Bayern vorn?

Die bayerische CSU besetzt alle Jahre wieder, noch vor dem Dreikönigstreffen der FDP, den ersten politischen Termin im Januar. Die Tagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im malerischen Wildbad Kreuth ist legendär. Es ist der Ort der markigen Worte, seit Jahrzehnten erklärt die CSU von Kreuth aus die politische Weihnachtsruhe für beendet.

Doch dieses Ritual fällt den Christsozialen immer schwerer. Der bayerische Löwe wirkt müde. Parteichef Seehofer betont jetzt noch einmal im Vorfeld von Kreuth seine Skepsis an der Rente mit 67, aber das hat er doch schon 2009 und 2010 gesagt. Ihren “Bis-Hier-Und-Nicht-Weiter“-Kurs in Sachen EURO-Rettung will die CSU in Kreuth nochmals untermauern, aber jeder weiß doch, dass die Finanzkrise nicht in Bayern entschieden wird. Bei der Vorratsdatenspeicherung will die CSU nochmals Zähne zeigen, was ist spektakulär daran?

Vielleicht wird die CSU ja Opfer ihres Erfolges? Nicht in allen, aber den meisten Politikfeldern ist Bayern vorn: Bei Wachstumszahlen und in Bildungsvergleichen weit oben, bei Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit ganz unten. Bayern ist unzweifelhaft das erfolgreichste Bundesland. Nur – die Wähler schauen immer weniger auf die Ergebnisse von Politik, sondern immer mehr auf, neudeutsch gesprochen, die “Performance“. Die Gefälligkeit im Auftreten von Politikern überlagert zunehmend die Inhalte.

Und da hat die CSU ein Problem, sie wirkt nun mal flau. Ihre Bundesminister in Berlin sind unauffällig. Kabinettsumbildungen in München geraten ohne Not holprig. Zickzack-Kurse wie zuletzt in der Energiepolitik verschrecken die Stammwähler. Solche Atemnot hat die CSU schon länger befallen. Aber, wenn man an Kreuth 2011 zurückdenkt, gab es damals etwas, was alles andere überlagerte. Im Kreuth des vergangenen Jahres waren sämtliche Kameras und Mikrofone auf Karl-Theodor zu Guttenberg gerichtet. Sein Glamour schien der müden Partei wieder Beine zu machen.

Doch Guttenberg ist zurückgetreten und mit ihm ist viel Zukunfts-Hoffnung in der CSU dahin. Sein erster Comeback-Versuch im Spätherbst war ja nicht nur völlig missglückt, sondern es war ja auch hochgradig undankbar, als er seine CSU angriff. Die Partei hatte doch fest zu ihm gestanden, damals in der Plagiatsaffäre. Guttenbergs Belehrungen ein dreiviertel Jahr danach, eine Frechheit. Und dennoch lässt Seehofer jetzt in Interviews durchblicken, er könne sich eine Rückkehr Guttenbergs vorstellen. Warum? Seehofer sieht das Missverhältnis zwischen dem brillanten Erscheinungsbild seines Landes und dem matten Image seiner Partei. “Performance“ – ja, das konnte Guttenberg, wie kein anderer. Deshalb traut sich die CSU noch nicht, auf den gefallenen Engel zu verzichten. Kreuth 2012 wird ohne Guttenberg stattfinden. Aber vielleicht ist er ja 2013 wieder dabei?

(ZDF) Ulrich Berls

(ZDF) Ulrich Berls - Leiter des ZDF-Studios Bayern

33 Kommentare | 04. Januar 2012 | 10:14 Uhr | Twittern | Facebook

33 Kommentare

  1. entsetzlicher gedanke, wenn ein ausgemachter betrüger wie guttenberg wieder in politsche ämter käme. welche not in der csu. welche not.

    herr von s. | 4. Januar 2012 | 10:50 | Antworten
    • edit: fipptehler
      “politische ämter”

      herr von s. | 4. Januar 2012 | 10:52 | Antworten
  2. Auf einen mehr oder weniger kommt es doch schon nicht mehr an. Ausserdem: Wir wollen es doch nicht anders….und akzeptieren ja wirklich zwischenzeitlich ALLES.

