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Gefahr in der Unterwelt
Hallo Leute, ich bin heute Vormittag schon äußerst früh aufgestanden, da ich meine Tanzanite Edelstein Kontakte abarbeiten muss. Schließlich kenne ich mittlerweile schon fast jeden, der in Arusha mit Edelsteinen arbeitet.
Nach einigen Begegnungen gestern habe ich heute meine Bekanntschaft mit dem Edelsteinhändler des Volksstamm der Massai vertieft. Er hatte mich gestern gewarnt mit anderen Leuten Tauschgeschäfte zu machen, was ich doch sehr nett fand.Also lag heute früh ein großer, blauer Tanzanite bei mir auf dem Tisch, den der Massai Händler gegen mein Gold, Silber und Kaffee eintauschen möchte. „Das ging aber leicht“, dachte ich mir, zumal ich damit gar nicht gerechnet hätte. Aber schon gestern hatten mir alle Leute in der Edelstein-Szene ein recht schlechtes Gefühl hinterlassen. Deshalb habe ich den Händler gebeten mir heute mit dem Stein einen Tag Bedenkzeit zu geben, um zu schauen, ob er wirklich den Wert von 5000 Dollar hat.
Er hat zugestimmt. Deshalb müsste man jetzt davon ausgehen, dass er ehrlich war. Wer würde schon einen Stein zur Wertprüfung irgendwo hinterlassen, wenn man vorher gelogen hätte? – In Deutschland wohl niemand, in der Tanzanite Szene aber scheinbar doch.
So habe ich den Stein heute bei zwei Experten prüfen lassen und beide haben mir bestätigt, dass er nicht mehr Wert als 2835 Dollar habe, also weit weg von den angeblichen 5000.
Der zweite Experte war sogar die gleiche Person, die meinem Massai Händler ein Zertifikat mitgegeben hatte, dass der selbe Stein Triple A Qualität für 5000 Dollar habe. Wie kann das sein? Als ich ihn mit seinem Original Zertifikat konfrontiert habe, wurde er äußerst nervös und geleitete mich höflich zur Tür heraus.Also, ich glaube, hier in der Tanzanite Szene kann man mit einem Edelstein Tausch nur verlieren, deshalb gebe ich dem Massai Händler den Stein gleich zurück.
Euer Michael
3 Kommentare | Michael Wigge | 04. Juli 2011 | 19:47 Uhr |
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Auf zum Tanzanite Edelstein!
Hallo Leute,
die letzte Zeit war wohl spannend, aber getauscht wurde nicht viel, sonst säße ich nicht seit Singapur auf meinem Gold und Silber fest. Deshalb mal wieder ein großes Zwischenziel:
Ein Tanzanite Edelstein muss her, den es nur hier in Tansania gibt, wie der Name ja auch schon verrät. Diese Edelsteine haben nämlich in westlichen Ländern wie den USA angeblich den doppelten Wert wie hier in Afrika. Also, ich könnte mich wieder kulturell hochtauschen, ähnlich wie schon bei der Seide, die in Australien viel mehr Wert als in Indien hatte.Übrigens verfolge ich diesen Plan schon seit meiner Kilimandscharobesteigung parallel zu all dem, was ich hier erlebt habe, und besitze mittlerweile eine bunte Sammlung an Kontaktpartnern, die im Tanzanite Business tätig sind.
Da ist Herr Buado, der angebliche Tanzanite Gott, der aber für einen Tausch meine Goldmünzen erst mal mit nach Hause nehmen möchte. „Nene, lass mal lieber“, hab ich ihm gesagt.

Dann ist da Limo, der Taxifahrer, der angeblich alle Leute aus der Szene kennt, und mich zu indischen Tanzanitehändlern gebracht hat, die Tauschinteresse gezeigt haben. Aber da ist noch ein weiterer Tanzanite Händler von den Massai, der mich wiederum vor den indischen Händlern gewarnt hat, da ich ihnen angeblich nicht vertrauen könne.
Dann bin ich heute früh in einem Hinterzimmer bei einem Herrn Kotago gelandet, der viele Tanzanite Steine auf seinem Tisch liegen hatte – alle aber braun und nicht tanzanite-blau.Also, ein Tanzanite-Tausch wird nicht leicht, deshalb ich bleib dran. Heute Abend geht es weiter durch die Hinterzimmer Arushas!
