Arbeiten nach Feierabend

Eine wichtige Präsentation muss fertig werden, ein Kollege ist krank: Gründe dafür, dass Überstunden anfallen, gibt es viele. Problematisch wird’s, wenn das nicht die Ausnahme bleibt, sondern zum Dauerzustand wird. Und der Chef die Mehrarbeit nicht angemessen vergüten will – und von seinen Mitarbeitern Dauerbereitschaft verlangt, auch nach Feierabend.

Darf es noch ein bisschen mehr sein? Jeder fünfte Arbeitnehmer macht mindestens zehn Überstunden die Woche – und fühlt sich davon gestresst [Video]. Das ist das Ergebnis einer Studie des DGB. Den kompletten Bericht zum Thema Arbeitshetze, Arbeitsintensivierung, Entgrenzung gibt es zum Download (PDF, 3,6 MB).

Freizeit statt Kohle: Immer weniger Überstunden werden ausbezahlt, immer mehr auf Arbeitszeitkonten gesammelt. Jeder zweite Arbeitnehmer hat bereits eins, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Langzeitarbeitskonten, auf denen die Überstunden über einen längeren Zeitraum hinweg auflaufen und dann für ein Sabbatical, eine Fortbildung oder einen früheren Rentenbeginn genutzt werden können, sind allerdings noch selten.

13.06.2012, 18 Uhr: Anpfiff für die Partie Deutschland – Niederlande bei der EM. Du hast alles vorbereitet, Bier kaltgestellt und Freunde eingeladen – und im letzten Moment macht dir der Chef einen Strich durch die Rechnung und ordnet Überstunden an. Darf er das? Ja – wenn er einen guten Grund dafür hat und der Arbeitsvertrag das hergibt. Kleiner Trost: Er muss, wenn du nicht gerade ein Spitzenverdiener mit Top-Gehalt bist, die Überstunden vergüten.

Wenn du nach Feierabend noch mal deine Mails checkst: Schreibst du dir das als Überstunden auf? Tun die wenigsten – schließlich gilt es inzwischen fast als selbstverständlich, dass man auch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar ist. In Brasilien ist das anders: Hier wird so was  als Überstunden honoriert.

von Kerstin Deppe

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Kommentieren | 22. Mai 2012 | 18:01 Uhr | Twittern | Facebook

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