Überleben auf der Weihnachtsfeier
Alle Jahre wieder… lassen Chefs und Belegschaft das Jahr in geselliger Runde ausklingen. Für die einen ein lästiger Pflichttermin, andere freuen sich schon seit Monaten drauf. Doch egal, ob man Lust hat oder nicht: Hingehen zur Weihnachtsfeier sollte man auf jeden Fall. Und sich dann dort richtig benehmen – sonst steht man im neuen Jahr womöglich ohne Job da.
Zu viel Alkohol, hemmungslose Flirts und unangemessene Kleidung: Auf der Weihnachtsfeier kann man eine Menge falsch machen. Bei einer weltweiten Umfrage des Karriereportals monster.de gaben rund zehn Prozent der Befragten an, sich und ihrer Karriere schon einmal durch Fehlverhalten auf einer Firmenparty geschadet zu haben. Vier Prozent haben deshalb sogar ihren Job verloren.
Doch es geht auch anders: Die Weihnachtsfeier kann auch ein Sprungbrett für die Karriere sein – wenn man sich richtig verhält und beim Chef positiv auffällt. Wie das geht und wo Fettnäpfchen lauern weiß Carolin Lüdemann, Business-Coach und Mitglied im Deutschen Kniggerat.
Do’s and Don’ts auf der Weihnachtsfeier
Kleidung
Der Dresscode für die Weihnachtsfeier richtet sich nach dem Rahmen und der Location. Generell gilt: Legere Kleidung ist tabu. So schick wie im Büro sollte es mindestens sein, eher noch ein bisschen ein festlicher.
Anwesenheit
Die Weihnachtsfeier ist eine Pflichtveranstaltung, mehr Job als Party. Also: Termin vormerken und auf jeden Fall hingehen. Und auch wenn man keine Lust aufs Feiern hat: Mit missmutigem Gesicht alleine in der Ecke stehen und demonstrativ die Spaßbremse geben kommt nicht gut an. Viel früher als der Chef von der Veranstaltung zu verschwinden auch nicht.
Smalltalk
Viel besser: Die Gelegenheit zum Smalltalk nutzen, auch mit dem Chef. So kann man ihm zeigen, dass man kommunikations- und teamfähig ist und auch mit Kunden gute Gespräche führen kann. Ideale Themen sind die Weihnachtsfeier oder Neuigkeiten aus der Firma. Was gar nicht geht: mit den eigenen Erfolgen prahlen, über Kollegen lästern oder nach einer Gehaltserhöhung fragen.
Vertraulichkeiten
Ebenfalls tabu: Dem Chef in Feierlaune das Du anbieten. Wenn das Angebot vom Chef ausgeht heißt das nicht automatisch, dass es auch für den Joballtag gilt. In diesem Fall sollte man abwarten, wie er sich am nächsten Tag verhält – und bis dahin die direkte Anrede vermeiden. Kehrt der Vorgesetzte zum Sie zurück, nimmt man das ohne weiteren Kommentar hin. Zu den Vertraulichkeiten, die man sich auf der Weihnachtsfeier besser verkneift, gehören auch das offensive Flirten mit den Kollegen und das Ausplaudern von Betriebsgeheimnissen.
Essen und Trinken
Wer zu viel trinkt riskiert feucht-fröhliche Ausrutscher – die Konsequenzen haben können. Beim Alkoholgenuss ist also Zurückhaltung angesagt. Trinken ja, aber in Maßen. Und das erste Glas Sekt erst, wenn der Chef seine Gäste begrüßt hat. Auch beim Gang zum Büffet gilt: weniger ist mehr. Lieber öfters kleine Portionen holen als einmal hingehen und sich den Teller bis zum Anschlag volladen.
Und auch das gehört dazu: sich beim Chef für die Feier bedanken – vor allem, wenn er sie ganz oder teilweise aus eigener Tasche bezahlt hat. Am besten noch am Abend der Feier, spätestens am nächsten Arbeitstag. Das ist auch der ideale Zeitpunkt, um sich bei Kollegen zu entschuldigen – falls trotz aller guten Vorsätze etwas schief gelaufen ist und man sich daneben benommen hat.
Nützliches im Netz:
Überstehen Sie die Weihnachtsfeier? Nicht nur für Mitarbeiter, auch für Vorgesetzte kann die Weihnachtsfeier eine Herausforderung sein. Wie sie die Etikette wahren erklärt Carolin Lüdemann im Interview mit der Zeit. Einen Knigge für die Weihnachtsfeier [Video] gibt es bei der drehscheibe, eine Betriebsanleitung von A bis Z bei der Süddeutschen. Wie man die Weihnachtsfeier als Karrieresprungbrett nutzt weiß das Handelsblatt.
von Kerstin Deppe
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Kommentieren | 04. Dezember 2012 | 17:00 Uhr |
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