Abgeschaltet – E-Mails und der Feierabend

Es ist Weihnachten und ich sitze vor meinem Computer und schreibe. Warum? Weil mich mein Smartphone eben mit einem freundlichen “Pling-Plong” daran erinnert hat. Eine automatische Erinnerungs-E-Mail, die mir sagt, “Achtung Abgabeschluss ZDF-Blog!”. Mein Handy macht oft “Pling-Plong”, gerne auch am Abend oder am Wochenende. Segen oder Fluch der ständigen Erreichbarkeit? Wie oft schaut man auch in der Freizeit schnell auf sein Telefon – nur ja nichts verpassen, nur ja immer up to date sein. Es droht die Bedeutungslosigkeit, sollten keine Mails nach Dienstschluss kommen. Wie erklär ich´s meinem Ego?
Ich muss an eine Randnotiz denken, die ich kurz vor Weihnachten gelesen habe. Bei Volkswagen erhalten Mitarbeiter künftig am Abend und in der Nacht keine dienstlichen Mails mehr. Der Server wird 30 Minuten nach Dienstschluss abgeschaltet und erst 30 Minuten vor Beginn der offiziellen Arbeitszeit wieder aktiviert. Stille Nacht bei Europas größtem Autobauer. Der Betriebsrat hat die Regelung durchgesetzt. “Die Kollegen sollen nach getaner Arbeit auch ihre Ruhezeit als solche nutzen können”heißt es in der Begründung. Betroffen sind 1.100 Mitarbeiter – das obere Management ist ausgenommen. 
Keine Ahnung, wie viele Smartphones hierzulande empfangsbereit sind. Aber von den 100 Millionen SIM-Karten, die in Deutschland kursieren, dürfte ein großer Teil in den mobilen Alleskönnern stecken. Smart-Phones. SMART – das steht für schlau, aber irgendwie auch für Ständig Mobil ARumscrollen und Tippen. Wollen wir so leben? Immer flexibel und informiert, immer aktiv und verfügbar? Ich finde, wir haben ein echtes Problem in der Gesellschaft, wenn das große Kopfschütteln einsetzt, nur weil eine Mail mal nicht innerhalb kürzester Zeit beantwortet wird. 
Wir profitieren ungemein von den Errungenschaften der Technik aber wir müssen alle vernünftiger mit unseren omnipräsenten Medien umgehen. Die VW-Regel mag deshalb auf den ersten Blick sinnstiftend sein. Ich halte sie aber für Quatsch, für Aktivismus, für die Bankrotterklärung der Selbstkontrolle.
 
Wie gern sagt man immer, man sei Opfer der Handys geworden – Blödsinn – wir alle sind Täter, weil wir kräftig mitmachen. Mal ehrlich, wer ist wirklich sooo wichtig, dass er auch am späten Abend noch wirklich unbedingt mailen muss? Der Jesuit und Philosoph Michael Bordt hat Handys mit Drogen verglichen. Das Bedürfnis, nur keine Information zu verpassen, erzeuge innere Spannungen. Die wolle man reduzieren, indem man handelt und wieder und wieder auf sein Smartphone schaut. Das Gerät mal zur Seite zu legen bedeute dagegen wahrhaft stressresistent zu sein. Damit bekomme man die Möglichkeit, durchdachte und kluge Entscheidungen zu treffen, so Professor Bordt.
 
Jedes Handy hat das wunderbare Feature Stummschaltung und Aus-Knopf. Müssen wir uns wirklich vom Arbeitgeber ausknipsen lassenweil wir nicht mehr Herr unserer Entscheidungen sind? Wie gesagt, ich liebe mein Handy und ich bin süchtig. Und ich werde lieber von meinem Display mit gestochen scharfen Informationen versorgt als im Dunklen zu Sitzen. Aber wer professionell arbeitet, muss auch Prioritäten setzen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, das Handy auch mal auszuschalten. Freiwillig. Ein guter Vorsatz für 2012. Mal sehen, wie lange er hält.  

