          bcstony

          P: Degoulange | 20. Januar 2012 | 15:33 | Antworten
  3. Wie ist das Durchschnittseinkommen jenseits des Kanals und des Atlantik und z.Bsp. in Deutschland?

    HPallasch | 19. Januar 2012 | 16:38 | Antworten
  4. Die Argumentationen der Republikaner in USA sind meist sehr dümmlich, simpel, gottesfürchtig. Eben zum schmunzeln. Dabei vergesse ich aber nicht, daß bei republikanischen Präsidenten alles gefördert wird, was mit Waffen zu tun hat.
    Auch der amerikanische Kapitalismus funktioniert etwas anders als bei uns, mit Vorteilen und Nachteilen.
    Die große Herausforderung der nahen Zukunft sehe ich aber nicht in den USA oder England.
    Die Musik spielt doch zunehmend in Asien. Und Gott sei Dank scheinen das unsere Wirtschaftslenker auch begriffen zu haben. Nur, sie machen kein Getöse.

    Tomca | 19. Januar 2012 | 16:43 | Antworten
    • Genau dieses “dümmlich, simpel, gottesfürchtig” ist das Gefährliche. Es vernebelt den Blick für ALLES. Das Schlimmste: diese “Gottesfüchtigkeit”, die insb. den USA-Amerikaner glauben macht, die Welt zu retten. Die Resultate sehen wir ja dort im eigenen Land und auch ausserhalb.

      wissensdurstig | 19. Januar 2012 | 16:52 | Antworten
      • Ich möchte die Amis nicht beleidigen, so wie ich verlange, nicht beleidigt zu werden.
        Wir Grenzen uns in der “Großmachtspolitik” und Kriegspolitik schon recht gut ab. Die Deutsche Emanzipation sollte ruhig noch stärker sichtbar werden.

        Tomca | 19. Januar 2012 | 17:03 | Antworten
      • Gegen echte Gottesfürchtigkeit kann man nichts sagen, Gott ist Wahrheit. Gottes Gebote als Leitlinien allen Handelns muss man gerade von Politikern fordern.
        Was manche Republikaner im Wahlkampf machen hat mit Gott nichts zu tun. Gott wird instrumentalisiert, sein Name missbraucht. Gottegefälliges Verhalten schreit man nicht heraus, die das tun sind nichts als scheinheilig.

        nutellageneration | 20. Januar 2012 | 10:46 | Antworten
  5. “Und umgekehrt werden die Festlands-Europäer nicht einsehen, dass strengere Regeln für Banken der erste Schritt in Richtung Nordkorea sind.”
    In der Schule wurde uns vermittelt, die Medien, insbesondere die Öffentlich Rechtlichen Medien, dienten als “Vierte Gewalt”. Das ist wohl längst Vergangenheit. Sind wir das Volk oder die Banken? Wie kommt es, dass in der Gesellschaft die Solidarität aufgekündigt wird, für Banken Rettungen aber immer genügend finanzielle Mittel da sind? Das ZDF und Sie, Frau Illner, sollten endlich wieder ihrem Auftrag gerecht werden und keine haltlosen Aussagen von sich geben, die Ihre neoliberale Haltung offenbar machen. Dieser Blog-Post ist ein weiteres Beispiel für den dürftigen Journalismus der Medien.

    Wie bitte? | 19. Januar 2012 | 17:10 | Antworten
    • Von was reden Sie eigentlich? Was für leere Behauptungen stellen Sie da in den Raum?

      Was kann das ZDF dafür dass dieses Land über Jahrzehnte Geschenke verteilt hat die es sich eigentlich nicht leisten konnte und heute leider dafür die Zeche zahlen muss.

      Und ganz nebenbei rate ich allen denjenigen die sich so gerne auf die Solidarität anderer verlassen sich einen Job zu suchen. Wenn das der amerikanische Weg ist, dann ist er sicher nicht falsch.

      (Und ebenfals ganz nebenbei: Man hat die Banken nicht gerne gerettet -man tat es weil es nicht anders ging. Von wegen dafür wäre immer Geld da, es musste einfach da sein. Aber das ist eine komplett andere Baustelle und hat irgendwie nichts mit dem Thema zu tun. Nur ein Gedanke zum Schluss: Schwachsinn wird nicht dadurch besser indem man ihn ständig wiederholt…)

      Aufgemerkt! | 19. Januar 2012 | 17:22 | Antworten
      • Hmmmmmm,

        warum habe ich nur das Gefühl, daß sich Dr. Herles hinter dem anonymen “Aufgemerkt!” versteckt….?

        Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 17:27 | Antworten
        • Ich fasse das als Kompliment auf.

          Ich stand und stehe allerdings in keinerlei Verbindung zum ZDF.

          Aufgemerkt! | 19. Januar 2012 | 17:31 | Antworten
          • Meine Frage rührt daher, da auch ich temporibus illis nicht unwesentliche Kritik von Ihnen erfuhr. Sie erklärten seinerzeit sogar, ich zitiere: “da auch wir uns bereitskennen”.

            Woher nur?

            Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 17:33 | Antworten
          • Machen Sie eigentlich nich irgendwas anderes Herr Egler? Sollten Sie nicht lieber in der Nachbarschaft umherstreifen und Falschparker anzeigen?

            Aufgemerkt! | 19. Januar 2012 | 18:43 | Antworten
          • Sicher mache ich auch anderes. Die Bloggerei ist nur eine Art Hobby. Sonst verbringe ich meine Tage wie jeder andere auch, wie immer man das auch definieren mag.

