Coworking: Zusammen ist man weniger allein


Ob Freiberufler oder Künstler: Sie alle brauchen einen Platz zum Arbeiten. Und den finden sie immer öfter in der Gemeinschaft: In einem Coworking-Space arbeiten verschiedene Solo-Selbständige oder kleine Firmen zusammen in einem großen Raum. Der Vorteil: Sie können voneinander profitieren, bleiben dabei aber unabhängig und flexibel. Das Modell kommt aus Amerika; inzwischen gibt es auch bei uns immer mehr solcher offenen Arbeitsräume. Zum Bespiel in Wiesbaden.

Heimat auf Zeit für Selbständige

Raus aus dem stillen Kämmerlein, rein ins Coworking-Space: Im Heimathafen Wiesbaden arbeiten selbständige Kommunikationsdesigner, Texter, Fotografen und Unternehmensberater zusammen an einem Ort. Sie mieten sich temporär ein, für einen Tag, einen Monat oder länger. Die Kosten: zwischen 12,50 Euro für ein Tagesticket und 295 Euro pro Monat für einen festen Arbeitsplatz. Gegen Aufpreis kann auch ein Konferenz- oder Meetingraum genutzt werden. Büro-Standards wie W-LAN, Drucker und Fax sind inklusive, ebenso Reinigung und Instandhaltung. Für alle, die sich das Ganze erstmal angucken wollen, gibt es einen kostenlosen Probetag.

Flexibilität und Austausch

Und warum kommen die Leute hierher, statt zuhause am Schreibtisch zu sitzen – oder sich eine eigenes Büro zu mieten? „Für uns als junges Start-up ist es wichtig, dass wir ohne großes Risiko starten“, sagt Norbert Ptacek, Geschäftsführer einer Designagentur. „Im Heimathafen können wir notfalls monatlich kündigen. Außerdem haben wir hier alles, was wir brauchen. Wir müssen uns nicht um die Geschäftsausstattung kümmern und können uns ganz auf unsere Kunden konzentrieren.“ Auch der Austausch mit anderen Selbständigen und Freelancern ist wichtig – und gut für’s Geschäft. Fotografin Xenia zum Beispiel hat gleich an ihrem ersten Tag im Heimathafen einen neuen Auftrag an Land gezogen – von einem anderen Coworker.

Die Idee: ein Netzwerk schaffen

Und genau darum soll es an Orten wie diesen gehen: um Austausch, Vernetzung und Flexibiltät. „Unsere Idee war es, ein Zentrum zu schaffen“, sagt Dominik Hofmann, Mitgründer des Heimathafens. „Hier kann man Leute treffen, mit denen man über seine Projekt reden kann und mit denen man sich versteht, Gleichgesinnte eben“. Dass dabei der eine oder andere Auftrag abfällt oder sich neue Chancen für die Zusammenarbeit ergeben, ist durchaus erwünscht – aber nicht Pflicht. Und damit das Networking noch besser klappt gibt es im Heimathafen auch ein Café. Hier können auch Nicht-Coworker einen Kaffee trinken gehen – und vielleicht die eine oder andere Anregung mit nach Hause nehmen.

Finde deinen Platz!

Wer mitmachen möchte: Coworking-Spaces gibt es in immer mehr deutschen Städten. Neben Ketten wie dem Betahaus, Cluboffice, Cloudsters oder Mobile Suite existieren viele kleinere, zum Teil noch junge Projekte oder Gruppen. Einen Überblick und weitere Infos zum Arbeitsmodell gibt es auf Coworking.de.

von Kerstin Deppe

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Kommentieren | 13. November 2012 | 17:45 Uhr | Twittern | Facebook

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