Die Herren des Rettungsschirms
In der EU herrscht bunte Vielfalt an Meinungen, wie es mit dem Schuldenstaaten-Rettungsschirm weitergehen soll. Mancher sagt auch: völliges Durcheinander. Unabgestimmte Vorstöße, Kommentare aus jeder Ecke des europäischen Universums und völlig gegensätzliche Einschätzungen etwa gleich qualifizierter Leute verunsichern jedoch nicht nur das, was wir uns angewöhnt haben “die Märkte” zu nennen. Nein, vor allem die Bevölkerung in Europa wird verunsichert, gerade auch weil viele nicht verstehen, wie denn nun die Probleme in einigen südeuropäischen Ländern mit den völlig anders gearteten beispielweise in Irland überhaupt zusammenhängen. Die Botschaft, die dabei unweigerlich herauskommen muss, lautet dann einfach: Es ist die Hölle los und keiner weiß, was man da tun soll.
Das kann natürlich nicht im Interesse der Euroländer sein. Denn so
entsteht zum Beispiel der Eindruck, der Euro sei überaus “schwach” oder
gar eine Weichwährung. Nichts dergleichen. Auch die jüngst zu
verzeichnenden Preissteigerungen von 2,2 Prozent europaweit sind
wahrlich keine Inflation; da hat mancher in Deutschland schon ganz
andere Dinge erlebt, und nicht nur da. Rohstoffe und da besonders
Mineralöl werden überdurchschnittlich teurer – kein Wunder, wenn die
Nachfrage, besonders aus den Schwellenländern, stetig zulegt. So ist das
nun mal und man muss sich darauf einstellen, dass es kein Grundrecht
auf billiges Benzin gibt. Diejenigen Güter, die man tatsächlich
unabänderlich zum Leben braucht, Nahrungsmittel etwa, werden kaum
teurer. Dagegen werden die Arbeitnehmer in diesem Jahr auf steigende
Löhne hoffen können, weil die Wirtschaft in Deutschland stark zugelegt
hat und weiter zulegt.
Man sollte die Probleme nicht kleinreden, und Gesundbeten hat noch nie
geholfen. Dass aber mit den Krisen in Griechenland, in Irland oder
Portugal nun eine handfester Zwang besteht, die Verhältnisse grundlegend
neu zu ordnen, schmerzhafte Sparmaßnahmen durchzusetzen und die
Wirtschaftsphilosophie vom Kopf auf die Füße zu stellen, das sollte man
einfach auch mal anerkennen. Am Ende könnte da tatsächlich eine
wettbewerbsfähige Volkswirtschaft herauskommen, was Griechen und
Portugiesen mit Sicherheit glücklicher machen wird als eine vor sich hin
wurstelnde “Schaun-wir-mal”-Ökonomie, mit allen Begleiterscheinungen
von Korruption bis hin zu Steuervermeidung. Die EU Finanzminister
hingegen sollten sich dringend darauf festlegen, wer in Zukunft zu
Fragen des Rettungsschirms abschließend Stellung nimmt, und wer sich
bitte zurückhalten sollte. Und dass vor einer wie immer gearteten
Stellungnahme ein Nachdenken stattfindet. Unterschiedliche Auffassungen
dürfen und müssen sein – sie nur stets ungefiltert in die Gegend zu
posaunen – das deutet nicht auf sehr professionelles Vorgehen hin.
9 Kommentare | 17. Januar 2011 | 12:48 Uhr |
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Hallo,
wenn alles Geld vom Rettungschirm
aufgebraucht und verzehrt ist bricht die Währung auseinander.
Die Frage wird nicht sein, ob es passieren wird, sondern WANN es passieren wird.
Die Deutschen werden und können diese Last nicht stemmen, da die Armut auch in unserem Lande sich immer weiter ausbreitet.
Frau Merkel hat dann Ihr MEISTERSTÜCK absolviert. Es war der schlimmste Fehler von Ihr, die Griechen nicht in eine geordnete Insolvenz zu führen.
Soviele kaputte / bankrotte Staaten können nicht finanziert werden. Nicht um jeden Preis.