Euer Michael
Kommentieren | Michael Wigge | 03. Juli 2011 | 19:43 Uhr |
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Rückfahrt durch ein Tierparadies
Hallo Leute,
nachdem ich bei den örtlichen Stämmen mein Gold, Silber und die Kaffeesäcke wohl nicht mehr loswerde, muss ich eine neue Strategie einschlagen, da ich mich sonst nie mehr hochtauschen werde.Deshalb ging es heute zurück in mein Hostel nach Arusha, um mich zu sammeln und weiter zu planen. Die Fahrt dorthin dürfte wohl kaum zu übertreffen sein. Also, der Mensch-Tier Austausch ist hier in Afrika absolut gut!
Hier mal eine kleine Auswahl der Highlights:
Aber der Tier Mensch Austausch kann auch zu größeren Staus führen…
1 Kommentar | Michael Wigge | 02. Juli 2011 | 18:52 Uhr |
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Tausch Frau gegen Kuh
Die Verabschiedung vom Hadzabe Stamm vorgestern war wirklich schwierig. Onuas & Co sind mir wirklich ans Herz gewachsen, besonders wegen ihrer leichten Art Dinge zu sehen und einfach zu akzeptieren.
Nach einem großen Winkkonzert fuhr ich zurück Richtung Arusha und hielt bei den Massai an. Vielen Bloglesern sind die Massai bestimmt als Prototyp eines afrikanischen Stamms bekannt, nicht zuletzt durch einschlägige Lektüren wie „Die weiße Massai“. Ich habe im Vorfeld von wilden Tauschaktionen bei diesem Stamm gehört und dass Tauschen hier eine große Tradition hat.
Interessanter Weise waren alle Männer des Dorfes gerade abwesend, als ich ankam, so dass mir zwanzig Frauen einen Einblick in ihr Dorfleben
gewährten. Die Besichtigung eines Massai Hauses ist eher gewöhnungsbedürftig. Das Haus ist circa 1,70m hoch, rund und aus Lehm gebaut, und hat nur kleine Schlitze, aus denen man fast gar nicht hinaus schauen kann. In der Mitte befindet sich eine Feuerstelle, aus der der Qualm nicht abziehen kann, wenn man Feuer macht. Also, klein, dunkel und stickig.Aus dem Haus wieder heraus gekrochen fragte ich die Frauen des Stammes nach dem Tauschhandel in ihrem in ihrem Dorf, und sie bejahten diese Tätigkeit stark mit einem gewöhnungsbedürftigen Beispiel:
Bei den Massai werden nämlich Frauen gegen Kühe getauscht. So erzählten sie mir, dass sie fast alle zur Zwangsheirat vom Vater gegen vier Kühe getauscht wurden. Auf meine Frage, wie sie sich dabei gefühlt hatten, meinten sie, dass sie zwar nicht glücklich waren, aber Vaters Entscheidung ist nun mal die Entscheidung des Vaters.
Als ich sie nach einem Kaffee-, Gold- und Silbertausch fragte, lachten sie laut, da niemand im Dorf Kaffee trinkt. Das war das Ende des großen Massai Tauschversuches.
So stecke ich mittlerweile in einer großen Tauschsackgasse fest. Ich muss heute Nacht mal genau über mein weiteres Vorgehen nachdenken, wenn ich irgendwann ein Haus auf Hawaii ertauscht haben möchte. Habt Ihr Tipps?
Euer Michael
2 Kommentare | Michael Wigge | 01. Juli 2011 | 19:14 Uhr |
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Abschiedstanz VS Hadzabe Tausch!
Heute wurde es während meines Hadzabe Besuches richtig Ernst. Nachdem mir Onuas von ihrer Dorfstruktur erzählt hatte und davon, dass sie Kriminalität oder Gewalt überhaupt nicht kennen, lenkte ich das Thema auf TAUSCHEN!!!
Onuas erzählte mir, dass bei ihnen viel getauscht wird, besonders mit dem Nachbarstamm Da Toga. So tauschen sie regelmäßig den Honig, den sie auf der Jagd finden gegen die Metallspitzen für ihre Pfeile ein. Schließlich arbeiten die Hadzabe selbst nicht mit Metall oder Metallverarbeitung.Aber es gibt auch Situationen, da ist Schluss mit dem Tauschrausch: So saß ich heute Mittag mit den Hadzabe Männern unter ihrem

Versammlungsbaum, um mal wieder ein lustiges Pfeifchen durchzuziehen, da fiel mir bei einem der Männer dieser interessante Hut auf. Er erklärte mir, dass er ausschließlich aus Affenhaaren bestehe und bei den Frauen großen Eindruck mache, da man natürlich seine Jagderfolge hiermit beweisen kann. Ich bot ihm meine Kappe an, die ich schon seit Anfang des Tauschrausches trage, um sie gegen den Affenhut einzutauschen. Nach langem Hin und Her dann leider die Absage. Nein, Affenhut gegen Wigge-Kappe wird einfach nicht getauscht.Und so sieht es leider auch mit Kaffee, Gold und Silber aus. Die Hadzabe können und wollen nichts tauschen.
