Missbrauchs-Priester exkommunizieren?
Haltet den Papst! Religionskritiker Richard Dawkins und Publizist Christopher Hitchens fahren schwerste Geschütze auf. Sie wollen Benedikt XVI. bei seinem nächsten Besuch auf britischem Boden verhaften lassen wegen „Verbrechens gegen die Menschlichkeit”. Der Grund: die Lawine neuerlicher Enthüllungen um sexuellen Missbrauch durch katholische Priester. Die Debatte bekommt immer absurdere Züge. Dem Papst bei sexuellem Missbrauch persönlichen Vorsatz zu unterstellen – unter anderem das würde diese rabiate Maßnahme rechtfertigen – ist ungeheuerlich. Benedikt XVI. im Mantel des Herodes. Verkehrte Welt.
Aber Stopp. Denn es gab amtliches Wegschauen, Vertuschen und Verdrängen in der katholischen Kirche – auf allen Ebenen ihrer heiligen Hierarchie. Entschleunigung im Umgang mit pädophilen Amtsträgern ist das Mindeste, was der Kirche vorgehalten werden muss. Wie also umgehen mit kriminell gewordenen Priestern und ihren Vorgesetzten?
In der Süddeutschen Zeitung stellt Heribert Prantl eine neue These auf für den Umgang mit übergriffigen Priestern: Automatische Exkommunikation! Das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici) solle ergänzt werden durch die Androhung: „Wer einen Minderjährigen durch eine unsittliche Tat verletzt, ist mit der Tatbegehung exkommuniziert.” Endgültiger Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen, von Sakramenten und kirchlichen Ämtern . Das klingt erstmal nach brutalstmöglicher Konsequenz. Aber ist es auch eine Lösung?
Tatsächlich ist „sexueller Missbrauch im Ranking der Kirchenverbrechen kein schweres Delikt, das mit Exkommunikation oder einem fixen Strafmaß bedroht ist”, sagt Professor Norbert Lüdecke, Kirchenrechtler an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn. Stattdessen soll der Täter mit einer „gerechten Strafe bis hin zur Entlassung aus dem Klerikerstand belegt werden.” Die Höchststrafe der Exkommunikation betrifft dagegen z.B. Bischofsweihe ohne Erlaubnis des Papstes (wir erinnern uns an die Pius-Bruderschaft), Abtreibung oder ein Attentat auf den Papst.
Was aber bringt eine automatische Exkommunikation von Missbrauchs-Priestern? „Sie hätte vor allem symbolischen Wert und würde den sexuellen Missbrauch in der kirchlichen Verbrechensskala hochstufen”, so Professor Lüdecke. Und danach? Der Sühnegedanke wäre so vielleicht befriedigt, aber ist höchster Kirchenbann abschreckender als die Konfrontation mit Staatsanwalt und Richter? Für krankhaft veranlagte Straftäter wohl kaum.
Rauswurf aus der Kirche hieße auch Augen zu und durch. Mit der Priesterweihe übernehmen beide Seiten lebenslange Verantwortung füreinander: der Priester für die Kirche, die Kirche für ihren geistlichen Mitarbeiter. Bischöfe, die wissentlich straffällige Priester nur versetzen, womöglich mit der Möglichkeit weiterer Übergriffe, müssen bislang nicht mit kirchenrechtlichen Konsequenzen rechnen. Warum eigentlich?
Erzbischof Reinhard Marx reagierte konsterniert, als ihn zum Abschluss der bayerischen Bischofskonferenz eine Reporterin fragte, welche Sanktionen es für fahrlässige Vorgesetzte gebe. In den USA sind Bischöfe längst mit gigantischen, zivilen Schadensersatzforderungen konfrontiert.
Das Kirchenrecht in dieser Frage zu ergänzen, wäre zielführender als der Schnellschuss automatischer Exkommunikation für Missbrauchs-Priester. Transparenz und Konsequenz. Ein bisschen weniger Theaterdonner tut´s auch. Man muss ja nicht gleich den Papst verhaften.
48 Kommentare | 14. April 2010 | 12:17 Uhr |
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Den Pabst zu verhaften ist Unfug. Der hat nix verbrochen.
Amen
Aber warum denn nicht? Die Kirche sieht überhaupt kein Problem darin so weiter zu machen wie bisher. Wie wäre das aber, wenn der Pabst (erstmalig!) verhaftet werden würde?
Entweder zeigen sich die wahrhaftigen Tiere hinter den dann wohl ausrastenden Katholiken oder man fäng endlich mal an etwas zu verändern. Zweiteres wäre aber sehr untypisch.
Die Kat. Kirche ist im Prinzip so etwas ähnliches, wie die größte und älteste Mafiaorganisation der Welt. Und vermutlich auch die mächtigste. Ihr “Geschäftsmodell” gründet sich aus blankem Aberglauben, also quasi aus dem nichts heraus. Die Angst, Unwissenheit und meist auch die Dummheit der Menschen wird ausgenutzt. Das ist Psychologie. Dort wo Menschen empfindlich und angreifbar sind, nämlich im Geiste, wird angesetzt. Sie war jahrtausendelang nichts anderes als ein Machtinstrument zur Einschüchterung der Menschen und Massen. Allein schon diese unglaubliche Anmaßung des Pabstes, der stellvertreter Gottes auf Erden zu sein, ist doch in punkto Anmaßung und Zynismus durch nichts zu überbieten. Glaubet an das was wir sagen, zahlt an uns, und lasst Euch von uns Euer Leben vorschreiben. Amen.
