Elf Freunde müsst ihr sein …

 

… lautet der Titel eines Jugendbuches, das der legendäre Sportreporter Sammy Drechsel in den 50er Jahren veröffentlicht hatte. Dieser Fußball-Roman handelt von Sportlergeist und Gemeinschaftssinn beim Fußball, in ihm wird die Freundschaft und das “fair-play“ in dem Mannschaftsspiel beschworen. „Träume weiter“ möchte man heute sagen. Gerade angesichts der Vorfälle in den letzten Wochen im Big Business Fußball. Wenn man beispielsweise sieht, wie sich Schalke-Fans vergangenen Sonntag aufführten, völlig außer Rand und Band, in ihrem Ausbruch von Beleidigungen und Beschimpfungen kaum zu überbieten, als Manuel Neuer den Platz betrat – dann ist das weit entfernt vom Miteifern mit der eigenen Mannschaft. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Und ich staune über die Souveränität, mit der der Torwart die Anfeindungen hinnahm.

 Als Außenstehende bekommt man da zumindest einen kleinen Eindruck davon, unter welchem immensen Druck die Fußballer stehen und welche Extremsituationen sie durchleben müssen. In aller Öffentlichkeit. In einem Bereich, wo jeder glaubt, mitreden zu können und zu müssen und dies auch tut. Hohe Erwartungen, übertriebener Ehrgeiz, stets an der Leistungsgrenze arbeiten, all dies kann zu seelischen Verwundungen führen. Zu Burnout, zu einer Krankheit, die längst nicht mehr nur Manager befällt.

 Vor knapp drei Wochen hat der Torhüter von Hannover 96, Markus Miller, die Reißleine gezogen und bekannte, unter dem Erschöpfungssyndrom zu leiden. Er zog sich vom Fußball erstmal zurück und begab sich in Behandlung. Dann hat mit Ralf Rangnick nun erstmals auch ein deutscher Fußball-Bundesligatrainer wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms seinen Posten aufgegeben. Sein Rücktritt zog eine Riesen-Welle der Betroffenheit nach sich. „Das war ein Schock, wir müssen das erstmal sacken lassen. Das zieht uns den Boden unter den Füßen weg“, mit diesen Worten wird der Manager von Schalke, Horst Heldt zitiert. „Die schrecklichste Nachricht des Tages“, kommentierte Rodolfo Cardoso, eben noch Interimstrainer beim Hamburger SV. „Die Bundesliga ist sehr stressig. Wie stressig, habe ich allein in den ersten zwei Tagen als Trainer des HSV mitbekommen“, so sein Resümee.

 Das Erfreuliche an den Reaktionen war, dass die gesamte Fußball-Prominenz rasche Genesung wünschte und Rangnicks Mut lobte, so offensiv mit seiner Erkrankung umzugehen. Dennoch bleibt die Frage, ob die Branche – Fans, Spieler, Trainer und Funktionäre – dieses Signal ernst nimmt oder nach kurzer Betroffenheitspause wieder so weiter macht wie bisher. Tatsache ist, dass sich etwas ändern muss. Leistungsdruck wird es im Sport immer geben. Im Gespräch mit sport.zdf.de fordert jedoch der Psychologe Jens Kleinert:  „Athleten, Trainer und Betreuer benötigen die richtigen Ressourcen, um mit den Anforderungen des Systems klar zu kommen. Das sind einmal Ansprechpartner, an die Erkrankte sich wenden können. Wir brauchen aber auch mehr Präventivarbeit, damit es gar nicht erst zu solchen Erkrankungen kommt.“ Denn Rangnick und Miller sind nur zwei von vielen, so die Ansicht von Sportpsychologen. Sie seien nur die Spitze des Eisbergs gewissermaßen.

Sofort fallen weitere Namen ein: Sebastian Deisler, der 2007 für Aufmerksamkeit sorgte, als er mit Hinweis auf Burnout-Symptome seinen Rücktritt erklärte.