Trotz dieser Enttäuschung wird aber ordentlich gefeiert. Wir sind nun mitten im Verabschiedungszeremoniell, wie Ihr im Video seht. Der Hadzabe Aufenthalt war einfach super.
Euer Michael
3 Kommentare | Michael Wigge | 29. Juni 2011 | 20:01 Uhr |
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Auf der Jagd
Heute morgen um sechs ging es auf zur Jagd. Onuas und seine Stammeskollegen holten ihre Pfeile und Bögen raus, um mir eine kurze Einleitung zur Jagd zu geben. Ich bekam neben einem Bogen drei verschiedene Arten von Pfeilen in die Hand. Erstens ein normaler Holzpfeil für kleine Tiere. Dann ein Pfeil mit Metallspitze für die etwas größeren Tiere und drittens ein Pfeil mit einer Giftspitze. Dieser Pfeil dient übrigens dazu große Tiere wie Giraffen zu töten.
Nach dieser kleinen Lehrstunde wurde es aber ungemütlich. Onuas erzählte mir, dass die Jagd im Morgengrauen seine Gefahren habe, wie zum Beispiel unerwartete Schlangenbisse, was öfters vorkomme. Aber er beruhigte mich, dass die Männer des Stammes immer genug Gegengift dabei haben, um es im Notfall jemanden zu verabreichen.Nach einer kleinen Rauchsession (dieses Mal habe ich auch etwas abbekommen) mit einer der großen Hadzabe Pfeifen wurde es mir erheblich schwindelig und musste husten, da ich soviel Rauschmittel einfach nicht gewöhnt bin. Die Männer lachten, und so schlichen wir mit sechs Leuten, alle mit Pfeil und Bogen ausgerüstet, durch die morgendliche Steppe. Mein erster Schuss ging voll in die Hose bzw. in den nächsten Busch, was selbst einen Achtjährigen, der ebenfalls mitjagte, ziemlich verwunderte.
Spätere Schussversuche meinerseits blieben ebenfalls unerfolgreich, aber sahen dann schon besser aus. Die kleinen Hadzabe Männer von gerade mal 1,50m Größe schlichen sich geschmeidig durch jeden Busch, was für mich, bei meiner Größe und den immer noch anhaltenden Rückenschmerzen, eine absolute Tortur war.Nachdem wir ein Einhörnchen, einen Vogel und viel Honig aus einem Baum geholt hatten, ging es zurück zu jenem Baum, unter dem die Hadzabe leben.
Onuas erzählte mir dort, als wir gerade ein Feuer ausschließlich mit Hilfe von Holzstöckchen entfachten, dass er Dinge wie die Streichhölzer in meiner Hand prinzipiell ablehne, da Tradition für
diesen Stamm eine große Bedeutung habe. Kurz darauf später saßen wir alle im Jeep vom Kaffeeproduzenten und Honorarkonsul, was für die Hadzabe offensichtlich so außergewöhnlich sein muss, wie für uns die Besteigung eines UFOs. Aber auch hier blieben die kleinen (1,50m) Hadzabe Männer ziemlich gelassen. Onuas erzählte mir, dass er ein Auto 50% gut und 50% schlecht fände. Positiv sei, dass die Fortbewegung unverständlich schnell gehe, aber negativ bleibt die Unnatürlichkeit des Autos.Onuas fasste hier die Werte der Hadzabe noch einmal zusammen: Tradition und Natürlichkeit stehen bei ihnen weit vor Technik, Komfort oder Reichtum. Deshalb auch dieser absolut einfache Lebensstil.
Bogen schießend & noch immer hustend,
Euer Michael
3 Kommentare | Michael Wigge | 27. Juni 2011 | 20:38 Uhr |
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Little Amsterdam!
Hallo, und schönen guten Morgen vom Hadzabe Volksstamm, hier irgendwo in Tansania. Wer sich meine Straßenkarte auf dem gestrigen Blog angeschaut hat, weiß wie abgelegen und schwierig der Volksstamm zu erreichen ist, so dass ich selbst nicht mehr weiß, wo ich gerade überhaupt bin. Aber um so schöner das Erwachen unter einen Baum bei den Hadzabe am ersten Morgen:
Anstatt frühzeitig auf die Jagd (mit Pfeil und Bogen) zu gehen, setzen sich Onuas und seine männlichen Untertanen des Stammes heute früh um 6 gemütlich um das Lagerfeuer und rauchen aus einer großen Pfeife. Aufgrund meiner Tabakerfahrungen, weiß ich, dass es sich hierbei nicht um Tabakrauchen handelt.