    hel | 4. Januar 2012 | 10:52 | Antworten
  3. Warum haben die Leute außerhalb Bayerns so viel Angst vor der Rückkehr Guttenbergs? Vermutlich vebinden Sie damit einen steilen Anstieg der CSU-Ergebnisse und das ist von den meisten Medien nicht gewollt und von denen, für die sie schreiben sowieso nicht. Guttenberg würde die Best-Ergebnisse der bayerischen Politik mit der Performance verbinden, das wird gefürchtet, von Medien und von der Oppostition.

    wojala | 4. Januar 2012 | 11:22 | Antworten
    • Das ist – mit Verlaub – zum Lachen. Wir haben außerhalb keine Angst vor Guttenberg, es geht nicht um seine Person, es geht um das Prinzip, das hinter seinem möglichen Comeback steckt. Bayern hat immer noch FJS und seinem besten Helfer das wirtschaftlich gute Dastehen zu verdanken, und wir blicken alle mit Anerkennung auf die guten Ergebnisse der Vergangenheit. Aber die Zeiten ändern sich und auch in Bayern bzw. in der CSU hat man immer noch nicht verstanden, daß sich grundlegend etwas ändern muß. Erinnert sei an Frau Pauli …

      Bernd Boeske | 4. Januar 2012 | 11:36 | Antworten
  4. Ganz einfach: Die Systemfrage steht. Wann wird aus der nun alten Bundesrepublik endlich die Zweite Republik ? lautet die Frage. Die Parteiendemokratie wie sie jetzt ist, hat abgewirtschaftet. Bayern vorn? Nee, hier wird gerade vorgeführt, wies es läuft.
    Und ich denke wie fast jeder hier, so geht das nicht lange weiter.
    Wo man keine Inhalte anzubieten hat, und die Performance wichtiger erscheint als die Problemlösung, da herrschen Kungelei und Schacher um Ämter und Pöstchen, da herrschen Parteienfilz und … Das politische System muß geändert werden, was nicht heißt, daß der Aufbau einer Diktatur ansteht, nein: Endlich mehr Demokratie wagen!

    Bernd Boeske | 4. Januar 2012 | 11:25 | Antworten
    • Von wegen Weihnachtsruhe von der CSU von Kreuth aus, zu Weihnachten herrscht doch im allgemeinen der größte Stress,wo sich anschließend keiner gegenseitig riechen kann.
      Zumindestens hatte ich vor meinen Eltern ruhe.@Bernd Boeske

      M.G. | 4. Januar 2012 | 11:52 | Antworten
    • Lieber @Bern Boeske,

      sehr richtig! Die Systemfrage ist längst überfällig!!

      Wir haben doch längst nur eine Parteiendiktatur. Diese Scheindemokratie ist nicht mehr zu ertragen. Parteien gehören abgeschafft. Wir Bürger müssen auf kommunaler Ebene uns vernetzen. Denn schliesslich wissen wir doch selber, was zu tun ist. Warum soll das eine Partei für uns entscheiden?!

      Parteien vertreten eh nur immer ihre Idelogie. Sehen ihre Eigeninteressen mit den gut bezahlten Pöstchen. Und was bei solanger Macht der CDU herauskommt, bekommen wir jetzt bestens repräsentiert. Eine Gesellschaft ohne Moral, Respekt und Achtung seines gegenübers. Stattdessen voller Blender und Narzissten, Selbstdarsteller.

      Wir müssen zurück auf die Mikroebene. Alles zentralistische führt eh nur in eine Diktatur! Siehe die EU und Brüssel. Und das Parteien mit langer Macht auch immer in eine Diktatur enden, haben wir Ossis ja nun lange genug erlebt. Da geht das Land dann immer mehr den Bach herunter. Wir entwickeln uns zurück!

      Wirkliche Innovationen in Deutschland haben wir doch schon lange nicht mehr. Alternativen werden doch systematisch unterdrückt!

      Wir haben nur noch Parteien mit leeren Worten. Inhalte und vorallem Taten sehen anders aus! Jedenfalls werden die Bürger dieses Landes immer weniger davon profitieren. Vorallem die wirklich wahren wertschöpfenden Arbeiter. Das kann nie gut gehen. Denn irgendwann werden sich die Arbeiter wieder ihr Klassenbewusstsein ins Leben rufen. Und dann wird sie geschlossen zum Kampf gegen die Oberschicht antreten. Da die Schere zwischen arm und reich ja immer weiter auseinander trifftet. Die Geschichte hatte dies doch immer bestens aufgezeigt.

