Mach du das mal!
Hurra, ein Karrieresprung! Als Lohn für gute Arbeit gibt’s die lang ersehnte Beförderung, einen Platz auf dem Chefsessel, mit Verantwortung und Leitungsfunktion. Doch was, wenn die spannende neue Herausforderung zur Belastung wird und die vielen neuen Aufgaben drohen, einem über den Kopf zu wachsen? Dann hilft nur eins: delegieren – und zwar richtig.
Plötzlich Meister
Heiko Mauer hat es geschafft: Er hat sich in kurzer Zeit vom Produktionsmitarbeiter erst zum Schichtleiter, dann zum Meister hochgearbeitet. Ein schöner Erfolg und eine tolle neue Herausforderung – mit der Heiko am Anfang durchaus Probleme hatte. Und damit ist er nicht alleine: „Unternehmen befördern gute Fachkräfte zu Führungskräften – aber gute Fachkräfte sind nicht automatisch gute Führungskräfte“, sagt Jutta Betz. Sie arbeitet als Business-Coach und hilft Chefs, in ihre neue Rolle hineinzuwachsen. Denn: „Führen kann man nicht von sich aus, das muss man lernen“, so die Expertin.
Richtig delegieren
Zum guten Führen gehört auch, Aufgaben abgeben zu können. Und gerade damit tun sich viele Chefs schwer – nicht nur Neulinge wie Heiko. Dabei ist Delegieren – theoretisch – gar nicht so schwer: Zuerst wird eine Aufgabe gestellt, dann kontrolliert, ob alles wie geplant geklappt hat. Zum Abschluss gibt es eine Rückmeldung an den Mitarbeiter, der die Aufgabe übernommen hat. Das kann entweder ein Lob sein oder, wenn es noch Luft nach oben gibt, konstruktive Kritik.
Was das Ganze so schwierig macht: Man muss loslassen können – und seinen Mitarbeitern vertrauen. Und entscheiden, welche Aufgaben man abgeben kann – und welche nicht. Generell gilt: Alles, was mit den Zielen oder der strategischen Ausrichtung des Unternehmens oder der Abteilung zu tun hat, ist Chefsache, alles andere kann man abgeben – egal ob Routinejobs oder Projektaufgaben.
Auch wenn das Delegieren gerade am Anfang nicht einfach ist: es lohnt sich. Wer Aufgaben abgibt, kann sich auf das Wesentliche konzentrieren und das Potential seiner Mitarbeiter voll ausschöpfen. Das ist nicht nur gut für das Arbeitsergebnis, sondern auch für die Motivation und das Betriebsklima.
Unterstützung vom Profi
Welche Aufgaben kann ich delegieren? Wann und wie kontrolliere ich den Erfolg? Und wie lobe und kritisiere ich richtig? Heiko bekam bei seinen neuen Aufgaben Unterstützung von einem Führungskräfte-Coach – und freut sich, dass er nicht mehr das Gefühl hat, alles selber machen zu müssen: „Ich habe jetzt viel mehr Zeit für die wesentlichen Dinge und halte mich nicht zu sehr mit Aufgaben auf, die meine Kollegen schneller und besser erledigen können als ich.“
Wie Heikos Firma setzen inzwischen viele Unternehmen auf professionelles Know-how, um ihre Führungskräfte fit zu machen für den Job. Wer sich auf eigene Faust einen Coach suchen möchte: Adressen gibt es in der Coach-Datenbank und bei der International Coach Federation (ICF), Tipps für die Auswahl bei der Wirtschaftswoche und beim Harvard Business Manager.
Wer nicht gleich einen Coach engagieren möchte findet auch im Netz nützliche Infos zum richtigen Delegieren, zum Beispiel bei business-wissen.de, anleiten.de und akademie.de. Ein Special zum Thema Plötzlich Chef gibt es beim KarriereSpiegel, Tipps für die ersten 100 Tage beim Handelsblatt.
Lese-Tipps:
Gudrun Happich: Ärmel hoch! Die 20 schwierigsten Führungsthemen und wie Top-Führungskräfte sie anpacken. Orell Füssli Verlag.
Dagmar Kohlmann-Scheerer: Gestern Kollegen – heute Vorgesetzter. So schaffen Sie den Rollentausch. GABAL-Verlag.
Weblink:
Homepage von Jutta Betz
von Kerstin Deppe
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
Kommentieren | 02. Oktober 2012 | 14:07 Uhr |
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