29 Kommentare | 26. Dezember 2011 | 12:18 Uhr | Twittern | Facebook

29 Kommentare

  1. Ein guter Kommentar, Herr Leutke. Alldings überschätzen Sie die Selbstkontrolle des Menschen. So wie man sich selbst beim Trinken von Alkohol Regeln setzen sollte, ist die VW-Regel ein gutes entsprechendes Beispiel. Jederzeit können Menschen einer Sucht zum Opfer fallen, egal ob Alkohol, Drogen, Spielsucht, Handysucht oder was auch immer. Überschätzt man seine eigene Selbstkontrolle und unterschätz man seine Anfälligkeit für Sucht, hat man irgendwann bei irgendeiner Sucht verloren.

    Dieter M. | 26. Dezember 2011 | 13:12 | Antworten
  2. Ist schon erstaunlich… worüber sich Leute mittlerweile Gaédanken machen, es ist doch ganz einfach: Man/Frau gehe einfach nicht an den Rechner.
    Wenn Wochenende ist bleibt das Teil bei mir einfach aus, Nachrichten kann ich im Fernsehen schauen.
    Ich vermisse den Computer dann nicht, es gibt soviel zu tun…
    Oft bin ich im Gegenteil sogar froh wenn das Gerät aus ist, beruflich verbringe ich viel Zeit davor ich kann nicht wirklich nachvollziehen das es Menschen gibt die auch noch einen Grossteil ihrer Freizeit am Rechner verbringen.

    Naveen T. R. | 26. Dezember 2011 | 13:32 | Antworten
    • - wenns kein Thema gibt, strickt man eins. Der Zwang als Journalist Zeilen liefern zu müssen…

      Ramses | 26. Dezember 2011 | 13:43 | Antworten
  3. Selbstkontrolle im Hamsterrad,
    eine unterhalsame zusätzliche Herausforderung,….
    (wie lange kann ich ohne Mühe unter Wasser bleiben)

    werner | 26. Dezember 2011 | 13:49 | Antworten
    • welch ein glück, das ich zu denjenigen gehöre, die gar kein handy oder smartphone besitzen (müssen).
      lediglich eine emailaddresse und ein festnetzanschluss sind meine einzigen kommunikationsmöglichkeiten, die mich ausreichend an dem gesellschaftlichen leben teilnehmen lassen.

      die eigene wichtigkeit ist eine “aufgesetzte”, eine von der industrie erklärte notwendigkeit, permanent erreichbar sein zu müssen. mittlerweile manifestiert sich dieses smartphonegewese an spielsucht und statusgehabe. was für ein quatsch.

      da halte ich es lieber wie karl lagerfeld, der auf die frage antwortete ob er ein handy hätte: “nur personal muss erreichbar sein, nur personal!”

      für mich ist dieses phänomen ein “hamsterrad”.
      eine gläserne zeitgeistfarce.

      herr von s. | 26. Dezember 2011 | 22:57 | Antworten
  4. (ZDF) Martin Leutke 26. Dezember 2011

    „Bei Volkswagen erhalten Mitarbeiter künftig am Abend und in der Nacht keine dienstlichen Mails mehr. Der Server wird 30 Minuten nach Dienstschluss abgeschaltet und erst 30 Minuten vor Beginn der offiziellen Arbeitszeit wieder aktiviert.“ (Ihr Text)

    Das wird wohl nicht so sein. Ein mögliches Beispiel und ein guter Aufhänger für diesen Blog.
    VW ist weltweit tätig. Unsere Nachtzeit ist woanders Tagzeit.

    Einerseits klagen viele Menschen über die Tyrannei von Handys und Co. – andererseits möchten sie nichts verpassen. Immer auf dem Laufenden sein und immer am Puls der Zeit!

    Ich habe mein Handy schon vor einigen Jahren abgeschaltet. Den Akku habe ich herausgenommen und ihn bei einer Batterie-Sammelstelle entsorgt. Nun gut, ich bin beruflich nicht mehr aktiv. All’ die unnötigen und nichtssagenden Anrufe.
    Wo ich auch gehe und stehe – immer muss ich mir die „Gespräche der Anderen“ anhören.
    Im Supermarkt steht ein junger Mann vor einem Regal mit Zuckersorten. Er fragt per Handy (wahrscheinlich seine Frau), welche Sorte er kaufen soll. An der Kasse gibt eine junge Mutter ihren Sprösslingen telefonisch Verhaltensanweisungen. Vor dem Laden erklärt ein Mittdreißiger wem auch immer, warum er heute Abend eine viertel Stunde später kommen wird – und das alles natürlich zum Mithören!