      Auch all die Journalisten vom öffent.-rechtl. Fernsehen üben keine Solidarität mehr mit der arbeitenden Bevölkerung aus. Stattdessen betreibt man Porpaganda und meint die arbeitenden Bevölkerung ist naiv und dumm. Dabei vergessen sie zu gut, dass man eben Geld NICHT ESSEN kann!

      Und man kann eine zeitlang ein “Volk” für dumm verkaufen…aber nicht auf Dauer!

      Karin1959 | 4. Januar 2012 | 13:10 | Antworten
      • Richtig,ewig kann man kein Bürger für dumm verkaufen,weil sich keine zum Sklaven lassen will und zudem haben wir Internet,da geht es nicht mehr so gut.@Karin1959

        M.G. | 4. Januar 2012 | 13:17 | Antworten
        • Wenn ich die Einträge im Internet sehe, würde ich auch sagen, dass sich die Menschen nicht ewig für dumm verkaufen lassen. Leider erinnert mich jede Wahl daran, dass diese Einträge nicht repräsentativ sind.

          Wer sich die Mühe macht, hier einen Eintrag zu verfassen, ist interessiert und meist nicht so leichtgläubig. Dummerweise machen sich zu viele nicht mal die Mühe, eine Kreuz auf einen Stimmzettel zu machen; trotz oder gerade aller Politikverdrossenheit.

          Ich bin da nicht so optimistisch. Der Schaden der Politik in den letzten Jahren ist wohl noch nicht groß genug.

          kritischer Wähler | 4. Januar 2012 | 22:41 | Antworten
          • Warten wir es ab,bis zum Jahr 2013 ist ja noch Zeit und vielleicht machen sich die Bürger ja doch mal Gedanken,wie es weitergehen soll.@kritischer Wähler

            M.G. | 5. Januar 2012 | 10:29 | Antworten
          • @kritischer Wähler
            Sie haben schon recht, deshalb ist die Zweite Republik zu fordern, ein durch und durch reformierter Staat, der den Staatsbürger als mündigen Mitentscheider wahrnimmt, und ihm nicht bloß alle vier Jahre ein paar Kreuzchen abverlangt, um abzusegnen bzw. als „demokratisch“ zu legitimieren, was als politische Entscheidung sowieso schon ausgekungelt wurde von einer einzelnen Interessenvertretung, die mit ihrem Propagandaapparat die Meinung der Leute manipuliert.
            Das deutsche Volk wurde z.B. niemals gefragt, ob es seine Soldaten irgendwo in der Welt sterben lassen will …

            Bernd Boeske | 6. Januar 2012 | 08:56 | Antworten
      • Liebe Karin1959,
        auch in der Zweiten Republik wird es Parteien und Hierarchien geben müssen, denn das Problem der politischen Ökonomie ist nicht lösbar, Sie wissen was ich meine wenn Sie aus dem Osten stammen. Die Arbeitsteiligkeit dieser Gesellschaft bedingt einfach eine politische Kultur, in der Interessenvertretungen unterschiedlichster Art eine entscheidende Rolle spielen müssen.
        Eine so komplizierte Gesellschaft wie die unsere verlangt andererseits auch nach straffer zentralistischer Verwaltung, um der Effizienz willen und zum Wohle aller. Die dezentrale Selbstverwaltung setzt Interessengleichheit voraus, und das bleibt vorerst Zukunftsmusik. Die föderale Struktur der Republik ist heute eher ein Problem, wie das an den wirtschaftlichen Disproportionen der Länder deutlich wird. Zurecht weisen hier einige User auf den Länderfinanzausgleich hin, der diese Unterschiede verdeutlicht, wenngleich sie nicht sagen können, wie dieses Problem gelöst werden könnte. An Fleiß und Bemühen fehlt es den Menschen im Osten jedenfalls nicht, und trotzdem bleibt man hier auf Transferleistungen angewiesen. Was bleibt aber vom Kapitalismus, wenn in einigen Regionen das Kapital knapp wird, wenn nicht investiert wird, wenn Innovationen ausbleiben ?
        Parteien und Hierarchien sollten allerdings kontrollierbar bleiben und ist vorerst Handlungsbedarf angesagt, z.B. in puncto Parteienfinanzierung, Transparenz von Entscheidungen, Beachtung von Bürgeranliegen durch die Behörden u.s.w.

