Sterben 2.0
Unser Leben ist längst digital: Wir pflegen Kontakte in sozialen Netzwerken, bestellen in Online-Shops und laden Software und Musik herunter. Doch was passiert mit all unseren Accounts, wenn wir mal nicht mehr sind? Oder mit unserer eBook- und MP3-Sammlung? Und wo finden wir auch nach unserem Tod noch einen Platz im Netz?
Niemals geht man so ganz
Tod in Digitalien: Menschen hinterlassen heute nicht nur greifbare Besitztümer, sondern auch ein digitales Erbe. Und für die Hinterbliebenen stellt sich die Frage, wie sie mit den Daten des Verstorbenen umgehen. Zum Beispiel mit dem Facebook-Profil. Ausführliche Infos zum Sterben und Erben in der digitalen Welt hat die Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zusammengestellt.
Ein Problem, vor dem viele Erben stehen: Sie kennen die Passwörter des Verstorbenen nicht. Wer schon zu Lebzeiten vorsorgen will, kann einen digitalen Nachlassverwalter beauftragen oder zusätzlich zum Testament eine digitale Vorsorgevollmacht hinterlegen. Tipps für den Umgang mit dem digitalen Nachlass gibt es bei BITKOM und Surfer haben Rechte.
Digitales vererben
Früher war die Sache klar: Die liebevoll zusammengetragene Plattensammlung oder Bibliothek ging nach dem Tod an die Erben. Bei digitalen Hinterlassenschaften sieht das leider anders aus: MP3s und eBooks sterben oft mit ihren Besitzern. Denn in den meisten Fällen erwirbt der Kunde nur ein Nutzungsrecht, nicht aber das Produkt selbst. Und ob man das weitergeben kann, ist juristisch gesehen unklar.
Weiterleben im Netz
Die letzte Ruhe im Internet: Auf Gedenkseiten und virtuellen Friedhöfen wie strassederbesten.de, eMorial oder inFrieden.de leben Menschen nach ihrem Tod weiter. Wer mag, kann sich schon lange vor seinem Ableben einen Platz in einer Community für Tote sichern, bei Stayalive zum Beispiel. Und auch auf dem realen Friedhof ist nach dem Tod nicht Schluss: Mit einem QR-Code auf dem Grabstein bleiben die Toten auch nach der Beerdigung lebendig.
von Kerstin Deppe
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
Kommentieren | 20. November 2012 | 18:00 Uhr |
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