Allgemein
Bänker mit Rückgrat
Seit Wochen hören wir, dass der Bänker als solcher nun aber mal kleinlaut zugeben müsse, dass er ziemlichen Mist gebaut habe. Mit der Überheblichkeit der Herren Vorstände sei es nun endgültig vorbei, behauptete beispielsweise Peter Struck kürzlich im Bundestag. Einzig und allein Josef Ackermann trat dieser erschütternden Verleumdung entgegen und erklärte, er würde sich schämen, staatliche Almosen anzunehmen. Das ist die Haltung, die wir am Bänker lieben und die so viele derzeit vermissen lassen, wenn sie sich scheinbar zerknirscht in der Öffentlichkeit präsentieren. Doch wie die Krise kommt nun auch die Hoffnung aus Amerika. Dort gab es ja auch ein riesiges Rettungspaket für die Banken, und beispielsweise die Bank of New York Mellon war sich auch nicht zu schade, Hilfsgelder in Höhe von drei Milliarden Dollar zu beantragen. Gleichzeitig kündigte das Institut an, seinen Aktionären 275 Millionen Dollar auszahlen. In den kommenden drei Jahren könnten sich die Dividenden bei dem Geldkonzern auf 3,3 Milliarden Dollar summieren. Laut Washington Post planen die 33 Banken, die das Rettungspaket abrufen, allein in diesem Quartal Dividendenzahlungen in Höhe von rund sieben Milliarden Dollar. Das nenne ich doch mal Bänker von echtem Schrot und Korn. Die lassen sich Steuergelder geben, um ihre Bank zu retten und reichen diese Steuergelder dann als Dividende an ihre Aktionäre weiter. Respekt!
4 Kommentare | 30. Oktober 2008 | 18:44 Uhr |
|
Gibt’s nicht Auflagen, wenn sich unsere Banken den fast 500 Mrd. schweren Fallschirm umgürten wollen?
Gut, das scheint zwar niemanden etwas anzugehen – nicht einmal die Parlamentarier – und wirklich nachprüfen kann es auch wieder keiner welcher der notleidenden Banken wir womit dringend unter die Arme greifen müssen, aber irgendwie hieß es doch, dass damit ggf. ein paar kleine Einschränkungen (Stichwort: Dividende, Vorstandsgehälter) verbunden sein könnten, oder?
Logisch, dass sich Ackermann (als Stellvertreter der Deutschen Bank) nicht mit Almosen abspeisen lassen möchte.
Wozu auch?
Er hat doch nicht umsonst an dem staatlichen Rettungspaket für die anderen Banken mitgestrickt, denn als deren Gläubiger ist die Deutsche Bank (bspw. via Deutsche Bank Trust) schließlich recht gut im Bilde über die Zahlungsfähigkeit und den Schrottwert der hübsch verpackten Immobilien die sie den anderen angedreht und finanziert hat – besser jedenfalls als die BaFin, das hat man bei der IKB gesehen.
Seit ein paar Tagen geistert immer wieder der Wunsch der (angeschlagenen) Banken durch die Lande, daß man sich gerne im Verbund unter den finanziellen Schutzschirm begeben möchte. Die Begründung wird gleich mitgeliefert: damit keiner mitbekommt, wer nun genau welche Kohle in Anspruch nimmt.
Hoppla. Klingt irgendwie smart, und auch ein wenig nach Selbstbedienung, bloß nennt das eben keiner so: “Lieber deutscher Steuerzahler, wir nehmen gerne Dein Geld (braucheen wir zur Dividendenzahlung und zum Schmeißen schicker Parties!), aber wir mögen Dir gar nicht gern sagen, wer wann wie warum. Das würdest Du eh’ nicht verstehen. Wir sind in Not, und Du hast zu zahlen. Basta.”
Immer diese lästigen Fragen, ts ts ts. Wenn da einer Geld vom Staat bekommt, dann sollte es unter strengsten Auflagen vergeben werden. Ansonsten habe ich kein Problem damit, den Banken beim (eigenständigen) Lösen oder auch Nicht-Lösen ihrer Probleme zuzusehen. Das fänd’ ich zur Abwechslung mal ganz toll!
Ich lese den Beitrag meines Vorposters schon mehrfach durch, auf der Suche nach einem Hinweis, der mir zeigt, dass es doch nur ein Scherz ist….
Geht ins Kino und schaut den Film . Wer dann noch Fragen hat, wie und wo die Kohle bleibt, der wende sich an Frau Merkel und Co.