Jahr der Pflege
Füttern fünfzehn Minuten, Waschen zehn Minuten, Stuhlgang sechs Minuten – so sieht Pflegealltag hierzulande aus. Was “Pflege im Minutentakt” bedeutet, das erleben mehr als zwei Millionen Menschen täglich am eigenen Leib.
2011 soll alles besser werden: Gesundheitsminister Rösler hat das “Jahr
der Pflege” ausgerufen. “Weg von der Minutenpflege, hin zum Menschen”
heißt seine Devise. Das klingt gut und einfach, weil Rösler zum
schwierigen Thema Geld schweigt. Denn die Reform der Pflege, oder
genauer, die Reform der Pflegeversicherung, kostet Milliarden.
Milliarden, die der Gesundheitsminister nicht allein aus Steuern
aufbringen will.
Der Plan: Die Bürger sollen verpflichtet werden, eine
Zusatz-Pflegeversicherung abzuschließen. Ein “Zwangs-Rösler” sozusagen,
in Anlehnung an die Riester-Rente. Das steht auch im Koalitionsvertrag,
aber vieles ist unklar: Sollen auch 80-Jährige zur Zwangsabgabe
verpflichtet werden? Wie hoch soll die Pflegeabgabe überhaupt sein? Bei
fünf Euro sind die Verwaltungskosten unverhältnismässig hoch, bei 15
Euro sind Geringverdiener überfordert – ein Sozialausgleich müsste her.
Die Pflegeabgabe lohne nicht, sagt da schon die CSU, der
Koalitionsvertrag müsse überdacht werden.
Und der Gesundheitsminister? Der will erstmal reden, plant viele Treffen
mit Pflege- und Angehörigenverbände. Dabei sind die Probleme längst
bekannt, und die Zeit drängt: Auch wenn es bei der ungeliebten
Minutenpflege bleibt, reichen die Einnahmen der Pflegenkassen schon 2014
nicht mehr. Röslers Sicht trotzdem: “Wir fangen gerade nicht mit der
Frage Finanzierung an, sondern wir kümmern uns zu allererst um die
Menschen.” Fest steht: Bessere Pflege kostet, gute Worte allein reichen
da nicht. Der Minister schürt bei Pflegebedürftigen und ihren
Angehörigen Erwartungen. Rösler wird diese Erwartungen einlösen müssen,
im Jahr der Pflege 2011.
5 Kommentare | 05. Januar 2011 | 08:41 Uhr |
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Wie Bitte! Jahr der Pflege?
Hier geht es nicht um ein Jahr, hier geht es um Menschen die das brauchen was das normalste von der Welt ist sprich Menschen-Wärme-Liebe-Pflege-Kontakte. Jeder von uns kommt einmal dran, die Zeit bis dorthin vergeht wie im Flug. Meine beiden Elternteile verbringen aus Gesundheitsgründen ihren Lebensabend in verschiedenen Pflegeheimen. Regelmäßig bin ich dort unangemeldet zu Gast. Was ich in den Jahren dort erlebt habe bzw. immer noch erlebe, ich wünsche es niemanden. Hinterfragt man die Menschen ob Pflegeheiminsasse oder Personal bekommt man fast immer die gleichen Antworten. Beim Pflegeheiminsasse ist es die Angst wenn man mit der ehrlichen Wahrheit herauskommt wird man gemobbt, es ist überall das gleiche,op am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim, im Gefängnis und im Internet, das sorgt für Einsamkeit und ein sich zurückziehen (auffallend ist dies beim Rundgang in Pflegeheimen) das man mit großem Regel maß Menschen vor sich hindämmern sieht, die sich jedoch beim freundlichen Ansprechen meinerseits zu einen interessanten Gesprächspartner entwickeln und plötzlich ein lächelnden Gesichtsauszug bekommen. Eine der fürchterlichsten Erlebnisse war das der Bettnachbar meines Vaters im Sterben lag (er hatte keine Angehörigen) eine Schwester kam herein “knallte” das Tablett mit dem Mittagessen auf seinen Nachttisch und sagte zu dem Sterbenden “Mahlzeit” und verließ den Raum wieder! Dieser Vorfall den könnte jedem Menschen passieren der alt wird, in diesem Heim gab/gibt es auch einige angesehene Personen aus der Wirtschaft und Politik, die dort ihren Lebensabend verbringen auch sie warten nur noch auf den Tag X. Austrocknung ist ein zu viel vorkommender Delikt, es wird dem Menschen eine Flasche oder ein Glas hingestellt oft ohne Kontrolle ob es wirklich getrunken wurde und wie viel, da die nächste Schichtschwester “nur ihre Arbeit” verrichtet. Auch meinem Vater passierte es er musste wegen Austrocknung ins Krankenhaus eingeliefert werden, was der Privatkasse einige Tausend Euro kostete, aber egal es wird einfach bezahlt. Wie ergeht es Menschen die alleine sind (von diesen werden es immer mehr)wo keine Kontrolle durch Kinder o.ä. stattfindet. Ich darf nicht darüber Nachdenken. Bei Gesprächen mit dem Pflegepersonal wird einem deutlich das hier einiges zu kurz kommt außer den unendlich vielen schriftlichen Eintragungen die das total unterbesetzte Pflegepersonal in ihrer Zelle ausführen muss. Bei Rückfragen meinerseits mit Betriebsleitern bzw. Geschäftsführern in den Heimen wird mir eins immer wieder deutlich man versteckt sich hinter den Vorgaben die von Regierungsseite her vorgegeben werden und so lange das Personal nicht auf die Barrikaden geht wird sich nichts verändern, auch im Jahr der Pflege.
