Ökologisch wohnen – aber richtig

 

2050 soll es in Deutschland nur noch klimaneutrale Gebäude geben. Eigentlich keine schlechte Idee: Wer will schon wertvolle Wärme zum Fenster rausjagen oder teuren Strom verschwenden? Doch nicht alles, was sich nach Energieeffizienz und Umweltschutz anhört, ist auch ökologisch sinnvoll. Drei Beispiele.

Dicht halten

Durch das Dämmen von Wänden und Hausdächern lassen sich bis zu 70 Prozent Energie einsparen – ein echtes Plus für die Umwelt. Aber: Der häufig dafür verwendete Dämmstoff Polystyrol wirkt im Falle eines Feuers wie ein Brandbeschleuniger [Video]. Außerdem werden rund fünf Kilo Erdöl verbraucht, um ein Kilo davon herzustellen – um dann damit Heizöl zu sparen. Die 3sat-Doku Dämmfieber [Video] wirft einen kritischen Blick auf das Energiesparkonzept der Bundesregierung.

Machen auch dicht und sind wirklich öko: Dämmungen aus Wolle, Kork, Schilfrohr, Wiesengras, Hanf oder Zellulose. Infos über Bauprodukte aus Naturmaterialien gibt es bei der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe, eine Datenbank zu Öko-Baustoffen beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Es werde Licht

Abschied von der Glühbirne: Durch die Umstellung auf Energiesparlampen werden EU-weit zehn Kraftwerke überflüssig, sagt das Bundesumweltamt [Video]. Das Problem dabei: Die Dinger enthalten Quecksilber und sind hochgiftig. Doch es gibt gute und ebenfalls stromsparende Alternativen, LEDs zum Beispiel. Die Stiftung Warentest stellt sie vor.

Second Life am Bau

Plastik, wohin man schaut: Ein Leben ohne Kunststoffe [Video] ist kaum noch möglich. Über die Folgen für Mensch und Umwelt berichtet die Doku Plastic Planet. Sind kompostierbare Biokunststoffe ein Ausweg aus der Misere? Eher nicht: Die Entsorgung ist schwierig, beim Anbau der Rohstoffe werden Pestizide eingesetzt und große Mengen Wasser verbraucht.

Besser als die Mogelpackung Bioplastik: Abfall vermeiden und Gebrauchtes wiederverwenden – auch beim Bauen. Bauteilbörsen vermitteln, was bei Abbrucharbeiten und Umbauten anfällt; von Türen und Fenstern über Waschbecken und Fliesen bis zu Glasbausteinen und Gartenzäunen ist alles dabei. Und mit etwas Phantasie lässt sich sogar aus einer alten Boeing 747 ein neues Zuhause zimmern.

von Kerstin Deppe

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Kommentieren | 23. Oktober 2012 | 18:00 Uhr | Twittern | Facebook

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