Die Woche der Trauer
Eine Woche der Trauer. Am Wochenende der fürchterliche Flugzeugabsturz, der unsere Nachbarn in Polen so tief trifft und auch uns betroffen macht. Am Freitag haben wir Deutschen drei Soldaten zu Grabe getragen, die am Karfreitag bei einem Hinterhalt in Afghanistan fielen. Und so verdrängt eine schlimme Nachricht die andere. Doch das wäre gerade im konkreten Fall fatal.
Den schlimmen Ereignissen in Kundus folgte hier in der Heimat eine kopflose, fast hysterische Debatte. Ratschläge und Ferndiagnosen von allen Seiten. Wurde schlechte Ausbildung oder unzureichende Ausrüstung den deutschen Soldaten zum Verhängnis? Da wurde von selbsternannten Experten nach Kampfhubschraubern gerufen, der künftige Wehrbeauftragte wünschte sich sogar schwere Kampfpanzer nach Kundus. Angesichts der wenig befestigten Straßen, Wassergräben und häufig morastigen Böden eine Idee, die die Verantwortlichen der Bundeswehr höflicherweise nur mit Kopfschütteln registrieren.
Kanzlerin Merkel mache Afghanistan nun zu ihrer Chefsache, titelte manche Zeitung am Wochenende. Was denn sonst und warum erst jetzt, möchte man fragen. Dass sich junge Männer und Frauen im Auftrag ihres Landes fern ihrer Heimat tödlicher Gefahr aussetzen, das ist das Äußerste, was ein Staat von seinen Bürgern verlangen kann. Kriege sind immer Chefsache, ob in den USA, in Frankreich, aber auch in Deutschland. Daran muss sich hierzulande noch mancher gewöhnen.
Und was ist nun zu tun? Es gibt seit Jahren dramatische Erfahrungsberichte von Sachkennern und Betroffenen. Dazu zählen die sogenannten „Kontingentberichte” der verantwortlichen Generäle, der jährliche Bericht des Wehrbeauftragten, aber auch die aufschlussreichen Analysen von Experten wie dem ehemaligen grünen Abgeordneten Nachtweih. Sachverstand über das Geschehen in Afghanistan ist in Deutschland reichlich vorhanden, er wird zu wenig genutzt und leicht übertönt vom Chor der Aufgeregten und Ahnungslosen.
4 Kommentare | 11. April 2010 | 14:37 Uhr |
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Wir haben leider überall sog. selbst erklärte Experten, egal zu welchen Thema, in jeder Schicht auf jeder Ebene der Gesellschaft.
Bei der Bundeswehr gibt es zum Glück einen sog. Wehrbeauftragten, bis Mai noch ein gewisser Herr Robbe, meines “Experten-Wissens” bei den Soldatinnen und Soldaten eine anerkannte Person: Er sollte, so finde ich, die Belange UNSERER Soldatinnen und Soldaten direkt an Frau Merkel, die den Krieg nun endlich zur Chefsache erklärt herantragen und bei mangelnder Mitarbeiter seitens Frau Merkel und ihrem Kabinett mehr an die Öffentlichkeit herantreten. Aber, und dies fehlt mir: Die Öffentlichkeit will dies nicht hören und manch öffentlich rechtlicher Sender widmet sich dem Thema Afghanistan leider viel zu selten wirklich ausführlich. – Der “Experte” oder jeder sachkundige Politiker kann sich gerne in die Diskussion bzgl. Ausrüstung, Abzug (ja / nein), Ausbildung etc einmischen, aber nur dann wenn er oder sie die Absicht und den Wunsch hat den Soldatinnen und Soldaten damit behilflich zu sein!!! – Ein “sofort Raus” aus Afghanistan oder sonst was bekräftigt unsere Soldaten wohl weniger in Ihrem Tun, ihrer gefährlichen Mission nachzugehen.
Vom ZDF und anderen Sendern würde ich mir übrigens mehr Berichte zu dem ISAF Einsatz wünschen, auf zur Primetime! Nicht mit “Skandalen” und Auflistungen von Fehlern oder (angeblich) mangelhaften Ausrüstungen in Frontal21 etc sondern auch ÜBER DAS GUTE WAS UNSERE SOLDATEN in Afghanistan bewirken, wozu dieses Mandat nötig ist bzw. 2001 gegeben wurde. – Es gibt bestimmt noch einige Menschen in Deutschland die nicht mal wissen was eine Parlamentsarmee ist, Bundeswehr nicht von einer der ehemaligen Wehrmacht trennen können oder wie global betrachtet Afghanistan nahe an Deutschland ist (Stichwort int. Terror).
Ich bin sachlich gesehen ein ahnungsloser “Experte”, kein Politiker, kein Soldat aber ein Bürger der sich doch bitte schon wünscht, dass unsere Soldatinnen und Soldaten mehr Rückhalt unserer Gesellschaft erfahren sollten.
MfG Tobias Schnurr
Die Gutmenschenfalle, eine ganze Nation ist lebensuntüchtig geworden.
