Erst Dienste wie Street View machen den öffentlichen Raum wirklich öffentlich
Vorab: Die Kollegin Anne Reidt hat natürlich vollkommen Recht. Das Thema, über das wir uns eigentlich die Köpfe heiß diskutieren sollten, ist nicht Street View, sondern der Angriff auf die Netzneutralität, zu dem momentan von verschiedener Seite geblasen wird – Google bläst dabei kräftig mit. Trotzdem muss auch ich noch was zur Foto-Auto-Debatte schreiben. Und zwar zwar einen viel zu langen Text. Es geht nicht anders. Es folgt eine Bestandsaufnahme, eine Analyse und ein Plädoyer.
Konstantin von Notz gilt als netzpolitischer Hoffnungsträger der Grünen. Er ist Mitglied der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”, die den ansonsten eher Netz-fernen Abgeordneten des Bundestages ein wenig Know How in Sachen Digitale Gesellschaft vermitteln soll.
Notz tritt für eine Reform des Urheberrechts ein, er will damit Autoren gegenüber Verlagen stärken und die “Nutzbarmachung von öffentlich finanzierter Forschung für die Allgemeinheit” erleichtern. Er setzte sich für einen Stopp der Vorratsdatenspeicherung ein und warf dem Innenminister vor, die Chance zu verpassen, “die das Internet der modernen Informationsgesellschaft bietet.” Vieles was er sagt, klingt vernünftig oder wenigstens modern und es verleiht der überalternden Öko-Partei ein wenig den Anschein, fit für die Zukunft zu sein – oder zumindest für die Gegenwart.
Geht es allerdings um Googles fotografierenden Fuhrpark, klingt Konstantin von Notz plötzlich so, als sei er frisch einer kommunistischen Kaderschmiede entsprungen: Google stelle “monopolartig” den “kompletten öffentlichen Raum” dauerhaft und “aus kommerziellen Interessen” ins Netz, schimpft er dann und fordert “eine Beteiligung der Öffentlichkeit an den Gewinnen”.
Hui! Da kommt einfach dieser Internet-Konzern aus einem fernen Land und verdient Geld mit Abbildern des öffentlichen Raums? Ohne zu fragen? Also in etwa so, wie Postkarten- oder Reiseführer-Verlage? Das geht natürlich nicht! Enteignen!
Notz ist in bester Gesellschaft, beim Wettbewerb um die höchste Punktzahl auf der nach oben offenen Streetview-Hysterie-Skala. Peter Schaar, Bundesbeauftrager für den Datenschutz, fordert etwa ein Widerspruchregister, damit “ein einziger Widerspruch die Betroffenen gegen die Veröffentlichung ihrer personenbezogenen Daten im Internet schützt”. Dies sagte Schaar im Kontext der Streetview-Debatte, so dass man davon ausgehen muss, der Bundesdatenschutzbeauftragte halte Fotos von Hauswänden für “personenbezogene Daten”, was sie natürlich nicht sind.
Den Vogel in Sachen Verwirrtheit schießt allerdings Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung ab, indem er Street-View-Fotos mit den Datenschutzskandalen von Lidl, Telekom und Deutscher Bahn in den gleichen Eimer wirft und ein paar Mal kräftig umrührt.
Derweil hat der IT-Berater Jens Best die Aktion Verschollene Häuser ins Leben gerufen. Mit Gleichgesinnten will er die bei Street View verpixelten Häuser abfotografieren und – mit Geodaten angereichert – im Netz veröffentlichen, um “dem Recht auf einen Digitalen Öffentlichen Raum Nachdruck zu verleihen”, wie er schreibt.
Google hat Deutschland mit Streetview nichts weniger geschenkt, als den ersten großen Culture Clash zwischen jenen, für die das Netz ein selbstverständlicher Teil ihres Lebensraums ist und denen, die den durch das Netz angestoßenen gesellschaftlichen Veränderungsprozess mindestens als Zumutung, wenn nicht gar als Bedrohung empfinden. Eigentlich sollten wir Google dafür dankbar sein. Die Fronten sind jetzt immerhin sichtbar.
Als jemand, der gerne fotografiert und seine Fotos online (übrigens ganz ohne Widerspruchsmöglichkeit oder Verpixelung, dafür aber ab und an ebenfalls mit Geodaten) stellt, mag ich in der Street-View-Debatte ein wenig befangen sein, aber ich kann beim allerbesten Willen nicht erkennen, was an diesem Projekt gefährlich sein könnte, für Privatsphäre, Leib, Leben, Besitz, Haus, Auto oder was auch immer dem deutschen Bürger wichtig ist.
Ich habe in den letzten Wochen viele Diskussionen mit Streetview-Gegnern geführt, in Blogs, auf Twitter, auf Facebook und persönlich. Ich fasse diese Gespräche der Einfachheit halber nachfolgend in einem fiktiven Dialog zusammen:
“Hey, Google fährt fotografierend durch die Gegend und stellt die Bilder ins Internet!”
“Na und? Das mache ich auch.”
“Die Kameras von Google fotografieren aus drei Metern Höhe.”
“Ich bin rund zwei Meter groß, wenn ich meine Arme nebst Kamera gen Himmel strecke, drücke ich auch aus rund drei Metern Höhe ab.”
“Aber sie verknüpfen die Fotos mit einer Landkarte.”
“Das machen viele andere auch.
“Aber das sind Privatleute. Google ist ein riesiger Konzern!”
“Wenn du die industrielle Produktion von etwas verbieten willst, das einzelnen Individuen erlaubt ist, könntest du auch gleich die Tiefkühlpizza-Fertigung untersagen. Entweder es gibt ein Recht darauf, im öffentlichen Raum zu fotografieren, oder es gibt dieses Recht nicht. Wenn es das allerdings gibt, gilt es für alle.”
“Es gibt aber auch das Recht aufs eigene Bild, das Persönlichkeitsrecht.”
“Google verpixelt Gesichter und Nummernschilder. Das ist mehr, als die meisten Straßenfotografen tun.”
“Aber sie verdienen Geld mit Bildern des öffentlichen Raums.”
“Genauso wie Postkartenfotografen oder die Verleger von Reise-Magazinen.”
“Das sind doch hinkende Vergleiche. Die Gesetze sind gemacht worden, als an solch eine massenhafte Produktion von Fotos und an eine weltweite Veröffentlichung per Internet noch gar nicht zu denken war. Wir müssen die Gesetze ändern!”
“Vorsicht: In einem Rechtsstaat gelten alle Gesetze für Alle gleichermaßen. Wenn du massenhaftes Fotografieren und Geotaggen verbieten oder unter Zustimmungsvorbehalt stellen willst, kommst du ganz schnell Fotojournalisten, Hobbyfotografen und kollaborativen Netz-Projekten in die Quere.”
“Google monopolisiert den öffentlichen Raum!”
“Quatsch. Die Häuser stehen schließlich hinterher immer noch da und außerdem kann jeder Google Konkurrenz machen.”
“Aber sie kommerzialisiern den öffentlichen Raum!”
“Wer Plakatwände aufstellt, der kommerzialisiert den öffentlichen Raum. Google klebt lediglich Anzeigen auf die eigenen Internetseiten, genau so, wie sie es schon bei der Suchmaschine machen.”
“Aber Stalker wissen dann, wo ich wohne.”
“Nö. Nur, wenn du mit deiner Adresse im Telefonbuch stehst; eine Publikation übrigens, die ich aus Datenschutzsicht für wesentlich bedenklicher halte.”
“Einbrecher können Streetview nutzen.”
“Streetview läuft bereits in über 20 Ländern. Von einer Steigerung der Einbruchsrate dort ist nichts bekannt. Letzteres wiederspräche auch kriminalpolizeilichen Erkenntnissen.”
So geht das immer fröhlich weiter und meist folgen von der Gegner-Seite noch irgendwelche konstruierten oder hypothetischen Fälle, die sich auf dem gleichen Anekdoten-Niveau bewegen, wie die Geschichten über angeblich verlorene Lehrstellen durch freizügige Facebook-Postings. Belege? Fakten? Null!
Vielleicht habe ich ja das entscheidende Argument für die Gefährlichkeit von Google-Streetview einfach übersehen, überhört oder als solches noch nicht erkannt, aber was sich in den allermeisten Fällen unter der dünnen Schicht der noch dünneren Argumente findet, ist eine irrationale Angst – vor irgend etwas Bösem, das irgendwie durch Streetview passieren könnte.
Mit Ängstlichen kann man schlecht sachlich diskutieren. Wer unter Flugangst leidet, dem helfen Statistiken über die Absturzsicherheit von Passagiermaschinen nicht weiter – er wird trotzdem Angst vor dem Fliegen haben. Soll man diese Angst also ernst nehmen? Klar! Soll der Gesetzgeber sich daran orientieren? Bloß nicht! Wenn wir anfangen, auf Phobiker zu hören, können wir die freiheitliche Gesellschaft ganz schnell in die Tonne kloppen.
Ein interessanter Effekt des Netzes ist es, theoretische Rechte in praktische zu verwandeln. Das allgemeine Grundrecht auf freie Meinungsäußerung machte sich beispielsweise in der Pre-Netz-Ära sehr hübsch im Grundgesetz und in Sonntagsreden. Abgesehen von Flugblättern, Leserbriefen und Stammtischansprachen hatte der gemeine Bürger allerdings kaum eine Möglichkeit, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Das Netz hat nun dieses theoretische Recht in ein praktisches verwandelt. Dies finden die publizistischen Eliten von gestern zwar immer noch nicht sonderlich toll, und sie reagieren meist noch ziemlich zickig auf die Neuankömmlinge aus der Blog-Fraktion, aber kein echter Demokrat würde letzteren ernsthaft die Netz-gegebene Möglichkeit streitig machen, ihr Grundrecht auf Meinungsäußerung nun endlich auszuüben.
