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Seehofers seltsamer Aschermittwoch
Jedes Jahr das gleiche Ritual: Der offizielle Karneval ist zu Ende, und tags darauf folgt der Politfasching des Aschermittwochs. Durch den Rücktritt des Bundespräsidenten ist nun freilich die sorgsam seit Wochen vorbereitete Regie für 2012 völlig durcheinander geraten. Weiterlesen29 Kommentare | (ZDF) Ulrich Berls | 22. Februar 2012 | 07:45 Uhr |
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Bittere Wahrheiten über Griechenland
Was könnte man mit 130 Milliarden Euro alles machen? Griechenland geben. So entschieden die EU-Finanzminister in der vergangenen Nacht. Rettungspaket Nummer zwei soll sicherstellen, dass das Land weiter über die Runden kommt.134 Kommentare | (ZDF) Hilke Petersen | 21. Februar 2012 | 15:19 Uhr |
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Ende gut, alles gut? Von wegen!
Respekt! Der FDP ist ein echter Coup gelungen. Ob es Philipp Rösler war oder Rainer Brüderle, der Angela Merkel am Sonntagnachmittag in eine politische Lose-Lose-Situation gebracht hat, wird die Geschichtsschreibung zu klären haben. Fakt ist: Das schwächste Koalitionsmitglied, das in Umfragen um das politische Überleben kämpft, hat der Union gezeigt, wie man politische Schachzüge macht und die Medien als Verstärker instrumentalisiert. Angela Merkel, die erfahrene Strategin, ist schlichtweg ausgetrickst worden. Eine echte Meisterleistung!Nachdem von der FDP lanciert worden war, dass ihre Führungsspitze geschlossen hinter Gaucks Kandidatur steht, hatte die Union keine andere Chance mehr, als dem zuzustimmen. Alles andere wäre den Bürgern kaum mehr erklärbar gewesen. Aber: Es war ein riskantes Spiel der FDP, am Ende soll die Frage gestanden haben: “Koalitionsbruch oder Gauck?” Angela Merkel nahm Joachim Gauck. Ende gut, alles gut?
Von wegen! Ob Angela Merkel der FDP dieses Taktieren persönlich übel nimmt, wird sich noch zeigen. Dass es andere aus der Union stellvertretend für die die Kanzlerin tun werden, darauf kann man hohe Wetten abschließen. Wir erinnern uns: Es gab Phasen, da hat diese Koalition sich öffentlich wechselseitig als “Gurkentruppe”, “Wildschwein” und “Schreihals” tituliert. In den letzten Monaten kam das nicht mehr vor. Die Debatte um Christian Wulff hat manchen Konflikt kaschiert. Doch gerade aus der Union kamen viele Stimmen, die sich um das Arbeitsverhältnis zur FDP sorgten, es krache im Unterbau auf Arbeitsgruppenebene, wo einfache Abgeordnete geräuschlos viel Arbeit wegschaffen müssen.
Es krachte aber auch in der ersten Reihe: Dirk Niebel wurde aus der Union für seine Personalpolitik kritisiert (“Vetternwirtschaft”), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wegen ihrer ACTA-Pirouette, Philipp Rösler und Norbert Röttgen stritten beinahe täglich vor den Kameras über Solarförderung oder andere Bausteine der Energiewende. Und das ist noch nicht alles, es gibt weitere Streitthemen wie zum Beispiel die Finanzmarkttransaktionssteuer oder die Vorratsdatenspeicherung.
Atmosphärisch hat diese Koalition mit diesem Wochenende nichts hinzugewonnen. Die FDP hat das ganz bewusst gemacht. Innerparteilich wird es sie ganz bestimmt stärken. Ob ihr dieses Verhalten aber in Umfragen nutzen wird, auch das wird sich erst noch zeigen müssen.
Angela Merkels Mannen werden jetzt alles versuchen, den Schaden für die Kanzlerin zu begrenzen. Sie haben schon damit begonnen: Die Kanzlerin sei immer für einen gemeinsamen Kandidaten gewesen und freue sich über Joachim Gauck. Die Hauptstadtjournalisten werden diesen Tag noch lange genüsslich sezieren, es ist ein vortrefflicher Stoff, den die FDP geliefert hat. Ob’s das Publikum im Land aber noch ernsthaft interessiert? Joachim Gauck wird Bundespräsident. So wollten es die meisten. In dieser Hinsicht ein gutes Ende.
372 Kommentare | (ZDF) Winnie Heescher | 20. Februar 2012 | 06:44 Uhr |
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Berlin, wie es ringt und zankt


Präsidentschaftskandidaten
Wer soll der elfte Bundespräsident dieses Landes werden? Einer, der überparteilich ist, aber auch eine breite gesellschaftliche Akzeptanz hat, der dem Amt wieder zu Respekt verhilft. Das ist die CDUCSUFDPGrüneSPD-Antwort: Es ist nämlich völlig einerlei, wen man zur Zeit fragt. Ob Koalition oder Opposition, es fallen immer die gleichen Satzbausteine. Namen will ohnehin niemand nennen, zumindest nicht öffentlich, schließlich geht es ja um das höchste Amt im Staate. Weiterlesen
141 Kommentare | (ZDF) Winnie Heescher | 19. Februar 2012 | 13:32 Uhr |
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Ein Hauch von Hollywood
“Hast Du gesehen?“, raunt es in der S-Bahn, am Kiosk und im Restaurant.
Entweder ist damit ein Berlinale-Film oder ein Berlinale-Star gemeint.