So geht die Pfeife reihum, so dass jeder der Hadzabe Männer sich ordentlich was aus der Pfeife reinzieht. Ich wundere mich über ihre starken Hustenanfälle nach jedem Mal ziehen. Sie husten und keuchen und verhalten sich als würden sie gleich den Löffel abgeben. Onuas erklärt mir, dass sie absichtlich so stark husten und keuchen, weil sie glauben, dass sie dadurch den Rauch tiefer in den Körper bekommen und dadurch eine gewisse Heilung erhalten. Sie glauben nämlich, dass der Qualm sie beruhigt, spirituell weiterbringt und vor allem ihnen auf der Jagd hilft.
Deshalb wird gezogen und gehustet, was das Zeug hält. Ich bin vollkommen erschrocken über dieses exzessive Verhalten, das aber ganz im Zeichen der Erleuchtung steht.Aber es gibt einen Haken an der Erleuchtung: Während die große Hippie-Hip-Hip-gute-Laune Pfeife im Kreis um das Lagerfeuer wandert, bekomme ich nichts ab. So sehr ich auch Anstrengungen zeige, mich zwecks Kulturaustausch und Integration ins Stammesleben, mal selbst zu ziehen, gibt man dem Neuankömmling nichts ab. Ich argumentiere, dass ich aufgrund meiner anhaltenden Rückenschmerzen mitrauchen möchte, aber die Reaktionen verstummen, während man selbst tief an der Pfeife zieht.
Also, die gute alte Flowerpower Hippiehaltung ist hier fehl am Platz.
Noch auf die Pfeife wartend,
Euer Michael7 Kommentare | Michael Wigge | 26. Juni 2011 | 22:06 Uhr |
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Mit viel Qual zu den Hadzabe!
Heute morgen ging es dann endlich mit dem Jeep auf zu dem ersten Volksstamm dieses Landes, der angeblich noch im Tauschhandel aktiv ist: Der Hadzabe Stamm!Von den 120 Volksstämmen dieses Landes scheinen die Hadzabe zu den traditionellsten Stämmen zu gehören, die bislang technische Errungenschaften unserer Gesellschaft komplett abgelehnt haben.
So haben sie scheinbar auch eine ordentliche Straße in ihr Tal abgelehnt, denn sie sind fast nicht auffindbar. Diese abgebildete Karte war alles, was ich hatte um sie zu finden. Wer jetzt meint, das wäre ein lapidares Gekritzel, liegt falsch! Man erkennt hier deutlich wie ein Baum, eine Hütte und ein Trampelpfad eingezeichnet sind. Also, diese Karte sollte heute für eine Strecke von 200 Kilometern reichen…Aber welch Überraschung! Die Karte hat nicht gereicht, und ich habe mich deshalb absolut verfahren. So stand ich heute Nachmittag vor dem Dorf des Da Toga Volksstamms, den ich um Hilfe bat mir den Weg zu den Hadzabe zu zeigen.
Doch leider waren sie mehr daran interessiert, sich lachend in meinem Kamerabildschirm zu beobachten, als mir den Weg zu zeigen. Deshalb musste das her, was in einem Tauschrausch nicht gern gesehen wird: GELD! Mit ein paar Scheinchen ließen sich die Da Toga auf eine Hadzabe Suche ein, was für meinen Tauschrausch bei den Volksstämmen kein gutes Omen ist, da ich tauschen und nicht zahlen möchte.
Aber die Da Toga, die ich optisch mit ihren Gewändern, Schmuck und ihren Gesichtszügen äußerst auffällig und gut aussehend finde, erzählten mir auf der Fahrt zum Nachbarstamm noch mehr über sich: Sie leben nämlich polygam. Nicht, dass ich die Tatsache des Partnertausches heute in irgend einer Weise ausgekostet hätte, aber beim Anblick der vielen hübschen und flirtenden Da Toga Frauen ist mir diese Aussage auf jeden Fall in Erinnerung geblieben.
Die Ankunft bei den Hadzabe verlief dann weniger polygam. Wir schüttelten uns die Hände und verblieben dabei weiteren Austausch morgen früh fort zu setzen.