Mit dem öffentlichen Raum verhält es sich ähnlich. Sich frei durch Straßen und über Plätze zu bewegen ist unser aller gutes Recht und dazu gehört auch, die darumstehenden Gebäude anzuschauen. Wem das nicht passt, der kann sein Haus mit einem hohen Zaun oder einer Mauer umgeben. (Eine Hausfassade gehört nämlich genau nicht zur Privatsphäre sondern bildet vielmehr die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum.) Auch von diesem Recht, uns im gesamten öffentlichen Raum herumzutreiben, können wir im Alltag nur sehr begrenzt Gebrauch machen. Zeitmangel und dieser ärgerliche Umstand, physisch von einem Ort zum anderen reisen zu müssen – zumindest, so lange die Teleportation noch nicht erfunden wurde -, hindern uns daran, durch all die Straßen zu wandern, durch die wir gerne wandern würden. Das Netz gibt uns nun in Form von Diensten wie Flickr-Maps, Panoramio, Sightwalk oder eben Street View die Möglichkeit, wenigstens virtuell auf Wanderschaft zu gehen, also endlich ausgiebig von unserem Recht Gebrauch zu machen.
Erst Street View und Konsorten machen den öffentlichen Raum wirklich öffentlich. Dass ausgerechnet ein milliardenschwerer Konzern diese Brücke aus der Theorie in die Praxis baut, birgt zwar eine gewisse Ironie, stört mich persönlich allerdings nicht sonderlich. Ich höre ja auch nicht auf zu telefonieren, nur weil die Telekom ein börsennotiertes Unternehmen und kein gemeinnütziger Verein ist.
“Der öffentliche Raum bleibt ein öffentliches Gut – auch im Internet” schreibt Konstantin von Notz in seiner Tirade auf Street View. Genau, möchte ich hinzufügen, und wer Hausbesitzern das Recht geben will, zu bestimmen, ob vor ihrer Haustür fotografiert wird oder nicht, oder in welcher Qualität diese Fotos veröffentlicht werden, übereignet ihnen einen Teil der Hoheitsrechte an unserem Allgemeingut. Wenn Immobilienbesitzer in den öffentlichen Raum hereinregieren dürfen, sind wir auf dem besten Weg zu einer Re-Feudalisierung dieses Allgemeinguts.
Wenn das Internet kein rechtsfreier Raum sein soll, dann gelten eben auch unsere Rechte im Netz – auch das Anrecht auf den öffentlichen Raum. Jeder Angriff auf Foto-Dienste wie Street View ist ein Angriff auf diese Grundrechte. So einfach ist das.
55 Kommentare | 19. August 2010 | 10:11 Uhr |
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In meinen Augen die beste Zusammenfassung zu diesem Sommerloch-Thema.
Ich hoffe nur, das der ein oder andere Politiker oder Beamte das liest und nicht nur heiße Luft verbreitet.
Danke.
solider aritkel – wenn auch etwas voreingenommen. von mir trotzdem voll zustimmung!
Exakt!
Die Aufregung um Street View passt exakt ins Sommerloch und würde noch viel mehr Raum einnahmen, wenn die Katastrophe in Pakistan nicht wäre.
Jede Einschränkung des öffentlichen Raumes ist ein Angriff auf die Grundrechte!
Ich wüsste gerne mal, wieso man jemanden gleich die kommunistische Kaderschmieder unterstellen muss, nur weil er Bedenken gegen der Vereinnahmung von Daten durch einen weitgehend undurchsichtige Konzern hat. Und ob es das ZDF für einen Ausweis der Internetkompetenz hält, einen seine Geschäftspartner (siehe das Werbenetzwerk Adnation) lobenden Schleichwerber wie Mario Sixtus an so ein Thema ranzulassen.
Zitat: “Dass ausgerechnet ein milliardenschwerer Konzern diese Brücke aus der Theorie in die Praxis baut, birgt zwar eine gewisse Ironie, stört mich persönlich allerdings nicht sonderlich. Ich höre ja auch nicht auf zu telefonieren, nur weil die Telekom ein börsennotiertes Unternehmen und kein gemeinnütziger Verein ist.”
Sie (und mich) vielleicht nicht, Herr Sixtus, aber die diese Hexenjagd vorantreibenden Medien sind nunmal wegen anderer Angelegenheiten nicht gut auf Google zu sprechen und nutzen diese Gelegenheit, um generell Stimmung gegen die Datenkrake zu machen.
Die Firma in einem schlechten Licht dastehen zu sehen, kommt ihnen bei Verhandlungen etwa ums Leistungsschutzrecht, sicherlich sehr gelegen.
Jaja und genau die, die soooo gegen Street View sind, stellen sich dann mit der oertlichen presse vor ihr grundstueck, lassen sich ablichten.Im artikel, der dann natuerlich auch onlinesteht, kann man dann die namen dazu lesen und man sieht nicht nur die haeuserfassaden, sondern auch die rentner die dadrin wohnen ….
Wie hat de Maizière erst gestern im Interview gesagt:
[...] Personenbezogene Daten müssten geschützt werden, so der Innenminister, aber bei Street View gehe es “um das, was eigentlich öffentlich ist, nämlich Straßen, Plätze und Hausfassaden”. Ein übereiltes Gesetz könne “unbeabsichtigte Kollateralschäden” hervorrufen, die Presse könne künftig keine Panoramabilder mehr veröffentlichen oder das Land Sachsen keine Bilder von Flutgebieten.
[Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesregierung-plant-Eckpunkte-zu-Geodiensten-im-Herbst-1061163.html ]
Ich bin sicherlich kein CDU / CSU – FTP Fan, aber da muss ich dem Herr recht geben!
[...] Personenbezogene Daten müssten geschützt werden, so der Innenminister, aber bei Street View gehe es “um das, was eigentlich öffentlich ist, nämlich Straßen, Plätze und Hausfassaden”. Ein übereiltes Gesetz könne “unbeabsichtigte Kollateralschäden” hervorrufen, die Presse könne künftig keine Panoramabilder mehr veröffentlichen oder das Land Sachsen keine Bilder von Flutgebieten.
[Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesregierung-plant-Eckpunkte-zu-Geodiensten-im-Herbst-1061163.html ]
Endlich mal eine rationale, unaufgeregte Analyse. Besten Dank für den Beitrag. Sie wären ein guter Philosoph geworden Herr Sixtus. Sie nehmen die Argumente der Foto-Phobiker Stück für Stück auseinander und die Kommentare zeigen, dass diese nichts rationales entgegenzusetzen haben, sondern wieder nur diffuses Unbehagen, Angst und Panikmache.
http://www.der-postillon.com/2010/08/google-street-view-plant-im.html
Wann sind aus “drei Meter” (Sixtus) eigentlich “vier Meter” (Kommentare) geworden?
Fährt Google nun schon Teleskop-Hebebühnen-Kamerawagen?
Ahmen! Kann man das mal in der Tagesschau bzw. den heute-Nachrichten verlesen und in den großen Zeitungen abdrucken? Damit unsere Volksvertreter mal die andere nicht-populistische Seite des Sachverhalts wahrnehmen!
Auch aus meiner Sicht der beste und kompetenteste Beitrag zum völlig übertreibenen Hype-Thema StreetView!
Am lächerlichsten finde ich jedoch noch immer, dass (fast) ohne Bedenken ein SWIFT-Abkommen unterzeichnet wird, womit amerikanische “Sicherheitsinstitutionen” Zugriff auf alle unsere Überweisungsdaten ins Ausland haben (die hingegen zu einer Hausfassade nun wirklich privat sind und keinen etwas angehen), bei StreetView allerdings ein Aufstand gemacht wird, der geradezu lächerlich ist.
Es wird mit der Angst von nicht netzaffinen Leuten gespielt, die (genauso wie ein großer Teil der Politiker) viel zu wenig Ahnung vom Internet haben, um darüber sachlich urteilen zu können.
@alle, die sich hier über Google aufregen:
1. Zur sogenannten Panoramafreiheit:
§ 59 UrhG – Werke an öffentlichen Plätzen
(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.
Quelle: http://dejure.org/gesetze/UrhG/59.html
Wichtig hier, der letzte Satz: Die äußere Ansicht. So, was ist eine Hausfassade anderes?
Dann noch als Ergänzung ein Urteil des BGH:
BGH, Urteil vom 9. März 1989, Az.: I ZR 54/87, Verwertung der Fotografie eines Privathauses – Friesenhaus
Vorinstanzen: OLG Bremen und LG Bremen
Leitsatz
Das ungenehmigte Fotografieren eines fremden Hauses und die gewerbliche Verwertung einer solchen Fotografie stellen dann keine Abwehr- und Zahlungsansprüche auslösende Einwirkung auf fremdes Eigentum dar, wenn die Fotografie – ohne daß das Hausgrundstück betreten wird – von einer allgemein zugänglichen Stelle aus angefertigt wird.
Quelle: http://de.wikisource.org/wiki/Bundesgerichtshof_-_Friesenhaus
Fragt doch einmal bei eurem Rathaus/eurer Kreisverwaltung, ob die euer Haus von Luftbildern oder ähnlichen staatlichen Bilddokumenten löschen/verpixeln lassen. Das müssten die nämlich auch, wenn Google das muss.
Hallo,
vom ZDF hätte ich mir etwas mehr neutralität als Stammtischparolen gewünscht.
“Aber Stalker wissen dann, wo ich wohne.”
