Sündenbock Sauerland

Vom Bürger bis zum Bundespräsidenten wollen sie Oberbürgermeister Adolf Sauerland aus dem Amt jagen. Er trage die “politische Verantwortung” für die vielen Toten nach der Loveparade. Sauerland als Sündenbock – ein einfaches Spiel und auch ein bisschen schlicht. Es erinnert an archaische Riten, die eine moderne Gesellschaft längst hinter sich haben müsste.

Was wird wach, wenn die Massen nach einer so fatalen Katastrophe einem vermeintlich Hauptschuldigen zurufen „weg mit ihm”? Alttestamentarische Rechtskultur lässt grüßen: Am Tag der Sündenvergebung (Jom Kippur) lädt der Hohepriester die Sünden des Volkes Israel symbolisch auf einen dafür erwählten Ziegenbock, schickt ihn dann in die Wüste und mit ihm alle Sünden. Alles auf Anfang.

Offenbar reicht juristische Aufarbeitung nicht angesichts des schweren, tiefen Leids. Die Richter werden mutmaßlich nur Geld- oder Bewährungsstrafen verhängen wegen fahrlässiger Tötung. Und dieser Prozess wird Zeit brauchen, die Geduld der Angehörigen und der Öffentlichkeit strapazieren. Der Sündenbock ist im Vergleich dazu die Schnell-Satisfaktion. Delete, reset.

Ganz tief im Motiv des Sündenbocks versteckt sich auch ein kollektives Schuldgefühl. Der Münsteraner Theologe Hans-Peter Grosshans spricht hier von einer „transjuristischen Dimension in der Aufarbeitung von  Leid”, die „das Bewusstsein eigener Schuld auf einen Sündenbock überträgt”. Viele sind verstrickt oder fühlen sich verwoben in die Aneinanderreihung unglücklicher und schuldhafter Umstände, die zur Katastrophe führte. Die Projektion auf den einen entlastet am Ende der Kette.

Sauerland ist auch deshalb das perfekte Opfer, weil Politiker-Bashing gesellschaftlicher Konsens ist. Ja, er machte schwere kommunikative Fehler (wie andere auch), ließ Selbstkritik vermissen (wie andere auch), aber als vom Volk gewählte Amtsperson wird er von diesem Volk besonders in Haftung genommen. Dass Veranstalter Schaller vorrangig wirtschaftliche Interessen vertritt, versetzt ihn vergleichsweise in die zweite Reihe moralischer Angreifbarkeit. Warum eigentlich?

Der Sündenbock ist tot. Verantwortung tragen hier viele. Differenzierung macht Arbeit, aber so ist das jenseits des Wilden Westens.

25 Kommentare | 04. August 2010 | 10:11 Uhr | Twittern | Facebook

25 Kommentare

  1. Respekt für diesen Blog. Endlich einmal eine Stimme die zur nüchternen Aufarbeitung zwingt.
    Die “politische Verantwortung” ist nirgends definiert. Deshalb legt sie jeder so aus, wie er möchte. Verantwortung zu tragen und zu übernehmen ist wichtig und notwendig bei einer solchen Katastrophe, aber bitte am Schluß einer soliden Aufarbeitung und nicht nach einer an “Lynchjustiz” grenzenden Stimmung. Jetzt einen symbolischen Kopf zu fordern heißt auch, den Druck nach Aufarbeitung zu nehmen und die, die wirklich schuldig sind davon kommen zu lassen.

    Moralapostel | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  2. natürlich steht der ob sauerland im focus, weil grade politisch druck auf ihn geübt wurde. Auch die polizei führung trägt eine politische verantwortung.
    Es ist nicht korrekt die schuld bei sauerland allein zu suchen.
    dennoch hatte er in erster instanz die macht die befugnisse gehabt, nein zur love parade zu sagen.

    buelent karabossan | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  3. Außerdem unterbleibt bei der Sündenbock-Lösung häufig, die nachhaltige Lehre aus dem Geschehen zu ziehen. Wer nichts aus einer Tragödie lernt, muss sie in ähnlicher Weise wiederholen.

    Günter Blümel | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  4. Niemand behauptet das Herr Sauerland die alleinige Schuld an der Tragödie in Duisburg trägt. Herr Schaller z.B. wird genauso angegangen wie OB Sauerland. Dies muss man allerdigs bei Twitter ect. nachlesen. Die Berichte in den öffentlichen Medien fokossieren doch meist OB Sauerland und tragen so zur Sündenbock-Bildung bei und fördern nicht unbedingt die geforderte Differenzierung.
    Und mal ehrlich, wir als normale Arbeitnehmer wären doch schon längst suspendiert oder bereits entlassen worden! Oder?

