Seltsamer Preis

Der französisch-amerikanische Schriftsteller Jonathan Littell hat für seinen Roman „Die Wohlgesinnten” eine weitere literarische Auszeichnung gewonnen: Die fiktive Beichte eines SS-Manns erhielt 2009 den Preis für „den schlechtesten Sex in einer Erzählung” des Londoner Magazins „Literary Review”. Zwar bescheinigten die Juroren des Literaturmagazins Littells Roman, in Teilen „das Werk eines Genies” zu sein. Doch seine Sex-Szenen, in denen Gefühle unter anderem mit dem Auslöffeln von Eis verglichen werden, bezeichneten sie als ziemlich misslungen. Ein Preis für den schlechtesten Sex in einer Erzählung? Was ist das denn für ein Preis? Zumal wenn man das Werk als solches gelungen findet. Vermutlich ist es ein Preis, der nur dazu dient, dass der Preisstifter in die Presse kommt, was ja auch funktioniert. Was kommt als nächstes? Ein Preis für die Hauptdarsteller eines Films, die am häßlichsten wären, wenn sie nackt wären, was sie aber nicht waren?

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 28. Dezember 2009 | 11:29 Uhr | Twittern | Facebook

Was sagen Sie dazu?