“Nö. …”
Das Nö ist schlicht gelogen. Aus eigener Erfahrung ist das bei Google Maps schon passiert. Man gibt den Namen ein und schwups landet der Pin auf dem Haus des gesuchten. Das ist eine Personendatenverknüpfung die nicht zulässig ist. Mit Streetview wird Google wieder sowas machen.
“Streetview läuft bereits in über 20 Ländern. Von einer Steigerung der Einbruchsrate dort ist nichts bekannt. Letzteres wiederspräche auch kriminalpolizeilichen Erkenntnissen.”
Wenn ich mir so überlege wovon Bundesbehörden und Polizei nichts wissen wollen. Gegenfrage, wer fragt denn beim Verhör, wie der Einbrecher gerade auf das Haus kam ? So abwegig ist die Einbruchstheorie nicht. Einfache bequem vom Sofa aus das Zielobjekt sondieren.
” die sich auf dem gleichen Anekdoten-Niveau bewegen, wie die Geschichten über angeblich verlorene Lehrstellen durch freizügige Facebook-Postings. Belege? Fakten? Null! ”
Hmmm war es nicht sogar das ZDF, das genau dieses mit einem Beitrag bestätigt hat ? Im übrigen ist das keine Anekdote. Im Headhunter Gewerbe zählt das Checken solcher Plattformen zum guten Ton. Sicherlich wird der Chef nicht direkt sagen warum man nicht genommen wurde.
Gruß Mario
Schöner Beitrag Herr Sixtus. Schon seltsam das es gerade während der Leistungsschutzdiskussion so einen medialen Druck auf Google gibt.
Ich wünschte die PrintMedien würden ähnlich motiviert zu Werke gehen wenn es um Netzneutralität, Bankenrettungsschirm, Politikerkorruption, sinnlosen Netzsperren, Vorratsdatenspeicherung(ups.. Datenkrake), Nacktscanner, Verbraucherschutz, BKA-Gesetz oder Elena geht..
Dann bräuchten sie vielleicht auch kein Leistungsschutzrecht
@Christian: Doch, male es dir aus. Bitte, ganz deutlich. Und dann erkläre es in einfachen Worten, was Deiner Meinung nach schlimmstenfalls passieren könnte.
Jedes Szenario, mit dem bisher schwarzgemalt worden ist, war entweder beliebig unwahrscheinlich, komplett an den Haaren herbeigezogen oder ganz genau so bereits früher schon möglich. Ich bin jedoch gespannt, was dir für Schreckensbilder einfallen, vielleicht ist ja ein brauchbarer Kritikpunkt dabei.
Am Rande, http://www.pleaserobme.com ist totaler Quark. Reißerisch, oberflächlich angsteinflößend, aber wenn man darüber nachdenkt: nicht praktikabel. Ich kann jeden beliebigen Angestellten während des Tages ausrauben. Mit einiger Sicherheit ist er dann nicht zuhause. Ein Twitter-Stream von Foursquaremeldungen ist eine bescheidene Datenquelle für einen potentiellen Dieb – das ist genau das, was ich mit “beliebig unwahrscheinlich” meine.
In den Kommentaren lese ich immer was von 4m Höhe. Wer hat den diesen Unfug verbreitet?
Google filmt aus 2.90m Höhe; die Fahrrad-Kamerawagen sind noch etwas kleiner.
Nur, um das mal in Relation zu setzen und eine Vorstellung zu bekommen, wie hoch 3 Meter sind: das Führerhaus von LKWs ist so gebaut, dass die Augen des Fahrers irgendwo auf 3m-3.50m Höhe rauskommen.
Dass man als Einbrecher wenn, dann am ehesten die verpixelten Häuser sucht, dürfte wohl oft genug vorgebracht worden sein. “Wenn sich jemand so viel Mühe macht, dann muss es da ja was zu holen geben!”
Ansonsten würde ich allen, die sich an der Diskussion (eigentlich ist da nicht zu diskutieren) beteiligen wollen raten, zumindest grundlegende Informationen über das Verfahren bei Google anzulesen.
Man muss nicht nur Zeitungsartikel von “Redakteuren” lesen, die nur Stammtischparolen zitieren.
Livesatellitenaufnahmen gibt es übrigens bereits. Können Autokennzeichen identifizieren. Die Fotos werden nicht verpixelt. Nur merkt man das nicht, sieht man die Sputniks droben nicht, deshalb verursachen die auch keine irrationalen Ängste.
Ganz anders Google: Da fährt eine “böse” Instanz durch unseren Vorgarten und fotografiert uns dabei. Das kann ich mir bildlich vorstellen, da haben mir Millionen Jahre stammesgeschichtliche Entwicklung psychologische Bewertungsmuster mit auf den Weg gegeben: Wer durch meinen Garten fährt, meine Sippe stört, der stört mich. Der beunruhigt mich. Der soll weg da, der Glotzer. Dumpfe Angst erfüllt mein Herz. Politiker, macht Gesetze, damit diese Angst bald verfliegen möge.
»Was? Satellitenfotos? Von da oben? Viele Kilometer? Dollet Ding, kann ick ja kaum glauben, escht jetzt? Na ja, die Amis eben…
He! Apropos Amis! Google! Sind das nicht auch Amis? Böses Google, aus vier Metern machen die da Fotos! Wir müssen handeln, schnell, Vorgarten und Sippe und so, wissen schon. Und mein Boot und mein Pferd, nicht wahr, nicht?«
Wieviel Führungskräfte haben Sie denn schon bei TOP-Unternehmen untergebracht und wie viele haben Sie nach tagelangen Recherchen im Internet schon abgelehnt? Wenn Sie einen Klau Müller vermitteln wollen, dann müssen sie schon ca. 2 Wochen sinnlos im Netz recherchieren! Dann hat allerdings ein anderer Vermittler schon den Job besetzt, schade.
An alle Blogger! Danke für den vielen Spass den Eure Kommentare bringen. Ich habe selten so viel gelacht! Das ist ja besser als jede Comedy-Show.
Einen Hab ich Noch: Emil und einige andere sollten sich ein Grundstück auf dem Mond kaufen. Aber bitte auf der erdabgewandten Seite (die sind auch billiger!), denn sonst kommt einer auf Idee, dass Ihr den Deutschen (und nur den Deutschen!) ins Wohnzimmer glotzen wollt. Und das geht ja nun gar nicht!
P. S. Nehmt Euch auch noch drei Eier mit, dann könnt Ihr wenigstens ins dumpfe Brüten verfallen!
Und – weiter so! Die Lacher sind auf eurer Seite. Am besten noch mal nachlegen!
Nö. Meine Antwort zu dem, ähm, Beitrag.
Ansonsten stimme ich dem Herrn Schöngeist zu!
Die Diskussion, die teilweise tatsächlich sehr verkürzt geführt wird und so etwas wie diesen ausführlichen Beitrag brauchte, ist in Wahrheit eine Stellvertreter-Diskussion. Es geht nicht primär um Google – es geht um den kompetenten Umgang mit der infromationellen Selbstbestimmtheit der Bürger im 21. Jahrhundert und den verantwortungsvollen und kenntnisreichen Umgang mit den Instrumenten und Möglichkeiten unserer Zeit. Und da ist einiges noch nicht so, wie es sein sollte.
Nur so ist zu erklären, dass Menschen jenseits der 40, die 1987 noch bei jeder Anti-Volkszählungs-Demo dabei waren und mit Schablonen einen Barcode als Zeichen der Kritiker an Betonfassaden gesprüht haben, heute angesichts des Zensus’ 2011 in Starre verharren – und viel lieber der Zerstreuung wegen ungefragt allzu Persönliches bei Facebook einstellen und posten – dass man sein Profil auch kurz halten kann, entgeht diesen Leuten anfangs zumeist. Und diese Meister der unaufgeforderten Selbstauskünfte sind die ersten, die einen Widerspruch gegen die Darstellung ihrer Hausfassade erheben. Das passt alles so gar nicht zusammen. Aber komplexe Sachverhalte, deren Problematik u.U. im eigenen Verhalten wurzeln, diskutiert man nicht sachlich – man sucht einen Schuldigen.
Das kennen wir schon von Schufa & Co. – damit der 42-Zoll-Plasma denn sofort im Wohnzimmer stehen kann, nimmt man natürlich bei der 0%-Finanzierung beim Saturn in Kauf, dass trotz Bonität die eigenen Daten an die Schufa gehen – und die Datenspur erneut verbessern. Niemand hat die Kunden dazu gezwungen – die befüttern die “Datenkraken” selbst.
Und dass wirklich alle Daten automatisch zusammengeführt werden, darf bezweifelt werden (ohne dabei zu naiv zu sein) – wer schon Erfahrungen mit der Bundesagentur gemacht hat, wird sich wundern, warum die die Sozialversicherungsnummern ihrer “Kunden” nicht haben – wofür, bitteschön, gibt es die denn wohl sonst, als für den Fall der Arbeitslosigkeit, in dem man anhand der Beiträge zur Sozialversicherung nachweist, ob man anspruchsberechtigt ist? Die Realität: ein – ich sage das bewußt, das ist nämlich völlig anachronistisch, was da passiert – “hektographierter” Zettel dient dann zur Erfassung der Soz.-Vers.-Nr… im Jahre 2010…
Das nur als Beispiel. Viel bedenklicher – und da ist man auch im Falle Street View bei einem wichtigen Aspekt der Kritik – sind ungefragte Nutzungen der einmal für bestimmte Zwecke gesammelten Daten. Dass nämlich Einwohnermeldeämter ganz legal ihre Daten gewerblich veräußern dürfen, das halte ich für einen alltäglichen Skandal – dieselben Politiker, die nun eine Lex Google fordern, hätten längst eine Lex Einwohnermeldeamt auf den Weg bringen können…
Fazit: Ein jeder ist seiner Datenspur Schmied, eine gewisse Kontrolle und Regelung muss nicht schaden, aber im 21. Jhdt. und der Ära der sozialen Kommunikation gibt ein jeder, der sich daran beteiligt, etwas von sich preis – er verspricht sich ja auch einen Mehrwert davon.