    avwde | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  5. Als Verwaltungsboss trägt Sauerland nun mal die Verantwortung für das Handeln seiner Dezernenten. Das sollte er jedenfalls.
    Im Laufe der Zeit hat er sich, nicht zuletzt durch rechtzeitige Auswechslung des unbequemen Polizeipräsidenten jene kritiklose Ja-Sager- Umgebung geschaffen, die seiner eigenen Mentalität entspricht.
    Diese Leute buckeln nach oben, treten nach unten und versuchen rechtzeitig abzutauchen, sobald es gefährlich wird.
    Diese Chance hatten die Opfer der Loveparade nicht. Hier endet die Unverantwortlichkeit, Verantworung zu relativieren.
    Den Verantwortlichen sollte bewusst sein, dass sie mit ihrem Handeln ein Vorbild liefern. Und da Großmäuligkeit in Verbindung mit Hasenfüssigkeit und Abtauchen das schlechteste aller Beispiele ist, nimmt man dies übel. Angesichts der 21 Toten nimmt man das sogar sehr übel. Und das ist auch gut so, weil diesem Fall ein wichtiges gesellschaftliches Regulativ ist, gegen egoistische Rathausfunktionäre.
    Mangels Mehrheit wird nicht nur Sauerland sondern offensichtlich auch die ganze Duisburger Dezernentenschaft gezwungen, im Amt bleiben. Ich prognostiziere, dass in diesem Fall alle Verantwortlichen langfristig beginnen, ihr Amt zu hassen. Einige werden allein schon durch den eventuell lebenslang notwendigen Personenschutz täglich daran erinnert, was sie getan und unterlassen haben. Dann wird zunächst im familiären und privaten Bereich sehr einsam werden, um diese Menschen. Irgendwann wünschen sie sich, rechtzeitig die politische Verantwortung übernommen zu haben, vor der sich sich jetzt drücken.
    Schuld und Schuldeingeständnis ist immer etwas Persönliches. Den notwendigen Konsequenzen kann sich niemand durch Abwahl entziehen. Man muss selbst handeln, um seinen Frieden zu finden.
    Angesichts 21 Toter kann langfristig kein Mensch so ungeniert leben, wie es das Sprichwort vom ruinierten Ruf meint. Darüber hinweg helfen auch keine noch so hohen Pensionsbezüge. Geld ‘verschlimmbessert’ das persönliche Dilemma sogar. Es bedarf also keiner gesellschaftlichen Verurteilung und Bestrafung. Das erledigen die Verantwortlichen gerade selbst.
    Diese Art höherer Gerechtigkeit wird der einzige Trost bleiben für die Hinterblibenen der Opfer.

    Wolf | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  6. Schön wäre es, wenn die Berichterstattung auf diesem Sender auch so wäre. Aber statt dessen muss man sich ein Heute Journal bzw. Heute Nachrichten im Boulevardstil ansehen. Armes ZDF, solch ein Niveau müsste nicht sein…

    Frank Bern | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  7. Noch ein Vorschlag, der das Leben von Herrn Sauerland und der Gesellschaft vereinfachen würde: Warum verliert Herr OB Sauerland seinen Anspruch auf Pension, wenn er zurücktritt, aber nicht, wenn er abgewählt wird? Warum gibt es diese juristische Differenzierung? Der Öffentlichkeit und der Verarbeitung der Tragödie würde es gut tun, wenn ein Politiker nicht noch solchen für Außenstehende sicherlich zu verachtenden, für einen Betroffenen aber verständlichen Zwängen ausgesetzt wäre…

    Phil | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  8. vorab @Frau Reith:
    Vielen Dank für Ihre Beiträge. Es ist gut zu wissen, dass auch die Presse mal etwas Ruhe ausstrahlen möchte…
    Grundsätzlich wird in den Beiträgen gegen den OB vorausgesetzt, dass die Dezernenten oder der OB selber eine (große) Schuld tragen. Welche Schuld und in welchem Ausmaß ist noch gar nicht erwiesen. Das werden jetzt die Ermittlungen ergeben. Daher ist es jetzt gar nicht an der Zeit, diese Dezernenten und damit den OB an die Wand zu stellen. Natürlich wissen diese Beamten, welche Schuld sie tragen und das ist sicher schon eine große Last und eine teils sicher angemessene Strafe. Und wenn diese Schuld dann nachgewiesen wird, müssen diese Beamten auch die angemessenen dienstlichen und juristischen Konsequenzen tragen. Das gilt dann selbstverständlich auch für andere Verantwortliche. Bis dahin heißt es leider abwarten.
    Zu den “Prognosen” kann ich nur sagen, dass jeder der 21 Toten auch “Prognosen” (und Vorstellungen) für sein Leben hatte. Diese haben sich dann innerhalb von Minuten in Luft aufgelöst. Ich finde es daher unangebracht, unter den gegebenen Umständen, weitere “Prognosen” und Voraussichten für das Leben und die Zukunft anderer Menschen (oder des eigenen Lebens) zu machen.
    MfG Jürgen Belzer