        Bernd Boeske | 6. Januar 2012 | 08:43 | Antworten
  5. @ alle

    Das ist sehr wohltuend.
    Ich meine, dass wir jetzt mal beim Gassentreiben und bei der Hexenjagd eine „kleine“ Pause einlegen können. Ich danke Ihnen, Herr Dr. Berls.

    Aber was weiß ich über das Bundesland Bayern?
    Es liegt im Süden unserer Republik. Viele Teilnehmer denken erstmal an den FC Bayern. Andere erinnern sich, dass über den Länderfinanzausgleich Unsummen in dieses ehemalige Agrarland geflossen sind. Heute steht das Bundesland „ordentlich“ da, was seine Wirtschaftsleistung angeht. Von Nehmen und Geben keine Rede mehr.
    „Gib du mir deins und lass mir meins“.

    Eine Unionspartei, die CSU, beherrschte das Land. Bundesweit hätte sie wahrscheinlich mit der Fünf-Prozent-Hürde zu kämpfen. Aber, seit Strauß, immer dicke Arme!
    Die politischen Strukturen haben sich im Laufe der Jahrzehnte verfilzt. Zeit für einen Neuanfang! Ja, dann kam sie – die Landrätin. Sie hat den Laden ordentlich durcheinander gewirbelt. Sie hat den Aufstieg von Herrn Seehofer möglich gemacht. Das wahr wohl nicht ihr Ziel – es war die Folge. Offiziell gilt sie bei Parteifreunden immer noch als unzurechnungsfähig. Wenn man auch so flippig und medienwirksam ist … Parallelen zu einem Freiherrn sind durchaus erkennbar.

    Was fällt mir zu Bayern noch ein? Ach ja, der Vorgänger von Herrn Seehofer:
    „Ich mache nicht nur falsche Versprechungen, ich halte mich auch daran“.

    Die „eingeborenen“ Bayern mögen mir meinen Beitrag nachsehen. Bayern sind auch Menschen. Und: Bayern braucht Bayern!

    Einen freundlichen Gruß aus Eisenach

    Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 4. Januar 2012 | 12:44 | Antworten
    • Richtig @Heinz Sahl
      Bayern hat ja auch eine gute Fußballmanschaft BFC,also die Bayern können auch etwas,nämlich sportliche Leistungen vollbringen.
      Mit den besten Grüßen aus HVL
      @Heinz Sahl-Eine Stimme aus Thüringen

      M.G. | 4. Januar 2012 | 13:19 | Antworten
  6. @Heinz Sahl – Eine Stimme aus Thüringen,
    gehören Sie auch zu den Ablekungsabteilung?
    Gewiss in Bayer wird nicht über Präsidenten sondern über Könige oder Günstlingen diskutiert.
    Und man kennt die nähe von Bayern zu Ungarn.
    Müssen wir so weit kommen das um eine Frage der Höhe Politik die D Präsi-Frage mit eine der Föderalismus überdeken müssen?
    Schreckend.

    Werker | 4. Januar 2012 | 13:05 | Antworten
    • - Ihre Formulierung läßt eigentlich kaum erkennen was Sie wirklich sagen wollen…
      Sei´s drum, selbst ich als (zugegeben Neider) und Nordlicht muß einfach die weitaus bessere Situation der Bayern als “Eigenleistung” anerkennen. Und das Leben dort ist trotzdem ziemlich (positiv) locker und angenehm. Eine Mischung aus deutscher Effektivität und fast südlicher Lebensart…
      - @Werker, wie wärs´s denn sich mal persönlich davon zu überzeugen anstatt irgendwelche Vorurteile zu pflegen ?