Und natürlich Robert Enke. Nach dem tragischen Freitod des Torwarts vor zwei Jahren wurde erstmals das Thema der physischen und psychischen Überforderung  von Fußballern in der Öffentlichkeit mit großer Betroffenheit wahrgenommen.

Dabei berührt es besonders, dass jetzt seine Witwe Teresa Hannovers Torwart Markus Miller nach dessen Rücktritt spontan Hilfe angeboten hat. Weil sie so beeindruckt von dessen Mut ist, seine Burnout-Erkrankung bekannt zu geben. Dadurch dass die Betroffenen mutig an die Öffentlichkeit gehen, werden die Symptome sichtbar,  aber an den Ursachen wird immer noch zu wenig geändert. Und psychische Probleme und Erkrankungen werden in der knallharten Fußballwelt immer noch zu wenig anerkannt.

Ex-Bayern- und Nationaltorhüter Oliver Kahn hatte den Rücktritt von Markus Miller vor kurzem unter anderem mit folgenden Worten kommentiert: “Professioneller Fußball bedeutet Verzicht, hohe Disziplin und die ständige Konfrontation mit der Konkurrenz. Oftmals geht es um viel Geld und Ruhm – entsprechend gnadenlos geht die Öffentlichkeit mit dem Sportler um, wenn der Erfolg einmal ausbleibt.“ Und es bedürfe einer großen Stressresistenz, sich den geistigen und körperlichen Belastungen immer wieder aufs Neue zu stellen. Klar, wichtig sind Leistung, Tore, Siege. Nur zu welchem Preis? Wenn auf und neben dem Spielfeld Unsicherheit und Überforderung, Angst und Verstörung herrschen, und Menschen dabei zugrunde gehen, ist es vorbei mit der Lust am Spielen und am Zuschauen, finde ich.

Übrigens hat Sammy Drechsel den oben genannten Buchtitel der „Victoria“- Statue entliehen, der ersten Trophäe im deutschen Fußball. Auf ihrem Sockel war der Spruch „Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen“ eingraviert. Wie wahr.

50 Kommentare | 24. September 2011 | 14:04 Uhr | Twittern | Facebook

50 Kommentare

  1. Die 11 Freunde für Siege sind für meinen Geschiedenen jene von Hertha BSC,aber den Spruch finde ich als Nichtinteressierte dennoch gut.

    M.G. | 24. September 2011 | 14:31 | Antworten
  2. Also wirklich Schwester…. Millionäre die übern Rasen laufen. Was hätten diese Nimmersatt den Sozialversicherungsbeschäftigten in unserm Land an Lebens- oder Alltagsweisheit zu sagen?
    .
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    Diese raffgierigen Leute bekommen in einer Stunde das, wofür Handwerker, Krankenschwestern oder Reinigungskräfte mehrere Monate schwer schuften müssen. Ich verabscheue die Gier nach Geld und wende mich ab – von den prominenten Gesichtern die uns in täglichen Boulevards präsentiert werden.
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    susi

    susi bibelmaus | 24. September 2011 | 14:32 | Antworten
    • @ Frau Bibelmaus
      oh man müssen Sie zu allem etwas sagen? Das Sie Gier verabscheuen kann gut sein, aber gegen Selbstgeltungsdrang haben Sie nichts – übrigens die Gier nach Aufmerksamkeit

      ea.slauer | 24. September 2011 | 14:38 | Antworten
    • dann werden sie doch Fussballmaus, dann kriegen sie auch so viel Kohle, und brauchen sich darüber nicht mehr aufregen, und das mit der Gier wird dann schon….
      der Appetit kommt beim Essen… ihren letzten Absatz haben alle bereits mindestens 5x in leicht abgewndelter Form gelesen, das scheint ihr Steckenpferdchen zu sein… ist das etwa NEID…. huiuiui, oder gönnen sie den vermeitlich Glücklichen den schnöden Mammon nicht? Ist doch nur Geld

      Staatsfeind No1 | 25. September 2011 | 12:28 | Antworten
  3. Ich werde ohnehin nie begreifen, wie 22 erwachsene Menschen,
    die darüber hinaus noch als durchaus wohlhabend gelten,so albern sein können, um einem einzigen Ball hinterherzulaufen. Können die sich nicht jeder einen eigenen besorgen?

