Verkalkuliert

Liebe Lesenden, erinnern Sie sich noch an „das kalte Herz”, dieses Märchen von Wilhelm Hauff? Die Geschichte vom Kohlenmunk-Peter? Dieser hatte genug von der schweren Arbeit als Köhler und ließ sich vom Schatzhauser, einem kleinen Männchen im Wald, Wünsche erfüllen. So wünschte sich Peter beispielsweise, immer so viel Geld in der Tasche zu haben wie der stinkreiche Ezechiel. Der Wunsch wurde erfüllt und das ließ sich auch ganz praktisch an. Aber dann spielte Peter gegen Ezechiel Karten und gewann. Doch je mehr er gewann, desto leerer wurde Ezechiels Taschen und damit letztlich auch seine eigenen. Bis er am Ende nichts mehr hatte, was ihm selbstverständlich keiner glaubte, weshalb er schweren Ärger bekam. Jetzt sind wir an dem Punkt, an dem Sie sich vermutlich fragen, warum erzählt er uns das? Ganz einfach: Um darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, seine Wünsche klar zu formulieren. Ein weiteres Beispiel gefällig? Vor Beginn der aktuellen Bundesligasaison habe ich mir in einem Anfall kölnuntypischer Bescheidenheit gesagt, na gut, Meister muss der 1. FC Köln mit Podolski ja nicht gleich werden. Also habe ich den Fußballgott nur gebeten, der 1. FC möge immer einen Punkt weniger haben, als der FC Bayern München. Tja, nach dem 1:2 gegen Mainz gestern hat Bayern jetzt zwei Punkte. Und Köln? Genau! Ich hätte das anders formulieren sollen. 

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 23. August 2009 | 18:50 Uhr | Twittern | Facebook

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