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Nochmal Merkel
Und noch ein kleiner Nachsatz zu Angela Merkel bei Anne Will: Dass sie es sich trotz der christlichen Bedenkenträger in ihrer Partei erlaubt habe, den Papst zu kritisieren, begründete die Kanzlerin mit Zwängen, die sich aus ihrem Amt ergäben. Gleich zweimal wies sie darauf hin, dass sie „als deutsches Staatsoberhaupt” quasi verpflichtet sei, sich zu äußern, wenn katholische Bischöfe den Holocaust leugneten. Erst beim zweiten Mal fiel ihr auf, dass sie ja gar nicht unser Staatsoberhaupt ist, sondern nur die Nummer drei in der Rangfolge, nach Bundespräsident und Bundestagspräsident. De Facto hat sie selbstverständlich die Macht und eigentlich ist es ja erfrischend, dass sie indirekt zugibt, dass die beiden anderen Jungs im Prinzip nix zu sagen haben. Kleiner Hinweis von meiner Seite: Im achten Jahrhundert waren offiziell die Könige aus dem Geschlecht der Merowinger Staatsoberhaupt der Franken, die Regierungsgeschäfte lagen aber seit geraumer Zeit bei den Hausmeiern, so einer Art Verwalter, aus dem Geschlecht der Karolinger. Pippin (der Karolinger, nicht der Hobbit) wurde dies eines Tages zu blöd und er ließ anfragen, ob es denn gut sei, wenn Könige de facto keine Macht hätten. Die Antwort lautete, dies sei nicht gut, man solle den König heißen, der auch die Macht habe. Also ließ Pippin dem letzten Merorwinger-König Childerich III. den Kopf scheren, steckte ihn ins Kloster und übernahm die Krone. Das könnte Frau Merkel auch machen, wenn es ihr auf die Nerven geht, nur dritte zu sein, aber die ganze Arbeit zu haben. Blöd ist nur, Pippin fragte damals den Papst. Und ob der Frau Merkel derzeit eine genauso freundliche Antwort geben wird, wie sein Vorgänger sie Pippin gab, darf getrost bezweifelt werden.
Kommentieren | 24. März 2009 | 11:37 Uhr |
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