    Delitant | 24. September 2011 | 15:00 | Antworten
    • Das habe ich meinem Geschiedenen auch schon gesagt,wenn er Fußball sehen wollte,denn wenn jeder sich einen eigenen Ball kaufen würden,bräuchte kein Linien- und Schiedsrichter jedesmal den Streit um den Ball zu schlichten.@Delitant

      M.G. | 24. September 2011 | 15:52 | Antworten
    • »Ich werde ohnehin nie begreifen, wie 22 erwachsene Menschen (…) einem einzigen Ball hinterherlaufen.«

      Das muss sowas Ähnliches sein, wie täglich in einem Blog zu schreiben und im Wesentlichen zum Ausruck zu bringen, dass man mehr oder weniger Alles für blöd hält.

      Wolkenspalter | 24. September 2011 | 16:13 | Antworten
      • Fußball ist nicht blöd,da er ja ein gesundhaltenden Fitniseffekt hat,aber erist auch nicht ganz ungefährlich wegen dem Foul,richtig ?@Wolkenspalter

        M.G. | 24. September 2011 | 16:37 | Antworten
      • Das ist es wohl kaum.
        In einem Blog, wie dem hiesigen zu schreiben, könnte vielmehr bedeuten, dass man seine Meinung vergleicht und sich austauscht, wie auch seinem angestautem Frust ein sinnvolles Ventil verleiht.
        Für jemand, der wie ich, seit Jahren in SüdostAsien lebt, heißt das zudem noch Kontakt mit der Muttersprache
        pflegen.

        Delitant | 25. September 2011 | 07:32 | Antworten
    • Ich werde ohnehin nie begreifen, wie hunderte erwachsene Menschen,
      die darüber hinaus noch als durchaus belesen gelten,so albern sein können, um einem einzigen Blogposting mit vielen Kommentaren zu versehen. Es wäre doch einfacher, wenn jeder das einfach ins eigene Blog schreibt und niemand würde sich streiten.

      Pflegeopfer | 25. September 2011 | 09:05 | Antworten
      • Was haben sie denn gegen das “sich streiten”?
        Man kann daraus durchaus eine Leidenschaft machen.

        Delitant | 25. September 2011 | 10:35 | Antworten
  4. @ Susi: also Gier nach Geld ist hier ja völlig fehl am Platz.
    Den meisten Fussballern macht ihr Sport einfach Spass. Da verbindet man das Hobby mit der Tatsache, damit für kurze Zeit Geld zu verdienen. Bei den meisten Fussballern klingelt es doch sowieso nicht in der Kasse, das sind doch nur wenige, und ich möchte bezweifeln, dass das Geld ausschlaggebend ist, vielmehr ist es die Herausforderung gut zu sein. Wie man weiss ist Manuel Neuer nach München gegangen, um sich weiterzuentwickeln, nicht aus Gier nach Geld.
    Nur wie mit den Spitzensportlern umgegangen wird, ist sehr fragwürdig, die werden wie Roboter behandelt und nicht wie Menschen.
    In der Bundesliga fällt mir nur ein Verein ein, der Höhen und Tiefen mit Spielern und Trainer durchlebtund das ist Werder Bremen, da kann man wirklich sagen 11 Freunde müssen es sein.

    ufo2703 | 24. September 2011 | 15:14 | Antworten
  5. Ach Susi,

    für die *Millionäre, die übern Rasen laufen*

    gibt es von mir die Bestnote (sehr gut)

    werner | 24. September 2011 | 15:16 | Antworten
    • Na ja, aber die Linien-und Schiedsrichter müssen aber trotz Endscheidungsfindung auch Top- Fit sein, im Gegensatz zu Juristen in der rechtswissenschaftlichen Brange.@werner

      M.G. | 24. September 2011 | 15:55 | Antworten
    • Für den Rasen, oder für die Millionäre?