Es stimmt, dass diese Debatte sinnlos ist. Zweifelsohne wird damit auch das allgegenwärtige Sommerloch gestopft. Das eigentlich dumme daran ist aber, dass nur eine Zielgruppe wirklich davon profitiert. Und diese ist nicht unbedingt hilfreich für die Gesellschaft: http://bit.ly/d6jeNN
“”Der öffentliche Raum bleibt ein öffentliches Gut – auch im Internet” schreibt Konstantin von Notz in seiner Tirade auf Street View. ”
Es gibt keinen öffentlichen Raum im Internet, weil das Internet kein öffentlicher Raum ist. Ich verstehe nicht, wie ein Politiker diesen Begriff, der in der Rechtsprechung verankert ist, so falsch benutzen kann.
Im Internet kann Öffentlichkeit entstehen. Aber das macht es noch lange nicht zu einem “öffentlichen Raum”.
Dazu habe ich auch länger gebloggt:
http://themenriff.de/2010/08/18/offentlicher-raum-im-internet/
Es stört doch die Erkenntnis, dass jemand in den Garten, Hof oder Laube oder durch das Fenster sieht. Da streckt jemand seinen Kopf über den Zaun bzw. über die Hecke und man merkt es nicht mal. Woher kommt wohl der Begriff „Einfriedung“. Hier wurde ein bisher ein Territorium abgesteckt und jetzt verändert der digitale öffentliche Raum diese gefühlten Grenzen. Der Lkw-Fahrer, der über den Zaun sehen konnte, wurde als Ausnahme akzeptiert.
Wie viel Anspruch an Gestaltung meiner Identität in der Öffentlichkeit habe ich? Wir Netzaffinen haben mit der Gestaltung des „Öffentlichen“ Raumes im Netz unsere Erfahrungen und können auch diesen Teil in gewissen Grenzen mitgestalten. Aber Hof und Garten und Balkon sowie Fenster sind für viele Menschen ein erheblicher Bestandteil ihrer Lebensidentität. Mit welchen Klamotten ich mich in der Öffentlichkeit präsentiere, bestimme ich zum Teil ja selbst. Aber wie präsentiere ich mein Domizil. Bis jetzt reichte ja die Hecke, Mauer und Zaun aus um den Garten als Privatraum bzw. privaten Lebensraum zu definieren und jetzt ist dies plötzlich öffentlicher Raum. Wir kennen alle das Gefühl von überraschendem Besuch und den hektischen Minuten des „Klar Schiff“ Machens. Wenn privater Lebensraum plötzlich „öffentlich“ wird. Die Angst von Google kalt erwischt worden zu sein, ist wohl hier irgendwo angesiedelt.
Manchmal helfen defuse Ängste als hypothetische Fragen formuliert weiter:
Wenn ich wüsste, wann Google kommt, hätte ich ja den Rasen gemäht und den Müll aus dem Garten gebracht. Wie sieht das denn aus, wenn mein Nachbar nicht endlich seine Haushälfte streicht. Das sieht doch jetzt die ganze Welt und zwar für immer! Kommt Google denn dann wenigstens noch mal vorbei, wenn der Balkon gemacht ist?
Bei der Frage von Street-View sind bisherige soziale Fragestellungen und Wertegefüge betroffen und die Frage noch dem Mitgestaltungsrecht der öffentlichen Identität. Bis jetzt konnte jeder davon ausgehen, dass nur eine kleine Gruppe diesen Lebensraum hinter Zäunen, Mauern, Sträuchern und Hecken und großen Fenstern öffentlich wahrnimmt. Eben diejenigen, welche vorbeischauen. Jetzt wir aus einem Augenblick ein dauerhaftes „Zeitzeugnis“ für alle. Der Wohnort und sein Aussehen wird Teil der Identität. Mieter haften für Vermieter, Nachbarn für Nachbarn. Wir sind bei der Problematik: „Sag mir, wo du wohnst und wie es dort aussieht.“ und dem Rückschluss auf den sozialen Status. (Haus. Pferd. Boot oder so ähnlich.) Was bis jetzt als eher privat und temporär (Nicht im rechtlichen Sinne) wahrgenommen wurde, ist jetzt öffentlich und dauerhaft.
Dass dies vielen Menschen Angst macht ist nachzuvollziehen. Nichtsdestoweniger gibt es kein Recht auf den nötigen Lernprozess zu verzichten, dass „öffentliche Identität“ nur ein Abbild und eben keine Realität sein kann. Zu lernen, dass in sich diese Abbilder aus Augenblicken und Fragmenten unterschiedlichster Art zusammensetzen und Zeitzeugnisse nur für ihrer eigenen Zeit Gültigkeit besitzen, ist analog und digital nötig. Ich bin heute ein anderer als gestern, wenn nicht bin ich tot. Es geht nicht darum digital oder analog zu leben, sondern aus den Erfahrungen zu lernen und Leben zu gestalten. Analog wie digital. Vielleicht gehört es so auch dazu, ein paar Fotos des Gartens ins Netz zu stellen, weil das wirklich Sehenswerte bei Google fehlt. Ich such mir meine Klamotten ja auch selbst aus, oder lasse es mir von meiner Frau ausreden.
Das Gejammer um Streetview ist einmal mehr typisch Deutsch. Die Medien stopfen das Sommerloch, drittklassige Poliktiker wollen sich profilieren … und der gemeine Bürger stimmt ein in den Chor und ruft “oh schlimm, die böse Datenkrake”. Würde man den Bürgern Street View als Wettbewerbsvorteil verkaufen, würden alle rufen “oh toll”
Ziemlich albern für eine Gesellschaft, welche sich andernorts im Web 2.0 völlig freiwillig völlig gläsern macht.
Diese Diskussion die sich hier abspielt, erinnert mich sehr an den Republica Vortrag von Peter Kruse mit dem Titel “Ist die Nutzung des Internets eine Glaubensfrage?”. Wer diesen Vortrag noch nicht gesehen hat, sollte sich diesen vielleicht ansehen: http://bit.ly/cu9I0O
Es ist schön, aber auch erschreckend zu sehen wie sehr er mit seinem Vortrag ins Schwarze getroffen hat.
Es sei mir aber noch eine Frage genehmigt:
Viele Argumente, welche ihr Google Street View Gegner/Kritiker hier, aber auch auf vielen anderen Kanälen, gegen diesen Dienst anbring, hätten sollen schon zu Zeiten diskutiert werden, als Google Maps, sowie ähnliche Dienste, das Licht der Welt erblickt haben. Schließlich wird es mit Google Street View nur in den seltensten Fällen möglich sein in den Hinterhof fremder Menschen zu blicken. Auch auf Terassen oder Balkons wird man mit Hilfe von Google Street View nie schauen können. Mit den eben genannten Diensten ist dies schon seit Jahren möglich und greift doch eigentlich noch weiter in die Privatsphäre ein.
Warum habt ihr also damals nicht schon dieses Fass aufgemacht? Ist euch gerade nur langweilig? Sind euch Themen wie Vorratsdatenspeicherung, ELENA oder SWIFT nicht wichtig(er) in der Diskussion rund um eure ach so teure Privatsphäre?
Bitte setzt eure Scheuklappen ab und macht dann bitte zusätzlich noch die Augen auf.
Ich bin der Ansicht, dass die Rechte der Bürger wenn es um nicht öffentliche Gebäude geht geschützt werden müssen.
Ich verstehe nicht, dass “Gockel” die Rechte der Menschen verletzten darf, die Kamera auf alles hält was 360 Grad umgibt, und nun der Bürger das Ergebnis nach persönlichen Rechtsbruch und Beanstandung auswerten soll. Die Verpixelung interessiert mich nicht, da die Rohdaten nunmal gespeichert sind und ich im Vorfeld nicht gefragt wurde.
Das Thema mit dem Widerspruch ist aus meiner Sichet sehr unglücklich aufgestellt und hier muss schnellstens eine Änderung her. Denn wer sein Musterschreiben an “Gockel” versendet gibt noch zusätzlich seinen Namen und direkte Anschrift in deren Händen. Das ist für ein solches Unternehmen wie Weihnachten. Erst wird die Umgebung gescannt und zugleich die der W-Lan Verbindung (mitunter IP Adresse etc.). Die IP Adresse und ein Benutzermuster hat das Unternehmen in Bezug auf die jahrelange Internetsuche eh vorliegen. Hinzu kommen nun noch die Daten (Namen, Anschrift) aus dem Widerspruch mit direkter Positionierung vom Wohnhaus auf Grund gewünschter Verpixelung. Besser kann es doch aus Sicht von “Gockel” nicht laufen. Nun bringen die Bürger schon freiwillig die Daten zu “Gockel” in Bezug auf Widerspruchsverfahren. Das ist doch ein Witz, der vom Verbraucherschutz gebilligt bzw. vorgeschlagen wird.
Man hat schon intelligentere Analysen gelesen.
Vielleicht möchte sich der Autor ja mal einer öffentlichen Podiumsdiskussion stellen, die er gebeugten Hauptes als blamierter Demagoge verlassen wird.
Werter Herr Autor:
Streichen sie das Wort “Analyse” aus dem Titel.
Der Artikel ist eine weitschweifig verkündete, subjektive Meinungsbekundung, sonst aber schon gar nichts. Von Analytik keine Spur, nicht mal in einem einzigen Teilsatz.
