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Wagner schützt das Eigentum
Lange Zeit habe ich mich nicht mehr um meinen Lieblingskolumnisten gekümmert, Franz Josef Wagner, der als Edelfeder der Bild-Zeitung jeden Wochentag auf Seite zwei irgendjemandem einen Brief schreiben darf. Heute hat er der Kassiererin geschrieben, die entlassen wurde, weil der Verdacht besteht, dass sie zwei Pfandbons mit der Gesamtsumme von 1,30 Euro unterschlagen haben soll. Nicht nur das Arbeitsgericht findet diese Entscheidung richtig, sondern auch Herr Wagner, denn: „Worum es geht, ist die Besitzbewahrung. Die Bons gehörten der Kassiererin nicht.” Erinnere ich mich richtig, Herr Wagner, dass ich mal eine Dokumentation gesehen habe, in der man Ihnen dabei zusehen konnte, wie sie freudig Ihren nach Hause gelieferten Dienstwagen (einen aus der teuren Abteilung) in Empfang nahmen? An Ihrer Stelle wäre die Kassiererin vielleicht auch für „Besitzbewahrung”. Sie ist aber nicht an Ihrer Stelle und vermutlich besitzt sie nicht so viel, dass sie sich um die Bewahrung dieses Besitzes allzu viele Sorgen machen muss. Das tun im Regelfall diejenigen, die viel besitzen. Wo geht’s hier zum Klassenkampf?
Kommentieren | 26. Februar 2009 | 09:33 Uhr |
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