Rassiger Super Bowl

In der Nacht von gestern auf heute habe ich mir die Übertragung des Super-Bowls aus den USA angeschaut. Für alle, die es nicht wissen, der Super Bowl ist das Finale der National Fottball League und eines der größten Sportereignisse der Welt. Gut, es ist trotzdem ein bißchen bescheuert, deswegen bis vier Uhr früh wach zu bleiben, aber … naja, jedenfalls spielte auf Seiten der New England Patriots ein gewisser Sebastian Vollmer mit. Dieser Vollmer hatte die Chance, als erster Deutscher den Super Bowl zu gewinnen. Da die Moderatoren Frank Buschmann und Jan Stecker aber Fachleute sind, wussten sie, dass mit Tom Nuetten schon einmal ein Spieler im Finale erfolgreich war, der zwar die amerikanische Staatsbürgerschaft aber immerhin eine deutsche Mutter hatte. Um also ganz exakt zu sein, erklärte Kommentator und Ex-Quarterback Jan Stecker, dass Vollmer der erste „reinrassige Deutsche“ sei, der den Super Bowl gewinnen könne. Nun war es schon spät, Stecker war aufgeregt und hat das vermutlich auch nicht so gemeint. Er wies später jedenfalls darauf hin, dass er Vollmer besser einen „echten Deutschen“ genannt hätte. Na bitte, das macht die Sache doch… nur unwesentlich besser. Ist das eigentlich so schwer? Vollmer ist deutscher Staatsbürger, mit Pass und allem drum und dran. Nuetten war amerikanischer Staatsbürger. Also ist der eine der erste Deutsche und der andere der erste Amerikaner mit deutscher Mutter… Wenn es nämlich reinrassige oder echte Deutsche im Sport gäbe, dann liefen wir Gefahr, einen eventuellen Europameistertitel im Fußball, einer nicht unerheblichen Anzahl „falscher Deutscher“ wie Mesut Özil zu verdanken und ob die UEFA das durchgehen ließe, weiß ich nicht. Übrigens war die Überlegung eh akademisch, da Vollmer mit seinen Patrioten verloren hat. Aber das passiert gerade „reinrassigen Deutschen“ ja häufiger mal.

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

1 Kommentar | 06. Februar 2012 | 11:32 Uhr | Twittern | Facebook

Ein Kommentar

  1. Ich habe mir den SuperBowl auch angeschaut. Von der Rassenlehre habe ich allerdings gar nichts mitbekommen. Wahrscheinlich weil ich den Namen Vollmer und den pausenlosen Hinweis darauf, dass er als erster Deutscher den SuperBowl hätte gewinnen können, nicht mehr hören konnte.

    Dafür war es sehr amüsant zu sehen, dass die beiden besten Teams des durchgeplantesten Spiels der Welt wechselseitig einen Mann mehr als erlaubt auf das Spielfeld schickten. Genau getimte Spielzüge um Yards und Inches, überwacht durch Coaches mit speziellen Aufgaben neben und über dem Spielfeld sowie das perfekte Clockmanagement der Quarterbacks haben nicht verhindern können, dass es beim Durchzählen der erlaubten Anzahl an Mitspielers auf dem Feld gehörig haperte.

    André Tautenhahn | 7. Februar 2012 | 16:22 | Antworten

Was sagen Sie dazu?