      Ramses | 5. Januar 2012 | 04:21 | Antworten
  7. Bayern vorn? Mit Sicherheit! Allerdings nicht wegen der CSU, sondern trotz der CSU! In der Landesregierung ist sie eher ein Kuriosum als ein echter Taktgeber, denn kaum verläßt ein CSU-ler bayerisches Staatsgebiet in Richtung Preußen, fällt jedweder Provinz-Patriotismus von ihm ab. Im Berliner Thronsaal wird artig der Kratzfuß zelebriert, Berlins Koalitionsbeschlüsse werden emsig unterstützt. Dann aber, kaum zurück, sind es wieder “elendige Saupreißen”, denen man schon aus Prinzip in die Parade fahren muß. So geht das schon seit Bonner Zeiten und Strauß selig.

    Nun sind die letzten bayerischen Querschüsse allerdings durchaus zu begrüßen, begegnen sie doch in gewisser Weise dem neuen Berliner Streben nach Hegemonie in Europa und einer Rentenreform, die uns das Elend der Frühindustrialisierung zurückbringen wird. Freude darüber läßt sich dennoch nicht empfinden, denn im gleichen Atemzug wird der von der Lichtgestalt zum Glühwürmchen mutierte Kopierbaron gesundgebetet und wie ein Phönix aus der Asche beschworen. Es zeigt sich einmal mehr, daß Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen (das “S” in CSU könnte durchaus auch für “schizophren” stehen).

    Während sich nun am CSU-bayerischen Landesregierungsverständnis des Opponierens aus Tradition routinemäßig nichts geändert hat und auch nicht wird, sind es die Kommunen, die Bayern nach vorne bringen. Würzburg, Nürnberg, München, sind wohl die gewichtigsten Metropolen Bayerns. Sie sorgen für die Wachstumszahlen, die Bayern im Vergleich besser dastehen lassen. Der CSU ist dabei nicht viel zu verdanken, denn diese Städte sind schon seit Jahren SPD-regiert.

    Tocqueville | 4. Januar 2012 | 14:07 | Antworten
    • - bin kein Bayer, habe aber ziemlich lange dort gelebt. Man muß wohl neidlos zugeben, daß dieses Land (neben dem Musterländle) in Deutschland seit Jahren einfach am besten dasteht. Und zwar in vielen Bereichen und von der Lebensqualität ganz zu schweigen.
      Die Bemerkung “trotz der CSU” kann man durchaus teilen und den Hinweis auf die Rolle der bayerischen Städte auch…

      Ramses | 4. Januar 2012 | 14:34 | Antworten
    • In München ist alles mögliche vorhande. Alles mögliche an bayrischen Ämtern, Behörden und Verwaltungen. Jede Menge Firmen von klein bis groß. Universitäten und Konsulate …. kurzum es ist Geld zum “Saufuttern” vorhanden.

      Und was produziert eine dauerlinke Stadtregierung (außer dem Filz den sie anderen so gerne vorwerfen)? Im ganzen Land werden Kitas gebaut und man kommt leidlich voran. Bloss die Stadt München hat es verbummelt – pardon: nicht richtig geplant. Zum Tunnelbau müssen sie per Volksentscheid gezwungen werden. Oder wenn ich die Schleißheimerstr. runterfahr ärger ich mich regelmäßig über die bescheidene Verkehrsplanung (zweispuringe Straßenbahn verengt die ganze Straße für Autos, seh bloss nie eine Straßenbahn fahren). In der Stadtverwaltung haben sie die grandiose Idee Weltpolitik zu betreiben und das Geld für Linux nach Stuttgart zu tragen, während Microsofties in der Stadt freiwillig soziale Dienste leisten.

      Junge, junge – ich möchte nicht wissen zu welchen Murks die wirklich in der Lage wären.

      HubertD | 4. Januar 2012 | 16:39 | Antworten
      • es ist in München, wie in den anderen Großstädten Bayerns. Die Sozis sind im CSU-Staat deswegen beliebt weil sie eben den Spagat einigermaßen hinkriegen. Nicht exzellent, aber doch weitaus besser als sonstwo in Deutschland.
        Und die Bürger sinds ziemlich zufrieden…

        Ramses | 4. Januar 2012 | 22:20 | Antworten
  8. Entweder man (der Souverän) kontrolliert die Situation oder man wird von ihr kontrolliert. Auch wer zu allem schweigt, kommuniziert dadurch.