            Sie kehren wieder in diesen Blog zurück. Damals schrieben Sie, Sie hätten “wieder den Fehler gemacht den Blog zu lesen”. Warum schreiben Sie nicht unter Ihrem Klarnamen und weshalb kommen Sie zurück?

            Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 18:48 | Antworten
    • hier haben Sie aber eine vorgefertigte Meinung die nichts mit dem Blogeintrag zu tun hat. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass “die Europäer” (wer auch immer das sein soll) dem amerikanischen Sinnbild – eine strengere Bankenkontrolle ist der erste Schritt zum Kommunismus – nicht folgen werden.

      Aus meiner Sicht wurde hier gar keine Meinung vertreten derer hier Schelte angebracht wäre.

      Die Kernaussage (Meinungsäußerung) des Blogeintrages war, dass alle ein bisschen verbal auf die Bremse treten sollen.

      Hier könnte trefflich kritisiert werden: In einem Blog sollte eine Meinungsäußerung stattfinden sonst wäre es ja kein Blogeintrag sondern ein normaler Artikel.
      Das kam hier etwas zu kurz.

      locker bleiben | 19. Januar 2012 | 17:48 | Antworten
  6. …die amerikaner sind unsere freunde,unsere retter aus der not – nach dem zweiten weltkrieg…
    zu recht verdienen sie unseren respekt und anerkennung!
    aber bestimmt nicht auf lebenszeit!!!
    doch was machen unsere politiker?jene reagieren panisch oder reagieren überhaupt nicht auf die rankings der agenturen,zu recht oder unrecht?!
    wenn interressiert denn eigendlich dieser ganze mist?doch nur den spekulanten die in amerika und großbritannien sitzen.
    es geht doch um den kampf der kulturen!
    auf die kultur der amis kann man getrost verzichten.in einem land,in dem der bibel mehr geglaubt wird als der evolution,kann es doch nur neue fanatiker neben den alt bekannten islamisten geben!
    doch was hat das mit dem kampf der kulturen zu tun?

    der kampf der kulturen wird nicht innerhalb der westlichen nationen ausgeführt,sondern den neuen starken nationen dieser welt:CHINA,INDIEN und ASIEN überhaupt!

    Paul Oberconz | 19. Januar 2012 | 18:27 | Antworten
  7. In den 80er und 90er Jahren war das anglo-amerikanische Wirtschaftsmodell für uns Europäer ein leuchtendes Vorbild an wirtschaftlicher und finanzpolitischer Effizienz. Nachdem Ronald Reagan die Geldfässer angezapft hatte, konnte Bush senior den ersten Golfkrieg aus der Portokasse bezahlen und Bill Clinton brachte im Nachgang trotzdem einen ausgeglichenen Haushalt zustande. “Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Amerika!” feierten die Europäer von Palermo bis Glasgow und begannen das alteuropäische Wirtschaftshaus nach amerikanischem Vorbild umzubauen. Großbritannien ging dabei am drastischsten vor, aber auch die sonstigen Größen, wie u.a. Deutschland und Frankreich, taten das Ihrige, um auf der Tanzfläche ganz vorne mit dabei zu sein.

    Tja, nach dem Feiern folgt oft Reihern, und dabei sind wir jetzt gerade. Banken kaputt, Währung kaputt, Wirtschaft in gefährlichen Untiefen und die Politik plagt ein Kater, der sich gewaschen hat. Während die Briten schlechten Alkohol mit vermeintlich gutem bekämpfen und bei der Pulle bleiben, gibt sich Resteuropa das Aspirin in Form von neuen Regularien. Es wird dauern, bis es hilft. Schön, wenn dabei verkaterte Partyteilnehmer plötzlich zur Einsicht gelangen, daß das wirtschaftliche und finanzpolitische Komasaufen der Amerikaner “keine Zukunft hat”, aber diese Einsicht nimmt man ihnen nicht so recht ab. Ein angeblicher Abstinenzler mit einer brachialen Fahne darf sich wohl nicht als solchen bezeichnen. Währenddessen macht der Gastgeber von der anderen Seite des Großen Teichs nach wie vor ein Faß nach dem anderen auf und gibt sich dabei in bester Laune. Demokraten, Republikaner, wo liegt da der Unterschied?

    Dem Ganzen das Prädikat “Kulturkampf” zu verleihen, hat dabei schon etwas Bizarres. Als ob nur Sabbern beim Saufen einen besonderen kulturellen Unterschied zum Sabbern und Rülpsen beim Saufen machen würde. Lassen wir Amerikaner und Briten einfach Amerikaner und Briten sein und kurieren uns erst einmal selber aus. Das wird sowieso noch dauern und dabei wissen wir noch nicht einmal, ob uns nicht einige Dauerschäden entstehen. Was aber auch kommt, die Geschichte lehrt uns: Nach der Party ist vor der Party. Der Planer ist schon aufgeschlagen.

    Tocqueville | 19. Januar 2012 | 18:29 | Antworten
    • In den 80ern und 90ern hatte man auch noch das krasse Gegenteil der Planwirtschaft vor Augen und Europa in der Mitte von beidem. Schlagworte wie Liberalismus wirkten noch, in Deutschland erkennbar an den Erfolgen der FDP.

      Damit scheint wohl Schluß zu sein.