    Sie, Herr Leutke, können sich als Journalist dieses „Abschalten“ nicht leisten. Selbst im Urlaub müssen Sie auf der Höhe der Zeit sein. Alle müssen immer alles wissen – um mitreden zu können. Eine Anregung für einen nächsten Blog: „Es wird zu viel geredet und zu wenig gedacht. Die Philosophen habe ich auf meiner Seite. Aber die sind in der Unterzahl.

    Einen freundlichen Gruß aus Eisenach – und bleiben Sie erreichbar

    Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 26. Dezember 2011 | 13:51 | Antworten
    • Es wird doch auch schon Behörden,Arbeitgeber usw. eine Erreichbarkeit per Festnetz,Hany oder E-Mail verlangt,andernfalls wird seltsam geschaut.

      mal gesagt | 27. Dezember 2011 | 10:51 | Antworten
  5. Sehr geehrter Herr Martin Leutke!
    Voller schmunzeln las ich Ihren Blog-Beitrag.Wie Sie nach
    eigener Aussage bekunden,mußten Sie feststellen,daß der
    Jesuit und Philosoph Michael Bordt,den Kern der Sache ge-
    nau getroffen hat.Da sollte nur einer sagen,die Jesuiten
    würden nicht mit der Zeit gehen.Da ich im Ruhestand bin,
    sind für mich Mail´s,die natürlichste Nebensache der Welt.
    Da befasse ich mich lieber mit Botanik,zum Teil im Inter-
    net über die Gartendatenbank,da lerne ich immer noch dazu.
    Wenn man den ganzen Werdegang der Datenverarbeitung,von
    der konventionellen bzw.elektronischen Verarbeitung mitge-
    macht hat,bekommt man einen gewissen Abstand zu diesem
    Kapitel.Man muß eben wissen,welche Prioritäten man im Alter
    noch setzt.

    HOPF T. | 26. Dezember 2011 | 14:12 | Antworten
  6. für mich sind diese sachen als geschäftsfrau gar kein problem,
    zu hause habe ich telefon und internet abgeschafft.
    es gibt nur ein kartenhandy und ein rechner für ein paar spiele und ansonsten: bücher und radio+fernseher,das reicht.
    generelle erreichbarkeit gibt es nur für die familie.
    und so halte ich es auch für meine angestellten:
    eine erreichbarkeit ist keine pflicht.
    bei uns gibt es da einen spruch:
    gehe nie zu deinem fürst,wenn du nicht gerufen wirst.
    in diesem sinne:geruhsamen feierabend

    charlotte | 26. Dezember 2011 | 14:19 | Antworten
  7. Als die erste mechanische Uhr erfunden war, bekam “Zeit” eine ganz andere Bedeutung. Dies wurde noch schlimmer, als die Uhren handlicher und zum Massenartikel wurden. Man hatte sie zunächst in der Tasche, später am Handgelenk. Heute gehen wir wie selbstverständlich damit um und obwohl wir praktisch ständig darauf schauen, würde uns kein Psychologe der Welt eine Zwangsneurose attestieren. Jetzt aber kommt die Crux an der Sache: Obwohl niemand gezwungen wird eine Uhr mit sich herumzutragen, wird von jedem Zeitmanagement, Pünktlichkeit, in time, verlangt. Kommt man mit der Begründung zu spät “weil ich keine Uhr habe”, ist man Award-Anwärter für den “Neandertaler des Jahres”, von gravierenden, negativen Konsequenzen einmal ganz abgesehen. Ähnlich verhält es sich mit dem herkömmlichen Dampf-Telefon, dem TV, dem eigenen PKW und womöglich noch anderen “Accessoires”.