Früher haben Sie jene, welche sich nicht haben Einschüchtern lassen und gegen Bevormundung und Einschüchterung aufbegehrten, kurzerhand auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Im Geiste denkt der Vatikan heute doch nicht anders. Da hat sich gar nichts geändert. Wenn die könnten wie sie gerne täten würden, dann… Dieser unheimliche “Laden” mit seinen fürchterlichen Riten und aberwitzigen Legenden aus der Steinzeit zeigt durch die aktuellen Geschehnisse aufs neueste sein wahres Gesicht und legt lediglich das offen, was alle ohnehin schon lange sehen konnten, und gehört eigentlich zugemacht!
Na und dann, Herr Bert? Christentum in die Tonne treten und Pflichtatheismus verschreiben? Oder müssen dann alle Katholiken protestantisch werden? Es stimmt, dass sich die katholische Kirche – schon immer – sehr viel mehr geleistet hat, als gut ist. Es stimmt, dass es zum Teil in einigen Belangen fast kriminell zugeht. Aber deswegen gleich den gesamten Kirchenapparat quasi des organisierten Verbrechens zu beschuldigen, der systematischen Ausbeute des Volkes, geht meiner Meinung nach zu weit. Sie vergessen dabei scheinbar, was der eigentliche Sinn und Zweck der Kirche ist… oder wollen Sie behaupten, eine Welt ohne Religion wäre besser? Das wäre wohl eine Utopie… oder gar eine Dystopie, man denke an Orwell.
Ich will wirklich in keinster Weise die schlimmen Taten rechtfertigen, die von den Priestern begangen sein mögen, und auch die Haltung der Kirchenoberen – das systematische Wegschauen – ist zu verurteilen. Deswegen jedoch den Katholizismus als solches anzugreifen, ist Unfug. Es ist doch wohl nicht so, dass den Geistlichen die Pedophilie durch das Kirchengesetz vorgeschrieben wird. Ganz im Gegenteil, was diese Männer tun ist das genaue Gegenteil dessen, wofür die Kirche eigentlich stehen sollte. Somit liegt das ganze Problem aber in den Individuen, nicht in der Kirche als solches.
Um einen Strich darunter zu ziehen: persönlich finde ich, Exkommunikation hin oder her, dass man sich auf die strafrechtlichen Konsequenzen dieser Verbrechen konzentrieren sollte. Im Gefängnis wird dem Täter der Priestertitel auch nichts mehr bringen.
Verstehe ich nicht, warum die Kommentarfunktion nicht funktionieren mag. Das einzige was funktioniert sind die Fehlermeldungen und selbst die sind nicht korrekt.
Also nochmal:
Wenn man aber strafrechtlich nicht an die Priester heran kommt, oder eben nur schleppend, weil die Kirche so gern entschleunigt (es geht immerhin um den Ruf der Kirche, sonst werden wir alle störben!), dann sollten auch die zur Rechenschaft gezogen werden, die dabei helfen, dass die entsprechend zu bestrafenden Priester nicht so leicht vor den Richter kommen.
Das aber auch an Schulen, wo Lehrer mit ähnlichen Vergehen einfach zur nächsten Schule geschubst werden.
Komplizenschaft sollte eben auch strafbar sein, wenn auch nicht im gleichen Maße.
Dass die Kirche als Apparat da ihr übriges tut, das wissen wohl alle, manche bestreiten es nur, weil sie mit ihrem Glauben auch eine gewisse Verantwortung tragen.
Man kann sich eben nicht auf “gute Taten” der Kirche berufen und auf der anderen Seite sagen, man habe mit den “schlechten Taten” nichts zu tun. Ja, das ist dann auf einmal wieder dem Individuum zuzuschreiben.
Als “Tiere” und “Kriminelle” hat man in Deutschland bereits zu einer gewissen Zeit Angehörige einer anderen Religion bezeichnet.
Weiterhin sollte man sich darauf besinnen, dass es keine Kollektivschuld geben kann, da immer der Einzelne handelt.
Insofern sind einige der Kommentare erschreckend, höchst bedenklich und argumentativ nicht zu rechtfertigen.
@zdf-Redaktion: Daher sollte man überlegen, ob die Kommentarfunktion in diesem Blog auch weiterhin ungeprüft zugänglich sein sollte.
Die Katholische Kirche ist sehr wichtig und darf nicht so in den Schmutz gezogen werden.
Amen
Danke, Frau Reidt! Sie haben sehr sachlich, klug und liebevoll geschrieben. Den Kommentatoren, die noch nicht einmal wissen, wie man Papst schreibt, schlage ich vor, den Mund nicht zu voll zu nehmen. Vielleicht werden sie eines Tages noch sehr ein kirchliches Krankenhaus oder Altenheim brauchen… Hoffentlich machen sie dann gute Erfahrungen dort, die sie das Wesentliche des christlichen Glaubens ahnen lassen. (Pädophilie gehört nicht zum christlichen Glauben – im Gegenteil!) Von einem aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts erwarte ich, dass er wenigstens Kollektivschuld von der individuellen Schuld unterscheiden kann. Im Übrigen ist es eine Illusion zu meinen, der Mensch sei ohne Glauben und Religion besser. Allerdings ist er auch nicht dadurch besser, dass er dem Papier nach Christ oder sogar der Weihe nach Priester ist. Das alles kann missbraucht werden wie alles in der Welt – auch die Sexualität und leider auch unschuldige Kinder.