Schade, die Zeit zum lesen dieses Textes nicht mit irgendwas sinnvollem verbracht zu haben. Beispielsweise mit dem Zählen der Luftblasen in der Tapete.
(Relativ gesehen)
Ein erstaunlicher Tipp aus dem Jahre 1647(!):
“Stets handeln, als würde man gesehn.
Der ist ein umsichtiger Mann, welcher sieht, daß man ihn sieht, oder doch sehn wird. Er weiß, daß die Wände hören, und daß schlechte Handlungen zu bersten drohen, um herauszukommen. Auch wenn allein, handelt er wie unter den Augen der ganzen Welt.
Denn da er weiß, daß man einst Alles wissen wird; so betrachtet er als schon gegenwärtige Zeugen die, welche es durch die Kunde späterhin werden müssen.
Jener, welcher wünschte, daß die ganze Welt ihn stets sehn möchte, war nicht darüber besorgt, daß man ihn in seinem Hause aus den nächsten beobachten konnte.”
(Baltasar Gracián, Handorakel #297)
(Natürlich vor einem ganz anderen technischen Hintergrund)
StreetView steht für ein rechtlich ungelöstes Problem, welches durch flächendeckende digitale Dienste entsteht, die weltweit verfügbar sind.
StreetView ist der Dienst eines privaten ausländischen Unternehmens, der flächendeckend in Deutschland privaten und öffentlichen Raum digital abbildet, dessen Objekte digital lokalisiert und dies alles weltweit digital veröffentlicht.
Es werden also nicht hier und dort Bilder aufgenommen (wie bei Postkarten, Fernsehberichten, Filmen oder Spaziergängen von Bürgern) sondern hier wird der komplete öffentliche und private Raum von einem Privatunternehmen in Bild und Koordinaten digital vermarktet.
Der private und öffentliche Raum ist mit dem Geld deutscher Bürger geschaffen worden und wird mit deren Geld erhalten. Der private und öffentliche Raum von Deutschland stellt somit einen Wert dar, dessen flächendeckende Vermarktung durch den deutschen Gesetzgeber zu regeln ist.
Es entstehen daher folgende grundsätzliche rechtliche Fragen:
1. Darf ein ausländisches Unternehmen Deutschland flächendeckend abbilden und diese Daten veröffentlichen, ohne dass es dafür eine Genehmigung des deutschen Staates (der Vertretung der deutschen Bürger) hat ?
Als Kriterien für eine solche Genehmigung müssten folgende Aspekte die Grundlage sein:
- Welchen Bedarf gibt es in Deutschland für derartige flächendeckende Erfassungen (ist die Veröffentlichung des hintersten Winckels einer Stadt anstelle von ausgewählten Sehenswürdigkeiten und Teilen des Zentrums überhaupt im Interesse des deutschen Staates, einer Kommune, der Bürger)
- Welcher Zweckbindung unterliegen diese Daten und mit welchen veröffentlichten Diensten wirken diese zusammen (reiner Bilderdienst, Lokalisierungsdienst, Verknüpfungsgrundlage zur Verbindung von unterschiedlichen Daten, usw.)
- Wie werden die Sicherheitsbelange von Deutschland tangiert bzw. welche neuen Risiken ergeben sich, wenn beliebige Bürger, Institutionen, Unternehmungen usw. weltweit ohne eigene physische Präsenz vor Ort Deutschland in jedem Winkel einsehen können.
2. Wenn eine flächendeckende digitale Abbildung des private und öffentliche Raums und dessen weltweite Veröffentlichung im Sinne des deutschen Staates und dessen Bürger wäre:
- welche Vergütung erhält der Staat und der Bürger für die Nutzung dieser Daten (dieses Wertes) durch eine Unternehmung
- wo werden die Daten gehalten (im Land und damit durch den Staat und die Bürger mit lokalem Recht kontrollierbar)
- wie und durch wen wird entschieden, was in welcher Form aufgenommen werden darf und wie dies weiter bearbeitet wird
- wie wird kontrolliert, wofür die Daten verwendet werden, womit diese verknüpft werden und welche Aussagen aus den Daten hergeleitet werden
- wie ist langfristig zu sichern, dass der deutsche Staat oder der Bürger erreichen kann, dass unrichtige bzw. veraltete Daten entfernt bzw. aktualisiert werden.
Die Klärung dieser Fragen und vieler hier noch nicht benannter Probleme, die u.a. eigentlich eines weltweit gültigen Rechtssystems bedürfen, wäre die Voraussetzung, um Dienste wie z.B. Google StreetView, Google Maps (sofern dort Luftbilder angezeigt werden) überhaupt möglich zu machen.
Derzeit arbeiten diese Dienste in einem rechtsfreien Raum und sind daher illegal.
Der deutsche Gesetzgeber ist dringlichst und kurzfristig aufgefordert, im oben genannten Sinne für digitale Dienste bezüglich deren Datengrundlage und der Nutzung dieser Datengrundlage klare Regelungen zu schaffen.
In den USA? Ich lebe in den USA und kann hier Fotos schießen so viel ich will (militärische Objekte und wo sonst noch besondere Sicherheitsinteressen gelten ausgenommen). Und ich kann die Fotos auch ins Netz stellen, wenn mir danach ist (so wie übrigens jeder Deutsche Tourist auch).
Wir hier in den USA pinkeln uns wegen Google Streetview jedenfalls nicht in die Hose. Armes Deutschland, das man sich so darüber aufregt.
Mich würde mal interessieren wie viele von den Gegner sich StreetView überhaupt mal selbst angeschaut haben. Wenn man damit durch Paris oder New York spaziert kann ich mich kaum vorstellen, dass man davon nicht wenigstens ein bischen beeindruckt ist.
Ich glaube auch, dass viele denken es würde sich um Live-Aufnahmen wie bei einer Webcam handeln. Allein wenn dies zuträfe könnte ich die Kritik verstehen, da es dann wirklich ein Hilfsmittel für Kriminelle wäre, aber was bitte will man mit Monate alten Bildern anfangen?
Ich finde es eher nervig, wenn ich ein Gebäude/Geschäft per Google Maps suche und alte Bilder präsentiert bekomme auf denen die Gebäude noch garnicht gebaut waren.
Was die Abneigung von Firmen gegen Google (-News, -Maps, -Suche, -Ads) angeht kann man es eigentich auf eins reduzieren: NEID, weil man nicht selbst derjenige war, dem diese genialen Anwendungen eingefallen sind, und dann hinterher mithilfe von Gesetzen etwas vom Kuchen abhaben zu wollen ist einfach nur heuchlerisch.
Da vertraue ich diese Anwendungen und meine Daten lieber Google an, als irgendwelche dubiosen Konzernen oder staatlichen Institutionen.
Immer wieder gerne genommenes Argument: “wenn ich nicht möchte, dass ein Foto von meinem Haus/Auto/Garten gemacht wird, dann ist das mein ausdrücklicher Wunsch und Wille und muss deswegem respektiert werden, so ist das Gesetz.” An dieser Stelle am besten noch ein “basta!” dazudenken.
Antwort darauf: Nö, so ist das keineswegs. Von öffentlichem Grund (und Boden) aus darf ich und jeder jedes Haus, jeden Garten, jedes Auto fotografieren wie es genehm ist, egal ob der Besitzer oder Eigentümer das will oder nicht. Ich darf das sogar veröffentlichen, und sogar gegen Geld. Ich muss dafür auch keineswegs vorher eine Erlaubnis einholen. Es ist dabei auch ausgesprochen unerheblich, ob ich das vom Boden aus mache, oder auf einem Stuhl stehe, oder in einem Bus sitze, oder in einem Kran, oder einem Flugzeug, oder einem Satelliten. Das ist ja eben der Punkt – es ist öffentlicher Raum. Ich darf in der Tat nicht so ohne weiteres dazuschreiben, wer da wohnt oder wem es gehört. Aber darum geht es ja nicht, es geht um die Anfertigung und Veröffentlichung von Bildern. Die von öffentlichem Grund aus gemacht den öffentlichen Raum abbilden. Dafür braucht es keine “neuen Gesetze” oder “neue Regelungen” denn die gibt es schon. Und die sagen: das ist erlaubt. Und das ist auch richtig so. Sowas nennt man “Freiheit”.
Zwei Gedankenansätze und eine Problembeschreibung:
1. Wenn Tausende oder Millionen von Häusern fotografiert werden, wieso sollte sich gerade jemand für mein Haus interessieren? Klar, der zukünftige Chef wird hier immer angeführt – dessen Haus dann ja auch sichtbar ist. Wie das Haus des armen Arbeitnehmers aussieht kann sich dieser zumeist auch schon seit Jahren denken oder wieso haben wir immer wieder die Diskussion über gute und schlechte Wohnviertel. Und die Adresse wird bisher noch jeder Bewerber angeben – er will ja schließlich die Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen.
2. “Warum soll ich widersprechen, soll doch Google mich fragen!” – Warum soll google denn fragen, wenn es etwas tut, was legal ist? Es ist genauso legal nachmittags den Rasen zu mähen, auch wenn manche Nachbarn das nicht wollen und ich sie am liebsten jedes Mal um Erlaubnis fragen sollte. In dieser Gesellschaft gibt es nicht nur Verbote, sondern auch Rechte und diese Rechte gehen soweit bis sie die Rechte eines anderen einschränken. Womit jetzt ein Recht am Foto des eigenen Hauses begründet sein soll entzieht sich mir (abgesehen von besonderen architektonischen, also urheberrechtlichen Leistungen). Es geht schließlich um die Ansicht des Straßenzuges, um das Haus mit der Nr. 5 und nicht darum in welchem Haus Theodor Meyer, geboren am 1.1.1965 in XY wohnt. Letzteres ist durch das vielgenannte Telefonbuch oder Einwohnermeldeamt oder eben die Absenderadresse auf dem Bewerbungsanschreiben viel eher zu erreichen. Wenn die Adresse in Blankenese oder Kreuzberg liegt mache ich mir doch gar nicht mehr die Mühe das Haus bei google zu suchen, ich habe doch eh schon meine Vor-Urteile.