      Michael Egler^ | 19. Januar 2012 | 18:50 | Antworten
      • Nun, bereits Anfang der 90er war die Planwirtschaft bereits nachweisbar gescheitert. Europa – die Briten schon früher – begann erst jetzt mit der Liberalisierung der Märkte. Nun kann man unter “Liberalität” viel verstehen: Freiheit der Menschen, der Künste, der Wissenschaft, der Geschlechter, der Religion und natürlich auch des Wirtschaftens. Das braucht allerdings einen starken Staat, der Jedem diese Freiheiten bewahrt, nicht nur dem, der die Hackordnung beherrscht. Amerikas Verständnis von Liberalität ist eher eine Vorform der Anarchie. Es gilt das Recht des Stärkeren. Man müsse den Staat so zusammenschrumpfen, daß man ihn in der Badewanne ertränken kann, heißt es in einem neoliberalen Pamphlet. Trotz anderer liberaler Wurzeln und Verständnis hat sich Europa genau dieses amerikanische Model, vor allem in der Finanz- und Wirtschaftspolitik, als neue Kultur verordnet. Liberale, wie die FDP, haben dies völlig betriebsblind aufgegriffen und sich darauf monopolisiert. Angesichts der katastrophalen Folgen rächt sich das jetzt massiv und absolut zu Recht. Bye Bye FDP!

        Tocqueville | 19. Januar 2012 | 20:25 | Antworten
  8. Kampf der Kulturen?? – Aber nein, das scheint mir doch ein wenig zu sehr reißerisch aufgemacht, @Frau Illner! Soweit sind wir noch nicht ganz…

    Doch was die Ursache des I. wie des II. WK´s, wie auch der meisten anderer Kriege war, nämlich das Sichern von Ressourcen zur Ausbeutung, wird auch in Zukunft für mehr Konkurrenz sorgen: Denn dem stetig kleiner werdenden “Kuchen Erde” stehen immer mehr Konsumenten gegenüber, die an der Verteilung des Kuchens teilhaben wollen.
    Zudem wird ein todsicher kollabierendes, weltweites Geldsystem, das auf den unsäglichen Zinseszinseffekt basiert, für mächtigen Wirbel sorgen, bzw. tut es schon.

    Zündstoff für Konflikte, Kanonenbootpolitik und Imperialismus vergangener Zeiten, gibt es also genug. Doch die heute viel besser aufgeklärte Menschheit hat doch aus den zahlreichen Verteilungskämpfen der Geschichte gelernt.- Und wird erkennen, das die zum Teil globalen Herausforderungen nur gemeinsam gelöst werden können und nicht gegeneinander.

    silberdistel | 19. Januar 2012 | 19:05 | Antworten
  9. Ein Kommentar, dem ich zustimmen möchte.

    Ein kleines Beispiel hierfür sind die geradezu täglich auf CNN (Sitz in New York und London) servierten “Euro-Doom”-Geschichten, die über den Fall des Euro reden, als wäre der beschlossene Sache. Egal, was europäische Politiker anstellen, um der Krise Herr zu werden: Es ist nicht genug, geradezu “lächerlich”. Das die Lösung der Krise “Zeit” braucht, will man nicht hören, es bleibt dabei, der Euro solle “weg”.

    Aber wir müssen verstehen, das die USA nicht mehr nur um den ersten Platz in der Welt ringen: In einer Welt mit China und einer von den USA unabhängigen (!) EU wird es ein neues Kräftegleichgewicht geben, das die zwei Säulen der Supermacht (Militär und Dollar) stürzen wird. In so einer Zeit fällt es also nicht jedem amerikanischen Politiker leicht, die schlechte Nachricht von der neuen Durchschnittlichkeit an ein von der Krise gebeuteltes Volk zu vermitteln.

    Orbiter | 19. Januar 2012 | 19:35 | Antworten
  10. @(ZDF) Maybrit Illner,
    Beim allem Respekt Frau Illner,
    das Thema, dass Sie gerade angerisen haben, nenne ich
    “Kampf der Blogen”.
    Die Situation ist in Deutschland brisant, obwohl Blogthema aktuell ist, dennoch kommt Blogthemawechsel.
    (Razzia bei Wulffs-Berater / Keine Koalition in Saarland Innerhalb zwei Stunden)
    Sie agieren Momentan nach den Prinzip: Teile und Herrsche.
    .
    Zum Thema:
    Was zwischen EU und USA geschieht nenne ich ein Dialog zwischen Standhaften Partner in einer heicklen Situation.
    Ja, China stichelt und kolonisiert die dritte Welt wieder (Übrigens der Film “der Chinese” ARD war Klasse – nach dem Roman von Henning Mankell), Russland entwickelt sich nicht(Syria/Iran), Indien hat kein Charackter, und der Rest will seine Groschen in Triple AAA Länder Anlegen und ihre eigene Land verarmen lassen.
    Warum jetzt Pseudokonflickte entstehen lassen?
    Unseriös.

    Werker | 19. Januar 2012 | 19:53 | Antworten
  11. A) Klasse, dass M.I. sich diesem Thema widmet B) Richtig beobachtet ist, dass es hier um zwei grundsätzlich widerstreitende Anschauungen in der Funktionsweise von Wirtschaft und Staat geht: Neoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft. C) Leider ist der völlig falsche Titel gewählt worden, da es sich keineswegs um “Kultur” handelt, sondern um Kapitalismus und der hat mit Kultur nichts, aber auch gar nichts zu tun! D) Wenn, dann geht es um den Kampf um den wahren Kapitalismus! E) Wenn im Kapitalismus gekämpft wird handelt es sich generell um Verteilungskämpfe. Hier: Wer bekommt mehr vom Kuchen ab, die Finanzwirtschaft oder die Realwirtschaft. Da England und die USA fast keine Realwirtschaft mehr haben, sondern nur noch gegen diese (also die Wirtschaft anderer Staaten)spekulieren, kommt es zwischen den Angelsachsen und dem Rest der Welt zum Showdown.
    F) Warum wird die Realwirtschaft mit Umsatzsteuer belegt, die Finanzwirtschaft aber nicht? Na, wer weiß es?

