Angela Langstrumpf
Angela Merkel verabschiedet sich in die Sommerpause im Geiste Pippi Langstrumpfs: Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt. Ein holländischer Journalist fragt während der traditionellen Pressekonferenz vor den Ferien, was Frau Merkel glaube, welches ihr größter Fehler gewesen sei in den vergangenen Monaten. Keine Antwort. Schlechte Umfragewerte? Lägen daran, dass schwierige Entscheidungen hätten getroffen werden müssen und die Form der Auseinandersetzung in der Koalition nicht gut gewesen sei. Die Form, wohlgemerkt, nicht etwa Inhalte. Die Entscheidungen, meint Frau Merkel, seien schwierig, aber richtig gewesen. Die Koalition raufe sich zusammen. Deutschland erweise sich in der Krise stärker als angenommen. Neuer Streit zum Sparplan-Fahrplan? Nein, alles verlaufe planmäßig.
Frau Merkel findet sich zudem in einer Rolle, die vor ihr schon andere Kanzler angenommen haben: Wenn zuhause zuviel genölt wird, tut eben internationale Bestätigung gut. Russland und China hätten gerade anerkannt, dass Deutschland das gut hinbekommen habe mit dem Griechenland- und dem Euro-Rettungspaket, sagt sie. Und US-Präsident Obama sehe ein, dass man den Deutschen nicht vorwerfen könne, zuwenig für die Konjunktur zu tun, wenn sie ihm nur erklärt, wieviel Deutschland für Soziales ausgibt. Alles ü-ber-haupt kein Problem.
Zweimal gibt die Bundeskanzlerin zu verstehen, dass man Genöle nicht allzu ernst nehmen müsse. Ein asiatischer Korrespondent fragt, ob die jüngste Fernostreise bedeute, dass das Verhältnis zu China und Russland aufgewertet würde? Ach, seufzt Frau Merkel, es gebe zwei Möglichkeiten in den Augen der Presse: Entweder man vernachlässige China und Russland oder eben die anderen Länder. Auch die CDU-Ministerpräsidenten könnten es nur falsch machen: Entweder sie verlassen ihre Ämter voreilig und vergessen ihre Pflicht – oder sie klebten am Sessel. So oder so, kann man da heraushören, könne man es der Öffentlichkeit eh nicht recht machen. Also wird Frau Merkel fortsetzen, was sie bisher getan hat: Sie entscheidet „von Schritt zu Schritt”, der Rest findet sich dann. Ob sie auch amtsmüde sei wie so viele ihrer Kollegen in der CDU? „Im Augenblick können Sie fest davon ausgehen, dass Sie mich nach den Ferien wiedersehen”, lacht sie.
Sie muss schön aussehen vom Podium dort oben in der Bundespressekonferenz, die Welt, widde widde wie sie Frau Merkel gefällt.
13 Kommentare | 21. Juli 2010 | 14:01 Uhr |
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Unsere Angela leidet offensicht an einem gewaltigen Realitätsverlust. Außerdem hatte sie ja einen guten Lehrmeister, unseren großen Aussitzer. Da müssen wir uns doch über gar nichts wundern. Letztendlich geht es ihr überhaupt nicht um das Volk, sondern nur um ihre sog. Macht.
Tja ja, da gibt sich die versammelte links-intellektuelle Journalistenversammlung alle Mühe, Frau Merkel abzuschiessen und was passiert? “Leider” tut sie der hechelnden Medienmeute nicht den gefallen.
Umfragewerte? Es liegt noch kein Jahr zurück, da lag die SPD bei knapp 22% und die CDU bei weit über 40%. Jetzt sind die Umfrageergebnisse anders, sicher. Aber sie werden sich bei kleinster Gelegenheit wieder genauso schnell in die andere Richtung drehen.
Und a pro pos widde widde: Trotz der weltweiten Finanzkrise steht Deutschland gut da. Die Wirtschaft läuft, die Konjunktur ebenfalls, die Arbeitsmarktzahlen sind wesentlich besser als viele der Unkenrufer prophezeit haben. Natürlich werden jetzt die Berufsmeckerer gleich sagen: DAS liegt natürlich nicht an der Regierung Merkel. Aber so einfach ist es nicht.
Dazu wurden viele Reformen auf den Weg gebracht.
Politik ist kein Wunschgeschäft sondern oft geht es in einem föderalen System, in dem bei vielen Gesetzgebungsverfahren zudem zig Interessengruppen beteiligt werden müssen, nur über geduldige und kompromißfähige Verhandlungen. Und in einer Demokratie können Entscheidungen nunmal nicht mit der Brechstange getroffen werden.