    Jürgen Belzer | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  9. Beamtenrechtlich bedeutet der “Rücktritt”, dass Herr Sauerland sich aus dem Beamtenverhältnis entlassen läßt und damit auf seine Besoldung und seine Pensionsansprüche verzichtet; insofern ist seine rechtliche Stellung einem politischen Amt wie z.B. dem eines Ministerpräsidenten oder eines Ministers nicht vergleichbar.
    Wer an seine eigene Arbeit den gleichen Anspruch setzt und ohne Nachweis individueller Schuld seine eigene und die Existenz seiner Familie gefährdet, werfe den ersten Stein, jeder andere schweige still.

    schmoetz | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  10. Auch für mein Gefühl haben die Nachrichten in den letzten Tagen zuviel über Herrn Sauerland und seine aktuellen Äußerungen berichtet. Ich verfolge alle Meldungen mit sehr großem Interesse und ich stelle fest, dass es offensichtlich kein klar gesetzlich geregeltes Vorgehen bei der Organisierung solcher Megaevents gibt. Das ist ein Riesenproblem.
    Herrn Sauerlands Verhalten nach dem Unglück empfinden viele Menschen als fortdauernde Provokation. Die Fakten sagen aus, dass solche Menschenmassen nicht durch diesen Tunnel geführt werden durften. Das sagt auch der gesunde Menschenverstand. Und daher ist es empörend, dass Hauptverantwortliche, wie es nun mal der OB ist, sich winden und erstmal prüfen lassen wollen, ob ihre Konzepte wirlich nicht gut genug waren. Ich glaube, viele Menschen fordern auch deshalb seinen Rücktritt.

    Astrid | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  11. Die ganze widerwärtige Kampagne gegen Herrn Sauerland erinnert mich an Jesus, als er unter dem Jubel des Volkes am Palmsonntag in Jerusalem einzog und eben dieses Volk am folgenden Karfreitag schrie: “Kreuzigt ihn!”.

    Stoll | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  12. Je näher eine Katastrophe ist, desto schneller und heftiger die Reaktion. Meiner Meinung nach geht es bei der Sündenbock-Diskussion zu schnell und zu einseitig, klar. Andererseits sollte auch bedacht werden, dass eine Menge von Menschen eben auch in der Lage ist andere zu erdrücken. Eine teils kongruente Masse und deren Sympathisanten rennen wie beim Erdbeben von Chili nun schreiend auf die kleine Menge ein. Der Unterschied ist aber nun einmal, dass diese kleine, zersplitterte Menge Verantwortung trägt. Ähnlich wie die Massen im Tunnel nun einmal nicht lenkbar sind, ist es auch eine bereits aufgebrachte öffentliche Meinung kaum mehr. Und die Medien – dieser Blog sei mal als bisher erste Ausnahme gewürdigt – machen das Spiel gerne mit. Die Bild Zeitung veröffentlich sofort Bilder der Opfer, macht der beunruhigten Masse direkt das Leid greifbar. Eine Zeitung mit dem Titel „OB Sauerland leidet unter öffentlichem Druck“ kauft keiner. “Angst, Hass, Titten und der Wetterbericht” sind die Zutaten, die einen soziologischen Automatismus immer wieder neu Füttern. Folge: alle regen sich auf, suchen nach Schuldigen und irgendwann – ganz plötzlich – so ein Blog. Dann kommen weitere Gegenstimmen… die sammeln sich auch und unser Boot wackelt von links nach rechts bis es irgendwann wieder im seichtem Wasser fährt und nur noch bei “Menschen 2010″ beunruhigend erinnert wird, wie schlimm das ja war damals…
    Im ersten Moment aber ist der Schmerz so groß, man hätte selber dort sein können, Bekannte oder Verwandte verlieren können. Kopfschütteln. Angst. Schuldsuche. Und alles konform einer großen Masse.
    Ja und Herr Sauerland duckt sich einfach nur, der wird unendliche Lasten gerade zu tragen haben. Mehr als verständlich. Jeder Verbrecher bekommt weniger Abneigung zu spüren.
    Viele stört der Gedanke, dass er selber zwar kopflos, aber seine Hand am Geldbeutel noch gut beweglich ist. Und der aufgebrachten Menge dieses Gefühl vermittelt zu haben, ist, ganz ohne Wertung, eben besonders heikel.
    Ich weiss genau, dass 99% der laut schreienden Rücktrittsforderer selber an ihrer Pension hängen würden, zumal die Schuld bei vielen und nicht bei einem zu suchen ist. Ich zitiere meinen Vorredner schmoetz: “…jeder andere schweige still”