    Etzart | 19. Januar 2012 | 19:57 | Antworten
  12. Man kann davon ausgehen, dass wenn Eurpäische und vor allem deutsche Politiker etwas machen, sie ihren eigenen Vorteil suchen.

    Normalerweise werden nur Strategien entwickelt, die der Politk mehr Kontrolle, mehr Geld und mehr Macht bringen. Darüber hinaus natürlich den Bürger belasten (man kann ja nur den belasten, der arbeitet und Werte schafft. Die Politik ist das nicht).

    Es werden natürlich politisch korrekte Gründe und ethische Argumente vorgelegt (so wie etwa “Öko” und “Klimaschutz” , “Gesundheit”, “Wohlstand der Bevölkerung”, worum es geht ist aber jedem klar.

    Von daher: Wenn ein Vorschlag von einem Politiker kommt, ein Gesetz, eine Verordnung oder eine Vorschrift zu erlassen, kann man getrost davon ausgehen, dass das lediglich dem eigenen Vorteil dient.

    Also, egal was die Politik sagt, einfach über sich ergehen lassen und schon mal den Geldbeutel aufmachen.

    Jörg | 19. Januar 2012 | 20:10 | Antworten
    • Ich bin Ihrer Meinung. Es gibt viel “Talk” bei ARD und ZDF. Leider überall dasselbe und wirklich wichtige Themen sind selten dabei. Vielleicht meint man, wir vestehen sie nicht?

      heidschnucke | 20. Januar 2012 | 00:45 | Antworten
  13. Schade, nachdem ich diesen Beitrag gelesen hatte, hoffte ich, Frau Illner würde die Gegensätze Europa/Amerika&England zum Thema ihrer heutigen Sendung machen. Warum musste diese überaus interessante und vor allem im deutschen Fernsehn bisher viel zu wenig behandelte Frage der unterschiedlichen Wirtschaftsphilosophien mal wieder einem Thema vorgezogen werden, das täglich hundertfach auf allen Kanälen diskutiert wird. Anstatt ein uraltes Mainstream-Thema zum hunderten Mal durchzukauen, sollte das ZDF mal an dieser Stelle etwas Mut zeigen und neue Debatten anstoßen. Das hat unser gesellschaftlicher Diskurs dringend nötig!

    Julian | 19. Januar 2012 | 20:50 | Antworten
  14. Es wird Zeit endlich die abgehobene sich unglaublich elitär gebärdende Finanz-Spekulations-LasVegas-Wirtschaft einzufangen und wieder an Produktion, an Waren und Werte zu koppeln. Wie? Natürlich indem man Sie endlich gleichstellt mit der auch mal Werte schaffenden produktiven Realwirtschaft. Diese feine Sonderstellung dieser Herren der Herren muss ein Ende haben! Daher einfach 20% Umsatzsteuer drauf auf alle Finanzgeschäfte!! Man versteht nicht, dass sich hier kein Gleichstellungsbeauftragter findet. Das sich auch die Realwirtschaft selbst (warscheinlich Angst vor ihren Kreditgebern) nicht beschwert. Auch nicht die EU-Kommission, die in größter Pingeligkeit regionale Bevorzugung irgendwelcher Wirtschaftstätigkeiten verurteilt und gleichmacht. Unglaublich auch die Angst der Politik Steuern das zu besteuern, was uns kaputt macht.

    Etzart | 19. Januar 2012 | 21:52 | Antworten
  15. @ Aufgemerkt !als Kompliment fassen Sie das auf mit herrn Herles verwechselt zu werden.Nachdem Sie das geschrieben haben,werde ich Ihnen nicht antworten,weil es Sinnlos ist und warum soll ich meine Energie verschleudern,und das tu ich nicht.
    Gruss Kurt !
    @ Herr Tomca, kann Ihnen zustimmen,das wir uns endlich emanzipieren müsssen gegenüber den Überheblichen Amis.
    Diese meinen Sie wären die Übermenschen und Ihr Demokratieverständnis besteht darin Kriege zu führen unter dem Deckmantel der Demokratie das gleiche hat die Religion gemacht,Menschen abgeschlachtet,diese haben die Amerikaner abgeschaut von den sogenannten Christen.Und wenn wir es richtig betrachten,ist die Demokratie auch nur für Reiche,wer Geld hat hat die Macht und somit die Freiheit über die die Medien obwohl sie auch nicht frei sind so gerne reden.Frau Illner,sie wissen es doch am besten wer Geld hat und Beziehungen macht auch karriere,gell Frau Illner !!!Gruss Kurt

    Kurt | 19. Januar 2012 | 22:16 | Antworten
  16. .. meine Meinung ..

    Meiner Meinung nach, sollte man bei diesem Thema, keine all so lange Meinung zum besten geben.
    Die Herren Republikaner, haben schon genung Daten über uns gesammelt.
    Warum noch seine “wertvolle Meinung” zu besten geben..!
    Die Gedanken sind frei ..!.. ja denkste, die sind noch das eingste, was noch geblieben ist.