Euer Michael
2 Kommentare | Michael Wigge | 25. Juni 2011 | 23:56 Uhr |
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Vorbereitung Gold-Silber-Kaffee-Tausch
Mit dem Jeep vom Honorarkonsul, Gold-, Silbermünzen und sechs Säcken Kaffeebohnen auf dem Dach geht es ab morgen früh durch Tansania, um den Tauschrausch dieses Landes zu testen. Und es sieht überhaupt nicht schlecht aus: Tansania hat insgesamt 120 verschiedene Volksstämme, die angeblich größtenteils im Tauschhandel aktiv sind.Deshalb bereite ich mich gerade mal wieder argumentativ vor, um in der nächsten Woche einen erfolgreichen Tausch auf die Beine zu stellen. Die fünf Gebrauchsmöglichkeiten für Gold- und Silbertaler habe ich ja schon vor zwei Wochen ausführlich beschrieben. Deshalb hier nun fünf alternative Gebrauchsmöglichkeiten für Kaffee, falls man ihn nicht trinken möchte:

Erstens lassen sich 60 Kilo schwere Kaffeesäcke ideal zum Boxtraining nutzen. Bei diesem Boxtraining riefen mir sogar Einheimische „Mohammad Ali“ zu. Yeaah...

Zweitens lassen sich Kaffeesäcke ideal gegen ein Hochwasser als Hochwasserkaffeesackschutzwand aufstapeln. Klar, hier in der Steppe passiert das nicht so oft, aber vorbereitet zu sein, kann ja nicht schaden.

Drittens braucht man bei einem Jeep öfters mal eine Treppe, um auf dessen Dach zu steigen. Es gibt nichts besseres als Kaffeesäcke, um sie als Treppe zu benutzen.

Viertens die Kaffeesäcke als Hürden für einen Hürdenlauf. Prinzipiell wäre ich in diesem Beispiel auch wirklich über die Hürden gesprungen, anstatt mich hinüber zu rollen. Aber das große Kaffeesäcke-Schleppen gestern hat meine Rückenschmerzen aus Indien und Australien wieder aufkommen lassen, so dass ich gerade keine gewagte Bewegungen mehr machen kann.

Fünftens geht man mit einem Kaffeebohnensack auf dem Kopf ideal als afrikanische Frau durch, auch wenn ich noch eine unauffällige Seitenhilfe gebraucht habe.
Also, morgen geht es ab zum Tauschrausch durch Tansania!
Euer Michael
5 Kommentare | Michael Wigge | 24. Juni 2011 | 18:58 Uhr |
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Mein Rücken VS eine Tonne Kaffee!
Heute morgen um Punkt 9.43 Uhr tansanianischer Zeit war es soweit. Ich musste meine Tauschleistung für mehrere Säcke Kaffeebohnen erbringen, die der deutsche Honorarkonsul mit mir eintauschen möchte.
Hier die Fakten:
100 Säcke
zu je 60 Kilo
26 Meter Distanz von der Lagerhalle zum Transporter
Auf den ersten Blick klingen diese Fakten gar nicht so schlimm, wäre da nicht meine Rücken, der in Indien und Australien schon für mehrere Wochen äußerst weh tat, so dass ich teilweise gebückt gehen musste.
Beim ersten 60 Kilo Sack auf meinem Rücken war es dann auch schon soweit: Ein großer Stich ging durch meinen Rücken und die alten Schmerzen waren sofort wieder da. Was danach folgte kann man als eine lächerliche Trage-Arie eines Europäers vor zwei afrikanischen Trägern beschreiben, die sich vor Lachen kaum noch halten können.
Ich habe wirklich alles versucht:
Aber mehr als 17 Säcke konnte ich einfach nicht schleppen. Hier ein Video meines letzten Trageversuchs, als ich schon absolut am Ende war:
Nach dieser Vorstellung war der deutsche Honorarkonsul und Kaffeeproduzent Herr Kusserow so dermaßen peinlich berührt, dass er die Aktion abbrach und mir den Kaffee zum Tausch gab, dazu die Leihgabe seines Jeeps für eine Woche.
Aber bitte nicht vergessen: Ich habe insgesamt 1002 Kilo (17 x 60 kg), also eine Tonne Kaffee geschleppt!
Wie auch immer, ich habe mir eben Schmerztabletten gekauft, und damit geht es morgen für die nächste Woche zu den Volksstämmen Tansanias, die angeblich alle tauschen sollen. Googelt doch schon mal die Hadzabe und die Massai.
Euer Kaffee-Michael
1 Kommentar | Michael Wigge | 23. Juni 2011 | 22:07 Uhr |
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