    Die Gefahren des Computer-, iPhone- und iPad- Zeitalters liegen wohl weniger darin, daß die Nutzung langfristig mit einem Suchtpotential einhergeht. Es ist wohl eher das Pflichtpotential, das in der Arbeitswelt verlangt wird (wie die Uhr). Und so läuft man vielmehr Gefahr als Verweigerer, oder weil man es sich schlichtweg nicht leisten kann, in dieser Gesellschaft abgehängt und stigmatisiert zu werden. Der Schritt vom Normalbürger zurück zum Waldmenschen wird immer kürzer, obwohl die Sinnhaftigkeit so mancher tragbaren “Anwendung” ernsthaft in Zweifel gezogen werden kann. PC und Internet sind okay, auch E-Mail. Das Handy zum mobilen Telefonieren macht Sinn, aber das App, das mir sagt, daß über mir die Sonne scheint, während ich pitschnass im Regen am Bahnsteig stehe und auf den Zug warte…? Es ist übrigens der Zug, in dem ich laut einem anderen App bereits seit 5 Minuten sitzen sollte. Und das App für meinen Blutdruck sagt “alles okay”, obwohl ich mich jetzt tierisch über die fehlenden Upgrades der Anbieter ärgere: Die Bahn und ihr Zug, der Liebe Gott und sein Wetter.

    Tocqueville | 26. Dezember 2011 | 14:20 | Antworten
  8. @ Ramses | 26. Dezember 2011 | 13:43

    „ – wenns kein Thema gibt, strickt man eins. Der Zwang als Journalist Zeilen liefern zu müssen…“ (Ihr Text)

    Sie haben es nicht erkannt – nicht wahr?
    Herr Schäuble äußert vor Weihnachten den Wunsch, man möge bezüglich der Hexenjagd auf Herrn Wulff eine Pause einlegen.
    Und schon fällt in China ein Sack Reis um, dann feiern die Muslime auch Weihnachten, dann wird auch noch Weihnachten unter dem Baum entschieden – und das neue iPhone, das unter dem Baum lag, macht uns jetzt keine Freude mehr.

    So durchsichtig wie wohltuend – der Themenwechsel des ZDF.

    Einen freundlichen Gruß aus Eisenach

    Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 26. Dezember 2011 | 14:43 | Antworten
    • - interessanter Aspekt, gute Interpretation …

      Ramses | 26. Dezember 2011 | 15:55 | Antworten
      • Hab ich glatt überlesen.

        Interessante These: Welche Partei hat momentan mehr Mitglieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehrat?

        Roland Tluk | 27. Dezember 2011 | 09:12 | Antworten
    • das mit der “Berichterstattung” ist so eine Sache.
      Gerade läuft ein Jahresrückblick auf ZDF, die “Berichterstattung” oder zumindest das was als solche aufgefasst werden soll ist gespickt von “Kommentierungen”. Es sollte aber eine klare Trennung zwischen (sachlicher) Berichterstattung und Kommentierung geben, oder zumindest ein Hinweis “wo” man sich gerade befindet.

      Es scheint manchmal als wäre in fast jeder Berichterstattung auch gleich die Vorgabe enthalten wie man das jeweilige zu interpretieren hat.

      das passt zu Ihrem Philosophenhinweis; entweder man hält uns für zu doof zur eigenen Interpretation, oder man will verhindern, dass das falsche Interpretationsergebnis herauskommt, vielleicht auch von beidem etwas?

      die Frage ist warum ist das so?

      ___________
      ZDF heute.de: Die Sendung ist seit Jahrzehnten ein kommentierter Jahresrückblick und auch so gekennzeichnet.

      Holger S. | 26. Dezember 2011 | 19:37 | Antworten
  9. In meinem Forum habe ich meine Telefonnummer und meine E-Mail-Adresse veröffentlicht; aber trotzdem ruft mich keiner an oder schreibt mir, obwohl ich herzlich hierzu einlade. Und keiner schreibt in meinem Forum einen Beitrag, obwohl dies auch ohne Registrierung möglich ist.