Und mit einem hat Frau Merkel absolut recht: Sie kann eigentlich machen was sie will, in den einschlägigen Medien wird sie so oder so kritisiert. Denn auch Journalisten sind sehr vergeßlich wenn es darum geht, was sie noch ein paar Wochen oder Monate zuvor von sich gegeben haben. Sie malen sich nämlich selber sehr gerne ihr eigenes Takka-Tukka-Land. Und in diesem Takka-Tukka-Land scheint eines sowieso verboten zu sein: Einmal zu hinterfragen, welche schlüssige, bessere politische Konzeption (ja ich meine: Konzeption) denn die Oppositionsparteien anzubieten haben?
Hallo Herr Walde,
)
zunächst einmal finde ich Ihre Art und Weise, wie Sie nun in Berlin generell, in den Nachrichten und bei Berlin Direkt auftreten sehr gut und sympathisch, machen Sie weiter so
Ihrem heutigen Blog kann ich nur zustimmen. Man fragt sich, ob Frau Merkel eine getönte Sonnenbrille aufgesetzt hat, die ihr den Blick für die Wirklichkeit versperrt.
Spätetens, wenn die CDU nächstes Jahr in BaWü verlieren sollte, muss sie sich und ihren Politikstil hinterfragen.
Beste Grüße
Das liegt, aber wohl kaum an der bisher eher miserablen Umsetzung der derzeit wichtigsten Reformen. So würde ich eine Erhöhung der Beitragssätze im Gesundheitssystem nicht als eine Reform bezeichnen.
Gründe für das Wachstum sind eher bedingt durch das Weltwirtschaftswachtum, als durch Reformmaßnahmen in Deutschland.
Statt Schritt für Schritt (ohne wirkliche Pläne, eher aus dem Bauchgefühl heraus), sollte die Kanzlerin mal lieber den Kurs vorgeben oder besser gesagt einen Fahrplan, um wirklich was zu bewegen….
Der Thomas steht im Walde und macht stotter widde widde auf Pippi Langstrumpf.
Grüsse von der Weser
Alle Politiker, die an der Macht sind, halten ihre Entscheidungen für richtig.
).
Ich bin zwar keine CDU-Wählerin, habe aber Anerkennung und Respekt für Frau Merkel übrig, da sie weder besser noch schlechter Politik macht als die vorigen Kanzler.
Gerade hat Roman Maria Prödl sein neues Buch “Scheisskerle” im Fernsehen vorgestellt und offenbarte dabei, dass statistische Erhebungen ergaben: 10 Millionen Männer gehen in der Woche widde widde ins Bordell (sicher wird Umfragen-Experte Jörg Schönenborn sich nicht dazu zählen
Das seien die gleichen Männer, so Prödl, die “nicht” zu MCDonalds gehen und die “nicht” die Bildzeitung lesen, um sich die Welt “schön” zu essen und zu “lesen”…
Ich finde nicht, dass die pragmatische Angela Merkel in einen Rosamunde Pilcher-Film passen würde… – dann schon eher Schröder und Putin als kapitale Gasmultis mit großen Bier- und Schampus-getränkten Romanzen-Chancen, Frank-Walter Steinmeier als verhalten-sentimentaler Willy Brandt- und Grass-Vorleser oder Ole von Beust als potentieller “Philharmonischer Elb-Segler” in spe im Roman-Epos: “Beust – ein Jahrhundertbau – Ward dat wat? – Dat ward wat”…
Es sind doch viel eher die Herren Politiker, die ihre Ämter aufgegeben haben diejenigen, die sich die Welt widde widde machen wollen, wie sie ihnen gefällt… – und die 1,2 Millionen Männer, die täglich ins Bordell gehen…
Einen schönen Urlaub hat sich die Bundeskanzlerin jedenfalls verdient, ohne vorher noch mal eben mit Spott und Häme überschüttet zu werden.
Wer hat eigentlich Angela Merkel gewählt und warum?
Herzlichen Glückwunsch zu dem knappen, aber klaren Kommentar zu der TW-Kritik an unserer Bundeskanzlerin!
Hoffentlich hält Angela Merkel noch lange und mutig gegen diese linken Heckenschützen durch, zum Wohle des Deutschen Volkes.
Da kann man nur in die Grüße von der Weser einstimmen: Der Thomas steht im Walde und macht stotter widde widde auf Pippi Langstrumpf.
Herr Walde weiß sehr genau wie man beim ZDF Karriere macht!
Alles rechts von der Mitte ist schlecht.
Alles links von der Mitte ist gut.
Erbärmlich
Den Inhalt will ich nicht kommentieren.
Die Art wie sie die höchste politische Persönlichkeit bezeichnen finde ich kindergartenreif.
Sie ist in der Nähe der Boulevard Presse und ist normalerweise nicht ZDF Standard.