Folglich: Das eigentliche Problem, welches schon in manchen Kommentaren angesprochen wurde, ist also die massenhafte Speicherung der Daten. Aber diese wird man mit einer Lex-Google nie beheben können. Dann speichert eben Apple alle seine Daten, dann speichert das Finanzamt, die amerikanische Verwaltung, Facebook, StudiVZ, die chinesischen Firmen oder der 14jährige von nebenan der alle Webseiten mit seinem selbstgeschriebenen Programm absuchen lässt. Hierüber muss man sich viel eher grundlegende Gedanken machen. Denn die Daten sind und werden erhoben und gespeichert und man wird sie momentan und wohl auch zukünftig nicht löschen können. Ein Staat alleine kann dies auch rechtlich nicht einmal lösen. Und der Ratschlag dann einfach keine Daten zu hinterlassen funktioniert nicht (Reisepass, Personalausweis, Schufa, Bewerbungen, Steuererklärung). Hier ist die gesellschaftliche Diskussion in ganzer Breite notwendig!
Die Netzneutralität ist ein ganz anderer Punkt, der ebenso wichtig ist. Diese ist aber zumindest regional durch relativ einfache staatliche Gesetze absicherbar.
Die hier von Herrn Sixtus dargelegten Dialoge sind ja noch hohler als das, was sich seitens der Politik über uns ergießt!
Die kritische Frage ist gar nicht in erster Linie, was Google macht sondern für Wen. Von den Befürwortern der “großen Freiheit” werden immer Beispiele gebracht, in denen ein deutscher Michel A das Haus des deutschen Michel B im Internet betrachten kann. Damit kann man aber kein Geld machen. Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass es (Google) auch gar nicht darum geht.
Die Frage, die man sich stellen muss ist, wer könnte so viel Interesse daran haben, dass Google sehr viel Geld damit macht – nämlich Aufwand plus Gewinn für die Aktionäre. Und dann –so glaube ich– bleiben nicht viele Personen/Firmen/Institutionen über, den ich zu mehr Daten über mich verhelfen möchte.
Im übrigen dürfte Streetview nur ein Baustein eines viel größeren “Bildes” sein
Die Gesamtheit der Verwendungsmöglichkeiten (Datamining wurde ja schon im vorherigen Blog angesprochen) wird man heute wahrscheinlich noch gar nicht abschätzen können. Aber wenn es erst einmal im Netz ist, und zeigt dann “Früchte” die keiner wollte, kann man es nicht mehr rückgängig machen.
Dass das Einwohnermeldeamt Geschäfte mit unseren Daten macht und andere Institutionen ebenfalls falsch mit unseren Daten umgehen ist auch ein protestwürdiger Zustand. Aber darüber traut sich wohl kein ZDF-Redakteur zu Bloggen. Das es auf einer Seite falschen Umgang mit unseren Daten gibt, darf doch nicht als Rechtfertigung dafür dienen, das es an anderer Stelle auch passieren soll!
Bibelmaus ist auch cool. Amis würden Streetview nicht zulassen? Selbst die paranoiden sicherheitsfanatischen Amis lassen uns in all ihre Strassen und Vorgärten schauen! Die sind weiter als wir. Peinlich für Deutschland. Möchten Sie vielleicht auch gerne zur Kleinstaaterei und zur D-Mark zurück, Frau Bibelmaus? Würde mich nicht wundern. Da wird bei manchen Streetview-Verweigerern die Google-Stange schon mal 4, 5 Meter hoch, was nicht stimmt.
Auch geil ist dieses rumliegende Kinderspielzeug im Vorgarten oder nicht gewaschene Vorhänge. Wie dumm muß man sein? Nicht mal auf Google Maps kann ich mich verlassen, weil die Karten einfach mit mehreren Jahren viel zu alt sind! Wen interessiert denn dann nach 5 Jahren noch das Foto mit dem ehemaligen Kinderspielzeug??? Bei einer Bildagentur gilt das als historisches Material. Geschweige denn, dass ein Einbrecher damit was anfangen könnte.
Geht weiter eure Gartenzwerge gießen! Wegen Euch muss ich hier der Zukunft 10 Jahre hinterherhinken. Vielen Dank auch!
Ich kann dem Schreiber nur beipflichten!
So eine unsinnige Aufregung!
Wahrscheinlich verstehen die Leute da einiges miß… Sie scheinen zu glauben, daß, wenn man ihren Namen eingibt, ihr Haus, ihre Wohnung via Streetview zu finden sei…vermute ich….. *disch..an die Stirn hau…!* (*ironic an* Jaaaa, da wird rund um die Uhr das Haus gefilmt und in verscheidenen 3D-Perspektiven abgebildet… mit Einblick ins Schlafzimmer…
Es ja nur Häuserfassaden zu sehen, wenn man die Straße eingibt. (Ohne Namensverknüpfung!)
Es ist nichts anderes zu sehen als “live”, wenn jemand daran vorbei läuft oder fährt…
Denn diesen Platz könnte ich auch in natura besuchen….
Viel schlimmer finde ich diese ständige Datenverfolgung durch google, die dann darauf abgestimmt Werbeblöcke zur Folge hat!!!!
DAS ist unfassbar! Und scheinbar nicht kontrollierbar!
Oder bei You Tube… Ständig muß man sich mit seinem “gegangenen Weg” im Internet auseinandersetzen…Man fühlt sich schon regelrecht verfolgt…
“Kann” zwar nützlich sein, aber oft ist es einfach nur nervig….Und etwas unvorteilhaft, falls mehrere Nutzer den PC benutzen… Oder überhaupt kann es zu unangenehmen Situationen führen.
Das stört mich wesentlich mehr in meiner Privatssphäre als meine Hausfassade im Internet sehen zu können.
Es wäre schön, wenn man dagegen auch Einspruch einlegen könnte…!!!!!
Ich kann dem Schreiber nur beipflichten!
So eine unsinnige Aufregung!
Wahrscheinlich verstehen die Leute da einiges miß… Sie scheinen zu glauben, daß, wenn man ihren Namen eingibt, ihr Haus, ihre Wohnung via Streetview zu finden sei…vermute ich….. *disch..an die Stirn hau…!* (*ironic an* Jaaaa, da wird rund um die Uhr das Haus gefilmt und in verscheidenen 3D-Perspektiven abgebildet… mit Einblick ins Schlafzimmer…
Es ja nur Häuserfassaden zu sehen, wenn man die Straße eingibt. (Ohne Namensverknüpfung!)
Es ist nichts anderes zu sehen als “live”, wenn jemand daran vorbei läuft oder fährt…
Denn diesen Platz könnte ich auch in natura besuchen….
Viel schlimmer finde ich diese ständige Datenverfolgung durch google, die dann darauf abgestimmt Werbeblöcke zur Folge hat!!!!
DAS ist unfassbar! Und scheinbar nicht kontrollierbar!
Oder bei You Tube… Ständig muß man sich mit seinem “gegangenen Weg” im Internet auseinandersetzen…Man fühlt sich schon regelrecht verfolgt…
“Kann” zwar nützlich sein, aber oft ist es einfach nur nervig….Und etwas unvorteilhaft, falls mehrere Nutzer den PC benutzen… Oder überhaupt kann es zu unangenehmen Situationen führen.
Das stört mich wesentlich mehr in meiner Privatssphäre als meine Hausfassade im Internet sehen zu können.
Es wäre schön, wenn man dagegen auch Einspruch einlegen könnte…!!!!!
Meine Meinung! Gut erklärt.
Diese staatliche Datensammlung ist schlimm! Und da sich der Staat aber praktisch die Gesetze selber schriebt, kann man nichts dagene machen…
Einfach nur dreist!
Ich stelle mir die Frage, was genau die Streetview-Gegner befürchten. In Streetview sind Momentaufnahmen abgespeichert; die Ansicht der Welt zu einem beliebigen Zeitpunkt. Der Blick in den Dienst ist also gleichzusetzen mit einem Foto, welches man privat knipst. Mit dem Unterschied, dass man dafür nicht vor Ort sein muss. Gegner von Streetview möchten also nicht, dass irgend jemand fremdes ihr Haus betrachtet, ohne dass sie wissen, wer dies tut; sie wollen ihn wenn dann auch vor ihrem Haus stehen sehen (so meine Schlussfolgerung).
Doch zu welchem Zweck? Unterstellt man automatisch einem Menschen, der sich in einer Gegend umschaut oder Fotos macht, er bereite sich insgeheim auf einen Einbruch oder Vergewaltigung vor oder befriedige sonstige wirtschaftlichen oder privaten, perversen Interessen? Prägt man sich jede Person ein, die vor dem Haus herspaziert, in der Hoffnung/Befürchtung, es könnte der späteren Aufklärung eines Kriminalfalles dienen? Spricht man Menschen an bzw. verscheucht diese, weil sie vor dem eigenen Haus stehen? Wohl kaum.
Noch dazu kommt, dass die Aufnahmen in Streetview lediglich eine blitzlichtartige Momentaufnahme sind. Der Erkenntnisgewinn aus einer Aufnahme ist somit gleichzusetzen mit dem (einmaligen!) Durchlaufen einer Straße bzw. dem Knipsen eines einzigen Fotos.