      Delitant | 25. September 2011 | 13:51 | Antworten
      • Lieber Diletant:

        Millionäre spielen für uns Fußball,

        singen uns die Lieder vor,

        regieren uns und sprechen die Nachrichten(hi?),

        und für den Rasen bleibt auch noch was,…der ist so verzüchtet(überpflegt), da müssen wir den Regenwürmern zufüttern.

        werner | 25. September 2011 | 16:22 | Antworten
  6. also, wenn ich mich nicht irre, geht’s hier nicht um amateure, sondern um profifussball. wie in jedem anderen bereich des showgeschäfts, ist viel geld im spiel- es kann auch viel geld verdient werden. voraussetzung- neben talent- ist eine gewisse psychische robustheit. vor 2 monaten starb die begnadete sängerin amy winehouse, die dem immensen druck der branche nicht gewachsen war. und so gibt es auch im haifischbecken profifussball spieler/trainer, die das nicht oder nicht mehr aushalten. der spruch:” wer die hitze nicht vertragen kann, darf kein koch werden” mag banal sein, ist aber zutreffend u. gilt auch-im übertragenen sinn- für den profifussball.

    fritzguitar | 24. September 2011 | 15:58 | Antworten
  7. Welchen Beitrag zu diesem Sport-Stress leisten eigentlich die MEDIEN, für die nichts geiler ist, als Skadale zu wittern und hochzuziehen wo gar keine sind? Dann die Sofortkritiken an nicht ganz 100%-iger sportlicher Leistung, die auf Anhieb wie eine komplette Bankrotterklärung und persönlicher Untergang behandelt wird? Die Fagen von Journalisten sind oft gerade das, was die Sache erst richtig ätzend macht und in der Rückkoppelung auf das Sportgeschehen absolut perfekte Leistung fordern. Dabei wird sogar eine einfache Tatsache übersehen: von zwei Mannschaften kann höchstens eine gewinnen. Was erwartet man also noch?

    Wolkenspalter | 24. September 2011 | 16:07 | Antworten
    • Es können auch beide Manschaften auf gleicher Höhe gewinnen, nämlich beim Unentschieden.@Woklenspalter

      M.G. | 24. September 2011 | 16:39 | Antworten
      • Es gibt doch immer Einen, der die Haare besser spaltet!
        Sogar wenn ein Unentschieden kein Gewinnen ist.

        Wolkenspalter | 24. September 2011 | 17:35 | Antworten
        • Ja,aber ein Verlieren ist es auch nicht,richtig ?@Wolkenspalter

          M.G. | 24. September 2011 | 18:02 | Antworten
          • Aber am Zustand der BRD siehr man doch, doch Verlieren durchaus ein Gewinn, und weniger eben auch mehr sein kann.
            So verlieren die Bürger in D, immer mehr an Kaufkraft und Einkommen, werden aber proportional dazu immer glücklicher, wie man uns erst jüngst durch eine Statistik bewies.

            Delitant | 25. September 2011 | 10:42 | Antworten
  8. Ich verstehe die Worte, nicht ihren Sinn. Sollen jetzt Alle absichtlich unentschieden spielen? Und was hat das überhaupt mit meinem anfänglichen Beitrag zu tun?

    Wolkenspalter | 24. September 2011 | 18:11 | Antworten
    • nach Ihrer Meinun kann nur eine Manschaft gew2innen,was aber nicht zwangsläufig sein muss,@Wolkenspalter.