    Gruß
    bcstony

    P. Degoulange | 20. Januar 2012 | 00:01 | Antworten
  17. Die Amerikaner sowie die Briten haben sich in zwei Weltkriegen zum Lenker der westlichen Welt erhoben. Das sie dazu nicht in der Lage sind, zeigt nicht nur die Gegenwart. Die raffen es einfach nicht, dass mit dem Ausbluten der Welt nur die Probleme verzögert werden. Sind nicht die Amis in den 2. WK eingestiegen, da die Briten ein kaum rückzahlbaren Schuldenberg bei den US-Banken angehäuft hatten. Uns erzählt man immer es ging um die gute Sache und den Schutz von Minderheiten sowie die Bekämpfung des Bösen? Damals gings nur ums Geld, bei der Auslösung der Weltwirtschaftskrise 1929 gings nur ums Geld, es geht immer nur ums Geld wenn die Anglo-Amerikaner den Mund aufmachen. Es wird Zeit, dass wir den nimmersatten Schlund stopfen, damit sie an ihrem Geld ersticken.

    Der mit der Wahrheit tanzt | 20. Januar 2012 | 01:01 | Antworten
  18. Festzuhalten bleibt, dass Deutschland besser da steht, als USA und England zusammen.

    Und auch was die freie Gesellschaft betrifft können die Überwachungskamerafetischisten und Datensammler nicht mithalten.

    Als Ami muss man sogar an die USA Steuern zahlen, wenn man überhaupt nicht in den USA lebt, wie liberal sind wir dagegen.

    Ok, wir haben die Wohlfahrt staatlich organisiert, jeder wird bei Krankheit versorgt, Gebisssteinbrüche sind bei uns auch eher selten zu sehen, muss ja nicht schlecht sein.

    Auf das, was im Wahlkampf gesagt wird, sollte man wirklich nicht zu viel geben, da wird bei uns auch viel geäußert im Kampf um die Stimmen. Das mit der Städtepartnerschaft war mir neu, scheint aber wirklich nur ein Einzelfall zu sein. Drauf gesxxxxen.

    Wenn sich Kontinentaleuropa einig ist, dann wird die Finanztransaktionssteuer ein voller Erfolg, und solange die Briten nicht mitmachen verkaufen wir denen einfach keine BMWs und Daimlers mehr :-)

    Marc | 20. Januar 2012 | 01:12 | Antworten
    • - natürlich stehen wir besser da.
      Wie war das kürzlich noch als Obama mit viel Glück kurz vor Zwölfe noch die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA abwenden konnte ?
      Trotzdem wurde (oh Wunder!) den USA fast zeitgleich die höchste Wertung der Rating-Agenturen zugebilligt ! Ein Schelm der Böses dabei denkt…
      Und unsere Schnarcher unternehmen nichts gegen diese ganz offen gesteuerten Bewertungen. Im Gegenteil, sie reagieren nach wie vor hektisch und kopflos.

      Ramses | 20. Januar 2012 | 02:43 | Antworten
  19. Interessant ist, dass in den angelsächsischen *Kulturen* trotz der lamentablen sozialen Verhältnisse zugunsten *freier* Wirtschaftskonzepte wirtschaftlich kaum etwas zum besseren steht. Und das erwähnte Gekläffe dort drüben deutet dann ja wohl auch in unmissverständlichster Weise darauf hin, _wie_ sehr denen der Allerwerteste bereits auf Grund geht. Sozial und Wohlhabend schließen sich eben auch auf volkswirtschaftlicher Ebene nicht notwendig aus. Denn am Ende geht es um Verteilungsgerechtigkeit. Das heißt auch: Wieviel kann einer überhaupt fressen?

    Kronach | 20. Januar 2012 | 07:11 | Antworten
  20. “faul, feige, gottlos”
    sind wir nicht, sondern emanzipiert. Endlich nehmen auch wir unsere Währung als Wirtschaftwaffe wahr und werten soweit ab, daß unsere Produkte auf dem Weltmarkt der Renner sind.
    Übrigens, den lieben Gott, der über USA schwebt, können sie gern behalten. Den hatte Europa schon zu Zeiten des 1. Weltkrieges, wo alle mit Gottes Hilfe in europäischen Schützengräben für ihre Kaiser und Könige starben.

    Tomca | 20. Januar 2012 | 09:01 | Antworten
    • @Tomca
      Was regen wir uns über die Amerikaner auf,bei uns gibt es auch bald ein Schiffbruch wenn es weitergeht.Die gegenseitigen Belastungen sind immer das Letzte,was vor einem Unglück geht,wie ein Überlebungskampf,aber dannach ist Ruhe.

      M.G. | 20. Januar 2012 | 09:42 | Antworten
  21. Opportunistisch nenne ich das Verhalten der jenigen,
    die glaichgültig welches Tagesthema entsteht,
    dieses zu einem Systemkampf stylisieren.
    .
    Es genügt nur an alle bewafnetten Konflikte der letzten 50 Jahre zu denken (aussgenohmen 1. und 2. WK) Ist das nicht genug?.
    Muß man sein eigenes Haus immer wieder abreisen und dann neue wiederaufbauen?
    Das alte Europa hat das ungewolte Kind Amerika doch zur Welt gebracht und
    wie es dazu gehört, das Kind war besser als seiner Eltern.
    Aber dieses Kind „Amerika“ sorgte für die Alte Mutter „Europa“ und
    brachte einersits sein Kind „Europa Jr.“ auf die Welt und
    dieses wiederrum ist in vielen Aspekten besser als seine Eltern.
    Dieses stolze Kind zeigt sein Gesicht in diesen Blog.
    .
    Sollen wir unsere Eltern einfach wegstossen? Sollen wir vielleicht besser uns gegenseitig ergenzen und zuverstehen versuchen? Sollen wir sie vergessen?
    Eines weiss ich man hat eine Familie und man hat Verbannte.
    Der Unterschied ist mir inzwischen beigebracht worden.
    Wenn wir uns darüber im Klaren sind, so denke ich,
    brauchen wir keine Wertediskussion.
    Da handelt man wie die Tiere instinktiv.
    Wir schutzen uns oder wir zerfleischen uns.
    .
    Das mit Geld und Steuern können wir sowohl von
    Hr. Smith, Hr. Weber und aktuell zu UsSt. von Marx lernen bzw.
    können wir weiter mit ihren Thesen vorsichtig experimentieren.
    Einer allein Reich nicht aus.