1. Ist es zu viel verlangt, wenn man endlich PAPST, P-A-P-S-T, richtig schreibt?
2. Das Mittel der Exkommunikation wird eigentlich immer diskutiert und zumeist auch schlecht geredet, da viele Kirchenkritiker oder Naturwissenschaftler exkommuniziert wurden. Da hieß es dann immer: “Exkommunikation, was für ein grausamer Gegenstand aus dem tiefsten und dunkelsten Mittelalter”. Letztes Jahr bei Bischof Williamson oder auch dieses Jahr bei den Missbrauchsfällen schreit nun jeder nach dem Mittel der Exkommunikation. Ich finde das persönlich lächerlich und nicht fair. Sollte der Papst davon Gebrauch machen, so sollte man auch in Zukunft nicht mehr über andere Exkommunikationen nörgeln. Vielleicht könnte man aber auch in diesem Zug über die Exkommunikation von Ehebrechern, etc. nachdenken.
Nein, ich finde das Mittel der Exkommunikation sollte eigentlich heute nicht mehr angewandt werden. Damit sollten die Kirchenkritiker eigentlich gut leben können, tun sie aber wahrscheinlich doch nicht.
Die Pädophilen aus der Katholischen Kirche sind bisher von dem politischen Gremium geschützt worden , so das die Ermittlungen vernichtet worden sind.Subventioniert wird die Kirche vom Steuerzahler.
Der Steuerzahler finaziert die Opus Dai, einen Ableger der katholischen Kirche , die wieder Jesus Christus seine Familie jagt.
Maria Magdalena hat eine Tochter auf Europa und wurde bisher bewacht von Rittern.
Wo ist der andere Brief hin , was soll das mit dem Blocker???
Nur zur Info: In Deutschland muss man Kirchensteuern zahlen, wenn man einer Kirche angehören möchte. Das ist eine AUSNAHME!!! In fast allen Ländern besteht keine Kirchensteuer! In Frankreich haben die Priester sogar zusätzlich einen Beruf, um sich ihr Einkommen zu verdienen. Das muss man auch erstmal tun. 2 Berufe, auf einmal. Die Priester in diesen Ländern beziehen höchstens Spenden von Gläubigen. Den deutschen Priestern geht es dabei sehr gut und ich finde, dass die reicheren Nationen ruhig ein wenig Geld abgeben können, schließlich werden auch soziale Projekte unterstützt und mit Diakonie und Caritas ist die Kirche in Deutschland der GRÖSSTE ARBEITGEBER.
Also bedenkt das bitte bei Eurer Argumentation und schimpft nicht unbedacht über die Kirche!
Das opus dei ist eine sogenannte Personalprätur, damit direkt dem Papst unterstellt. Finanzielle Mittel durch deutsche Kirchensteuerzahler sind hier also nicht zu vermuten.
“Personalprälatur”
Ich weiß gar nicht, warum sich hier einige so hysterisch aufregen, weil ich mich verschrieben habe. Ist ja gut, ich werde mich bessern, versprochen!
Mit “Tiere” meinte ich das tierische im Menschen, sprich Emotionen. Naturwissenschaftlich betrachtet ist der Mensch auch ein Tier, aber oh Gott, wie konnte ich vergessen, dass für einige der Mensch etwas viel heiligeres ist. Belassen wir es dabei.
Ich spreche auch selber ungern von Kollektivschuld. Kollektivverantwortung kann es übrigens aber sehr wohl geben. Und angesprochen sind eigentlich auch nur die Verantwortlichen. Der Papst ist verantwortlich. Wenn Kinder etwas kaputt machen, so sind ihre Eltern meist auch verantwortlich (aber nicht unbedingt haftbar, ich weiß). Ein Geschäftsführer trägt auch Verantwortung für einen Arbeitnehmer.
Wenn euch diese Kommentare schon erschrecken, dann lauft ihr wohl blind durch die Welt. Ab und zu besuche ich auch Kirchen und höre nach der Predigt dem “Vater unser” zu, ich kann mir also denken, woher diese Blindheit kommt.
Aber hey, ich scheine ja auch blind für Gott zu sein, das hält sich also in der Waage.
Ich schlage den Jüngern Jesu vor, sich doch mal die Finanzierung von christlichen Häusern genau anzuschauen. Oder ob die Bezahlung bspw. der Altenpfleger gerecht ist. Muss sie nicht, es gibt in der Kirche schließlich keinen Tarif. Aber hey, man tut es ja für Gott, das ist doch was!
Reicht es ihnen aus, wenn ich an die Natur glaube? Vllt. in der Art von Einstein, ja?
Gut, denn einige meinen ja, ohne Glaube und Religion geht es nicht. Sehe ich nicht so, aber ich bin ja auch ein Ungläubiger, eigentlich.