      M.G. | 24. September 2011 | 19:42 | Antworten
  9. Ein Burnout kann jeder in jeder Branche, gleich welcher Hierachiestufe haben. Nur wenn es in der Deutschen liebstem Volkssport auftritt, bei einer nicht unerheblichen Person, ist das Interesse freilich groß. Personen, welche man angehimmelt, welche als Idol für manchen Sprößling aus sozial niedriegem Standes ein Vorbild gewesen – zerstört.

    Was soll man groß noch sagen? Hoffenlich kommt er bald wieder, auf daß die Fälle sich in Grenzen halten und niemand mit der Bahre vom Platze getragen werden muß.

    Bei meinem Onkel im Gartenhaus hängt neben der Tür ein Schild, drauf steht:

    Der Arbeit Dank

    “Mit Arbeit ist es so auf Erden,
    sie kann sehr leicht zum Laster werden.
    Du kennst die Blumen nicht, die duften,
    Du kennst nur Arbeit, und das schuften.

    So geh`n sie hin, die schönen Jahre,
    bis endlich liegst Du auf der Bahre.
    Im Hintergrund – da lacht der Tod:
    Der Arbeit Dank, Du Vollidiot.”

    Michael Egler | 24. September 2011 | 20:37 | Antworten
  10. @M.G. Als “Nichtinteressierte” geben Sie zum x-ten Mal Ihren Senf dazu. Warum eigentlich? Ich möchte die Lachnummer erleben, die Sie im Dress der Frauenfussball-Mädels abgeben…

    Rheinwein | 24. September 2011 | 22:06 | Antworten
  11. @M.G.
    :-) :-) :-) :-) :-) :-) :-) :-) :-) :-) :-)

    Rheinwein | 24. September 2011 | 22:07 | Antworten
    • Und Susi Bibelmaus in Schiedsrichter-Höschen… :-(

      Nordfriese | 24. September 2011 | 22:14 | Antworten
      • @…Nordfriese

        .. Miau ..

        Gruß
        bcstony

        P. Degoulange | 25. September 2011 | 15:19 | Antworten
    • Als Mädel bin ich schon zu alt mit über 40 Jahren und Bibelmaus muss sich auch nicht als Schiedsrichterin einbringen,typisch Männer,Bleiben Sie doch dem Blog fern, wenn Ihnen unsere Beteiligung nicht gefällt. @Rheinwein und Nordfriese

      M.G. | 24. September 2011 | 23:00 | Antworten
  12. Fußball ist ein Proletensport.
    Vielleicht noch was für Kinder bis 14 Jahren die ihre Motorik am “Ball hinterherlaufen” ausleben können.

    Dann würde ich mein king auf jeden Fall da raus nehmen und zu einen intellegenten Sport wie Tanzen, Tischtennis, Fechten, Judo, oder Musikinstrument (..) schicken.

    Wenn man sieht wie viele Verletzungen die haben, wie hart die Kinder den Ball mit den Kopf annehmen muss. Das kann nicht gesund sein.

    Karl Letis | 25. September 2011 | 00:11 | Antworten
  13. - gähn –
    was für ein unwichtiges thema.
    keiner der o. g. sportler wird gezwungen im hamsterrad der profiteure mitzulaufen. keiner.

    ein feuerwehrmann, der da reingeht, wo andere rausrennen,
    eine krankenschwester, die blutende, vollgekotzte schwerverletzte versorgt, ein polizist, der im vorschriftenwust ertrinkt und dennoch einen guten job macht … wenn diese mitmenschen irgendwann zusammenbrechen, weil sie unterbesetzt, unterbezahlt, unterschätzt, unterwürdig miss(be)achtet werden.

    das interessiert mich, da will ich diskutieren, das ist für mich wichtiger als das wehklagen hochbezahlter luxussportler.

