Allgemein
Präsidiale Qualitäten
Die Kreditkrise hat nicht nur die Wall Street mitgenommen, sie hat auch John McCain zugesetzt. In den vergangenen zwei Wochen hat er die US-Wirtschaft erst als “stark” beschrieben – kurz darauf redete er von der “gravierendsten Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs”. Und deshalb hatte er auch eine sehr ehrenwerte Idee. Er plädierte dafür, die TV-Debatte mit Barrack Obama im Sinne der nationalen Einheit zu vertagen: “Es ist Zeit, dass beide Parteien zusammenfinden.” Das kennt der Amerikaner vom Sport, wenn ein Basketball- oder Eishockeyteam Probleme hat, nimmt der Trainer ein Timeout. Für einen Präsidenten wäre das allerdings eine eigentümliche Haltung. „Herr Präsident, Hurrican Katrina hat halb New Orleans zerstört.” „Ach was, dann machen wir jetzt erst mal keine Politik sondern finden uns in Washington zusammen.” Oder der hier: „Herr Präsident, ein Flugzeug ist gerade ins World Trade Center geflogen.” „Dann nehme ich doch mal ein Timeout und bleibe hier in der Schule sitzen.” Kein Zweifel, McCain wäre ein würdiger Nachfolger.
Kommentieren | 25. September 2008 | 17:44 Uhr |
|
Letzte Kommentare