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Rücktritt wie aus dem Lehrbuch
Hartmut Mehdorn hat sich verabschiedet. Der Rücktritt ist angeboten und wird mit Sicherheit auch angenommen. Bekannt gegeben hat er diesen Schritt auf der heutigen Bilanzpressekonferenz. Derlei Rücktrittsreden verlaufen eigentlich immer gleich: Im Grunde habe ich mir nichts vorzuwerfen, nichts ist bewiesen, üble Nachrede, ohne mich stünde alles viel schlechter, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden (bei Politikern zu ersetzen durch: weil ich meiner Familie die Vorwürfe nicht weiter zumuten möchte) habe ich meinen Rücktritt angeboten. Die heutige Mehdorn-Rede könnte vor diesem Hintergrund als Lehrpeispiel in jeden Rücktrittsratgeber Einzug halten. Besonders gut hat mir folgende Stelle gefallen: „Auch wenn ich mir persönlich nichts Unrechtes vorzuwerfen habe und mit mir im Reinen bin, so gilt es nun zuallererst, diese schlimmen, ja zerstörerischen Debatten für die Bahn zu beenden. Sie schaden nicht nur dem Unternehmen, sondern auch dem Wirtschaftsstandort, ja dem ganzen Land.” Hätte in diesem Moment jemand die Hymne eingespielt, wäre ich mit Tränen in den Augen und Hand auf dem Herzen aufgesprungen und hätte den Redner gepriesen. Mehdorn, kein überwachender und überbezahlter Manager, sondern ein Mann der einfach nur seinem Land dienen will. Brilliant! Ziemlich gegen Ende der Rede kam dann der erste Satz dieser Rede, den ich auch ohne Hymne uneingeschränkt glauben konnte: „Wir Bahner haben in dieser Zeit [seiner Amtszeit] gemeinsam unheimlich viel erreicht. Das hätte uns Ende 1999, als ich zur DB kam, wirklich niemand zugetraut.” Das stimmt, nach allem was mittlerweile so bekannt wird, das hätten wir nicht mal dem Mehdorn zugetraut.
Kommentieren | 30. März 2009 | 20:23 Uhr |
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