    Die Leute wollen anscheinend einfach nur alle ihre Ruhe haben, denn anders kann ich mir diese Passivität nicht erklären. Ich wäre ja froh, wenn es da irgendwelche Aktivität gäbe. Die Leute rufen anscheinend lieber bei teuren Hotlines an, um sich die Karten legen zu lassen.

    Peter Stolz | 26. Dezember 2011 | 14:58 | Antworten
  10. Herr Leutke hat absolut keine Ahnung wie es ist, drogenabhängig zu sein. Das zwanghafte Lesen der Tageszeitung zur Informationsbeschaffung und -kontrolle ist jedenfalls nicht vergleichbar mit dem Konsum von Drogen wie Heroin, Crystal Meth oder Krokodil. Zumindest ist mir bisher unbekannt, dass mit dem zwanghaften Telefonieren, Simsen oder dem stündlichen Email-Check Begleiterscheinungen einhergehen wie Prostitution und andere Beschaffungskriminalität oder der zeitlich absehbare Tod zu erwarten wäre. Es ist auch was anderes, wenn man damit droht, dass gleich ein paar Crack-Nigger (Quelle: Pulp Fiction) zu Besuch kommen, als wenn man vom Handy-Nerd spricht.
    Herr Leutke verharmlost damit die tatsächliche Drogensucht und die psychosomatischen (seelischen) wie physischen Qualen der Drogenabhängigen und deren Familien. Aber vielleicht ist er ja auch anderer Meinung. Als Journalist kann er ja den Selbstversuch wagen. Ein Jahr lang täglicher Konsum von Crack etc. und dann der Bericht darüber in einer ZDF-Reportage. Wohlan, dass neue Jahr beginnt in wenigen Tagen. Wir erwarten dann Ihren Report passend zum Weltuntergang in einem Jahr.

    Der mit der Wahrheit tanzt | 26. Dezember 2011 | 19:57 | Antworten
    • nein, bitte nicht wieder detox und rehab vor laufenden Kameras, denn damit fürhen sie alle Versuche wirklich davon loszukommen ad absurdum, wenn irgendwelche “verbrannten” F-Prommis sich ihren 17. Entzug vergolden lassen wollen….
      dann könnte mann ja, wenn einen der Bohlen zum 5. Male vor laufenden Kameras in seiner beliebt demütigenden Weise beleidigt und demoralisiert hat, ein Jährchen Crack rauchen oder Crystal einpfeiffen und sich dann für die neue Entgiftungsdokusoap bewerben und da “berühmt” werden…
      es reicht…. es muss nicht ALLES bis zum Erbrechen von den Medien ausgelutscht werden, und zudem sind eh unglaublich viele ” Journalisten” bereits Mitglieder im “Club”…
      warum wissen die selbst am besten, gell….

      staatsfeind No.1 | 27. Dezember 2011 | 10:58 | Antworten
      • Natürlich haben Sie nicht unrecht. Lieber wäre mir allerdings gewesen, wenn Sie auf die eigentliche Aussage meines Kommentars, den Vauxpas mit dem Drogenvergleich, geantwortet hätten. Eines interessiert mich dann doch. Sie schreiben: “… und zudem sind eh unglaublich viele Journalisten bereits Mitglieder im Club”. Was meinen Sie damit, welche Drogen werden konsumiert und was wird sich davon versprochen?

        Der mit der Wahrheit tanzt | 27. Dezember 2011 | 11:58 | Antworten
        • Mitglieder im Club der Suchtkranken….

          staatsfeind No.1 | 27. Dezember 2011 | 17:13 | Antworten
  11. Ja, da würde ich mal sagen: Abgerichtet wie ein Hund.

    Sie müssen alle mal “NEIN”-Sagen lernen.

    Lassen Sie ihr Armbanduhr zuhause, lassen Sie ihr Mobiltelefo nzuhause und konzentrieren Sie sich in Ruhe auf Ihre Aufgabe.

    Wenn jemand was will: Schreib mir eine E-Mail.

    So einfach.

    Gruß

    Roland Tluk | 27. Dezember 2011 | 07:06 | Antworten
  12. Guten morgen, bin wieder da, wer noch?
    Wenn ich es recht überlege, was ich hier tue, au weia.
    Also aufhören.