    herr von s. | 25. September 2011 | 00:12 | Antworten
  14. “It’s really a pool of tears!”
    Ich flenne mir schon dauern den Zwickel voll, denn nicht nur unsere gebeutelten Künstler, Politiker und Wirtschaftsgrößen sind mittlerweile völlig am Ende. Jetzt geraten obendrein auch noch unsere bemitleidenswerten Profifussballer unter enormen Leidensdruck, und sehen sich mit einem “Burning Out Syndrom” belegt. Wo das bloß noch hinführen soll???
    Völlig unangemessen und wenig empathisch dazu, fordert man jetzt auch noch dreist, die Transaktionssteuer, wie den Mindestlohn.
    Fast möchte man glauben, der einzige Berufsstand, dessen Welt noch wirklich in Ordnung ist, ist der in der Kranken- und Altenpflege. Da verdient man immer noch recht gut,das Betriebsklima ist bestens, und es braucht sich keiner wirklich ein Bein auszureißen. (lol)

    Delitant | 25. September 2011 | 07:24 | Antworten
  15. Schließe mich Herr von s. an: Gähn. Langweiliges Thema. Journalistisch wertlos…

    Aber ist mal wieder Wochenende. Also wenns ZDF keine besseren Lückenbüßer hat…

    whim | 25. September 2011 | 09:43 | Antworten
    • Kurzer Nachtrag – möchte natürlich nicht den Menschen, die wirklich unter dem “Profi-Tum” leiden, zu nahe treten:

      Aber: Es hat sich jeder selbst ausgesucht. Keiner wurde gezwungen. Großes Geld hat gewunken. Und die Meisten haben nach kurzer Zeit sowieso ausgesorgt. Rücktritt einfach!

      Doch: Was sollen da all die Menschen sagen, die trotz harter Arbeit kaum über die Runden kommen – sich ein “Burn-Out-Syndrom” nicht “leisten” können, da sie (und ihre Familie) sonst verarmen? Das wäre mal ein Thema…

      whim | 25. September 2011 | 09:55 | Antworten
      • Die haben sich schlichtweg einfach anzupassen oder einen neuen Job zu suchen. Selber erlebt.

        Michael Egler | 25. September 2011 | 17:18 | Antworten
  16. @ alle

    „Elf Jungen und ein Fußball“

    Die Überschrift zu dem Beitrag von Frau Bassler erinnert mich an den Titel eines Kinder/Jugendbuches aus dem Franz Schneider-Verlag. Die älteren Teilnehmer werden sich an dieses Buch erinnern.

    In diesem Buch geht es (wenn ich es recht erinnere) um Bolzen, um Straßenmannschaften, um Gruppendenken und Gruppenzusammenhalt …

    „Elf Freunde müsst ihr sein“ ist (Frau Bassler möge es mir nachsehen) ein unsinniger Titel.
    Vielleicht ist er auch eine versteckte Provokation, ein Grund, diesen Fußball-Rummel zu hinterfragen.

    Diese Profi-Fußballspieler sind moderne(?) Gladiatoren.
    Sie betreten freitags, samstags oder sonntags die großen Arenen. Sie lassen sich bejubeln, sie werden ausgepfiffen, sie werden geschmäht, sie werden niedergesungen. Nach guten Leistungen werden sie auf den Schild gehoben und gefeiert.
    Blut fließt nicht – und wenn, dann nicht als Ziel sondern als Folge des sportlichen(!) Einsatzes.

    Wenn man sich für diese „Gladiatoren-Laufbahn“ entscheidet, dann muss man all dies ertragen können. Wenn nicht, dann scheidet man aus.
    Als Nicht-Fan empfinde ich weder Euphorie noch Mitleid.

    Ich wünschen Ihnen allen einen angenehmen Sonntag

    Gruß aus Eisenach

    Heinz Sahl - Eine Stimme aus Thüringen | 25. September 2011 | 10:23 | Antworten
    • Sehe ich auch so, man nimmt die Fußballergebnisse, wie so kommen.@Heinz Sahl.

