Fischers Fritz fischt frische Fische
Fisch ist gesund: Er enthält wertvolle Fettsäuren, Proteine, Vitamine und das Spurenelement Jod. Ein- bis zweimal in der Woche sollte er deshalb auf dem Speiseplan stehen, empfehlen Ernährungswissenschaftler. Das Problem: Längst geben die Weltmeere nicht mehr genug her, um unseren Appetit auf Lachsfilet, Sushi und Pizza Tonno zu stillen. Und auch Aquakulturen, künstliche Zuchtfarmen für Fische, Muscheln und Garnelen, sind kein Allheilmittel. Doch welche Meerestiere kann man noch mit gutem Gewissen essen?
Genuss ohne Reue: Wer Überfischung (Fotostrecke) den Kampf ansagen möchte, sollte darauf achten, welcher Fisch auf dem Teller landet und wo und wie er gefangen wurde. Als unbedenklich gelten u.a. Karpfen aus Deutschland, Zander aus Westeuropa und Bio-Pangasius aus Vietnam.
Online-Ratgeber
Bewusster Konsum fängt beim Einkauf an, sagt die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Sie hat einen Einkaufsratgeber für Fisch entwickelt (PDF, 1,8 MB). Schillerlocke, Aal, Rotbarsch oder Alaska-Seelachs? Finger weg. Forelle? Kein Problem. Lachs und Thunfisch? Nur ok, wenn es sich um eine ganz bestimmte Art handelt, die an einem ganz bestimmten Ort auf ganz bestimmte Weise gefangen wurde. Praktisch: Das Ganze gibt es auch als App. Bislang allerdings nur fürs iPhone.
Auch der WWF bietet einen Fischratgeber an. Per Mausklick kann man sich anzeigen lassen, welcher Fisch eine „Gute Wahl“ ist, welcher „Zweite Wahl“ und welcher „Lieber nicht“ im Einkaufswagen oder auf dem Teller landen sollte. Eine App gibt es auch. Vorteil: Sie ist detaillierter als die von Greenpeace und auch für Android erhältlich.
Auf Labels achten
Orientierung beim Einkauf bieten auch Label, die Fisch aus nachhaltigem Wildfang oder aus anerkannt ökologischen Aquakulturen zertifizieren. Der WWF empfiehlt, nur Fisch zu kaufen, der ein Siegel von MSC (Marine Stewardship Council), Bioland oder Naturland trägt.
Wie bei anderen Labeln im Lebensmittelbereich gibt es auch bei den Gütesiegeln für Fisch unterschiedlich strenge Richtlinien und Standards. Der Fischerei-Experte Christoph Stransky rät, den Labeln nicht blind zu vertrauen und sich bei Bedarf weitere Infos einzuholen, zum Beispiel bei Fischbestände Online.
Besonders beliebt bei uns ist Thunfisch – aber auch besonders umstritten. Öko-Test hat sich angesehen, was in den Dosen drin ist und wie nachhaltig die Fangmethoden sind.
Angel Dir eine APP
Das mit den Einkaufsleitfäden und Siegeln ist dir zu kompliziert und du hast einen See oder Bach vor der Haustür? Dann auf zum Angeln! Voraussetzung: die richtige Ausrüstung und ein Fischereischein. Deine Fänge und die besten Angelplätze verwalten kannst du mit einer App.
Hunger?
Es hat einer angebissen? Glückwunsch! Passende Rezepte, auch für Nicht-Selbstgefangenes, gibt es beim Hobby Angeln, bei Eat Smarter und Jamie Oliver.
von Kerstin Deppe
Stand: Februar 2012
4 Kommentare | 23. Juli 2012 | 18:00 Uhr |
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Ich aß gestern eine Dose griechischer Ölsardinen mit Weißbrot.
Hat geschmeckt. Label? Was ist das?
Label ist neudeutsch für Gütesiegel. Es gibt neben dem allgemeinen EU- BIO-Siegel auch spezielle Fisch-Siegel. Sinnvoll, wenn man Fisch nicht aus überfischten Beständen oder Antibiotika-Aquakulturen essen möchte. Im Online-Artikel wird’s gut erklärt, einfach mal die Links durchklicken!
Fisch wird vor allem wegen seines hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren gelobt. Diese finden sich aber ebenso in Pflanzenöl aus Leinsamen und Raps, in Tofu, Mandeln und insbesondere im Omega-3-Wunder, der Walnuss! Wer auf etwas „Fischiges“ nicht verzichten möchte, für den gibt es bereits pflanzliche Produkte mit Algen, die für den typischen Geschmack nach Meer sorgen. Auch mit Seetangpulver lassen sich viele fischfreundliche Gerichte kreieren.
Und was ist mit frisch gefangenem Fisch? Kann man da bedenkenlos zugreifen oder ist da auch Nachforschung angesagt? Mittlerweile gerät wirklich der einfachste Einkauf zur Wissenschaft.