@ Sam
Exkommunikation ist mir eigentlich egal, ich glaube eher an eine rationale Rechtssprechung.
Dieses Geblubber von “der größte Arbeitgeber”. Da sollten sie sich mal mit der Bundeswehr unterhalten, die hält sich nämlich auch für den größten Arbeitgeber.
Ahem, dass “The DaVinci Code” Fiktion ist, wissen Sie doch wohl hoffentlich? Und was FIKTION heisst, auch, oder?
Oops, das sollte eine Antwort auf Hochstein sein.
Bei Priestern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Sexualstraftäter werden 36mal geringer als beim Rest.
Jedes Opfer kann einfach zum Staatsanwalt gehen und der Preister wird verknackt, wie bei jedem anderem auch. Die Kirche tut dann, im Gegensatz zu allen anderen Arbeitgebern, so wenig es sein mag, etwas, und versetzt die Verdächtigten, sodass ein Opfer eines Priesters in der Regel noch besser dran ist als seine Leidensgenossen, die den Täter immer noch sehen müssen!
Außerdem hat das Zölibat nachweislich überhaut gar nichts mit Pädophilie zu tun, denn die entwickelt sich durch eine Steckenbleiben in der sexuellen Entwicklung vor und während der Pubertät. Ein Zölibatär aber entscheidet sich nach dieser “kritischen Phase” dafür, seine Sexualität nicht auszuleben. Die “Flucht ins Zölibat” sexuell Verklemmter sorgt wohl noch für eine sehr hohe Phädophilenquote unter Priestern, die ihre verhätnismäßig weiße Weste wird so noch weißer!
Fakten hier nochmal zusammengefasst: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,8046129,00.html
z.B Bänker der Sparkasse, warum sollten die seltener Kinder missbrauchen als andere?
Dafür gibt es keinen Grund. Die sind also viel schlimmer, die Kirche wird nur wegen ihres eigenen moralischen Anspruches kritisiert und den kann man ihr ja nicht vorwerfen.
Es kann hier nur um Vertuschungen gehen und die nicht flächendeckend von oben organisiert worden, sind zwar auch schlimm, aber keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit!!!
Die Klage soll nur Aufmerksamkeit erregen und die Menschen veranlassen sich mehr mit Religionskritik zu beschäftigen und den Papst in seinem Ruf zu schädigen.
Also ich weiß zwar nicht was daran falsch sein sollte, aber die Kirche ist nunmal der größte Arbeitgeber in Deutschland, das ist Fakt. Das kann man nicht leugnen.
Apropos Naturwissenschaften: Viele Naturwissenschaftler streiten die existenz eines Gottes nicht einmal ab und sind sogar sehr gläubig, da sie viel näher als wir alle an den Punkt gekommen sind, an dem man einfach nicht mehr weiterforschen kann. Außerdem, so lehrt es auch die Physik, muss von allem eine Kraft/Antrieb ausgehen. Diese erste Kraft nennt man im Glauben “Gott”.
Zölibat? Wer spricht denn eigentlich vom Zölibat?
Warum verteidigt man das Zölibat, wenn es gar nicht um das Zölibat geht? Damit am Ende der Eindruck erweckt wird, man hat ja trotzdem irgendwie Recht?
Aber ich will auch keine Absicht unterstellen.
Es geht auch nicht darum, dass jemand bestreiten mag, dass der sexuelle Missbrauch durch Priester schlimmer ist als der durch Bänker der Sparkasse. Das ist er zwar eigentlich doch schlimmer, da der Priester eine gewisse Autorität ausstrahlt und ihm seine Opfer so auf eine gewisse, psychische Weise unterfangen sind.
ABER, warum dann, lieber Lukas, “Die sind also viel schlimmer”? Warum sind Priester im Umkehrschluss dann auf jeden Fall besser?
Achja, heiliger, und so. Und die Gläubigen sind auch viel besser als diese verfluchten Ungläubigen, weil, äh, die sind ja, äh, gläubiger. Oder so.
Nicht wahr?
Natürlich soll die Anklage Aufmerksamkeit erregen, die ist scheinbar auch bitter nötig.
Oh Herr, bitte lass das Kommentar auch erscheinen.(Versuch 2)
Naturwissenschaften glauben aber nicht an deine Auslegung oder Erklärung von Gott usw.
Und ich habe auch nichts gegen Gott an sich, mich stören eher seine dummen Anhänger, aber du bist ja nicht dumm. Glaube ich.
Ich könnte das jetzt weiter ausführen und am Ende würden wir uns beide Recht geben. Aber darum soll es hier ja gar nicht gehen.
Der Kirche gehört man durch die Taufe an und nicht durch das Zahlen von Kirchensteuern.
Es gibt keinen Unterschied zwischen Christen und Nichtchristen, was den Status eines Menschen un dessen Würde angeht. Alle Menschen sind vor Gott gleich!
