Ausgeschleckt

Schlecker geht in die geplante Insolvenz: Die Drogeriemarktkette, bekannt für ausgebeutetes Personal und hässliche Läden, hat nicht mehr das Geld, die Läden schöner zu machen und in ein besseres Image zu investieren. Dass heute viele Schlecker-Angestellte bei der Gewerkschaft Verdi angerufen haben, um zu hören, wie Schlecker noch zu retten sei, zeugt denn auch nicht davon, dass sie ihren Arbeitgeber lieben, sondern davon wie mies die Aussichten trotz aller angeblich so positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt immer noch sind. Verdi hat auch bereits reagiert: „Eigentum verpflichtet“, schickte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger von Berlin aus gen Schwaben. „Anton Schlecker trägt als Eigentümer persönlich die Verantwortung für seine Beschäftigten.“ Was man als Gewerkschafterin halt so fordert. Da soll also ein Mann, der sein Vermögen damit gemacht hat, Angestellte hundsmiserabel zu bezahlen, sie rigide zu überwachen und persönlichen Gefahren auszusetzen, indem er sie alleine einen ganzen Laden betreuen ließ und somit zum leichten Ziel für Überfälle machte, ein solcher Mann soll sich jetzt verpflichtet fühlen, eben dieses erworbene Privatvermögen zu riskieren, um Angestellte vor der Arbeitslosigkeit zu retten? Angestellte, die ihm immer schon vollkommen egal waren? Mal im Ernst jetzt..


 

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 20. Januar 2012 | 19:08 Uhr | Twittern | Facebook

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