    Das seit der Ära Schröder eingerissene Schweigen im Walde bedeutet nicht, dass nichts geschehen wird. Es bedeutet nur, dass wir es nicht kontrollieren können werden, sondern dass wir uns von den Konsequenzen kontrollieren lassen müssen.

    Was das praktisch bedeutet, zeigt uns die absaufende Asse, welche ich persönlich für _den_ atomaren Super-GAU schlechthin halte. Denn hier bersten sozusagen simultan alle Meiler gleichzeitig, welche ihren strahlenden Müll dorthin abgekippt hatten.

    Ähnlich werden wir es beim Erdgas-Frecken erleben, bei welchem kalkuliert wieder dieselben Tricks und Mittel angewendet werden. Und offenkundig stehen (weil Bergrecht) selbst die Länder machtlos da. Die Risse in den Wänden und die verseuchten Böden und Grundwasser haben wir und unsere Kinder auszubaden und auszulöffeln. Das ist m.E. sicher!

    Merke: Es ist nicht dem reinen Zufall zu schulden sondern liegt in der Natur der Sache, dass “Neoliberale” erst die Kontrolle an sich reissen und dann idR eine Sauerei biblischen Ausmaßes anrichten.

    Dass das Volk es ja so wolle, wird nachher gerne behauptet: Fest steht, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, wenn die Bevölkerung sich für Blödsinn selbst entscheidet (was nur sehr selten vorkommt) oder wenn man Entscheidungsprozesse stattdessen “federführen” übernimmt und dann so tut, als sei niemand oder alle schuld.

    Alff | 4. Januar 2012 | 14:33 | Antworten
  9. Eine gute Analyse.

    Gerade den jüngeren erfolgreichen Bayern liegen konservative Werte am Herzen, und da kommt in der heutigen öffentlichen Zeit ein Parteichef nicht so gut, der – wo immer er steht – jede Gelegenheit nutzt, um danach wieder mit seiner Ehefrau im Bierzelt aufzutreten. Den alten Lederhosen mag das ja noch als Mindestanforderung an einen CSU-Chef gelten, die werden halt immer weniger.

    Aber auch inhaltlich. Im Lande der Laptops die hemmungslose zentrale staatliche Speicherung von IPs, E-Mail Empfängern und Handy-/Laptoportsdaten zu fordern ist zumindest mal mutig. Was geht es den Staat oder gar Brüssel an, mit welchen Zuliefern BMW-Mitarbeiter kommunizieren?

    Oder hab ich das hier “Bei der Vorratsdatenspeicherung will die CSU nochmals Zähne zeigen,” falsch verstanden, und die CSU ist dagegen, wer weiß das bei der CSU schon noch.

    Baden-Württemberg gibts übrigens immer noch, trotz eines Grünen Ministerpräsidents.

    Beim Thema Guttenberg interessiert mich eigentlich nur, welche Klasse im Flugzeug wir ihm bezahlen, und ob die Anzahl der für ihn kostenlosen Flüge von USA nach Europa begrenzt ist, oder ob er immer, wann er gerade mal herkommen will, diesen kostenlosen Service in Anspruch nehmen darf. Interessant wäre auch noch seine Meinung zum Thema “Vorratsdatenspeicherung”. Bin schon sehr gespannt, was der Berater der EU in Sachen Internetfreiheit konkret zur EU-Richtlinie zu sagen hat …

    Marc | 4. Januar 2012 | 14:54 | Antworten
  10. Warum gibt es einen BLOG zu dieser alpenländischen Bauernpartei und nicht zum Interview des Bundespräsi im Staatsfernsehen ZDF. Ich als GEZ Zahler fühle mich verarscht.