    Dortmunder1980 | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  13. Ja, danke, Frau Reidt. Sehr gerne stimme ich Ihnen zu, dass ein Sündenbock niemandem hilft, das Geschehene wirklich zu begreifen, alle Zusammenhänge zu ergründen und nachhaltig Lehren daraus zu ziehen. Letztlich ist damit auch den Betroffenen nicht gedient. Der Sündenbock hilft nicht zur wirklich differenzierten Klärung und individuellen Verarbeitung der Traumata. Am Ende muss eine Klärung dazu dienen, dass alle Betroffenen nach dem erfahrenen Leid, nach allem Schock und aller Trauer einen Weg zurück ins Leben finden.
    Dennoch zwei Anmerkungen:
    1. Dass Herrn OB Sauerland die Hauptverantwortung zugeschoben werden soll, das allerdings hat er durch sein Verhalten angesichts der Katastrophe und angesicht des Leides und der Traumatisierung selber provoziert und also zu verantworten. Von einem kommunalen Spitzenpolitiker und CDU-Mann erwarte ich, dass er politisch und menschlich Gesicht zeigt, anstatt sich hinter blassen schriftlichen Mitteilungen zu verstecken. Das ließ Herr Sauerwald allzu sehr vermissen. Bis heute empfinde ich sein Verhalten als OB gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen als in hohem Maß scham- und respektlos und auch unprofessionell.
    2. Sie konstatieren Politiker-Bashing als gesellschaftlichen Konsens. Daher sei Herr Sauerwald auch das perfekte Opfer. Dieser kollektiven Haftung möchte ich mich nicht unterziehen lassen. Hier wird mir allzu leicht die Verantwortung an die Gesellschaft zurückgegeben. Zudem wird mir in diesem Zusammenhang Herr OB Sauerwald, der ohne Zweifel mit verantwortlich ist, zu sehr zum Opfer stilisiert.

    Stahlschmidt | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  14. geht man nüchtern an die sache heran, dann ist eines ganz schnell klar, hier ging es um prestige und um nichts anderes! Schaller für seine McFit und der OB Sauerland für seine Stadt und/oder möglicherweise um sein eigenes ego. veilleicht muss man Sauerland kennen um genau das zu wissen …
    wer sicherheitsfragen bei seite schiebt, wer mitarbeiter aus den ämtern “schiebt”, der trägt eine schuld, nämlich die, das die ganze – tragische situation – überhaupt hat entstehen können.
    ich halte es für müssig darüber zu philosophieren, wer nun am ort des geschehens schuld trägt. viel wichtiger erscheint es mir …. wehret den anfängen.
    gehe ich mit einem schlechten konzept an eine sache ran, muss ich damit rechnen, dass was schief geht.
    dann die tatsache, dass das gelände für rund 250.000 personen zulassen ist aber weit mehr erwartet wurden, zeigt, dass der veranstalter und somit auch die stadt ganz klar davon ausgegangen ist und es auch billigte, dass viele leute auf der strecke bleiben würden. erst gar nicht das gelände zu gesicht bekommen.
    ist das in ordnung? das wäre die frage zur moral.
    nein, nein, ich denke, hier hat die stadt duisburg,somit ihr OB und der veranstalter Schaller eine schwere schult, die nicht wegzudiskutieren ist.
    einen H. Schaller kann man nicht vom Hof jagen, einen OB schon und es wird zeit, dass dieses auch passiert!

    JFamondt | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  15. Danke Frau Reidt für Ihren Mut zur Besonnenheit.

    Manfred Küllmer | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  16. Wir leben in einem Rechtsstaat: Bestraft kann jemand nur werden, wenn seine Schuld nachgewiesen ist. So spricht man stets von “mutmaslichen” Tätern.
    Also erst mal langsam durch die Hose atmen und die Schuld nachweisen.
    Und noch was: Mit Sicherheit war nicht Sauerland alleine Schuld.

    Karl Ernst Goesswein | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  17. Ein Sündenbock ist historisch gesehen ein Opfer, das stellvertretend gebracht wird für den, der in Wahrheit die Schuld für etwas trägt. Diese Bedeutung hat sich auch im heutigen Sprachgebrauch erhalten.
    Sauerland ist de facto dafür verantwortlich, eine Großveranstaltung zu genehmigen – selbst wenn er die Details an eine untergeordnete Behörde delegiert haben sollte. Dabei sind offensichtlich eklatante Fehler gemacht worden, die ganz offensichtlich zu den 21 Verstorbenen geführt haben.
    Somit IST Sauerland auch de facto verantwortlich. Er zeichnet verantwortlich für solche Entscheidungen. Verwaltungstechnigsch und rechtlich IST das so. Und wie hier eklatante Fehler gemacht wurden, das ist offensichtlich. Natürlich bedarf es der juristischen Aufarbeitung. Aber wenn mehrere Menschen sehen, wie einer auf offener Straße mit einem Messer einen anderen Menschen tötet, ist das offensichtliche offensichtlich und die Gerichte entscheiden dann über die Feinheiten wie Mord oder Totschlag.
    Dies nun mit Worten wie “Sündenbock” oder Politiker “bashing” zu verbrämen ist nicht nur neben dem Punkt sondern auch etwas billig.

