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Respekt für Köhler
Es gibt derzeit ja eine Diskussion um den wichtigsten Mann im Staat. Nein, nicht Westerwelle, der erste Mann im Staate ist gemeint, der Bundespräsident, Horst Köhler. Sie erinnern sich? Die Medien fragen sich, ob der Bundespräsident eigentlich noch da ist oder ob er in den kommenden vier Jahren seinen Resturlaub abbummeln will, weil man trotz der vielen möglichen Themen halt so lange gar nichts mehr von ihm gehört hat. Auch die Opposition hat schon mal das eine oder andere kritische Wort verloren. Dem ist Bundeskanzlerin Merkel vergangene Woche entschieden entgegen getreten: „Die Opposition und speziell die SPD könnten dem gesellschaftlichen Klima einen guten Dienst erweisen, wenn sie dafür sorgen würden, dass unserem Staatsoberhaupt der notwendige Respekt entgegengebracht wird.” Das war vergangene Woche. Am Wochenende aber fing der Köhler plötzlich an zu reden und hat den Start der schwarz-gelben Koalition kritisiert. Er sei mit der bisherigen Arbeit der Regierung unzufrieden. Er verlangte mehr Mut zu Reformen in Deutschland. Für deutliche Steuersenkungen sieht das Staatsoberhaupt derzeit keinen Spielraum. Im Gegenteil, im Falle der Mineralölsteuer hält er aus ökologischen Gründen gar eine Erhöhung für sinnvoll. Und was sagt die Frau Merkel jetzt? Nix, sie lässt ihren Regierungssprecher Ulrich Wilhelm etwas sagen: „Das Wort des Staatsoberhaupts steht für sich.” Wir lernen: Respekt vor dem Staatsoberhaupt sieht für die Kanzlerin so aus, dass man den Präsidenten zwar nicht kritisieren darf, aber was er sagt kann man schnurzpiepegal finden.
Kommentieren | 22. März 2010 | 13:28 Uhr |
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