    Werker | 20. Januar 2012 | 10:00 | Antworten
  22. @ alle

    Finanzmärkte: „Kampf der Kulturen“

    Bereits gestern, nachdem ich den Artikel von Frau Illner gelesen habe, wollte ich ein paar Worte zu dem Thema Kultur und dem vermeintlichen „Kampf der Kulturen“ schreiben.
    Aber ich hänge immer noch an der Überschrift fest.

    Was meint die Autorin mit „Kampf der Kulturen“?
    Kultur: „Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung“
    In dem Artikel von Frau Illner geht es um Finanzmarktregeln, um Transaktionssteuer, um die etwas andere Philosophie britischer und amerikanischer Republikaner, um soziale Marktwirtschaft und eine mögliche Form von Sozialismus.

    Kultur auf diese wenigen Begriffe und Schlagworte zu reduzieren, ist wohl falsch. Mit Kultur das „Habenwollen“ zu umschreiben ebenso.
    Kultur entsteht durch das Zusammenwirken von Menschen, die mehrheitlich aus Erfahrungen lernen, die mehrheitlich auf vielen Gebieten einen Weg beschreiten wollen, der zukunftsfähig ist. Kultur ist das Erkennen von positiven Werten und das Bewahren.
    Eine Kultur kann eine andere nicht besiegen. Eine Kultur unterliegt nicht so einfach der anderen. Die Menschen eines Kulturraums können ihre Kultur aufgeben.
    Ja, und dann spricht man von dem Untergang einer Kultur.

    Sollte die Überschrift des Artikels von Frau Illner nicht besser heißen: „Unterschiedliche Auffassungen bezüglich Finanzmärkte“ Na ja, das könnte man besser formulieren.
    Aber: Egoismus und Habenwollen hat nichts mit Kultur zu tun.

    Einen freundlichen Gruß aus Eisenach

    Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 20. Januar 2012 | 10:56 | Antworten
    • .. einen freundlichen Gruß aus Baden-Baden ..

      P: Degoulange | 20. Januar 2012 | 14:54 | Antworten
    • Sollte die Überschrift des Artikels von Frau Illner nicht besser heißen: „Unterschiedliche Auffassungen bezüglich Finanzmärkte“

      ->Das ist wirklich sehr naiv.

      “Egoismus und Habenwollen hat nichts mit Kultur zu tun”

      Das Aufmunitionieren der zockenden Milliadäre des eigenen Kulturkreises mit immer mehr Geld und Macht soll kein “Kampf der Kulturen” sein?

      Da fühlt man sich an die Aussage des peinlichen Haus-Machiavelli der SPD erinnert, der zu den Ratings sagte, dass er nicht an Verschwörungen glaube. Klar, diese Opposition freut sich über jeden Tiefschlag, der Europa und Deutschland ereilt.

      Karl Letis | 22. Januar 2012 | 13:42 | Antworten
  23. Das amerikanische Wirtschaftsystem baut auf die Trickle-Down-Theorie auf.
    Leider hat sich diese Theorie bis heute nicht als richtig erwiesen.
    In den USA wachsen die Zeltstädte, immer mehr Durchschnittsamerikaner werden nach unten durchgereicht.

    In Deutschland ist es ähnlich. Die Schere zwsichen Armen und Reichen geht immer weiter auseinander. UNd wer einmal unten ist, kommt nicht mehr hoch.
    Die USA haben uns gegenüber aber einen Vorteil. Theoretisch kann wirklich jeder durch Arbeit reich werden.
    In Deutschland bekommst du ohne entsprechendes Zertifikat/Zeugnis keinen entsprechenden Job.

    Ich für meinen Teil bin froh im “Sozialismus” zu leben. Zumindest ist es laut Republikaner und Tea-Party “Sozialismus” wenn jeder krankenversichert ist.

    Slyer | 20. Januar 2012 | 10:57 | Antworten
  24. Ich bin für Krieg!

    Man stelle sich mal vor, Schröder wäre nicht dem Zeitgeist gefolgt und er hätte die “neoliberalen” Reformen nicht durchgeführt. Es hätte sicher so etwas wie einen Wirtschafts- und Währungskrieg gegeben und die EU hätte massiv an Export verloren. Export ist nicht die Aufgabe einer Volkswirtschaft, höchstens eine Zusatzgeschäft. So ist es auch hirnverbrant, wenn man die eigene Bevölkerung ärmer macht, damit man die “Wettbewerbsfähigkeit” für den Export verbessert. Die Rechnung konnte nicht aufgehen. In den skandinavischen Ländern kann man sich das Ergebnis einer besseren Strategie ansehen. Die USA und Großbritannien wären allein in der Krise.

    Eine “kontinentaleuropäische Finanzphilosophie” ist sicher ein guter Denkansatz, es ist aber eigentlich schon viel zu spät. Steuerverzicht bei den Reichen, erzwungener Lohnverzicht bei der Mehrheit und Übernahme der Schäden einer deregulierten (Finanz)Wirtschaft haben die Wirtschaftskreisläufe zerstört, die Staatfinanzierung unmöglich gemacht und den schon vorhandenen Schuldenberg der Staaten vervielfacht.