    Tomca | 27. Dezember 2011 | 08:45 | Antworten
  13. Das Problem liegt längst nicht mehr nur in der Freizeit. Vielen fehlt es einfach an der Kompetenz mit den Dingen E-Mail und Co. richtig umzugehen.

    Wenn mich zum Beispiel ein Kunde anruft und sagt: “Ich habe Ihnen gerade eine E-Mail geschrieben, können wir das kurz besprechen.”, dann bekomme ich das Kotzen!

    Als ob der modere Wirtschaftsmensch ständig nur darauf wartet, neue E-Mails zu lesen?!? Die Produktivität sinkt, der Stress steigt. Hinzu kommen sinnlose E-Mails wie die “Vielen Dank”- Mails, am besten mit 10 Personen in CC??? Wenn man das ganze dann noch auf die Freizeit potenziert, kommt es eben dann zu modernen Krankheiten wie z.B. Burn-Out.

    Ich überlege mir immer vorher, wann ich eine E-Mail schreibe oder wann ich zum Telefon greife. Die meisten Dinge sind ohnehin am Telefon in einer Minute besser zu lösen, als in 10 E-Mails hin- und her.

    Mein Vorschlag:
    Den Menschen mal beibringen, wie, warum und wann man diese modernen Medien benutzt und zum Schutz anderer – wann, wie und warum diese nicht nutzt!!

    M.P. | 27. Dezember 2011 | 08:49 | Antworten
    • Wie wäre es eigentlich mal mit “Eigenverantwortung”.

      Überall lässt man den klassischen Bürger(oder anders ausgedrückt: Das Arbeitsvieh) in der “Unmündigkeit”.

      Jeder weiß wie gefährlich eine Klippe ist. Stürzt man ab => Pech gehabt.

      Risiko = Abwegung.

      Von niemanden erwartet man ein Risiko außerhalb seiner Fähigkeiten einzugehen.

      Roland Tluk | 27. Dezember 2011 | 09:23 | Antworten
      • “Eigenverantwortung” ist hierbei nur ein Schritt.

        Es geht dabei nicht allein um die Eigenverantwortung des Senders. Beim Umgang mit E-Mails in der Arbeitswelt liegt die Verantwortung auch gegenüber dem Empfänger sowie die Verantwortung gegenüber dem Unternehmen. Ich bin mittlerweile fast sicher, das der volkswirtschaftliche Schaden durch den falschen Umgang mit E-Mails den Nutzen dieses Mediums wieder auffrisst.

        Beispiel:
        Ein Problem wäre in einer Minute am Telefon gelöst. Oft ist es aber so, dass rund 5 Minuten an der E-Mail geschrieben wird, welche der Empfänger ebenfalls fünf Minuten studieren muss und dann nochmal 5 Minuten beantwortet. Am Ende gehen insgesamt 15-25 Minuten für eine Problemlösung drauf, welche in einer Minute erledigt wäre. Das ganze geschieht dann täglich millionenfach und schadet nicht nur dem Sender, sondern auch dem Empfänger und letztlich den Unternehmen.

        M.P. | 27. Dezember 2011 | 09:45 | Antworten
        • @M.P.

          Schaden kann eine E-Mail niemanden.

          Der Zeitaufwand kann dementsprechen hoch sein, dass man vielleicht seinen Gesundheitsschlaf vergisst.

          Das alles liegt alleine am Schreiber oder am Leser.

          Wenn der Schreiber oder Leser nicht weiß wann Schluss sein sollte, dann liegt es alleinig nur an ihm selbst.

          Roland Tluk | 27. Dezember 2011 | 11:24 | Antworten
          • Noch etwas angefügt:

            Im Kern trifft es damit auch die neue Volkskrankheit von “BurnOut”.

            Diese fleißigen Leute versuchen immer Mehr in kürzester Zeit zu bewältigen, aber das mit höchsten perfektionistischen Ansprüchen.

            Das funktioniert nicht.