Nicht verwechseln darf man dies also mit dem Profil eines (potentiellen) Straftäters, Schnüfflers oder Perversen, der sich stundenlang versteckt, der – bewaffnet mit Fernglas und Foto- oder Videokamera – Menschen verfolgt, der Bewegungsmuster oder Ausgehzeiten von Personen analysiert. Nichts von alledem lässt sich aus den Streetview-Aufnahmen extrahieren!
In jeder Hinsicht ist also ein (realer) Spaziergang durch eine Gegend erkenntnisbringender. Schränkt man also die Freiheiten von Google Streetview ein, ist dies gleichzusetzen mit dem Verbot, einen Spaziergang durch Straße xy zu machen und bei Hausnummer 32 nach links zu schauen!
Die Aufregung der “Street-View”-Befürworter ist interessant – und heuchlerisch zugleich.
Heribert Prantl’s Kommentar in der SZ ist vollinhaltlich zuzustimmen, wenn er die Schizophrenie der öffentlichen Debatte schonungslos entlarvt:
Der Staat ist böse, denn er hat schon alle Daten und den gläsernen Bürger durch Volkszählung, Überwachungskameras, Verfassungsschutz, maschinenlesbarem Personalausweis im Blick.
Herr, laß’ Hirn regnen. Wofür hat man in den 80-er Jahren gegen Vorratsdatenspeicherung und Verfassungsschutz gekämpft – wenn jetzt ein privates Unternehmen daherkommt und bunte Bildchen von Städten, Straßenzügen und Häusern macht?
Dann ist diese Art der privaten Bespitzelung plötzlich harmlos und Kritik daran stellt die Medienfreiheit in Frage?
Welch’ eine “Logik”.
Dem diskutablen Faß den Boden schlug allerdings der Blogger Thomwas Kniewer in der gestrigen WDR-2-Arena aus, indem er das übliche Totschlageargument eines naiven Fortschrittstrunkenen in der Abschlußrunde auf den Tisch knallte:
“Ich kann die Debatte um Gesetze nicht mehr hören. Immer Verbote, Regelungen, Verbote. In den USA spricht man – das Internet betreffend – vom Vorsprung durch Technik. Das kann man hier in Deutschland vergessen, wenn das weiter so geht, werden wir international abgehängt.”
Schönen Gruß an Herrn Knüwer:
Dieses äußerst sinnhafte Totschlageargument ist mir und in Deutschland wohlbekannt:
1) Abwanderung der Stahlindustrie in den 80-er Jahren: “Deutschland droht die Entindustrialisierung”.
2) Abwanderung mancher Industrieunternehmen nach Öffnung der Grenzen und Zusammenbruch des Ostblocks Ende der 80-er Jahre:
“Die viel zu hohen Lohnkosten in Deutschland werden dieses Land international isolieren und in den Ruin treiben..”
3) Last but not least der Aufschwung in China und Verlagerung so manchen Unternehmens dorthin:
Siehe Satz 2.
Gebetsmühlenhafte Statements, wie’s die Westerwelles, Hundt’s und insbesondere die Olaf Henckels dieser Repbulik regelmäßig und gebetsmühlenartig in den deutschen Medienwald tröten und tröteten.
Nicht ernstzunehmen also. Ich nutze das Internet als globale Enzyklopädie und sehe mit Besorgnis, daß es – nicht zuletzt durch Dienste wie GSV und andere – zur virtuellen Quasselbude verkommt.
>>So geht das immer fröhlich weiter und meist folgen von der Gegner-Seite noch irgendwelche konstruierten oder hypothetischen Fälle, die sich auf dem gleichen Anekdoten-Niveau bewegen, wie die Geschichten über angeblich verlorene Lehrstellen durch freizügige Facebook-Postings. Belege? Fakten? Null!<<
Fakt ist, wir haben hier schon einige Bewerber aufgrund ihrer Onlineaktivitäten abgelehnt.
Diese Praxis auf “Anekdoten-Niveau” drücken zu wollen ist bestenfalls naiv. Sie ist seit Jahren Standard in größeren Unternehmen.
In der Tat, das Gute an Street view ist, dass es eine Debatte auslöst, die schon viel früher notwendig gewesen wäre. Allerdings würde ich mir von manchen Meinungsführern hier mehr Sachkenntnisse wünschen, z.B. darüber, wie Marketing, Finanzdienstfeister, Banken, Versicherungen etc. wirklich arbeiten und wie sie zu ihren Beurteilungen und Entscheidungen kommen.
Den Culture Clash scheint es wirklich zu geben.
Zwischen Leuten, die mehr oder weniger sorglos mit ihren eigenen Daten umgehen, weil es vielleicht in ihrem sozialen Umfeld zur Peer-Pressure gehört, sich in Facebook und anderen sozialen Netzen zu exponieren, weil in deren Umfeld vielleicht so eine Art “Deutschland sucht den Facebook-Star” oder das “Top-Model” in privatversion abläuft. Jedenfalls nehmen diejenigen die sozialen Netze als die Plattformen wahr, die dafür wesentlich ist, ob man soziale Netze hat oder nicht. Offensichtlich ist für sie die Möglichkeit “Freunde” im Netz zu haben und überall mir ihrer Selbstdarstellung gesehen werden zu können so ein starker Antrieb, dass kritische Elemente ausgeblendet werden. Klar, aus dieser Perspektive betrachtet, stellt Street View keinerlei (zusätzliches) Risiko dar.
Und @ Ami: Wenn Sie nur mit einer Ritsch-Ratsch Digi unterwegs sind um ein paar “me in front of” Bildchen zu machen, mag sein dass Sie recht haben. Wenn Sie aber mit einer Profi DSLR unterwegs sind oder ein Stativ aufstellen, werden Sie ganz, ganz schnell merken, wie eng die Grenzen in den USA wirklich sind! Und wenn sie bei At&T einen privaten Telefonanschluss buchen, werden –auch ohne Telefonbucheintrag– ihre Daten sofort an Werbetreibende verkauft, die Ihnen dann locker 20 Anrufe am Tag “bescheren”. Ich habe es selbst erlebt. Very cool.
Die anderen denken aber, gerade vor dem Hintergrund der Unumkehrbarkeit solcher Aktivitäten, sehr (und vielleicht auch aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem Datenumgang zu) risikobewusst. Die gehen aber auch nicht in soziale Netzwerke und streuen ihre Daten nicht so gedankenlos. Manche vermeiden sogar Kreditkarteneinkäufe, wo immer möglich. Warum soll diesen Leuten dann die Denkhaltung der anderen aufgezwungen werden?
Ja, wir brauchen eine Debatte über den Umgang mit unseren Daten von den Banken über die Einwohnermeldeämter, Airports bis zu Google. Schließlich sollten die, die es Freiheit verstehen, ihre Daten zu veröffentlichen, diese Freiheit dazu bekommen und die, die ihre Freiheit in dem Schutz ihrer Privatsphäre sehen auch ihr verbrieftes Recht dazu haben.
@ H. Sixtus
Statt langatmig und polemisch gegen die Streetview Gegner zu lamentieren, hätten Sie mal ein Wort über den Nutzen für diejenigen darstellen sollen, deren Privatwohnungen jetzt ins Netz sollen. Das können Sie aber nicht, denn ES GIBT KEINEN GREIFBAREN NUTZEN für diese Leute.
Wenn Sie, Herr Sixtus, “Verschollene Häuser”-Aktivisten, wie Jens Best cool finden, dann sollte man auch die Daten von sämtlichen als gefährlich eingestuften Straftätern ins Netz stellen, denn daran gibt es ein tatsächliches öffentliches Interesse.
Eigentlich ist doch nur eine Frage wichtig: Ist es denn gesetzlich verboten diese Fotos zu machen?
Egal ob ich persönlich Google gut finde oder nicht, es lässt sich sicherlich klären ob Google das darf, oder nicht.
Die Diskussion untermauert nur die “Notwendigkeit” für mehr Kontrolle.
Es ist sicherlich notwendig, dass “die Welt” auf die Probleme und Risiken der Vernetzung reagiert, denn die gibt es sehr wohl; Aber Regierungen versuchen das durch Kontrolle zu richten. Durch den vermeintlichen “Schutz” des Bürgers vor solchen Dingen wird nur eines entstehen, nämlich die gesetzliche Grundlage, das zu regulieren, was sich den Regierungen noch entzieht. Der Schritt zur Zensur ist nicht mehr weit. Alles zum Schutz der Bürger.
Es müssen angemessene Wege gefunden werden. Sonst bekommen wir Kontrolle als Sicherheit angedreht.
StreetView hin, oder her, die Diskussion an sich ist schon bedenklich genug.
Es ist traurig, dass alle erst hinterher begreifen werden, dass es nicht nur quantitativ, sondern qualitativ etwas völlig anderes ist, ob einzelne Fotos irgendwo verstreut liegen, oder ob es eine vollständige Sammlung gibt, die noch dazu mit Adressdaten verknüpft ist. Vor Streetview würde kein Mensch sich die unendliche Mühe machen, ein Foto zu einer Adresse zu finden. Dank Streetview kann jede Versicherung, jede Bank, sogar jedes Versandhaus das tun, was zwar verboten, aber unkontrollierbar ist. Das Problem sind nicht Daten, das Problem sind große Sammlungen von Daten, erst recht, wenn sie mit anderen Daten verknüpft werden.
Viele Politiker die gerade aus dem Sommerurlaub kommen und nun endlich auch bei Google Streetview mitreden wollen, suchen jetzt verzweifelt nach ihrer AOL-CD.
