Tierische Ewigkeit II

Eine Frau erfährt, dass ihr Kater todkrank ist, tötet das Tier und lässt sich aus ihm eine Handtasche anfertigen. Die Geschichte ist schon fünf Jahre alt, aber 2004 ist sie an mir irgendwie vorbeigegangen. Nun kam sie zum zweiten Mal in die Presse, da die Künstlerin, die ihr Tier damals so nutzbringend verarbeiten ließ, ein Buch herausgebracht hat, in welchem sie die haßerfüllten Emails veröffentlicht, die sie seit Bekanntwerden ihrer Taschenidee erhalten hat. In selbigen wird sie als Hure beschimpft und immer wieder mit dem Tode bedroht. Meist wurde auch noch hinzugefügt, dass dieser Tod langsam und qualvoll sein werde. Und das obwohl es sich um ein Tier handelte, welches ohnehin sterben musste. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie wenig Achtung Tierfreunde vor menschlichem Leben haben. Bislang habe ich übrigens noch nie gehört, dass Menschen, die ihre toten Lieblinge ausstopfen lassen und hernach wieder in die Wohnung stellen, derartige Mails bekommen. Von der behämmerten Sitte, Hunde und Katzen auf Friedhöfen beizusetzen gar nicht zu reden. So gesehen finde ich Haustierrecycling eigentlich eine erfrischende Idee und würde empfehlen, sich Kängurus anzuschaffen, weil es gar nicht so schwer ist, aus denen prima Einkaufsbeutel zu machen.

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 25. Mai 2009 | 09:50 Uhr | Twittern | Facebook

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