    Man kann jetzt an Renten und am Sozialsystem sparen und damit eine Rezession durch Nachfragerückgang erzeugen. Man kann durch langsame stetige Inflation oder durch schnelle Hyperinflation die Fehlentwicklungen beseitigen und damit alle Ersparnisse auflösen. Es gibt keine gute Lösung mehr. Es werden wohl immer die zahlen, die schon für den Wettbewerb durch Lohndumping bezahlt haben.

    Ich bin auch gegen verbale Abrüstung. Das legale Finanzsystem der westlichen Welt ist ist gefährlicher als die kriminellen Durchgeknallten von Al Kaida. Das meine ich nicht als Zuspitzung. Man muss einfach mal nicht wegsehen, wenn es um die vielen Toten durch die Spekulation mit Lebensmitteln geht. Ich fordere die Verhaftung der Verantwortlichen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach § 7 Völkerstrafgesetzbuch. Verbale Abrüstung ist Verharmlosung.

    Siggi | 20. Januar 2012 | 11:49 | Antworten
    • @Siggi,
      …”Verbale Abrüstung ist Verharmlosung”.

      Aber man kann kämpfen ohne Krieg zu führen.
      Das ist der Sinn von Demokratie und Parlamentarismus.
      Ja, @Siggi an die Arbeit.
      Für Demokratie und Parlamentarismus muss man Arbeiten.
      Das ist unsere tägliche Kampf und Brot.
      Aber bitte kein Krieg.

      Werker | 20. Januar 2012 | 12:01 | Antworten
      • …wir brauchen kein “Rubikon” oder ähnliche Ausdrücken weil dann sind wir Verfangen. Man merkte es beim Höhere Anlass.

        Werker | 20. Januar 2012 | 12:07 | Antworten
        • Ich bin auch der Meinung das wir einen “Rubikon” unbedingt brauchen, also eine Grenzüberschreitung. Setzen auf Freiwilligkeit und Verhandlungen haben nichts gebracht. Wir müssen einen Schritt weiter gehen, sonst werden wir nicht ernst genommen. Demokratie und Parlamentarismus bedeutet nicht grundsätzlich Konfliktvermeidung.

          Siggi | 20. Januar 2012 | 14:13 | Antworten
      • Es geht um einen Krieg im übertragenen Sinne, so wie Wulff Krieg gegen Bild führen wollte. Ersetzen wir mal den Begriff Krieg durch Konflikt.

        Der Ansatz ist Söders Umdenken mit einer kontinentaleuropäische Finanzphilosophie und Elmar Broks Warnung vor einem Währungskrieg. Frau Illner wollte in dieser Darstellung vor drohenden Konflikten warnen und befürwortet eine Konfliktvermeidung. Da bin ich gänzlich anderer Meinung.

        siggi | 20. Januar 2012 | 14:11 | Antworten
    • @Siggi

      Zu Ihrem letzten Satz:
      Dann können Sie heute noch die gesamte Regierungs – Mannschaft (“Frauschaft“) in Berlin in Handschellen abführen lassen – vorab marschiert unsere “Liebe Frau“ – danach sämtliche Mitglieder der vorhergehenden Regierung ebenfalls wegsperren!
      Und einen derartigen “Großputz“ müssen wir dann in ganz Europa bzw. auf der ganzen Welt tätigen.
      Das Gefängnis für diese “Mafia“ wird dann die Größe einer Millionenstadt haben und das Durchfüttern dieser Strategen wird jährlich wenigstens 100 Milliarden kosten.

      Sollten wir uns so etwas wirklich antun?

      Das einzig Positive, das aus dieser Aktion dann resultieren könnte, wäre
      “ein neuer Rekord im “Guinness Buch “ für soviel“ Dummheit auf einem Haufen“!

      Keine Macht den Drögen
      Gruß D. Ackermann

      Dieter Ackermann | 20. Januar 2012 | 12:53 | Antworten
      • Ihre Analyse zum Ausmaß könnte richtig sein, Herr Ackermann. Es reicht aber, wenn wir nach dem Vorbild der Nürnberger Prozesse die Hauptverantwortlichen vor Gericht stellen.

        Siggi | 20. Januar 2012 | 14:14 | Antworten
  25. Wir müssen gar nicht mit den Fingern auf die Amerikaner zeigen.
    Schauen und hören wir uns die Volksverführer der Linkspartei einmal ganz neutral an, werden wir feststellen, dass diese genauso schlimm hetzen wie manch Politiker der Republikaner.
    Und das beste daran ist: es gibt sehr viele dumme Deutsche die auf Oskar Lafontaine reinfallen.
    Göbbels konnte es auch nicht besser!

    Oskar Dummschwätzer | 20. Januar 2012 | 13:39 | Antworten
  26. Zur Verteidigung der Bürger der USA oder England muss man klar sagen das bei denen seit Jahrenzehnten eine Plutokratie. Es wird sehr viel geld ausgegeben, Steuervergünstigungen für Firmen und Reiche gegeben. Einsparungen werden allerdings im Bildungsetha getätigt. Dadurch das die Bürger immer dümmer von Jahrgang zu Jahrgang.

    Die Engländer haben genauso wie die Amerikaner über die Jahrzehnte hinweg ihre Wirtschaft zerfallen gelassen zu gunsten von Banken. In Amerika war das Zauberwort dafür Outsourcing auf kosten von Millionen Arbeitsplätzen. Einige wenige haben sich dadurch dumm und dämmlich verdient. Die normalen Bürger bekommen via Medien ein Trommelfeuer von Lügen und Halbwahrheiten verabreicht. Man lenkt deren Hilflosigkeit und Wut auf diverse Punkte. Im Moment Obama, er ist angeblich Kommunist und hatVverbindungen zu Al Kaida, die meisten der republikanischen Wähler können das noch nichteinmal schreiben.

