War ja klar

Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung! Wortspiele sind eigentlich nicht meine Sache und Namenswitze soll man ohnehin nicht machen, aber ich konnte nicht widerstehen. Denn es war ja klar, dass die Ankündigung der Justiz, man werde den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar freilassen, diese Reaktionen hervorrufen würde. „Die juristische Mathematik, wonach eine fünfmal lebenslange Freiheitsstrafe für Christian Klar nach 26 Jahren abgegolten ist, versteht der Normalbürger nicht”, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus findet es unerträglich, „dass sich ein solch gewissenloser Gewaltverbrecher, der vielen Menschen unermessliches Leid zugefügt und sich bis heute nicht von seinen schweren Straftaten distanziert hat, bald wieder in Freiheit befindet”. Dazu nur so viel: Die gleichen christlichen Demokraten, die immer darauf gepocht haben, Klar und die anderen RAFler seien keine politischen Gefangenen, auch wenn diese das behaupten würden, sie seien ganz gewöhnliche Verbrecher und Mörder, die christlichen Demokraten stellen sich nun hin und wollen, dass für Klar ein anderes Recht gilt als für gewöhnliche Mörder und Verbrecher. Und was wäre er dann? Genau, dann wäre er definitiv ein politischer Gefangener und könnte zufrieden ein q.e.d. in seine Zellenwand ritzen.

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 24. November 2008 | 17:32 Uhr | Twittern | Facebook

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