@Sixtus:
Wenn die von Ihnen angeführten Blogbeiträge alles sind, haben Sie sich in den falschen Blogs aufgehalten. Sie erklären, man müsse diffuse Ängste ernst nehmen, aber sie um Gottes Willen nicht für politische Entscheidungen nutzen. Wie sieht das dann bitte schön aus: das “ernst nehmen”? Tatsache ist, dass der Prozess der Verdichtung digitaler Daten bereits heute eine Erosion der Privatsphäre bewirkt hat. Wer über einen halbwegs unverwechselbaren Nachnamen verfügt (wie ich), gibt automatisch sämtliche Familienverhältnisse preis. Wieviele Geschwister ich habe, wie sie heißen, wo sie wohnen und was sie so beruflich machen, lässt sich ohne weiteres per Mausklick herausfinden – vor 20 Jahren noch undenkbar. Mein eigenes Kind ist im Netz zu finden, mit Namen, Alter und Schule. Wenn ich mich in meiner Tätigkeit als Journalist öffentlich mit gewissen Gruppen anlege, kann mir da schon mal anders werden. Wohlgemerkt: Mit Facebook o.ä. hat das alles nichts zu tun, vielmehr mit kleinen Notizen von Lokalzeitungen, Malwettbewerben der Grundschule etc: alles bis in alle Ewigkeit abrufbar. Wer also von “irrationalen” Ängsten spricht, sollte wissen: Irrational sind sie in Bezug auf die Zukunft, was die Erfahrungen betrifft, sind sie höchst rational fundiert.
Jetzt also die nächste Stufe mit Fassadenbildern. Natürlich ist zunächst nichts dagegen zu sagen – wer hätte schon die eben beschriebenen Risiken des Internets vorausgeahnt? Was als nächstes kommt, steht schon fest: tägliche Aktualisierungen der Fassadenbilder nach dem Wikipedia-Prinzip (genügend Leute, die nichts anders zu tun haben, scheint es ja zu geben). Und dann: das ganze per Webcam. Video-Überwachung rund um die Uhr. Die Technologie dazu ist bereits vorhanden (http://www.geografitti.de/2008/04/11/microsoft-photosynth/). Auch Handys mit Gesichtserkennung und Netzwerk-Verknüpfungen sollen sich schon in der Pipeline befinden. Angesichts dieser Perspektiven erscheint mir Ihre Analyse, mit Verlaub, sehr kurzsichtig. Und Aktionen wie die von Herrn Best ekeln mich an.
@Beutelteufel: genau das ist Jahrelang immer wieder gemacht worden. Was glauben Sie eigentlich wie die diversen Karten zustandekommen? Dadurch, das jemand mit Massband durch Land und Stadt rennt? Ne. Es werden Luftaufnahmen gemacht, aus etwa 100m Höhe. Die werden dann in Karten übertragen. Hauptsächlich wegen der Lesbarkeit. Aufnahmen lassen Wege nur schwer erkennen. Pfade schon gleich garnicht. Da muss ich wissen, dass der Pfad dort ist,wo ich ihn einzeichne, oder ich habe einen Wanderer, der mit einem GSM-Empfänger den Weg aufzeichnet.
> 1. Das Ins-Netz-Stellen von Fotografien
> in 2.90 m Höhe ist rechtswidrig.
> 2. Das Ins-Netz-Stellen von
> Einfamilienhäusern oder Häusern
> in ländlichen Gegenden ist rechtswidrig,
> weil dies Schlüsse auf die Lebensumstände > einzelner Personen zuläßt.
Beides Quatsch mit Souce! Beide Versuche wurden in weiteren Urteilen abgewiesen. Die Richter ließen sich davon überzeugen, dass das in jedem Fall möglich ist. Unabhängig von Google. Dazu brauche ich höchstens jemanden, den ich hin schicken kann, um das Haus zu fotografieren. Zudem: der liefert mir genauere Daten, als Google das mit einer Aufnahme kann. Fotos sind immer auch eine Lüge. Sie geben, bis auf wenige Ausnahmen, eine Wirklichkeit zu einem Zeitpunkt wieder. Was später ist, ist nicht abzubilden — es sei denn, sie hätten eine Technik, die das kann: Zukünftiges Fotografieren.
Im zweiten Fall ließen sich die Richter davon beeindrucken, das ein Haus auf dem Land von außen keinen Rückschluss auf die Lebensumstände zulässt. Was im Haus passiert, ist nicht einsehbar. Wie viel Wert das Grundstück und das Haus haben ist ebenfalls nicht erkennbar. Dazu müsste ich dann doch wieder einige Randinformationen haben, die mir, trotz Geolokation abgehen. Und selbst dann: ich kann mit solchen Bildern höchstens angucken, wie andere Leute ihr Haus gebaut haben. Wie die Fassade aufgeteilt wurde, und dann feststellen, ob mir das gefällt oder nicht. Wenn es mir gefällt, dann mach’ ich es vielleicht nach. Wenn nicht. Auch gut. Nicht mein Haus. Ich wohne nicht drin. Muss mir nicht gefallen. Nur dem, der darin wohnt!
Bravo, endlich mal ein Artikel der die Wahrheit vor Populismus stelt.
Keine Ahnung, wie man noch von Freiheit reden kann, wenn selbst das Fotografieren von Häuserfasaden verboten werden könnte.
Wenn diese Paranoia nicht bald aufhört, werden Fotografen und Touristen die sich das “wahre” Leben mit der Kamera einfangen wollen, bald als Kriminelle eingestuft. Unglaublich.
Wir machen uns gerade auch in der Welt mal wieder lächerlich. Ich kann und werde auch die Pro-Google-Fotografen unterstützen, die verpixelte Häuser privat fotografieren und dann bei Googles Picasa hochladen, öffentlich.
Wie z.B. dieser Herr: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html
Mit GPS-Position versteht sich.
Und daraus möchte ich auch zitieren: “Für das Recht auf Fotografie im öffentlichen Raum, erklärt er [...], wäre er zur Not auch bereit, ins Gefängnis zu gehen”
Die Öffentlichkeit muss öffentlich bleiben.
Ganz einfach: von einer öffentlichen Straße ist es erlaubt, _jede_ Fassade zu fotografieren, egal ob urheberrechtlich geschützt oder nicht. Und genau diese einfache Regelung soll jetzt durch ein kompliziertes Konstrukt mit unvermeidlichen Lücken, Interpretationsspielräumen usw. usw. ersetzt werden. Die Abmahnanwälte reiben sich bestimmt schon die Hände…
Faktisch haben Sie Recht. Aus dem Widerstand gegen Streetview spricht aber ein – aus meiner Sicht gesundes – Unbehagen angesichts einer Entwicklung, die folgendes Scenario denkbar macht:
Jemand fotografiert XY mit dem Handy -> Google Gesichtserkennung in Kombi mit einem Personen-Identifikations-App spuckt alle im Web vorhandenen Daten inkl. Adresse aus -> Route zum Wohnort inkl. Streetview-Ansicht.
Klar, Streetview ist nur eine – eher harmlose – Erweiterung von Google Maps (das alle lieben, obwohl es sogar Hinterhöfe und heimliche Swimmingpools zeigt und für Einbrecher viel praktischer ist als Streetviw), aber die Diskussion darum, wie weit ein Konzern gehen kann, halte ich schon für wichtig. Der richtige Hammer wird der oben beschriebene Gesichtserkennungs-Service, der ja schon existiert.
Ich lebe in den USA und bekannterweise ist Street View hier schon seit laengerem im Einsatz. Ich nutze es oft und finde es ist ein sehr nuetzlicher Dienst. Habe gerade erst nach dem Bubba Gump am Time Square in Manhattan gesucht und es dank Streetview schnell gefunden.
Ich verstehe die Aufregung nicht, sind wir alle viel zu skeptisch?
Google darf das! Ein Wort was ich in der Diskussion hier vermisst habe ist die Panoramafreiheit. Diese ist in § 59 UrhG geregelt:
Werke an öffentlichen Plätzen
(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.
(2) Die Vervielfältigungen dürfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.
Google gehört zu den Guten! Sie haben sich zum Ziel gesetzt, alle, wirklich alle, verfügbaren Informationen auf dieser Welt für jedermann verfügbar zu machen. Das bringt die Menschheit weiter, das ist ein Quantensprung in der kulturellen Evolution der Menschheit!
“Wenn diese Paranoia nicht bald aufhört, werden Fotografen und Touristen die sich das “wahre” Leben mit der Kamera einfangen wollen, bald als Kriminelle eingestuft.”
Das passiert aber nicht, aufgrund der Google-Gegner, sondern weil die Fanboys mit eigenmächtigen Fotografieren den Konsens aufkündigen.
Hier wird jedenfalls nicht mehr im Geist der Panoramafreiheit gehandelt. Ich verstehe echt nicht, warum das nicht zu verstehen ist.
Sehr schöner Artikel und notwendige Diskussion. Eine soziologisch-systemtheoretische Perspektive dazu findet sich hier: http://tinyurl.com/6fbl3rh
Schlussargu: “Wer sich unterscheidet (durch sein Verhalten, seine finanzielle Situation, die Fassade seines Hauses, seine Attitüde etc.) wird interessant für etwaige Beobachter. Wer vor der sozialen Wirklichkeitswerdung des Internets durch eine relevante Unterscheidung (z.B. durch ein protziges Haus) für das heimische Verbrechen interessant wurde, wird heute via Street View für international agierende kriminelle Organisationen interessant und muss ggf. entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen.
So gesehen sind die Veränderungen durch Google Street View also nicht gravierend: Die Digitalmachung der Gebäudefassaden ist eine nahe liegende Konsequenz der kommunikationstechnischen Global Village, wobei McLuhan selbst später das Bild eines “globalen Theaters” präferierte”.