      M.G. | 25. September 2011 | 12:53 | Antworten
  17. .. Ich mag Fußball ..

    Abend`s vor Ferhseher, ne Flasche Bier und Knapperzeug.
    Die Helden für 90 Minuten, faszinierend.
    Welche Kraft, welche Ausdauer .. TOR ..

    Ohne Fußball, hätte Ich mir keinen Frenseher gekauft.
    Ehrlich.

    Gruß
    bcstony

    P. Degoulange | 25. September 2011 | 15:22 | Antworten
  18. Wie ich unsere gutmenschlichen Medien kenne, werden sie nun die Spitzensportler bei jeder sich bietenden Gelegenheit fragen, ob sie einen Psychologen zu Seite hätten und ob er sein OK gegeben hätte. Die alte Reporterfrage “wie fühlen Sie sich” ist passée. Die neue heißt: “Ist die Antwort mit dem Psychologen abgesprochen?” Schöne Medienwelt. Wann kommen Journalisten und Reporter mit Phantasie, die ihren Job mal gut machen?

    Wolkenspalter | 25. September 2011 | 15:24 | Antworten
    • was haben Sie eigentlich gegen Gutmenschen? Hätten Sie lieber Menschen die nur Böses tun und überall Böses erwarten?

      ea.slauer | 25. September 2011 | 15:30 | Antworten
      • Was ist Tag, was Nacht? Warum ist der Himmel blau? Warum das Meer tief? Warum ist Wasser flüssig? Weshalb Berge hoch? Warum Warum Warum. Warum stellen Sie naive Fragen die seit Monaten in voherigen Blog schon extra für Sie beantwortet wurden? Warum stellen Sie sich dumm? Warum lesen Sie nicht die Beiträge? Können Sie Lesen? Warum dann dennoch diese Fragen? Warum?

        susi bibelmaus | 25. September 2011 | 15:33 | Antworten
      • Hallo ea.slauer,
        ich hoffte, es wäre auch ohne weitere Eklärung klar, dass es einen Unterschied zwischen guten Menschen und Gutmenschen gibt.

        Die Journalisten und Sportreporter sind ziemlich “eintönig” und ringen nach anderen Fragen. Vielleicht gibt es einfach zu viele Sendungen, die eine zu große Herausforderung an die abwechslungsreiche Phantasie der Medienmacher ist.

        Die Sportlerpsychologie bietet sich nun hier thematisch als “Geschäftsmodell” an, das sich prima breit treten lässt. Ach wie gut und menschlich ist man doch….

        Wären die Medienmacher ehrlich, würden sie sich selber kritisieren (so wie sie es auch Sportlern ständig aus der Nase ziehen — nichts scheint geiler zu sein, als einen Sportler vor der Kamera zur Selbstdemütigung zu bringen). Die Medien haben eine Menge damit zu tun, warum es rund um die Sportler exzessiv stressig wurde und allenfalls perfekte Höchstleistung unkritisiert bleibt ….vorausgesetzt, man hat Glück, und es wird nicht auch noch ein Dopingfall verschwörungstheoretisch lanciert.

        Die Medien sind die ersten Vernichter am Platze!! Soll man das etwa gut finden?

        Wolkenspalter | 25. September 2011 | 16:21 | Antworten
        • Ich teile die Kritik an den Medien! Aber wie so häufig: Wo ein Markt, da ein Angebot. Hier muss sich jeder an der eigenen Nase fassen!!

          Da ich Sport für die (schönste/blödste/grausamste) Nebensache der Welt erachte, verstehe ich vielleicht nicht den tieferen Sinn von Hundertstel-Sekunden.

          Klar: Sport ist gut für die Gesundheit. Übertriebener Ehrgeiz und Konkurenz-Kampf (“Ellenbogen” sind hier harmlos) sind sch… Geld siegt! Halleluja.