Derzeit auf der Homepage des ZDF zu lesen.: „Deutschland tut sich schwer mit seinen Soldaten. Fremd ist hierzulande der so selbstverständliche patriotische Stolz etwa der Amerikaner auf die eigene Truppe.“ Und weiter schreibt der ZDF Autor: „Man habe den Deutschen den militärischen Stolz erfolgreich abgewöhnt.” Die Eliten sind es gewesen, die willfährig Umerzogenen, die Medien in der Tradition der alliierten Lizenzen. Ihnen voran, Blätter, wie „die Zeit“ und „die Süddeutsche“. Und selbstredend die TV-Sender, die Deutschen, natürlich. An Afghanistan gemessen, ist das Gutmenschen-Konzept der BRD, so wie es derzeit gelebt wird, gescheitert. Die BRD hat successive unter innenpolitischem Druck und als Preis für die Vereinigung, ihre 1000 jährige Geschichte, unter dem Eindruck einer 12 Jährigen Terrordiktatur, komplett über Bord geworfen. Die Doktrin, man könne alles mit Geld regeln und beschwichtigen, ist nicht aufgegangen. Nach, wie vor sind die Deutschen immer nur „die Blöden“. 60 jähriges ehrliches demokratisches Bemühen, ist für die Katz. Niemand nimmt die Deutschen im Grunde genommen noch ernst. Diese Republik, so wie sie ist, niemand traut ihr noch etwas zu. Eine wehrhafte und stolze Demokratie? Davon ist die BRD weiter entfernt, denn je. Der Ungeist dieser Wohlverhaltensrepublik hat die Gefallenen und Verwundeten der Bundeswehr auf dem Gewissen. Die Bundeswehr ist eine kastrierte Armee. Sie muss die militärischen Erfahrungen ihrer Vorgängerarmeen ignorieren. Sie darf sich nicht auf das Vorbild ihrer Väter und Grossväter berufen und so ist sie ein indifferenter, militärisch eingebremster Haufen, ein Military Service, sozusagen. Da, wo Amerikaner, Engländer, Franzosen und Israelis die deutsche Militärgeschichte schon vor Jahrzehnten bewundernd und inspirierend anerkannt, haben, da wurde das Ansehen der deutschen Militärgeschichte von gut bezahlten „Historikerideologen“ verfälscht, diffamiert und beschmutzt. Man wird nicht müde ,Vorbilder zu demontieren, Kasernen umzubenennen und eine Ausbildung zu favourisieren die nicht annähernd der Qualität der Berchtesgadeder Feuerwehr entspricht. Fazit: Wer dem deutschen Soldaten Inspirationen vorenthält, sich, sich militärisch festigen zu dürfen, der schickt ihn ins Verderben. Unter den herrschenden Verhältnissen, war der Tod der drei Fallschirmjäger tragisch aber gutmenschlich gesehen fand er unter politisch korrekten Umständen
statt.
Gruss Luis
Heute sind wieder 4 Soldaten umgekommen. Die Merkel wird bei der nächsten Trauerfeier wieder ein Betroffenheitsgesicht ziehen und über die Verteidigung der Freiheit Deutschlands in Afghanistan referieren und das der Krieg, sorry das darf man ja nicht sagen, der bewaffnete Kampfeinsatz alternativlos ist. Vielleicht wird man schwere Panzer und Kampfhubschrauber da runter schicken und den Deutschen einreden, dass die Afghanen es ganz toll finden, wenn deutsche Soldaten mit über 60 Tonnen schweren Panzern durch ihre Dörfer brettern und den Einsatz noch schwererer Waffen auf der Talbanseite provozieren. Auf das wir die Spirale der Gewalt noch höher drehen, in 10 Jahren kleinlaut den 150sten toten Soldaten beerdigen können und auf die sinnlos verballerten Milliarden unser Glas erheben. Natürlich eingerahmt in theatralisches Geschwätz von Freiheit und Demokratie, welche man statt mit der Bundeswehr in Afghanistan, lieber mit guter Bildungs- und Sozialpolitik in Deutschland verteidigen würde
in Anbetracht der Tatsache,dass weder Afghanistan der Bundesrepublik noch umgekehrt,den Krieg erklärt hat,ist doch die fundamentale Frage : wer hat uns gebeten ,in Afghanistan mit Militärischer Präsenz anwesend zu sein?????
Die mit nichts zu belegende gebetsmühlenartige Aussage der Politik : Deutschland ist einer massiven Bedrohung durch die Taliban ausgesetzt,ist doch wohl absolut irrsinnig!
Sortiert der Befürworter des Militär-einsatzes einmal die Länder in denen eine sogenannte Bedrohung besteht, werden jedem Betrachter sofort die teilnehmenden Staaten auffallen,welche in Afghanistan militärisch präsent sind!
Sehr wohl ist in all diesen Ländern die Terror-gefahr erst aufgetreten,nachdem der Militäreinsatz begonnen wurde !
Weitergehend zu den Kollateralschäden dieses Konfliktes :
Wer denkt an die zurückgebliebenen Frauen und Kinder ?
Fragen Sie diese nach dem Sinn dieses Einsatzes !!!
Nur die Politisch und militärisch VERANTWORTLICHEN werden ihre EINZIGE Rechtfertigung aus der Schweißgebadeten Büchse ziehen :
…. Ehrenhaft das Vaterland und die Demokratischen Grundwerte verteidigt ….
…. kennen wir solche Phrasen in anderer Wortwahl nicht von irgendwo her?
Unser Land müsste aus der noch jungen Vergangenheit doch sensibilisiert sein!