“Schlimm” @Flo ist vieles in der Welt: Kriege, Missbrauch, Morde, aber auch sog. “Kavaliersdelikte” können schlimm sein. Das liegt immer im Auge des Betrachters. Um das mal klarzustellen: Priester sind keine bessere Menschen, nur weil sie eine Weihe empfangen haben. Nein eigentlich sagt das Jesus selbst. Nicht umsonst hat er Petrus als seinen ersten Nachfolger (Priester) berufen, der ebenfalls gesündigt hat. Auch Paulus war nicht immer “gut”. Zuerst hatte er viele Menschen, darunter auch Christen, verfolgt. Wenn man also den Ursprung (Jesus) nimmt, so wird deutlich, dass er gerade diese sündigen Menschen zum Priesterdienst berufen hat. Das soll jetzt nicht heißen, dass Priester alles machen dürfen. Sie sind der Gerichtsbarkeit unterworfen und solche Priester, die Kinder missbraucht haben widerstreben dabei auch der christlichen Moral.
Nachtrag: Das Gottesbild, an welches ich glaube, ist das eines liebenden und eben christlichen Gottes. Es gibt nichts besseres (also darin sollte man jetzt nicht einen Absolutheitsanspruch raushören!) Ich bin mir sicher JEDER von euch vertritt christliche Werte im Alltag, gewollt oder ungewollt.
Richtig Bea! Das sehe ich auch so und das würde auch ich in Deutschland kritisieren, da es immer mehr Menschen gibt, die sich die Beiträge nicht leisten können, obwohl sie an die Höhe des Gehalts gekoppelt sind. Aber grundsätzlich finde ich es ein gut, wenn man mit seinem Einkommen kirchliche Einrichtungen oder soz. Projekte in anderen Ländern unterstützt, sofern man sich das eben leisten kann. Das ist in Deutschland immer noch der Fall.
(Zweiter Versuche)
Ich glaube eher, dass die Christen meine Werte im Alltag mit vertreten. Verstehste?
Moral ist älter als Religion. Hach ne, das würde jetzt auch wieder eine ellenlange Diskussion geben und ich habe gerade kein Bock wieder all die Bücher als Quelle zu erbringen, in denen gut sichtbar ist, dass die Philosophie der Moral und die Ethik darum nicht – und zwar überhaupt nicht – durch Religion oder Glauben kam oder kommt. Mag sein, dass die Kirche da ihren “wir sind immerhin die Guten/Besseren”-Anspruch behalten will.
Wenn du bei der Würde des Menschen nicht zwischen Gläubigen und Ungläubigen unterscheidest, dann finde ich das gut.
Du magst mir aber wohl zustimmen, dass Krieg real doch schlimmer ist als ein Kavaliersdelikt oder eine Ordnungswidrigkeit ala Falschparken?
Wie soll ich denn etwas anderes als einen Absolutheitsanspruch heraus hören, wenn du selbst ‘nichts’ und ‘besseres’ in einem Satz verwendest?
Nur mal so.
Die Katholiken, die hinter ihrem Vatikan und dem Herrn Bertone stehen, lassen heute aber sehr auf sich warten. Na kommt, hebt den ersten Stein und werft ihn auf die Homosexuellen, immerhin sind die schuld an der Pädophilie. Was, das haltet ihr für Unsinn? Wäre schön, aber eben nicht alle:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,688824,00.html
PS: Warum kann ich mein Geld dann nicht direkt sozialen Einrichtungen zugute kommen lassen? Warum der Umweg über die Kirche?
Die Homosexuellen-Schelte von Kardinal Bertone ist wirklich neben der Spur. Er verkennt, wieviele Homosexuelle als Priester in der katholischen Kirche Dienst tun. Ein Weihehindernis ist dies nach Kirchenrecht nicht. Warum also das vatikanische Getöse? Das wirft zurück bei den Aufklärungsbemühungen.
Naturwissenschaften können gar nichts Glauben, wenn dann sind es die Wissenschaftler, die glauben oder nicht.
Und bei manchen Atheisten bedeutet die Möglichkeit von “Gott” eine Einschränkung ihres persönlichen Egos, da eben nicht alles machbar ist.
Aber das Blog-Thema ist doch eigentlich Exkommunikation von straffällig gewordenen Priestern. Damit würde man zumindest indirekt der Forderung nach dem Mühlstein um den Hals nachkommen, oder? Nicht ganz, zumindest im Auge der Kirche, denn selbst Todeskandidaten haben ein Anrecht auf geistigen Beistand und Zugang zu den Sakramenten.
Was würde Exkommunikation aber dann bedeuten? Männer, die sich bereits mit ihrem Verhalten in vollem Bewusstsein gegen den christlichen Glauben und den moralischen Anspruch der Kirche gestellt haben, aus der Communio auszuschließen, erscheint mir, als verböte man einem Vegetarier den Fleischgenuss.
Auf der einen Seite Null Toleranz und auf der anderen Seite aber Barmherzigkeit? Automatische Exkommunikation ist nicht der richtige Weg. Hilfe, Unterstützung, Therapie für die Priester und eine noch bessere Selektion im Priesterseminar.
Und warum nicht einmal ein Attest, unterschrieben von drei erwachsenen Frauen, dass der Priesteranwärter voll seinen Mann in einer heterosexuellen gleichaltrigen sexuellen Partnerschaft stehen kann? Das war…Ironie..
Und nur mal für die Kritiker, die immer die Kirchensteuer ins Feld führen..
