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Moderne Christen
Zu Weihnachten kann man sich ja auch mal Gedanken um den Zustand unserer geistlichen Traditionen machen. Dass Ehemänner vor dem Altar plötzlich unterbrechen, hieß bislang meist nichts Gutes. In Maryland unterbrach ein Mann unmittelbar nach dem Ja-Wort seiner Braut die Trauung nun aber nur, um ein Handy aus der Tasche zu ziehen und der Welt zu twittern: „Stehe mit Tracy vor dem Altar, die vor einer Sekunde meine Frau wurde! Muss weg, meine Braut küssen.” Er änderte dann auch schnell noch seinen Beziehungsstatus auf Facebook in „verheiratet” um. Und was macht der Pfarrer? Verweigert er vielleicht dem Flegel wegen mangelnder sittlicher Reife den Segen? Nein, er erklärt „sie hiermit zu Mann und Frau. Auf Facebook ist es offiziell und in meinem Buch ist es das auch. Sie dürfen die Braut nun küssen.” Wie heißt es in der Weihnachtsgeschichte nach Lukas so kurz und knapp: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, Herr, in der Stadt Davids”. Nicht einmal diese kurze Botschaft wäre drin gewesen, wenn der Engel den Hirten auf dem Felde getwittert hätte, statt ihnen zu erscheinen. Für Twitter sind das nämlich schon einige Zeichen zu viel. Andererseits: Mit Navi hätten die Könige den Stall bestimmt schneller gefunden als mit diesem Stern.
Kommentieren | 26. Dezember 2009 | 10:08 Uhr |
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