Auf der Jagd nach der Post
Da twittern und facebooken und chatten und mailen die Amerikaner über die Wahl - und am Ende wollen alle die gute alte Papier-Zeitung. Die Ausgabe der Washington Post vom 5.11. wird hier in Washington gejagt. Gestern bildeten sich lange Schlangen in den Supermärkten - alle wollten die Zeitung mit der magischen Headline "Obama Makes History". Doch die war sofort ausverkauft.
Die Post druckte im Laufe des Tages noch einmal nach - wieder alle Exemplare weg. Am Abend konnte man Menschen beobachten, die mit dem Auto in den Vororten die Zeitungsboxen an den Straßen abfuhren. In der Hoffnung, dass sie wenigste
ns irgendeine Zeitung vom 5. November bekommen. "Wir waren in zehn Geschäften", berichtet eine Frau, die wir im Supermarkt CVS treffen, "dann sind wir sogar bis nach Virginia gefahren - keine Chance".
Doch die Washington Post legte heute nach: 350.000 mal druckten sie die Ausgabe vom Tag nach der Wahl heute nach und ließen extra-Ständer in den Geschäften aufstellen. Und sofort stürzten sich die Menschen darauf.
"Ich bin so froh, dass ich die Post noch bekommen habe", erzählt Jessica, die sofort fünf Exemplare gekauft hat: "Ich will, dass meine Tochter später lesen kann, was hier passiert ist. Sie ist erst vier Jahre alt und deshalb brauchte ich dringend eine Zeitung, um sie aufzuheben".
Denn bei so einem Ereignis hat eine Zeitung einen unschätzbaren Wert: Man kann sie gut aufheben, weil sie einfach besser aussieht, als ein ausgedruckter Online-Artikel.
Und wer ein extra-Exemplar erwischen konnte, versucht das jetzt bei ebay zu verticken. Das nächste Angebot läuft in ein paar Stunden ab und steht zurzeit bei über 20 Dollar.
Einige bieten die Zeitung zum "Sofort kaufen" an - für 34,95 Dollar.







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