Es ist die Zeit, in der Berlin ein bisschen mehr strahlt als sonst. Ein Hauch von Hollywood ist in der Stadt, zusammen mit Angelina Jolie, Brad Pitt, Meryl Streep, Nina Hoss, Diane Kruger, Keanu Reeves, Shah Rukh Khan ….Es gibt Berliner, die interessieren sich überhaupt nicht für überlange Filme aus China oder das hochkomplexe französische Frauenportrait. Sie leiden darunter, dass die Restaurants übervoll sind, am Potsdamer Platz und vor den Luxus-Hotels permanenter Kreischalarm herrscht. Wir, die wir im ZDF über die Berlinale berichten, frieren zusammen mit den Fans am roten Teppich, Tag für Tag, Abend für Abend. Aber es lohnt sich. Die Promidichte ist beeindruckend.
Und tatsächlich kann man ihnen in den einschlägigen Restaurants begegnen, aber auch auf der Straße bei einem Spaziergang. Jeder noch so kleine Film findet begeisterte Anhänger und der Berlinale Palast ist rund um die Uhr belagert von Fans.
Es ist vielleicht nicht das ruhmreichste Festival und vielleicht werden nicht immer die besten aller Filme gezeigt, aber es ist ein besonderes Festival, ein politisches Festival, oft „schwere Kost“, aber mit großen Ambitionen. In diesem Jahr gab es besonders beeindruckende Filme über den Umbruch in der arabischen Welt. Mutige Filme, die bewegen – mit Bildern, die man nicht vergisst. Wir haben ihre Macher getroffen und mit ihnen über die Enttäuschung und ihre Hoffnung gesprochen.
Immer ein Kleinod, manchmal schwer verdaulich und manchmal köstlich komisch ist die Sektion Kulinarisches Kino. Nach dem Film gibt es ein Drei-Gänge-Menü von Spitzenköchen und die Stars zum Anfassen. Ein Fest für alle Sinne.
Der Wettbewerb ist das Herzstück der Berlinale, doch das sind nur 18 von fast 400 Filmen, die in diesen Tagen in vielen Kinos der Stadt gezeigt werden. 300.000 Tickets wurden verkauft und das Publikum ist hier ganz nah dran an seinen Stars.
Wenn Samstag Abend die Preisträger feststehen, wird nicht jeder mit dem Urteil einverstanden sein. Aber alle werden auf der letzten großen Party der Berlinale feiern. Dann leert sich die Stadt wieder etwas, die Stars reisen ab und Berlin wird wieder etwas normaler – bis, ja bis zum nächsten Event, denn in Berlin ist eigentlich immer was los.
28 Kommentare | (ZDF) Bettina Warken | 18. Februar 2012 | 15:33 Uhr |
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Wulff – war da was?

dpa
Der Rücktritt von Christian Wulff liegt erst wenige Stunden zurück. Und bei Angela Merkel im Kanzleramt sitzen schon Philipp Rösler und Horst Seehofer, um einen neuen Kandidaten zu suchen. Es ist so, als würde man gerade von einem spannenden Fußballspiel kommen und gleich ins nächste Stadion rennen, um sich ein weiteres Spiel anzuschauen: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Keine Pause! Weiter im Text! Business as usual! Weiterlesen
301 Kommentare | (ZDF) Winnie Heescher | 17. Februar 2012 | 21:00 Uhr |
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Weniger Bindung – kein Problem?
Nix wie weg: Der Fluchtreflex ist unterschiedlich stark, aber er betrifft fast alle. Anhänger großer Organisationen kehren “ihren” Kirchen, “ihren” Parteien, aber auch Gewerkschaften und Vereinen seit Jahren den Rücken; selbst ganz unpolitische Turn- und Sportklubs klagen über Mitgliederschwund. Natürlich mögen die Begründungen und Anlässe für den Austritt immer unterschiedlich sein: Missbrauchsskandale, gebrochene Erwerbsbiographien und höhere soziale Mobilität, im Fall der Parteien aber hält der Trend seit Jahrzehnten an; da reichen diese Erklärungsmuster nicht. Weiterlesen252 Kommentare | (ZDF) Dr. Frank Buchwald | 16. Februar 2012 | 11:21 Uhr |
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Organspende: Ja, nein, vielleicht später …
Nach der Lebendspende einer Niere durch den SPD-Politiker Walter Steinmeier sah es zunächst so aus, als ob das Misstrauen der Deutschen gegenüber dem Thema Organspende nachgelassen hätte. Ein Irrtum. 2011 waren viel weniger Organe gespendet worden, als noch in den Jahren zuvor. Weiterlesen397 Kommentare | (ZDF) Sibylle Bassler | 11. Februar 2012 | 14:23 Uhr |
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Die Zeit blieb stehen
Déjà-vu – Erinnerungstäuschung, bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in gleicher Weise schon einmal erlebt zu haben (Duden). In dieser Woche hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis nach dem anderen. Weiterlesen115 Kommentare | (ZDF) Dr. Wolfgang Herles | 10. Februar 2012 | 19:12 Uhr |
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Aufklärung oder Machtprobe?
Bei der Aufklärung der Mordserie der Zwickauer Terror-Zelle mangelt es nicht an der Zahl der Aufklärer. Was aber ganz offensichtlich fehlt, ist die uneingeschränkte Bereitschaft der Verfassungsschutzämter und manches Innenministers, an dieser Aufklärung entscheidend mitzuwirken. Weiterlesen164 Kommentare | (ZDF) Thomas Reichart | 08. Februar 2012 | 15:09 Uhr |
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