Das ZDF bekommt zwar keine Steuern, aber Beiträge (GEZ genannt), die auch bei Nicht-Inanspruchnahme gezahlt werden müssen. Und anders als Steuern auch von finanziell Schwachen über das Sozialamt. Wer nichts hat, zahlt zwar keine Steuern aber GEZ.
Und die werden dann auch für Fussball ausgegeben oder die Doping-Verseuchten Sportveranstaltungen auf zwei Rädern. Bei der Kirche “trete ich einfach aus” (auch wenn ich mit dem deutschen Kirchenaustritt nicht die Kirche verlassen kann) und schon zahle ich keine Kirchensteuer mehr. Hatt das mal jemand mit der GEZ versucht?
Dann auch sofortige Ex-kommunikation (Ausschluss von allen Kommunikationsmitteln) von Nicht-GEZ-Zahlern? Um soviel Kirchensteuer wie GEZ zu zahlen, brauchts eine Steuerschuld von 2697 Euro.
Bertone machte darauf aufmerksam, dass 60% der Missbräuche in den USA in der römisch-katholischen Kirche(!) homosexueller Natur war.
Er hat mit keinem Wort Homosexuallität für Pädosexuallität im allgemeinen verantwortlich gemacht.
So könnte man genau so gut sagen, hätte es diese homosexuell veranlagten Männer als Priester nicht gegeben, hätten womöglich 6 von 10 Missbräuchen nicht stattgefunden.
Es ging in der Aussage des Kardinalsstaatssekretärs nicht um den Grund für Pädosexuallität in der Gesellschaft sondern um die Fälle in der römisch-katholischen Kirche in den USA
Homosexuelle Priester können nur im Dienst sein, wenn diese sich nicht öffentlich dazu bekennen. Sollte es bekannt sein, dass ein Priester homosexuell ist, wird dieser nicht mehr tätig sein.
Dass Homosexualität und Pädophilie nicht zwangsläufig miteinander verkettet sind steht außer Frage, aber dass beides eine Störung des menschl. Sexualverhaltens darstellt wird in der heutigen Zeit gerne geleugnet, obwohl es schlichtweg stimmt.
Sam, jetzt hast du dich aber verraten.
Denn beides ist keine “Störung” im klassischen Sinne. Das eine ist legitim(sollte), das andere nicht.
Was heißt hier verraten?
Wer bestimmt was legitim ist? Homosexualität und auch Sexualität mit Kindern waren im Polytheismus der Griechen weit verbreitet. Dafür ließen sich noch hunderte Beispiele anbringen.
Was bitte ist eine “Störung im klassischen Sinne”? Es ist eine Störung des Sexualverhaltens! Oder sollte man es eher eine sexuelle Neigung nennen? Dann wäre aber auch die Pädophilie eine Neigung.
Wenn du meinen Kommentar mal genau ließt, wirst du sehen: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Priester Sexualstraftäter wird ist 36mal geringer als bei anderen Berufsgruppen.
Finde ich gut, lieber flo!?
Man könnte es auch Abweichung nennen. Störung wäre es, wenn die Entwicklung eines Menschen dadurch behindert wird. Bei Pädophilie ist das ja eindeutig.
Solange homosexuell veranlagte Priester bereit sind, genauso enthaltsam zu leben wie heterosexuell veranlagte, wie sie es bei der Weihe versprochen haben (niemand hat sie zur Weihe gezwungen), gibt es keinen Grund, ihr Priesterant nicht auszuüben. Ich kenne einen, der damit gut klarkommt und ohne weiteres seinen Dienst ausübt, obwohl seine homosexuelle Veranlagung dem Bischof bekannt ist.
Auf der anderen Seite kann ich aber Kardinalstaatssekretär Bertone auch verstehen.
Nehm ich nur heterosexuell veranlagte Männer, bei denen eben keine Abweichung von der (wie Flo meinte tierischen, also auf den reinen Arterhaltungstrieb abgestimmten) Norm vorliegt, ist das Risikio für neue Missbrauchsfälle geringer.
Der Chefarzt der Charite hat das ja auch im ZDF gesagt, dass der Zölibat Männer mit gestörter Sexualität möglicherweise anzieht, da sie sich dann nicht damit auseinandersetzen müssen. Der Zölibat ist aber nicht die Ursache für Pädophilie bzw. Ephebophilie.
Aber gings hier nicht irgendwo einmal um automatische Exkommunikation und Kirchenstrafe?
Exkommunikation ist nicht das richtige Mittel für sexuelle Straftäter, ob es Priester oder andere Katholiken sind. Man muss doch überlegen, was bedeutet Exkommunition, welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein. Schon bei dem Piusbrüder-Bischof und Holocaust-Leugner wird die Bedeutung der Exkommunikation bzw. deren Zurücknahme unsauber oder sogar verfälscht dargestellt.
Wann wird endlich mal wieder sauber recherchiert, das heißt die Quellen so sauber wie möglich verstehen, sich mit dem Umfeld der Aussagen, den Motiven und Zielen auseinandersetzen und dann erst eine Meinung bilden und veröffentlichen?