          Und warum ein Fußballer Millionen Euro verdient und z. B. eine Krankenschwester nur Millionen Überstunden, erschließt sich nicht…

          Grüße u. a. an Herrn Vettel: Toll gefahren, Sieg geholt, von der Presse mehr gelobt als jeder Heilige, nur leider hilft dies keinem!

          whim | 25. September 2011 | 18:56 | Antworten
  19. Die Fans bezahlen diese Fussball-Millionäre durch ihre Eintrittgelder und Fan-Artikel selbst. Von daher ist aus meiner Sicht alles Paletti. Der ganze Rummel ist ja wegen ihnen schliesslich auch veranstaltet worden.

    Diese Fratzen jedoch auch in der Werbung einzusetzen, signalisiert mir zumindest, die Finger von den jeweiligen beworbenen Produkten und Dienstleistungen zu lassen. Ich muss solche Nichtsnutze ja nicht auch noch mit dem Endkundenpreis mit durchfüttern.

    Die Katze aus dem Sack | 26. September 2011 | 05:39 | Antworten
  20. Nun ist alles gesagt.
    Bitte ein anderes Thema.

    Tomca | 26. September 2011 | 08:38 | Antworten
  21. Wenn diesen unverdient reichen Fußballer der Druck zu groß ist sollen sie sich einen anderen Job suchen. Es gibt wichtigeres auf der Erde!

    Matthias | 26. September 2011 | 13:41 | Antworten
  22. Guten Morgen, liebe ZDF – Redaktion,
    seit ihr im Streik? Oder einfach keine Lust?
    Und sind die Themen alle?

    Tomca | 26. September 2011 | 16:11 | Antworten
  23. “Burn out”: enorme Belastungen gibt es nicht nur am Fußballfeld in den Stadien. Die weit größere Belastung sehe ich bei denen, die Verantwortung in der Eurokrise tragen, vorweg die Kanzlerin und der Finanzminister. In einem Geflecht von Entscheidungsebenen ein ganzes Gewebe von Ursachen und noch mehr (unsicheren)Folgen eine Linie zu finden, die zudem deutschem Recht entspricht, und zur Abwendung einer Katastrophe führt, das ist Knochenarbeit, die jetzt im Kanzleramt und in den Ministerien von vielen Mitarbeitern geleistet wird. Bei aller Kritik, die geäußert wird und werden könnte, dafür muß man auch mal Anerkennung aussprechen.

    Melzer | 26. September 2011 | 22:22 | Antworten
  24. Der Fußball ist nur ein Feld , wo die gesamte Problematik sehr öffentlich sichtbar wird.
    Die Zunahme von Depressionen und Erschöpfungszuständen ist überall in der Gesellschaft unübersehbar.

    Das hat viel mit der Arbeitswelt zu tun , aber auch mit einer immer verkniffener werdenenden Mentalität in der Gesellschaft , es gibt “da draußen” immer weniger Leute , die auch mal ein bißchen leicht und entspannt daherkommen , und wenn ,dann wird es schnell als regelrecht verdächtig betrachtet.

    Es scheint mir auch ein großes Problem mit dem Umgang mit Betroffenen zu geben.
    Mißbrauchsopfer müssen noch groß um Entschädigungen kämpfen , Bundeswehrsoldaten mit Kriegstraumata dürfen sich noch jahrelang herumschlagen mit dem Dienstherrn , bis ihre unter Lebensgefahr “erworbene ” Belastung anerkannt wird , es ist ziemlich klar erkennbar , daß gerade offizielle Institutionen ums Verrecken nicht anerkennen wollen , daß etwas nicht stimmt.

    Die Ökonomisierung des Systems tut ihr Übriges.

    Der Zusammenbruch ist absehbar.

    new kid on the blog | 30. September 2011 | 13:29 | Antworten

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