    Silvia | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  18. ein wunderbarer, kritischer und nicht mainstream-angepasster Kommentar, Frau Reidt!
    Warum schicken Sie ihn nicht mal der Redaktion der “Süddeutschen Zeitung”, der Avantgarde des Medien-Mobs, damit die Prantls auch mal was dazu lernen?

    Thorsten | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  19. Sorry, Frau Reidt, ich kann Ihrem Beitrag zwar in seinen Grundsätzen inhaltlich zustimmen, aber halte seine Platzierung in die aktuelle Debatte für falsch. Wieso das?
    Als Sie Ihre Worte geschrieben haben, konnten Sie wahrscheinlich bereits die beipflichtenden Kommentare darauf absehen: “Bravo! Endlich mal jemand, der es sachlich sieht!”, “Endlich jemand, der sich traut, das auch mal anzusprechen!” usw. usf.
    Ich kann mich aber nicht der “Toller (politisch-korrekter) Beitrag”-Fraktion anschließen.
    Hier sind Menschen, Eltern, die haben Kinder in die Welt gesetzt. Geliebte Kinder. Sie haben sie großgezogen, ihre ersten Schritte bejubelt, ihre ersten Worte bestaunt. Haben mit ihnen gute wie schlechte Zeiten durchgemacht, Jugend-Rebellion wie reifende Einsicht, Schulstress. Sie haben mit ihnen Zukunftsfragen bewältigt. Usw. Und dann bekommen diese Eltern von zwei Beamten vor der Haustür gesagt: “Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Ihr Kind gestern bei einer Veranstaltung in Duisburg ums Leben gekommen ist.”
    Das Ende eines Lebensweg, den diese Eltern von Anfang begleitet haben. Tot getrampelt, zerquetscht, erstickt auf der Love Parade. Wie konnte das geschehen? Warum, um alles in der Welt? Und dann wird allen klar: Dieses Event hätte niemals dort stattfinden dürfen. Dort auf diesem Gelände des ehemaligen Güterbahnhof in Duisburg.
    Eine halbe Million (und erhofft mehr) sollten durch EINEN Zugang, der zugleich Abgang war, auf das Gelände gepfercht werden? Über zwei Tunnel von 15 m Breite, einen im Westen und einem Osten? Das konnte niemals gut gehen, und wenn, dann nur durch ein Wunder und (un)menschliche Fehlerlosigkeit.
    Doch warum warnten diese Eltern ihre Kinder nicht, dort hinzugehen? Warum gingen die jungen Leute überhaupt dort hin, in die Enge? Weil sie es nicht besser wissen konnten! Es liegt eben nicht im Aufgaben- und Verantwortungsbereich der Party-Gäste zu überprüfen, ob das Party-Gelände auch wirklich für Leib und Leben ungefährlich ist. Nein, die Eltern und ihre Kinder haben den Verantwortlichen vertraut, wussten nicht, was da auf sie zukommen würde, in welchen grauenvollen Tod man sie schickte. Passiv, aber verantwortlich.
    Und nun sagt der selbe Hausherr, der noch vor einem Jahr nachweislich erklärte, man müsse diese Veranstaltung unbedingt in Duisburg haben, dass er von keinen Bedenken und Warnungen wusste, und nichts unterschrieben habe.
    DAS, Frau Reidt, war und ist ein schwerer Schlag ins Gesicht für die Angehörigen, die einen wertvollen Menschen für immer verloren haben. Herr Sauerland war und ist der Hausherr in Duisburg! Was bitte schön ist ein Oberbürgermeister, der angeblich nichts zusagen hat, von nichts weiß, und nichts unterschreibt?
    Das kann einfach nicht sein. Und die Empörung über (nicht nur!) diesen Mann als weit-übliches und wild-westliches “Politiker-Bashing” abzukanzeln, ist völlig daneben! Es geht hier nicht um wildes Um-sich-schlagen von Geschlagenen, sondern um berechtigtes und nachvollziehbares ENTSETZEN über das Weg-Ducken, das Achselzucken und bewusste Schweigen von Ver-anwort-lichen über den Tod von 21 Menschen. Diese Tragödie war (wäre man nicht von Geltungssucht verblendet gewesen) absehbar und hätte von den Entscheidungsträgern verhindert werden können. Die Anklagen der Angehörigen (u. a.!) an Herrn Sauerland sind alles andere als Bashing!
    Überlegen Sie mal: Wo Reue ist, ist Schuld. Aber wo Reue ausbleibt, bleibt nur Hohn für die Geschlagenen.