            Viele unnötige Personalchefs freuen sich aber darüber, dass jemand seine Arbeit macht, und fördert es noch mit einer zugespitzten Anspruchhaltung.
            Die denken sich auch, wenn der eine verheizt ist, gibt es genug die danach kommen.

            Die Arbeitnehmer müssen ihre eigenen Grenzen ganz klar setzen mit allen verbundenen Konsequenzen.

            Vielen fehlt einfach der Mut “Nein” zu sagen und zerbrechen irgendwann in Selbstwertgefühl daran, ersaufen es in Alkohol oder werden richtig physisch krank.

            Roland Tluk | 27. Dezember 2011 | 11:33 | Antworten
        • Da haben Sie vermutlich völlig Recht; hier vereinigt sich aber die Informationssucht auf das lieblichste mit dem Dokumentationszwang – oft vom Arbeitgeber oder vom Kunden bzw. den Qualitätsnormen, denen er sich unterziehen muss, vorgeschrieben.

          Mit unserer Freiheit ist es nirgendwo mehr weit her, denn jeder Schritt ist zu kontrollieren und dokumentieren. Verändert wird das allerdings nicht dadurch, dass “man das Kotzen kriegt” oder sich anderweitig der heutigen “Saturn- und Mediamarkt”-Sprache bedient und sich als “Wirtschaftsmenschen” betrachtet. Ich glaube, es hilft nur, seine eigene Position zu finden und dann danach zu handeln – mit aller gebotenen Höflichkeit gegenüber den Beteiligten.

          Gelassenheit und Entschleunigung hilft auch diesen Beteiligten weiter, denn alle leiden ja darunter, dass inzwischen ca. 30-40 % der Arbeit in Verwaltungs- und anderen Dokumentationspflichten untergehen, worunter das eigentliche Arbeitsgebiet erheblich leidet – und damit auch der Mensch, der die jeweilige Arbeit zu erledigen hat. Die andauernde Informations-Üerfütterung und Ablenkung durch Telefon, eMail oder selbstgesucht im Internet zerflust uns das Gehirn.

          Sibylle | 27. Dezember 2011 | 12:31 | Antworten
  14. Bankrotterklärung der deutschen “Mitbestimmung”

    Diese Idee kommt von VW Betriebsrat.

    Diese und viele andere Entscheidungen zeigen, dass die Einführung und Ausweitung der Mitbestimmung GRUDSAÄTZLICH falsch war. Da hatte Ludwig Erhard recht.

    Bei derartig massiven Eingriffen in sich selber regulierende Systeme, muss man damit rechnen, dass sich die dabei entsehenden Strukturen formieren. Da es sich bei den Akteueren um Menschen mit Schwächen, wie Geldgier usw handelt, kann dabei nur Mist bei rauskommen.

    Beispiele
    Die durch Gewerkschaftlern aufgeblähten Aufsichtsräte arbeiten ineffizient. Die Firmen werden Erpressbat. Gewerkschaftler lassen sich aushalten.

    Betriebsräte werden immer wieder durch Gescheke aller Art, die inzwischen gar nicht mehr alles nachgewiesen werden könnnen, beeinflusbar.

    In Betriebsräten sammeln sich Gewerkschaftler, die alle, die sich nicht der absurden Weiterbuldungsmaschinerie des DGB anschließen mit wiederlichsten Mitteln fertig gemacht und weg-gemobbt.

    Die Mitbestimmung ist Deutschland gescheitert!

    Die Firmen müssen sich individuell und für sich passend eine Mitwirkung organisieren dürfen.

    Karl Letis | 27. Dezember 2011 | 13:30 | Antworten
  15. “kein Schwein ruft mich an…”
    Handy Nummer ist nur der Familie und engen Freunden bekannt.
    Unsere Mitarbeiter erhalten nach Feierabend keine Anrufe.

    Bei den emails sieht es schon anders aus, kaum ist der Rechner am Morgen hochgefahren, flattern schon mehr als Hundert Nachrichten auf den Schreibtisch…was soll’s? Der Papierkorb wurde abends geleert und ist wieder aufnahmefähig.

    fashion victim | 1. Januar 2012 | 21:03 | Antworten

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