Jahr der Pflege – ein vielversprechendes Motto! Aber da reicht es nicht aus, sich mit Verbänden und Betroffenen zusammenzusetzen. Man muss Pflege erst selbst erleben, um mitreden zu können. Die Paragraphen und Schriftstücke schreiben sich ja vielleicht sehr einfach und schnell aber sobald man als Betroffener, sei es als Pflegebedürftiger oder Angehöriger, damit konfrontiert wird, versteht man oft die (soziale) Welt nicht mehr. Wie viele andere habe ich mich (29) nicht wirklich für diese Thema interessiert bis meine Mutter durch eine Hirnblutung zum Pflegefall (mit damals 59 Jahren, Pflegestufe II) wurde. Das Pflegesystem ist für mich inzwischen sehr fragwürdig in einigen Punkten. Meine Mutter ist im Heim untergebracht (allein darüber könnte man ein Buch schreiben), was unserer Familie das Herz zerreißt und uns auf kurz oder lang finanziell “ruiniert”, weil natürlich nur die gesetzliche Pflegekasse zahlt. Gezwungener Maßen muss mein Vater in Rente gehen, obwohl er das gar nicht will, um meine Mutter nach hause zu holen. Andernfalls droht Sozialhilfe mit allen Folgen. Es ist also ein Teufelskreis mit dem Pflegesystem, zumindest aus meiner Sicht. Und das ist nur die gesetzliche Seite. Hinzu kommen ja auch noch die persönlichen Eindrücke/Probleme… Ich würde mir wünschen, dass die Politik & Co erst einmal das mitmachen sollen, was ich und andere erleben bevor Gesetze gemacht werden. Wenn gleich nicht für alles der Staat aufkommen kann, das ist mir auch klar. Aber vielleicht würde das einige Denkanstösse geben…
In den Niederlanden sind heute bereits 12,6 Prozent aller Vollzeitstellen im Nonprofitsektor angesiedelt. In Deutschland sind es erst 4,9 Prozent. Hier gäbe es ein Potenzial von Millionen Arbeitsplätzen, wenn Pflege- und Altenheimbetreiber ihre Gier nach persönlichem Reichtum ablegen könnten, endlich Finanzmarktgeschäfte besteuert würden, eine Erbschaft- und Vermögenssteuer wieder eingeführt würde und auch an eine neue Maschinensteuer gedacht würde. Der technologische Fortschritt ist ein Jobkiller der besonderen Art. Bis 2020 werden es weltweit schätzungsweise nur noch zwei Prozent der arbeitenden Bevölkerung sein, die in Fabriken gebraucht werden. Geld muss also dringend beschafft werden, um Arbeitsplätze im Nonprofitsektor menschenwürdig bezahlen zu können und um die Entwicklung unserer Gesellschaft in eine Massenarmut und ein schlimmes Chaos zu verhindern.
Jahr der Pflege, das ist wohl ein Witz. Da kann man nur lachen. Die alten Leute werden doch nicht gesund sondern eher tot gepflegt. Das beste Beispiel ist was meiner Mutter in der Geriatrie des Wichernhauses vom Martin Luther Stift in Hanau widerfahren ist: Meine Mutter, eine liebevolle, hilfsbereite, und froehliche Person, wurde mit einer im Gehirn geplatzten Ader (aehnlich eines Schlaganfalles) ins Stadtkrankenhaus eingeliefert. Obwohl ihre rechte Koerperseite leicht gelaehmt war, arbeitete meine Mutter schwer um wieder in Bewegung zu kommen. Sie machte wunderbare Fortschritte wobei sie uns, das Personal, und die Aerzte ueberraschte. Das Personal des Stadtkrankenhauses behandelte meine Mutter einwandfrei und mit viel Herz.
