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Souveränere Reaktion
Gestern hatte ich mich ja mit der Reaktion, besser gesagt der Nichtreaktion der Bundeskanzlerin auf die Kritik des Bundespräsidenten an der Arbeit der Koalition, sowie seinen Aussagen zum fehlenden Spielraum für Steuersenkungen beschäftigt. Ein bißchen peinlich ist das schon. Guido Westerwelle agiert da deutlich souveräner: „Wir begrüßen die Mahnungen des Bundespräsidenten zu mehr Reformmut und zur Entlastung der Mittelschicht. Wir nehmen diese Mahnungen für unsere Regierungsarbeit sehr ernst.” Zur Kritik des Präsidenten an den ersten 100 Tagen von Schwarz-Gelb schwieg der Vizekanzler. Großartig, oder? Stellen Sie sich mal vor, meine Chefin vom Dienst käme nach dem Lesen dieses Textes zu mir und sagte: „Das ist erstens nicht lustig, zweitens hundsmiserabel formuliert, drittens inhaltlich falsch und viertens glaube ich nicht, dass eine Deiner Ideen für die kommenden Tage ernsthaft Chancen hat, auf unserer Seite veröffentlicht zu werden”. Wissen Sie, was ich Ihr dann antworte? „Ich begrüße Deine Mahnungen zur Verbesserung des Stils in der Satire und zur Belustigung des Publikums. Ich nehme diese Mahnungen in meiner weiteren Witzearbeit sehr ernst.” Und wenn ich das sagen würde, ginge meine Chefin vom Dienst umgehend zu unser beider Oberchefs, um mich wegen Verhöhnung von Vorgesetzten entlassen zu lassen. Tja, Herr Köhler, denken Sie mal drüber nach.
Kommentieren | 23. März 2010 | 17:30 Uhr |
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