    Sepheran | 20. Januar 2012 | 14:34 | Antworten
  27. Was hier so alles geschrieben wird, da muss man schon sagen: Hut ab!
    Was wir alles über Amerikaner und Engländer wissen!
    Würde mich interessieren, wer hier wirklich schon mal länger, also nicht nur für 2 Wochen dort war.
    Eigentlich ist es nichts anderes wenn Amerikaner nach 2 Wochen Deutschland nach Hause kommen und sagen:
    “Die Deutschen tragen alle Lederhosen, fressen Sauerkraut und Weißwürste und Jodeln.” Und das sagen sie deshalb, weil sie 2 Wochen in Bayern verbracht und ein bayerisches Volksfest besucht haben.
    Da wir Deutschen uns aber ganz anders unsere Meinung bilden und über den Rest der Welt super und neutral informiert sind, dürfen wir auf jeden Fall sagen/schreiben, was andere so können oder eben nicht.
    Woher weiß “Sepheran” eigentlich, dass “meisten der republikanischen Wähler” nicht Al Kaida schreiben können?
    Wir in Deutschland können halt alles und alles besser!
    Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen!

    Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen! | 20. Januar 2012 | 15:31 | Antworten
  28. Die Republikaner sind gekippt von einem Mißtrauen gegen den Staat hin zu einer regelrechten Paranoia.
    Was da so geaüßert wird , hat oft die Grenze zum Irrsinn deutlich überschritten.
    Kaum vorstellbar , aber sie waren einst das Sammelbecken der Gegner der Sklaverei.

    Nur wird es auch immer offensichtlicher , daß die Rep. auch in den USA zunehmend an Glaubwürdigkeit verlieren , aller Voraussicht nach gibt es keinen ernsthaften Kandidaten , der Obama schlagen könnte.

    Es fällt auf , daß deutsche Medien dazu neigen , jeden Furz zu bringen , den Einer von der Tea-Party fahren läßt , aber alles Andere unter den Tisch fallen lassen- das machen sogar Journalisten , die der Tea-Party kritisch gegenüber stehen , gerade wie das Kaninchen vor der Schlange.
    Das ist vielleicht das Amerika , daß am lautesten krakeelt und die meisten Drogen nimmt , aber wohl kaum das eigentliche Amerika , so wie es selber immer behaupten.

    new kid on the blog | 20. Januar 2012 | 20:45 | Antworten
    • .. mit freundlichen Grüßen aus Baden-Baden ..

      P. Degoulange | 20. Januar 2012 | 21:40 | Antworten
  29. Verbale Abrüstung klingt vernünftig

    Karl Letis | 22. Januar 2012 | 12:58 | Antworten
    • Nö!

      Klingt nach Ausweichen vor Problemen.

      Problemlöser | 22. Januar 2012 | 23:50 | Antworten
      • Sie meinen also Aufrüsten?

        Dann machen se mal ein paar Vorschläge!

        Was könnte man den Amis schönes an den Kopf werfen?

        Karl Letis | 30. Januar 2012 | 10:32 | Antworten
  30. “…strengere Finanzmarktregeln und eine Transaktionssteuer.”

    „Dümmer als die Polizei erlaubt“ sind alle von der hohen Politik oder anderen berufsmäßigen Wichtigtuern vorgeschlagenen Maßnahmen, die an der Versklavung der Intelligenz durch die Gemeinschaft der Dummen nichts ändern: „Finanztransaktionssteuer“, „Regulierung der Finanzmärkte“ (was auch immer damit gemeint sein soll), „Kapitalertragssteuer“ u. ä. planwirtschaftlicher Unsinn. Die jeweiligen Beweise, dass alle diese Maßnahmen die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Kapitalismus) in keiner Weise angreifen, sondern nur die Freiheit aller zusätzlich einschränken, sind so überflüssig wie die Maßnahmen selbst. Es reicht aus, den Beweis zu führen, dass eine konstruktive Geldumlaufsicherung die absolut beste „Regulierung der Finanzmärkte“ darstellt, ohne dass sich dadurch irgendwelche Nachteile ergeben:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/vollinvestition.html

    Stefan Wehmeier | 11. Februar 2012 | 14:39 | Antworten
  31. Wenn Republikaner und England über Europa reden, ist auch viel Neid dabei. Solidarität, Demokratie und Soziale Marktwirtschaft sind immer noch die Leitbilder vieler Nationen, ob sie es so umsetzen wollen, lassen wir mal dahingestellt sein. Viele Menschen in aller Welt beneiden uns darum. Selbst Despoten wie Gaddafi setzte einiges in seinem Lande um. Wir dürfen nicht dem Kapital die herrschaft über die Menschen einräumen, Kapital sollte nur ein Mittel zu Zweck sein um aller Wohl steuern zu können.Darauf zu setzen, dass Kapital auch sozial handeln muss, können wir vergessen. Nichs was von der Wirtschaft gefordert wurde, hatte das Kapital verändert. Im gegenteil die Finanzaktionen wurden noch mehr aufgeblasen und der Spekulation alle Türen geöffnet. Wir werden wieder gewinnen, wenn eine Versicherung auch das hält was sie soll. Wenn Spekulanten nicht mehr die Preise für Nahrung und Energie künstlich verändern können. Wir brauchen Vertreter des Volkes ohne Vorteilsnahmen.

    razalhanut100 | 19. Februar 2012 | 11:36 | Antworten

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