Ich kann verstehen, wenn Menschen sich über die katholische Kirche aufregen. Sie hat in der Geschichte viel Schuld auf sich geladen. Und darum eignet sie sich hervorragend als Sündenbock. Ich denke, dass viele Menschen ihre eigene Schuld gegenüber Mitmenschen damit kaschieren, indem sie auf die Kirche schimpfen und sie an den Pranger stellen.
Was in der Katholischen Kirche an Schuld und sogar Verbrechen begangen wurde, dass muss beim Namen genannt werden. Das gilt aber auch für alle Menschen, ob sie Protestanten, Atheisten, Muslime, Buddhisten etc. sind ohne Ausnahme, ohne moralische Keule oder innere Schadenfreude.
Schuld kann nicht mit guten Taten ausgelöscht werden. Eintausend Menschen das Leben gerettet, hebt keinen Mord auf. Und doch wird eine pauschale Anklage der Kirche den Menschen nicht gerecht. Die Kirche ist zwar eine Institution, aber Kirche, dass sind die Menschen, die zu ihr gehören. Christen sind Kirche und gehen nicht wie Touristen in sie hinein. Und es ist unredlich, wenn man “die Kirche” als Verbrecherorganisation pauschal tituliert, weil Menschen in ihr Schuld auf sich laden. Das Gute, was Menschen durch christliche Nächstenliebe motiviert tun, müsste dann ebenso dazu führen, die Kirche als absolute Bereicherung und großen Schatz für jedes Gemeinwesen zu bezeichen.
Vielen Dank für den Beitrag Frau Reidt. Sie haben den Versuch unternommen sich nicht an der plakativen Oberfläche aufzuhalten, sondern wirklich zum Kern zu kommen. Außer das das staatliche Recht angewendet wird, müssen natürlich auch die Ordnungen und Regelungen in der Katholischen Kirche nachgeschaut werden, dass körperlicher und seelischer Missbrauch von anvertrauten Menschen verantwortlich gegenüber den Opfern und den Tätern behandelt wird. Seelische Heilung der Opfer, Zurechtweisung von Schuld der Verantwortungsträger, Schutz vor weiteren Missbrauchsfällen durch die Täter, aber auch Seelsorge an den Tätern muss dabei gewährleistet sein. Dort seine Kraft zu investieren hilft den Betroffenen mehr, als den Papst zu verklagen und die Verbrechen ideologisch für seine Zwecke auszuschlachten, wie Dawkins und Hitchens.
Mich hat der Papst verboten.Gruss,Karlchen
Was soll das denn?
“Mich hat der Papst verboten”?
Was hat das mit dem guten Text von Reidt zu tun? Oder mit den sonstigen Kommentaren?
Wasser predigen und 1000 Jahre alten Wein trinken …
Wieviele Menschen mußten ihr leben für diese Institution lassen? Wieviele Kriege wurden auf Grundlagen der Kirche geführt?? Wieviele Kinder haben ihre Unschuld in der Kirche verloren???
Die Kirche muss endlich abgeschafft werden! Gründet einen gemeinnützigen Verein, wo sich Menschen jeder ethnischen Herkunft in Frieden treffen können, in stiller Andacht ihren Liebsten eine Kerze anzünden können, ein Ort der Ruhe und Entspannung in dieser schnelllebigen Zeit. Und Ohne Zehnt und jeglicher Unterdrückung naturgegebener Fortpflanzungsreize!
Und bitte, bitte kein Pabst, der die verlogene Legitimation ergreift und sich als Gottes rechte Hand ausgibt …
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Kirche nur entfernt die Zahl der Opfer der totalitären und autoritären Regime ohne Religion und ohne Gott des 20. Jahrhunders erreicht.
Wieviele Kriege wurden allein auf Grund von Grossmannssucht von Politikern geführt? Also weg mit dem Staat.
Im Gegensatz zu manch anderen Personengruppen oder Institutionen weiß die Kirche um ihre Sünden.
“Fortpflanzung” ist genau die Forderung der katholischen Kirche. Aber beim Sex wird eben nicht ein Fortpflanzungsreiz befriedigt, sondern durch die modernen Verhütungsmittel allein die persönliche Gier. Die Kirche beklagt genau diesen Missstand, dass eben der Sex von der Fortpflanzung vollkommen losgelöst ist.
Wenn sie, “Dr. Grünkohl”, aber meinen, dass der Sexualtrieb naturgegeben und nicht konbtrollierbar wäre, dann könnte es auch keine Vergewaltigung in der Ehe geben.
Aber das ist ein Straftatbestand. Ehemänner müssen also – wenn ihre Frau nicht will – in der Lage sein ihren Trieb zu beherrschen oder fremd gehen. Ist dass dann menschlich?
Aber zum dritten Mal:
War hier nicht die Frage in den Raum gestellt worden nach Kirchenstrafen?
Das sehe ich auch so!
Allerdings scheint die Debatte um die Kirche allgemein wohl viel interessanter zu sein. Ich gebe zu, “Exkommunikation” finde ich persönlich auch nicht spannend. Vor allem ist das zu weit hergeholt.
Und doch gibt es immer wieder Meinungen zu lesen, die fordern, dass die Kirche härter durchgerifen müsse.
Die schlimmste Strafe in den Augen der Kirche ist nun mal der Ausschluss von den Sakramenten und damit die womöglich ewige Verdamniss.