    Torsten Möller | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  20. Sorry Herr Möller, aber ich kann Frau Reidt nur beipflichten.
    Natürlich hat sich der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg für die Loveparade stark gemacht – und das ist auch seine Pflicht und sein Job. Seine Aufgabe ist es den Strukturwandel zu forcieren und das Gesicht der Stadt sowie deren Image zu verbessern. Gegner der LP gab es im Vorfeld wahrlich genügend, aber zielte die Kritik nicht auf eventuelle Bedenken zur Sicherheit ab sondern vielmehr auf die Veranstaltung als solche.
    Adolf Sauerland hat trotzdem für diese Veranstaltung gekämpft und wenn man bedenkt, dass es sich bei ihm um den ersten CDU Oberbürgermeister in Duisburg nach 60 Jahren SPD handelt, kann man sich die Widerstände in der Verwaltung gut vorstellen.
    Doch zurück zur Veranstaltung. Sie reden vom Tunnel der niemals hätte genehmigt werden dürfen und über Besucherzahlen die weder realistisch, noch bei der Tragödie erreicht wurden. Schauen Sie sich die Seiten von Ravern und LP Besuchern an. Sehen Sie sich die zahlreichen Handyvideos an und lesen Sie die Kommentare der Augenzeugen dazu. Sie werden wahrscheinlich zu einem anderen Ergebnis gelangen. Unkoordinierte Sperren und fehlende Kommunikation zwischen dem Veranstalter (der auf dem Festivalgelände für Sicherheit zu sorgen hat) und der Polizei haben zur Enstehung dieses Unglücks geführt. Ein im Vorfeld gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitetes und letztendlich genehmigtes Sicherheitskonzept ist auch immer nur so gut wie es dann in der Realität umgesetzt wird.
    Zum Verhalten des OB bei der PK am Sonntag lässt sich eigentlich nicht viel sagen. Wer genau hingesehen hat, hat einen Mann gesehen der noch völlig unter Schock stand und der selbst keine Antworten auf die Fragen der Journalisten geben konnte. Das er sich anschließend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat ist natürlich auch der umgehend eingesetzten Hexenverfolgung der Medien zu verdanken und den hieraus resultierenden Morddrohungen gegen ihn und auch seine Familie. Welche Möglichkeiten hatte er denn? Jedes Interview und alle seine Aussagen wurden umgehend aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt und ein Mob von gerade einmal 250 Personen, von denen die meisten nicht einmal aus Duisburg kamen, skandierten mit Galgen und Puppen vorm Rathaus zur Freude der Boulevard Zeitungen die hieraus eine Masse Duisburger Bürger machten die seinen Rücktritt forderten. Der von Frau Reidt gezogenen Vergleich zum Sündenbock hat sich an dieser Stelle besonders deutlich gezeigt und es fehlten eigentlich nur noch Mistgabeln und Fackeln für ein mittelalterliches Spektakel.
    Wenn dann noch Politiker, nicht nur aus dem jeweils anderen politischen Lager, und ein Bundespräsident einen Rücktritt fordern ist das mehr als bedenklich in Anbetracht der aufgeheizten Stimmung. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass dem OB dieser “Rücktritt” laut Gemeindeordnung überhaupt nicht zur Verfügung steht – er ist schlicht und ergreifend nicht möglich.
    Wäre ich in seiner Haut würde ich mich auch nicht einfach aus der Verantwortung stehlen sondern versuchen belastbar darzulegen welche Entscheidungen zu welcher Zeit mit meinem Wissen wie entstanden sind und wie es zur Genehmigung kam. Dies wäre ich den Opfern schuldig, aber auch der Stadt Duisburg mit allen ihren Bürgern und nicht zuletzt auch mir selbst. Das Ende meiner politischen Laufbahn wäre mir dabei sicherlich genauso klar bewusst wie es jetzt Adolf Sauerland ist.

    Mark | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  21. Soso, das ist ja schön, einen solchen (selbst-?)kritischen Beitrag hier zu lesen. Schließlich trägt das ZDF selbst zur regelrechten Hetzjagd auf Sauerland bei. Im Morgenmagazin wird von der unseligen Anja Heyde regelmäßig zur Attacke geblasen, undifferenziert und ahnungslos mit immer großer Klappe, zu jedem Thema in gewohntem Hau drauf. Wird das eigentlich im ZDF auch mal thematisiert?

