Hilflosigkeit?

In seiner Berliner Rede hat unser aller Bundespräsident noch einmal betont, dass harte Zeiten auf uns zukommen: „Wir werden Ohnmacht empfinden und Hilflosigkeit und Zorn.” Das scheinen die Arbeiter und Angestellten in Frankreich irgendwie anders zu sehen. Die empfinden eine ganze Menge Zorn, aber in Sachen Ohnmacht und Hilflosigkeit scheinen sie erste Auswege gefunden zu haben. Damit meine ich jetzt nicht das in Frankreich schon rituelle Autoabbrennen, sondern so lustige Ideen wie das Kidnappen des Frankreich-Chefs von Sony, der über Nacht von entlassenen Arbeitern in seiner Fabrik eingesperrt wurde. Oder die Continental-Arbeiter, die sich erst Puppen ihrer Manager bastelten und diese mit Füßen traten und aufhängten, ehe sie dazu übergingen, die Unternehmensvertreter selbst mit Eiern und auch Flaschen zu bewerfen. Zeitgleich besetzten Mitarbeiter des Senfherstellers Amora-Maille Werke, nachdem die Konzernmutter Unilever die Schließung von zwei Standorten angekündigt hatte. Ob das etwas helfen wird, ist noch nicht klar, aber wenn die Arbeiter auf diesem Weg voranschreiten, fühlen sie sich wenigstens nicht ohnmächtig und hilflos. Das macht doch wirklich mal Mut!

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 27. März 2009 | 14:45 Uhr | Twittern | Facebook

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