Entweder wollen Sie sich wichtig machen oder Sie haben nicht gelernt wie man miteinander umgeht. Höflichkeit kennen Sie offensichtlich nicht.
Die Kanzlerin hat erst erklärt, daß der Umgangston verbessert werden muß, auch bei Ihnen.
Der Beitrag zu Merkels Realitätsverlust ist präzise und leider sehr real. Die hier kommentierenden zwangskonservativen Parteisoldaten und ihre inhaltsarme und vielmehr flach indoktrinierte Kritik am Beitrag finde ich nicht ernstzunehmen.
Wer am Stück ca. 150 Din A 4 Seiten in den Computer hackt, ohne ein Rechschreibprüfprogramm und u.U. der mit Augenschäden ohne Brille zurechtkommen muss, bei dem kann ich über kleine Vertipper gerne hinwegsehen, da man die Kommentare nachträglich nicht editieren kann.
Inhaltliche Fehler sagen bereits etwas über das Persönlichkeitsbild der Schreiber aus.
Wer Kommentare verfasst und sich vor lauter Aufregung verhaspelt, lässt auch gewisse Rückschlüsse zu, wie Aufregung, Panik, Wut, Angst, oder Freude, aber was wirklich weh tut, sind die Kommentare, die auf unseren malträtierten Seelen herumtrampeln.
Schliesslich sind wir alle Wesen mit menschlichen Gefühlen, Ängsten, Sorgen und Nöten in den unterschiedlichsten Lebenslagen.
Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich alles richtig geschrieben habe, denn ich kann es nicht mehr vertragen, nahe vor dem Bildschirm zu sitzen, weshalb mir das schreiben ziemlich schwer fällt und für mich wie Zeitung lesen über den Fussballplatz ist.
Vielleicht können Sie es sich vorstellen, wie ärgerlich es sein kann , seine eigenen Tippfehler manchmal erst nach Jahren zu entdecken und nachträglich nicht mehr korrigieren zu können.
Doch darüber muss man auch irgendwann einmal hinwegkommen.
MfG
Es gibt in diesem Land noch viele Journalisten mit Grundbildung und sicher auch intelligenten Lösungsvorschlägen für die exorbitanten Probleme unserer Zeit und gerade auch dieser Regierung. Obgleich sich solch kompetente Journalisten zugleich stark reduzieren, in Zeiten von effizientem Onlinejournalismus und simplen PR- und Agenturmeldungsübernahmen. Noch mehr kluge Lösungsvorschläge haben inzwischen die Bürger in weit größerer Zahl, als die etwa über weitgehend unbeeinflussbare Landeslisten gewählten und oftmals unfähigen Politiker.
Darüber können wir froh sein und sowohl dem ÖR-Rundfunk durch eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrages die zeitlich unbegrenzte Speicherung auch seiner kritischen Beiträge und Kommentar ermöglichen, denn derzeit müssen 80% der von den Gebührenzahlern bezahlten Online-Inhalte nach kurzer Zeit wieder gelöscht werden, ein Skandal! S. hierzu etwa die guten Seiten mit engagierten Lösungsansätzen auf http://www.tagesschau.de/inland/rundfunkaenderungsstaatsvertrag108.html und http://blog.tagesschau.de/?p=8089 .
Als auch müssen wir endlich von der undemokratischen Listenwahl Abstand nehmen und zu einer Personenwahl zu kommen, da dann die wirklich kompetenten Menschen mit zukunftsweisenden Ansätzen zur Stärkung unserer Demokratie auch nur eine Chance haben, gewählt zu werden.
Eigentlich wollte ich etwas zu dem Eintrag vom Werner aus Berlin sagen, aber was solls. Wichtiger erscheint mir darauf zu verweisen, daß gerade viele Ostdeutsche von der ostdeutschen Kanzlerin Merkel sehr enttäuscht sind, geht sie doch das größte Problem der Zeit und das der Zukunft in keiner Weise an und verschließ die Augen, hat man die Dinge doch sogatr schon in Brüssel erkannt. Ostdeutschland könnte das Armenhaus Europas werden. Der Bevölkerungsschwund und die Abwanderung der Eliten und der jungen Leute wird in wenigen Jahren dazu führen, daß es sich hier wie in einem großen National- Park leben läßt. Einen Park für Rentner, Behinderte, HarzIV Empfänger und Rechtsradikale.
Aber das Augen Verschließen und Aussitzen hat sie ja perfekt von ihrem Ziehvater gelernt.
Im übrigen, ja, sie ist genauso wenig eine schlechte Kanzlerin wie sie eine gute ist. Sie macht einfach die neoliberale Politik von Kohl und Schröder weiter, bzw. “moderiert” diese. Schönen Tag auch, alle miteinander