Einen pädosexuell fixierten und zum Täter gewordenen Priester einfach nur aus dem Dienst zu entfernen, löst ja das Problem nicht. Was wird dann geschehen? Nimmt er sich dann seine Opfer einfach auf der Straße, in dem er sie in den Busch zerrt, vergewaltigt und umbringt, wie es andere Täter tun?
Kann die Kirche einfach sagen: Weg mit dir du Sünder, geh uns aus den Augen. Wir wollen dich nicht in unserer Mitte haben, in der Mitte der Sünder. Hat Christus nicht selbst mit den verfehmten Menschen seiner Zeit Umgang gepflegt, ihnen die Sünden vergeben, aber sie auch ermahnt, fortan nicht mehr zu sündigen?
Wenn sie die Kirche also daran hält, kann sie doch diese Strafe gar nicht verhängen, zumindest nicht auf ewig. Seit dem Gang nach Canossa wissen wir, dass ein in (damals vorgespielter) Reue und Bußfertigkeit vorgebrachter Wunsch um Rücknahme der Exkommunikation nicht abgelehnt werden kann.
Exkommunikation ist so etwas wie die Atombombe der Kirche. Der Einsatz der Bombe ist nicht ihr Zweck, sondern die Abschreckung. Atombomben sind nicht da um geworfen zu werden. Und so bin ich auch der Meinung, dass Exkommunikation doch nur bei einem wirklichen gläubigen Menschen wirkt, für den das Leben nach dem Tod Realität ist.
Wie gläubig kann aber so ein Täter sein, wenn er mit seinen Taten sein Amt, seine Kirche, seinen Glauben verhöhnt?
Die Kommentarfunktion ist unter aller Sau!
> Richard Dawkins und Publizist Christopher [...] wollen
> Benedikt XVI. [...] verhaften lassen
Ist dieser Quatsch, den ein Käseblättchen vom anderen Hetzblättchen abschreibt ein Beispiel für den Qualitätsjournalismus, der unbedingt vor dem bösen Internet gerettet werden soll?
Bitte um Angabe der Primärquelle mit genau dieser Willensbekundung.
Dieser Kommentar vernebelt mehr als er erhellt. Mit kriminellen Mitarbeitern der Kirche sollte man genauso verfahren wie mit kriminellen Mitarbeitern der Medien. Ob diese exkommuniziert werden, weiß die Verfasserin sicher besser als die Leser.
Die Idee, den Papst auf britischem Boden verhaften zu lassen, hat die Sunday Times am 11. April 2010 veröffentlicht. Ein Käseblättchen? In dem Bericht teilen Dawkins und Hitchens mit, dass der angesehene Anwalt Geoffrey Robertson von ihnen mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Eingabe an die englischen Strafverfolgungsbehörden beauftragt wurden. Robertson selbst hatte am Karfreitag im “Guardian” einen Artikel mit der Überschrift “Setzt den Papst auf die Anklagebank!” veröffentlicht. Soviel zur Quellenlage.
Selbstverständlich ist Pauschalverurteilung immer eine schlimme Sache (man sollte aus der Vergangenheit lernen) und es gibt in beiden Kirchen Priester und Erzieher, die hervorragende Leistungen erbringen.
Zum Thema Exkommunikation: ob die Täter exkommuniziert werden oder nicht ist mir vollkommen egal. Doch eines sei klargestellt: Holocaustverleugner, Menschen, die Kinder missbrauchen und Menschen, die Kindern gegenüber Gewalt anwenden und solche, die wider besseres Wissen Verbrechen vertuschen oder relativieren, gehören SOFORT in die Händer der Staatsanwaltschaft, und zwar ohne wenn und aber.
Leider entspricht dieser Artikel nicht den Tatsachen.
Die Journalisten haben wieder mal bewiesen, dass sie nicht vernünftig abschreiben können…
Es wurde zumindest die Möglichkeit juristisch Erörtert, die Immunität des Papstes betreffend:
http://richarddawkins.net/articleComments,5415,Richard-Dawkins-I-will-arrest-Pope-Benedict-XVI,Marc-Horne—-TimesOnline,page2#478580
Dawkins und Christopher wollen doch nur mal wieder in die Öffentlichkeit, sie verdienen dabei ja auch nicht schlecht. Rational gesehen ist das wunderbar, aber moralisch? Den Papst verhaften? Atheisten gab’s schon mal 1933-1945. Oder Bei der Titanic. Auf dieser stand sogar der Spruch: “Weder Gott noch Papst mögen dieses Schiff versenken!” Wie das alles ausgegangen ist wissen wir.
Ich plädiere in der Gesellschaft dafür, dass man zumindest neutral sein sollte. Das bedeutet: Solange Gott nicht bewiesen ist, können die Atheisten nicht verlangen nicht an Gott zu glauben (Ich erinnere an die Buskampagne). Die Gläubigen allerdings drängen den Glauben auch nicht auf. Meist sind sie in Diskussionsrunden eher passiv, nicht polemisch, aber sehr wohl überlegt handelnd.
Die katholische kirche ist eine apspaltung von der orthodoxie…das warf der berümmte Luther den päpsten in Rom vor,das war auch ein grund der bruch mit der katholische kirche und enstand dann die evangelische.
lhg peter.