    Zappenduster | 4. Januar 2012 | 15:12 | Antworten
    • bin kein CSU-Anhänger, aber man kann nun mal nicht wegleugnen, daß dieses Land mit seinen bayrisch sozialdemokratisch geführten Hochburgen in den wichtigsten Städten in Deutschland ganz vorn steht.
      Nachmachen und zwar durch harte und erfolgreiche Arbeit z.B. im Party-Berlin Wowereits wäre nicht schlecht…

      Ramses | 4. Januar 2012 | 22:01 | Antworten
  11. Als Bayer möchte ich hier doch auch mal klar für diejenigen Bayer Stellung beziehen, die nicht dem Guttenberg-Hype verfallen sind. Das liegt nicht nur am Nord-Süd-Gefälle, weshalb die Franken mehr für, und die Südbayern gegen ihn sind. Ich persönlich mag generell keine Popstar-Politiker, die mehr Schein als Sein sind. Ich will keinen Show-Politiker in Ämtern sehen, sondern einen, der was auf dem Kasten hat und mich mit seinen Inhalten und Kompetenzen überzeugt. Gutti war nur heiße Luft, die die CSU mit aufgebläht hat. Jetzt ist die Luft raus und die Partei zeigt wieder, was sie wirklich ist: eine Anhäufung konservativer, alter und weltfremder kleiner Leute, die ihr Gesellschaftsbild auf alle übertragen wollen und wehe jemand ist homosexuell oder unverheiratet mit Kind.
    Klar, ein bisschen mehr Glamour im Politikbetrieb könnte bei den vielen kahlköpfigen Abgeordneten nicht schaden, aber Gutti ist dabei definitiv kein Vorbild, zumal ich ihn nicht gutaussehend finde. Selbstinszenierung sollte wieder den Inhalten weichen. Ausstrahlung hin oder her, verblendet werden will ich dann auch nicht.

    Peter | 4. Januar 2012 | 15:38 | Antworten
  12. Hallo,
    Viele Leute vor allem in Bayern glauben immer noch daran an den schönen blauen Himmel,das Alpenpanorama,die Kühe und Wiesen,den schönsten Flughafen im Lande,und an die Vollbeschäftigung.Ich komme selbst aus Bayern sogar aus einer Region wo immer noch viele Menschen der CSU treu sind.Wer jedoch ein wenig mit offenen Augen durch das Leben geht wird schnell feststellen das es auch in Bayern
    immer öfter Leiharbeit,Tafeln,Hartz4 Empfänger,
    Firmeninsolvenzen,Mini Jober,unsichere Arbeitsverhältnisse
    gibt.Ein Schulsystem wo Schüler nach der Grundschule durch Kommastellen im Notendurchschnitt aussortiert werden.

    Martin.B. | 4. Januar 2012 | 17:18 | Antworten
    • - Kopfschuß

      Ramses | 5. Januar 2012 | 04:08 | Antworten
  13. Wenn man hier so manchen Kommentar, besonders aus den neuen Bundesländern liest, dann wissen diese Schlaumeier offensichtlich nicht, dass Bayern, Baden-Württemberg und Hessen den Rest der Republik über den Länderfinanzausgleich finanzieren. Diese Länder zahlen z.B die Parties von Herrn Wowereit und anderen Experten.

    Dieser Ausgleich versetzt die Nehmerländer in die lage die Hände in den Schoß zu legen und keine eigenen Anstrengungen zu unternehmen um die Situation im eigenen Bundesland zu verbessern. Das würde übrigens auch geschehen, wenn wir gemeinschaftlich in der EU auf Dauer für die Südländer haften und Transfer-Dauerleistungen erbringen würden.

    Nein Danke! Das gilt auch für den Länderausgleich in der Bundesrepublik. Er führt dazu, dass Gelder abgegeben werden, die dringend für die eigene Infrastruktur eingesetzt werden sollten und auch benötigt würden.

    Bayern hat sich sehr erfolgreich vom Agrarland zum High-Tech Land entwickelt, ein Vorgang den ich bei den meisten Bundesländern vermisse.

    Also nachmachen, nicht meckern!

    Helmut | 4. Januar 2012 | 19:02 | Antworten
  14. Bayern ist natürlich vorn!
    Die CSU hat sicherlich einen Anteil an dem Erfolgsmodell Bayern. Den größten Anteil haben natürlich die Bayern selbst, durch ihre Mentalität und Leistungsbereitschaft.
    Dazu ein Sprichwort: “Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man umsonst”!
    Bayern hat sich vom Agrarland zum modernen Industrieland entwickelt. Die CSU verbindet Tradition mit Moderne. Man investiert in Eliteuniversitäten, in Forschung und Entwicklung, in High-Tech.
    Vergleicht man dazu z.B. NRW (hauptsächlich SPD geführt), dort hat man viel zu lange an veralteten Industrien und alten Strukturen festgehalten. Deshalb sind solche Länder zum Bittsteller der Südländer geworden.
    Never change a running system!