    Jürgen Homberger | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  22. Zunächst mal: Ungeachtet jeglicher straf- oder zivilrechtlicher Schuldfrage finde ich, dass Herr Sauerland sich den Verstorbenen, den Verletzten und den Angehörigen gegenüber inakzeptabel verhält. Diese schreckliche Tragödie spielte sich in seiner Stadt ab – „on his watch“, wie es im Englischen so schön heißt. Daher erwarte ich von ihm, dass er sich den Bewohnern und Besuchern seiner Stadt persönlich stellt, anstatt unterzutauchen und sich hinter schriftlichen Mitteilungen zu verstecken. Das mag zwar der bequemere Weg sein – sich der aufgebrachten Menge zu stellen, gerade unter dem Einfluss der Medien, ist sicherlich keine angenehme Vorstellung. Aber bedacht werden sollte, dass ihn niemand gezwungen hat, sich zum Bürgermeister wählen zu lassen. Und die Feigheit, die er jetzt an den Tag legt – so menschlich sie auch sein mag – entspricht in keinster Weise der Würde seines Amtes.
    Auf der anderen Seite ist es natürlich auch richtig, dass im ersten Schock, in der ersten Trauer, in der ersten Wut nach einem solchen Ereignis der Verstand erst einmal abgeschaltet ist und blind um sich geschlagen wird. Nun ist die Loveparade allerdings inzwischen schon so lange vorbei, dass ich zumindest von den Medien eine Rückkehr zur Besonnenheit erwarte. Und Ihr Blogbeitrag, Frau Reidt, ist in der Tat der erste mir bekannte Bericht, der einen Schritt in diese Richtung macht – ohne ihn dadurch mildern zu wollen, ist das zu wenig.
    Die eigentliche Tragödie nach der Tragödie ist allerdings, dass wir – die Opfer, die Angehörigen, die Öffentlichkeit – vermutlich nie erfahren werden, was sich nun tatsächlich abgespielt hat. Zunächst wusste man, dass sich 1,4 Millionen Gäste auf der LP aufgehalten haben. Dann wusste man: Herr Sauerland klebt an seinem Stuhl nur wegen der Pensionszahlungen. „Stellen Sie sich vor, was Sie noch alles wissen – morgen!“ Im Zuge der sicherlich notwendigen Aufarbeitung wird jetzt die Schlacht der Gutachter beginnen – Gutachten der Stadt, des Veranstalters, vielleicht der Polizei, vielleicht des Landes, vielleicht von „unabhängigen“ Stellen… Dabei bleibt immer die Frage, wie kompetent ist der Gutachter, von wem wurde er beauftragt, wie gut ist er letztlich als Quelle. So wird das tatsächlich Geschehene unter immer mehr Schichten von Papier begraben, bis in einem Dreivierteljahr ein Untersuchungsausschuss einen Abschlussbericht mit bestenfalls geringem Wert vorlegen wird, der zu diesem Zeitpunkt ohnehin irgendwo unter „ferner liefen“ in die Nachrichten gelangt. Vielleicht enthält er auch noch den einen oder anderen „Sündenbock“, die eingeleiteten Straf- und Disziplinarverfahren enden schlimmstenfalls mit Bewährungsstrafen. Was wirklich passiert ist, wissen zu diesem Zeitpunkt bestenfalls einige Insider, die die Öffentlichkeit nicht erneut aufheizen wollen – natürlich rein im Interesse des öffentlichen Friedens!
    Ist das zynisch? Vielleicht. Leider erwarte ich nicht mehr – aber ich fordere jeden Beteiligten – die Politik, den Veranstalter, die Medien und wer auch immer sonst beteiligt ist – dazu auf, mich eines Besseren zu belehren und mich in einem Jahr Konrad Adenauer zitieren zu lassen „Was kümmert mich mein Geschwätz vom Vortag ? Nichts hindert mich dazuzulernen!“
    Viele Grüße aus Münster

    Tim aus Münster | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  23. @ Delitant
    Schön, dass Sie wieder da sind. Ich hatte befürchtet, Sie seien im „Goldenen Dreieck“ verschollen.
    Aber jetzt zu Ihrem Beitrag:
    „Debil“ und „Pöbel“ ist sehr starker Tobak. Übersetzt könnte es auch heißen: „Die ungebildete, unkultivierte Masse mit einer angeborenen oder erworbenen Intelligenzschwäche …“
    So weit wollten Sie doch wohl nicht gehen – nicht wahr?
    Familien trauern um Angehörige, Teilnehmer sind traumatisiert.
    Ich kann verstehen, dass der Ruf nach einem Schuldigen laut wird.
    Natürlich kann man sagen: „Herdenvieh“.
    Man kann auch fragen, warum der einzelne Teilnehmer nicht vorab überlegt hat, ob er sich in dieses Getümmel begeben soll.
    Jetzt im Nachhinein hilft es den Opfern und Geschädigten nicht.
    Pietät ist angesagt!
    Einen freundlichen Gruß nach Phetchabun.
    Kurz vor Lom Sak endet die Hauptstraße. Was kommt dann?