Nach einer Woche sollte sie dann in die REHA. Sie wurde ins Wichernhaus verlegt. Vom ersten Tag an verschlechterte sich ihr Zustand. Ich merkte es nur waehrend ich mit ihr telefonierte. (Ich lebe in den USA und mein Vater und meine Brueder gingen jeden Tag zur Stiftung um sie zu besuchen). Mein Bruder Andreas erzaehlte mir dann warum sie sich so traurig und erschoepft anhoerte.
Meine Mutter stuerzte am 2. Tag abends aus dem Rollstuhl. Sie musste dringend auf die Toilette, klingelte und wartete. Nachdem keiner kam und sie 1 und eine halbe Stunde gewartet hat, versuchte sie selbst auf die Toilette zu gehen wobei sie dann hinfiel. Sie rufte sofort um Hilfe und es dauerte noch einmal etwa 20 Minuten bevor jemand sich um sie kuemmerte. Danach fragte das Personal ob sie eine Windel moechte, doch die wollte sie nicht. Das Personal entschied anders und gab ihr doch eine. Am naechsten Tag beschwerte sich dann mein Bruder, erklaerte das unsere Mutter ja nicht inkontinent waere und deshalb keine Windels brauche. Die Windel wurde somit entfernt.
Am 4. Tag, wieder abends, passierte das gleiche, sie musste wieder auf die Toilette und keiner kam. Sie fiel wieder aus dem Rollstuhl und wieder dauerte es eine Ewigkeit bevor ihr geholfen wurde.
Am Donnerstag kam mein Bruder dazu wie einer der Schwestern mit meiner Mutter schimpfte und als sie merkte das er hinter ihr stand wurde sie ganz freundlich und verlies das Zimmer. Mein Bruder fand meine Mutter eingeschuechtert vor und fragte um was es ging. Meine Mutter antwortete darauf: “Was hab ich dieser Frau denn angetan das sie immer so gemein zu mir ist.”
Am Freitag Abend wollte sie wieder auf die Toilette, wieder kam niemand. Also versuchte meine Mutter wieder alleine zur Toilette zu gehen. Sie stuerzte wieder. Diesmal lag sie noch laenger auf dem Boden, schrie um Hilfe sodas alle anderen Patienten mit um Hilfe schreien mussten, bevor jemand kam. Die Patientin die das Zimmer neben meiner Mutter hat, hat dann sofort meinen Vater angerufen. Vor Schreck ist er natuerlich gleich hingefahren. Wobei ich erwaehnen muss das mein Vater (er wird dieses Jahr 81) auch nicht koerperlich ganz gesund ist. Am selben Tag hab ich mit meiner Mutter telefoniert. Es war traurig und entsetzend zu hoeren wie sehr ihr Zustand sich verschlechtert hat. Sie hat mir in Aufregung erzaehlt das sie nun nicht mehr auf die Toilette gehen kann weil man ihr etwas vors Bett gestellt hat. Nicht nur hat man sie praktisch eingesperrt, ihr wurde auch Essen gebracht das man Schweinen nicht verfuettert, darauf hin hat meine Mutter natuerlich auch stark abgenommen.
Daraufhin habe ich mich mit meinem Vater und meinen Bruedern in Verbindung gesetzt und wir haben beschlossen alles zu unternehmen was moeglich ist um unsere M
servus leute, also ich muss jetzt mal eine lanze für die pflegekräfte brechen. in dem vorherigen artikel kommen ja die pflegekräfte nicht gut weg. ich bin exam. altenpfleger und arbeite in nem pflegeheim. und ich muss sagen,dass die vorfälle einzelfälle sind,über die ja in den medien genug berichtet wurde. solche artikel helfen den pflegekräften nicht.klar läuft einiges schief,es fehlen pflegekräfte.nur mit negativen beiträgen wird man keine gewinnen. also hört doch mal auf,so negativ über die pflege zu reden. dass schadet uns. klar könnt es besser laufen und klar fehlt geld für die pflege,und die bedingungen könnten auch besser sein.aber die meisten pfleger/innen sind mit viel herz dabei und verdammt engagiert und bleiben sogar noch nach der arbeit im pflegeheim.und wir altenpfleger müssten auch mal sagen,dass wir stolz auf unseren beruf sind.