Der Untergang des Euro kommt mit Sicherheit.
Herzlichst
Euer Professor Klein
Der Euro in der Krise ? Merkt den keiner das alles von den Geldgierigen Kapitalgesellschaften und Bankern mit
den Finanzmärkten und ihren Rating-Agenturen gesteuert wird und unsere Politiker spielen auf Kosten der Steuerzahler mit! Armes Europa das sich so erpresse lässt, die Brandstifter werden bald an ihrer Gier ersticken.
der Zeitreisende
- Warum sollten denn Probleme nicht kleingeredet werden? Warum soll nicht im Kleinen der gemeinsamste Nenner gesucht werden, wenn das grosse Ganze so unverständlich erscheint? Und das beten niemanden hilft ist ja nun auch Quatsch, wo doch Milliarden von Gläubigen täglich vor ihrem Gott herumrutschen und um Vergebung ihrer Taten bitten.
Das hier ist ein Wirtschaftsthema, kein theologisches. Kleinreden im Sinne von Beschwichtigen (so schlimm wirds nicht und so) sowie Beten auf daß es von selbst oder mit göttlicher Hilfe besser wird, das geht nicht. Ist mir allerdings auch noch nicht klar, wieso Herr Schlieker dies mit Anarchie in Verbindung bringt…
Go and get a life. Geh und habe ein Leben? Oder besser mach was aus deinem Leben? Hm….
Auf meine Anfragen antworten die Moderatoren hier auch nur selten. Auch wenn diese natürlich hier weniger bloggen können aus Zeitgründen als wir. Meine ich. Finds nur negativ.
Deine Religionskritik hat ihn gestört. Beten und beten ist zweierlei. Und offenbar mag Herr Schlieker Deine anderen Blogbeiträge auch nicht. Immerhin, bei ists wie früher bei uns, da haben das Westfalenblatt und die NW unsere Anzeigen von der Partei auch nur veröffentlicht, wenn es unumgänglich war. Ist hier wohl genauso, bei den Leuten links im Bild.
, aber laß uns offen reden, wie wirs doch immer tun und Dein Vorschlag war. Nur Du und ich, Rede und Antwort, was ist denn mit der Anarchie, Katze?
Was ist denn der Verdacht mit der Anarchie? Gut, fürs rumrutschen wollte ich Dir auch erst einen auf den Deckel geben, da ich selbst ja zu den “rutschenden” gehöre,
Fernsehschauend,
Michael
Da freut sich jeder.
Was meinen Sie mit der Motivation in Bezug auf die Wirtschaft, Bernhard?
So eine geistige Flachpampe hier……..
Jetzt antworten diese zwei Blödmänner schon auf ihre eigenen Kommentare?
Gebe ich Dir uneingeschränkt recht, solange im blog jeder debile Nonsens eingestellt werden kann, aber bei einer gut recherchierten Meinung der Blogbetreiber die Zensur walten lässt. Da muss man sich nicht wundern wenn der Thread streckenweise zu einem Forum für Flatulisten mutiert.
Warum gibt es eigentlich in Deutschland keine Partei die sich für den Ausstieg aus diesem elenden Euro-Krampf einsetzt.
Ich wüßte dann wenigstens wer die nächste Bundestagswahl gewinnt.
Was muss eigentlich noch alles passieren bis auch der letzte Depp begriffen hat dass dieser Käse niemals funktionieren kann.
Ich fühle mich manchmal in die DDR zurückversetzt.
@Jäger
Weil wir eine Regierung immer diktiert bekommen haben von den Besatzungsmächten und alle Parteien dafür dementsprechend beschnitten sind.
-> Daher Mentalität, so wenig Anecken wie möglich.
Nur die Anpassung an den sog. “Mainstream”, der verordnet ist, ermöglicht den Aufstieg in die Regierungspartei.
Eigentlich ist das nichts anderes als eine Einheitspartei a la DDR. Nur wollen das die “Wessis” nicht begriefen.
Ganz dem Motto: Der Sklave will nicht frei, sondern Sklavenaufseher werden.