    Hein Sahl - die Stimme aus Thüringen | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  24. Es ist schon reichlich seltsam, was hier von Frau Reidt über Projektionen und Politikerbashing geschrieben wurde.
    Unbestrittenermaßen hat OB Sauerland die Loveparade in Duisburg unbedingt gewollt. Es ist bekannt, dass er amtsintern unmissverständlich die Losung ausgegeben hat, genehmigungsrechtliche Hindernisse zu beseitigen. Er hat darüber hinaus direkten Druck auf die zuständigen Sachbearbeiter in Richtung Machbarkeit und Genehmigung ausgeübt. Es ist dabei vollkommen unerheblich, ob er die Genehmigung selbst unterschrieben hat, oder ob sie ein Beamter auf sein Geheiß hin unterzeichnete. M.a.W., die Loveparade war im Duisburger Rathaus “politisch gewollt”.
    Gleichzeitig musste es doch jedem, der damit befasst war, auffallen, dass auf einem Gelände, dass maximal 300.000 Menschen aufnehmen kann und einem engen Tunnel als einzigem Zugang, durch den maximal 20.000 Menschen pro Stunde durchkommen (wohlgemerkt: Insgesamt für beide Richtungen) es zwingend mindestens zu Problemen kommen musste (wenn alles gut gegangen wäre). Man bedenke: Die Loveparade vor zwei Jahren hatte über 1,5 Mio Besucher und es gab keinen Anlass weniger Besucher in Duisburg zu erwarten (weniger Besucher waren auch bestimmt nicht das Anliegen des Veranstalters). Das Gefahrenpotenzial war also gigantisch. Schon deshalb halte ich eine Genehmigung für eine solche Veranstaltung in höchstem Maße für fragwürdig und kann sie eigentlich nur auf den politischen Wunsch zurückführen sie auf jeden Fall möglich zu machen.
    Also ist die politische Forderung des Rücktritts kein alttestamentarischer Wunsch nach Rache oder Blutdurst, sondern eine logische Konsequenz und die angemessene Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass die Loveparade unter Inkaufnahme vorher bekannter Risiken vorrangig aus politischen Gründen durchgeführt wurde.
    Im Übrigen wundert mich schon sehr, wie sanft Herr Sauerland von vielen Medien hierzulande angefasst wird. Man stelle sich vor, so verständnis- und rücksichtsvoll wäre von der Presse mit Frau Ypsilanti umgegangen worden, die “nur” vor der Wahl eine Tolerierung durch die Linken ausgeschlossen hatte und danach auch offen mit ihrem Wortbruch umgegangen ist. Hessen hätte heute wahrscheinlich eine Ministerpräsidentin. Aber es war diametral anders: Nahezu die gesamte Deutsche Presselandschaft hat Frau Ypsilanti buchstäblich zerrissen.
    Wenn ich den salbunsvollen Artikel oben lese, der sich in viele Publikationen dieser Tage einreiht, passt da was nicht zusammen.

    Unwissender | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten
  25. Natürlich tragen VIELE Schuld an den Vorfällen und Todesfällen in Duisburg, aber Sauerland ist nun mal als jemand, der die Parade unbedingt in Duisburg – wenn auch mit u. a. guten Absichten – veranstaltet haben wollte und darauf gedrungen hatte.
    Es wurden u. a.:
    - ein Sicherheitsexperte, der bereits vor einem Jahr gewarnt hatte, nicht mehr weiter beschäftigt
    - die Leiterin des Duisburger Ordnungsamtes versetzt
    - ein Polizeichef in den Ruhestand geschickt, der gewarnt hatte
    - vor der Loveparade fanden am Freitag noch 2 Sitzungen des Stadtrates zur Loveparade statt bis dann die Genehmigung am Morgen der LP erteilt wurde.
    Sicher alles nicht, ohne dass auch Sauerland oder von ihm installierte Stellvertreter seinen Seegen zu diesen Maßnahmen gegeben hatte.
    Also für mich gehört Suaerland ganz klar erkennbar mit zu den politisch Huaptverantwortlichen. Er hätte ja auf die Erfahrungen seiner Bochumer kollegin, die aus Sicherheitsgründen und mit viel Kritik die LP nicht stattfinden ließ im Vorjahr und auch auf die jahrelangen Berliner Erfahrungen zurückgreifen können. Die Genehmigung seiner Verwaltung hätte für das klar erkennbar-abenteuerliche Sicherheitskonzept, das an allen Ecken und Ende Probleme aufwarf, gar nicht erteilt werden dürfen. Mit Sauerland sind noch einige andere schuldig aus Verwaltung (eben die, die mitgemacht haben) UND vom Veranstalter. Aber Sauerland ganz gewiss. Das hat nichts mit Sündenbock zu tun, sondern mit klaren Gegebenheiten.
    Auch sein verhalten im nachhinein finde ich äußerst schäbig, sich noch Tausende Euro von denen sichern zu lassen über eine Abwahl statt einen Rücktritt, die er zu Opfern und Hinterbliebenen durch seine falschen Entscheidungen gemacht hat. Typisch Cdu: Geld, Prestige, Macht, warme Sessel.

    BUweX | 1. Januar 1970 | 00:00 | Antworten

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