    Peter1 | 4. Januar 2012 | 19:07 | Antworten
  15. Erfolgreiche Zahlen helfen nur bedingt , weil immer Menschen unsere Lebens-und Wirtschaftsweise in Frage stellen.
    Bringt diese Art gute Zahlen hervor , könnte das sogar kontraproduktiv wirken.

    Die CSU hat ihre große Stärke verloren , die Integration auch linker und ökologischer Inhalte.

    Außerdem ist sie eben auch Opfer der Krise des Konservatismus insgeamt.

    Der Polit-Gott ist nicht die Chance der CSU , sondern Symptom ihres Niedergangs.
    Nicht wegen des Plagiats , sondern wegen der ständigen Anbiederei Guttenbergs beim besonders servilen Teil der Bevölkerung.
    Beim bodenständigen Teil der bayerischen Wähler kommt das nicht so gut an , die mögen eher diese Haudrauf-Typen wie seinerzeit Strauß einer war.

    new kid on the blog | 4. Januar 2012 | 20:50 | Antworten
  16. Wenn ich diesen Block überfliege, muss ich mir die Augen reiben.
    Was ich da alles Negatives über die CSU zu lesen bekomme, lässt einem den Atem stocken. Aber, wenn es in Bayern wirklich so schlimm um die CSU- und ihre Hinterwäldlerpolitik steht, warum gibt es dort die wenigsten Arbeitslosen, die wenigsten HartzIV-Empfänger, die wenigsten Schulden, die geringste Kriminalität, dazu die höchste Aufklärung, die beste Schulausbildung, mit 27% die höchste regenerative Energie aller Bundesländer, usw, usw.?
    Bis 1985 hat Bayern Länderfinanzausgleich erhalten. Seit dieser Zeit hat dieses Land bereits den 12-fachen Betrag an die Nehmerländer bezahlt, die das eigene Bundesland jährlich gegen die Wand fahren und Hilfe benötigen. Da frage ich mich, was für Politiker-Nieten in diesen B-Ländern herrschen. Ich bin kein Bayer, sondern verbringe dort ab und zu meinen Urlaub.

    P. | 4. Januar 2012 | 23:14 | Antworten
  17. Seehofer war nie pflegeleicht, ein Revolutionär ist er aber auch nicht. Er ist ein Mitläufer, der sich bei Gelegenheit gegen den größten Unsinn der Politik auflehnt.

    Rente mit 67 ist eigentlich eine Rentenkürzung? Das ist ja mal ´ne Überraschung.

    Das wurde aber schon bei der Einführung gesagt. Was will er den ändern? Es ist kaum noch aufzuhalten, dass wir den breit gestreuten Wohlstand der Vergangenheit durch die breit gestreute Altersarmut in der Zukunft tauschen.

    Die Demographie kann er nicht ändern, dass ist aber unser geringstes Problem. Will er die Löhne wieder auf den früheren Standart bringen, damit Arbeitnehmer Geld in die Sozialkassen zahlen können? Will er wieder die Vermögenden besteuern, wie es mal war? Will er die Deregulierung rückgängig machen, damit der Finanzsektor für die Realwirtschaft nicht mehr so teuer wird? Das sind nämlich die Ursachen für die Alterarmut in der Zukunft. Rente mit 65 ohne diese Änderungen ist nur eine andere Art der Rentenkürzung; das bringt im Ergebnis nichts. Da schaue ich mal interessiert zu, wie er da zu Ergebnissen kommen will; besonders wenn in der Krise das gesamte Geldsystem hochgeht.

    Zu Guttenberg ist allgemein uninteressent. Machtpolitisch könnte ein schwacher zu Guttenberg als Wasserträger für Seehofer nützlich sein. Nichts, was die Realität wirklich verändert.

    Siggi | 4. Januar 2012 | 23:21 | Antworten

Was sagen Sie dazu?